brumm

tja, mehr fällt mir gerade nicht ein …


Edinburgh III

aller guten Dinge sind drei … und damit beschliesse ich vorlaeufig meine Edinburgh Odysee. Performance-Marathon, Pub Marathon, die um mich herum kreisenden Moewen, der Stadtteil Marchmont haben es mir wirklich angetan, wo ich derzeit wohne. Vor meiner Haustuer der Meadow Park und die Bruntsfield Links, Parks, die den Anwohnern auch als Golfplaetze zur Verfuegung stehen. Wusstet ihr, dass sich inmitten der Stadt im Holyrood Park ein erloschener Vulkan befindet? Eine traumhafte Fels-, Wald- und Seenlandschaft mitten in der City von Edinburgh. Und ein sehr schoenes Hotel von innen durfte ich ebenfalls besichtigen, es hiess … ja wie hiess es denn, nicht Ladykiller, aber so etwas aehnliches … ach ja … Tigerlily. Unbedingt empfehlenswert neben dem The George und dem Balmoral, Empfehlungen fuer Freunde des klassisch-konservativen Interiors.

Ich habe seit zwei Monaten Probleme mit meinem linken Arm, nein, kein Penis-Arm a la Irina Palm (im gleichnamigen Film), da Wanking nicht zu meinen Tugenden gehoert.  Ich tippe auf psychosomatische Ursachen, Blockaden, Verspannungen, Schreibtisch und Computerarbeit ist voellig ungesund, habe dauernd so ein merkwuerdiges Kribbeln, Taubheitsgefuehl in der linken Hand, der Arzt, den ich noch in Berlins Friedrichstrasse konsultierte war so unfreundlich, dass ich mir den Gang zum Neurologen gleich erspart habe. So kam ich auf die Idee, mich waehrend meines Aufenthalts hier von einer chinesischen Medizinerin mit Akupunktur behandeln zu lassen. In Berlin gibt es keine einzige chinesische Apotheke oder Chinesen, die in China Medizin studiert haben. Akupunktur bei einer henna gefaerbten Berliner Heilpraktikerin und Strickliesel? Ich bin da misstrauisch. Wahrscheinlich riecht es in ihrer Praxis nach Raeucherstaebchen, es gibt gruenen Tee und eine Tarot-Legung gratis dazu. Nicht mit mir!!!!

Drei von sieben Behandlungen habe ich bereits hinter mir und es hat schon etwas geholfen. Ich hatte mich zuvor noch nie dieser Behandlung unterzogen, aus og. Gruenden bzw. Vorurteilen, war aber immer von dem ganzheitlichen Ansatz ueberzeugt und was ich darueber theoretisch in Erfahrung bringen konnte. Also das mit dem Chi. Es gab auf Phoenix dazu kuerzlich eine interessante Dokumentation zur Mediziner-Ausbildung in China und wie deutsche Studenten mit Schulmedizin und Halbwissen im Gepaeck dort Baukloetze staunen. Das Misstrauen und die Nachfragerei eines Studenten ist mir in guter Erinnerung geblieben, der alles, was nicht in seine Schubladen passte, von sich abwies.  Erinnerte mich an stumpfe Diskussionen in irgendwelchen Boards, ihr wisst schon …

Ein extrem merkwuerdiges Gefuehl, nachdem sie mir die Nadeln in den Beinen und Armen gesetzt hatte, teils unangenehm, schmerzhaft, interessanter ist jedoch die mentale Erfahrung, so, als ob ich ausgeknipst und runter gebootet werde. Wenn die Nadeln im Koerper stecken, liegt man bewegungslos da, zunaechst auf dem Bauch, dann auf dem Ruecken, jeweils eine halbe Stunde; eine Bewegung der Gliedmasse ist nicht wirklich empfehlenswert, da es schmerzhaft ist.  Also dieses zwangsweise ruhig stellen ist gerade fuer mich eine neue Erfahrung, hinterher fuehle ich mich wie benommen, aber sehr entspannend.

So, nun werde ich mir entspannt mein Steak Slice, eine Glasgowsche Spezialitaet, und einen Watercress Salad anrichten, dazu ein Glas guten Roten und es mir gemuetlich machen. Ich fliege morgen nachmittag zu einem Vorstellungsgespraech ins Ausland, und kehre Montag Nacht nach Edinburgh zurueck. Aus Termingruenden werde ich etwas frueher die Heimreise antreten und ab dem 22. August wieder in Berlin sein.  Drueckt mir die Daumen! Der Job reizt mich sehr und passt zu mir wie die Faust aufs Auge.

Stand Up, Escorting und meine anderen, teils beruflichen Aktivitaeten werde ich natuerlich nicht sein lassen, warum auch?! Es passt naemlich alles wunderbar zusammen, wie eine seltsame Fuegung.

schoenes Wochenende!

 


edinburgh II

Es regnet die meiste Zeit, aber das macht nichts. Ich trage neben einem Regenschirm entweder Leder oder meine Latexhosen. Das glaenzt dann so schoen …. Muss allerdings gestehen, dass ich von der Garderobe eher auf Sommer eingestellt war und nicht auf Herbst. Bin nur mit kleinem Gepaeck gereist. Ein grosser und ein kleiner Dildo. High Heels, Overknees und meine flachen Glitzerschuhe fuer die Buehne. Im Gegensatz zu Berlin sind die britischen und schottischen Trottoirs wirklich stoeckelschuhfreundlich.

Kennt ihr das, wenn man dringend und zwar sofort einen Ort fuer ungestoerten Sex sucht und keinen finden kann? Vor zweieinhalb Jahren musste ein Treppenhaus dafuer herhalten. Man fuehlt sich dann wie eine laeufige Huendin und ist so schrecklich auf die aeusseren Umstaende angewiesen. Letzte Woche war mein Mehrbett-Zimmer im Hostel im Stehen und am Wochenende Carboot im Liegen angesagt. Und warum das alles? Weil es Maenner gibt, die nicht im Hotel wohnen, ich keine Hausbesuche anbiete, die sich aber gerne mit mir treffen wollen, wobei meine Konditionen nicht gerade dem schottischen Durchschnitt entsprechen. Alle hier ortsansaessigen oder tourenden Frauen biete In- und Outcalls ab einer Stunde, im Regelfall 110/120£. Es gibt ca. 200 Independents, die in Edinburgh gelistet sind, darueber klaerte mich ein Kunde bei einem Kaffee auf. Die Stadt, aehnlich Glasgow, besteht hauptsaechlich aus Massage Parlours, Saunas und einigen Museen, d.h. vergleichbar mit Berliner Verhaeltnissen finden 95% aller P6-Begegnungen also im Bordell oder Modellwohnung ab 30£ statt.

Die Nummer im Hostel sowie Auto hatte was, sowas habe ich in meinem Frauenleben noch nicht erlebt. In beiden Faellen traf ich mich vorab in einem Cafe auf einen Chat und man befand sich fuer sympathisch, aufgrund der Notlagen, der Druck in der Hose und fehlender Alternativen der Unterbringung, hat Schwester Susi Erbarmen gezeigt und schnell gehandelt hi hi ich war in jeder Hinsicht sehr entgegenkommend …… tja und jetzt hab ich eine Location gefunden und niemand meldet sich. Ich war am letzten Montag bei Scot Pep eingeladen, das ist die schottische Gruppe, die sich fuer Sexworker Rechte einsetzt und letztjaehrig auch erfolgreich politische Lobbyarbeit machen konnte, als sich eine Verschaerfung des Prostitutionsgesetzes in Schottland anbahnte. Jedenfalls lernte ich bei diesem Treffen einige sehr nette Kolleginnen kennen und sie boten mir an, dass ich ihre Wohnungen fuer gewisse Stunden nutzen koenne. Allerdings nur an gewissen Tagen und die decken sich meist nicht mit meinen Zeiten. Mal schauen, wohin das fuehrt.

Das Buero dieser Organisation ist jedenfalls im Ortsteil „Trinity“ untergebracht, ausgerechnet *g* … bin mit dem Bus dorthin gezockelt, musste dann allerdings 2km laufen, weil ich bei den Bus Verbindungen noch nicht durchblicke. An dem Tag schien die Sonne und bin dann am Meer die Promenade entlang gelaufen. Die Promenade ist eigentlich keine Promenade, sondern eine truebe Strasse mit einer Mauer, damit man nicht ins Wasser faellt. Ich fand einen winzigen Baeckersladen, wo ich mir erst einmal eine koestliche Saussageroll einverleibte und mich fuer meinen Marsch staerkte. 60 pence. Ein Schnaeppchen wuerde man in Deutschland wohl sagen. Wie ich dieses Wort hasse.

Ein Schotte rief mich vor einigen Tagen an, fragte nach einem Hausbesuch und gab die Konditionen vor. Ich lehnte beides ab, und er hielt mir einen Vortrag ueber die lokalen Bedingungen und das ich mich noch wundern wuerde, wenn ich nichts verdiene bla bla … Ich machte ihm klar, dass ich in erster Linie nicht zum escortieren nach Edinburgh gekommen bin, sondern aus anderen Gruenden und er sich doch bitte nicht seinen Kopf ueber meine Art, Escort auszuueben, zerbrechen solle. Dieses Gemecker und Preiskaspereien kenne ich sonst nur aus Deutschland und habe aufgelegt.

Apropos, ich vermisse Berlin nicht. Es graust mich vor der Heimkehr. Habe mich in meiner neuen Wohnung nicht eingelebt und werde es auch nicht.  Werde sie in eine Ferienwohnung umwandeln und die Hausmeisterin spielen.

 

to be continued …

 

 


edinburgh I

Kurzer Zwischenstand zu meiner abenteuerlichen Reise in die Highlands. Das mit der Unterbringung hat bei Ankunft nicht geklappt, da man mich ueber den Tisch ziehen wollte, die Konditionen ploetzlich andere waren. Ich sehe in meinem extravaganten Fummel offenbar zu vermoegend aus … hi hi

Verbrachte eine Nacht im Hostel, eine Nacht auf dem Sofa bei Bekannten meiner Comedian Freundin und bin schlussendlich in einem ganz bezaubernden Gaestezimmer bei Freunden von Bekannten gelandet. Und das zu WG-Konditionen in einer sehr schoenen grossen Wohnung. Networking ist eben das A und O. Die Waende meines Zimmers sind mit karierten Stoff bezogen, passend dazu die Vorhaenge. Grossartig, fuehle mich schon wie eine Schottin.

Meine Auftritte gestalten sich etwas holprig, aber Buehnenerfahrung ist halt wichtig. Gestern war ich in zwei tollen Shows. Nach meinem Auftritt in der SMUT Show am gleichen Ort, fand die Show von Frank Sanazi statt, eine perfekte Hitler-Parodie, der Lieder von Frankyboy singt, allerdings mit irre guten Texten, dazwischen bellt er einige teutsche Worte. Einfach grossartig. Ich sprach hinterher mit ihm, er kommt im Herbst wieder nach Berlin und tritt dort in mehreren Locations auf. Das muesst ihr unbedingt sehen, falls ihr Gelegenheit dazu habt.

Gestern abend war ich auf einen Sprung bei den Ladyboys aus Bangkok, eine Variete Revue, ganz grossartig. Zum Schluss traten sie mit der schottischen Nationaltracht auf und man drueckte mir die schottische Nationalflagge in die Hand. Ich habe noch nie eine Flagge in der Hand gehalten, in meinem ganzen Leben nicht, nur Cocks.

Fortsetzung folgt …

mein Blog ist inzwischen auf privat geschaltet, mir wurden in letzter Zeit einfach zuviel Ideen geklaut.

liebe gruesse

ariane


about arts, acts, satisfaction

a girrrl in any kind of situations, a lady on stage, well-known for her strictly forbidden services 

*** commercial break ***
its my best escort tour,  my bling-bling-tour, its about pussyleaks, politics and the rest, my travel across borders, nations & classes.
serviced by

Your so much favourable and best travelled festival companion
at your discretion … 

Freunde des britischen Humors, verregneter Sommertage und schottischen Whiskys: falls es euch diesjährig in die Highlands verschlägt: vielleicht um euer Herz, Geist und Body kurzfristig zu erwärmen … Du kannst mich – welch eine Überraschung – in Edinburgh antreffen, da ich beim diesjährigen Fringe Festival im Damenprogramm auftrete, dort zu einer Strippvisite vorbei schleiche, allerdings in Masquerade. So leicht kriegt man mich nicht! At Fringe I start my short performance „Pussyleaks“, powered by „Goldschwanz“, a playfully hooker, who mocks about  politics & hot issues; dedicated to all lovely sexworkers, friends and their allies, trustworthy loveable punters and gentlemen.
Please notice: solicitous and parochial hypocrites, social workers on behalf of do-gooders,radical right wing feminists & misogynists, homo- and putophobic assholes, church representatives and abolitionists, please stand far apart from me and my handbag. 
Believe me, SMUT is not your program: because sexworkers are more human than human and you. 
People might believe thats my role to play a hooker.
Isn’t it a kind of subversive?!  He he ….  By the way I ll also falsify prejudice that Germans laugh more about others than themselves. 

Als Frau für gewisse Stunden biete ich unmaskiert allerdings nackte Tatsachen. Nach einem kurzen oder ausschweifenden Kennenlernen können wir uns in deine 4-7*Gemächer zurückziehen und du zeigst mir,  wo es lang geht und was du unter deinem Kilt trägst. 
Keine Sorge, während eines Dates mache ich keine Witze! Ich bin ein seriöses, äusserst ehrenwertes Mitglied dieser Gesellschaft – die leider wenig Spass versteht und es vorzieht, zum lachen vor die Tür zu gehen – dabei multilingual und schätze Golden Dicks.
Die Frage nach Grösse & Alter überlasse ich wie alles andere uncharmanten Fragestellern und die Antwort wird wahrscheinlich zwischen 5 und 15 cm liegen. Wobei ich stets bemüht bin, für die entsprechende Durchblutung zu sorgen! Eine Latte auf Augenhöhe versteht sich.

Get in touch 
Edinburgh August 5 – 29th 
office & mobile phone hours 10am – 2pm 
+44 (0) 77 48 48 3183 pre-booking welcome
Availability for Outcalls & Social Time at Lunch or Dinner by a minimum of 2 hrs 
only by appointment
my performances will be at 5pm (17:00) everyday but wednesdays at a place called The Hive on Niddry Street. 
http://clubhive.ning.com/ 
http://www.laughinghorsecomedy.co.uk/dynamic/show.asp?ShowID=538 
Festival Preview

die mobile Praxis von fr dr mc cock, unofficial Fringe Companion 2011 , wünscht einen schönen Sommer!


puuhh

Durch die schlechten Nachrichten aus aller Welt bin ich etwas am Boden zerstört, aber zumindest darf ich eine gute Nachricht vermelden, dass sich meine  Zimmersuche  zum Guten gewendet hat und ich meine Reise nach Edinburgh antreten kann. Heute bekam ich die definitive Bestätigung für eine bezahlbare Unterkunft, einem hübschen Gästezimmer in zentraler Lage. Couch surfing inklusive d.h. ich werde zur Halbzeit einmal umziehen müssen. Auch meine Freunde aus U.S. werden gut unterkommen und das Fundraising von meiner Freundin Desiree war erfolgreich, das Ziel waren 10.000 $, um die Flüge, Bühne, Werbung, Promotion zur Realisierung ihrer Solo „Show52 man pick up“ zu finanzieren. Ich trete mit ihr und anderen Performern in der „SMUT“ Show auf.

In den Previews des Festival Magazins gibt es dazu ein Interview mit Desiree Burch.

Ich danke meinen Unterstützern, die mir bei meiner Entscheidung hilfreich zur Seite standen. Und es war sehr lieb, dass ihr auf meine Anfrage reagiert habt. Ich hab mich gedanklich im Kreis gedreht. Und ja, es gehört manchmal eine Portion Glück dazu, sonst hätte ich mich für Option 2.) entschieden. Hoffe, dass das Glück mir ab dem 5. August hold ist, denn das werde ich dort brauchen!

viele grüsse und bis die Tage

ariane


Fundraising & Dating II

Wie in meinem vorletzten Eintrag erwähnt, steht mein Aufenthalt beim Fringe-Festival auf Messers Schneide. Ich brauche jetzt euren Support und Rat.

Ich habe drei Möglichkeiten:
1.) ich nehme teil, wohne in einem wahnwitzig überteuerten Apartment und finanziere dies mit Kurz-Dates, wenngleich die Rahmenbedingungen riskant sind und dort keine Wiederholungstäter im Sinne Second-Timer vorbeischneien werden. Ich bin sprachlich im deutschen wie im englischen bei der Date-Anbahnung sehr geübt und kann anhand der Ansprache im Regelfall einen seriösen Bucher von einem Idioten unterscheiden, wovon es in diesem, unser aller Hobby nicht wenige gibt. Ok, der Begriff Idiot kommt aus der griechischen Antike und bedeutete ursprünglich „Privatmann“, ein Mensch, der sich nicht so sehr um andere Menschen oder gar das Gemeinwesen schert, sondern nur seine Ego-Bedürfnisse, was bei einem Date ins Auge gehen kann. Nach all meiner Erfahrung im P6 fahre ich im Regelfall sehr gut damit, Herren zu treffen, die ich kenne, wenngleich die zunehmende Vertrautheit einen manchmal nachlässig werden lässt, man dazu neigt, zu offen, auch unangenehme private Ereignisse mit ins Date hinein zu schleppen. 😉 Also lieber wenige Herren treffen, die einem bereits gut bekannt sind und gelegentlich mal ein Abenteuer in neue Gefilde denn umgekehrt. Und letzteres wäre in Edinburgh der Fall, mit vielen Risiken und einer extrem aufreibenden Telefonie verbunden, da „neu“ vor Ort auch ziemlich viele skrupellose Leute auf den Plan ruft.

2.) ich nehme nicht teil, aus den im vorletzten Posting genannten Grund. Weil Abzocke im Kunstbetrieb wiegt gleichbedeutend wie Abzocke im Escort & P6.

3.) ich nehme teil und mache meinen Ärger über den Trouble der letzten Woche zum kurzfristigen Thema (meine anderen zwei Programm-Ideen werden nicht vor Ort realisiert) Das Szenario sieht dann wie folgt aus:

Ich kreiere aus der Nummer mit den zu hohen Mietpreisen eine Performance, nach dem Motto ich hole die Menschen dort ab, wo sie sind, hier : ankommen. In diesem Fall ist die Bühne der Flughafen Edinburgh. Ich halte wie die Chauffeure am Ankunftsterminal einen Zettel zwischen meinen Händen vor meiner Brust, worauf steht: Welcome! FRINGE fringes!

Im Sinne „der Saum franst aus“; ursprünglich wurde Fringe (= Franse) als Gegen-Festival 1947 zum Internationalen Festival (metaphorisch umschrieben als Teppich) vor Ort gegründet, also als die Franse vom Teppich: als Gegenprogramm zum elitären Festival, wo nur wenige privilegierte und etablierte Künstler zur Aufführung kommen. Zum Hintergrund bitte diesen schönen Eintrag zum Thema aus 2009 nachlesen. Im Laufe der Zeit hat sich das FRINGE an seinen vormaligen „Gegner“ leider angenähert. Erst progressiv, dann regressiv, wir kennen das alle aus verschiedenen Zusammenhängen.

Bühne I ist also Ankunftsterminal.
Outfit: Dabei trage ich meine letzte Neuanschaffung, ein elegantes, schwarzes Business-Kostüm aus der Winterkollektion (da es in Edinburgh meist kühl ist), das an den Säumen ebenfalls kleine Fransen hat (wie dafür gemacht!), darunter mein neues T-Shirt aus der Swaay-Kollektion mit dem Slogan „Sexworkers are part of our community“ und einen Haufen entsprechender Buttons am Revers (ähnlich der Medaillen am Revers der Veteranen bspw. am Armistice Day *g*.

Konsequenterweise packe ich in mein Handgepäck nur Kernseife, ein paar Slips, Nylons, Wollsocken, einen Schlafsack, Isoliermatte und nächtige auf dem Flughafen. Bis auf das Wechseln von Unterwäsche trage ich durchgehend schwarz.

Mit meinem zweiten etwas grösseren Plakat campiere ich vor dem Flughafen und winke den Touristen nach. Darauf steht:

* Performers can’t let space by affordable rates!
* Credit Crunch force unemployed houseowners and tenants to make extra cash with overpriced accomodation!
* Performing Escort refuses doing sexwork to pay over-billed rents!
* Fight Rip-Offs in Arts & Escort!

auf deutsch zusammengefasst: Schottische Vermieter wiederholen die gleiche Logik, die sie selbst in den Bankrott bzw. in die Arbeitslosigkeit führte und das als Tiger gestartete alternative FRINGE-Projekt ist als Bettvorleger gelandet.

Aus Protest gegen diese kulturellen Perversionen, und an dieser Stelle ist der Begriff wirklich angebracht, besteht meine Performance aus einer 1-Frau Demo am Airport, dies konsequent über drei Wochen.

Wie findet ihr das? Darf ich das? Ironie 🙂 on

Ich brauche dringend Entscheidungshilfe und zwar innerhalb der nächsten 24 Stunden, da ich im Fall 1.) die Kaution anzahlen muss. Und zwar asap.

liebe grüsse
Ariane


Pissed off

I‘ m totally pissed off…. auf deutsch: ich bin echt angepisst.

Ist noch nicht ausgemacht, ob ich im August in Berlin bleibe, aber ausgesprochen schwierig eine bezahlbare Unterkunft, insbesondere auf den letzten Drücker zu finden und eine Riesen-Sauerei, dass die Performer abgemolken werden, für die Performances kommen ja die Touristen und Kunstbegeisterten nach Edinburgh und bringen der Stadt sehr viel Geld ein. Und Vermietern von verrotteten Wohnungen some extra money. Gestern rief ich eine Vermieterin an, die mir ihre Wohnung zu 1000 ₤ vermieten will, die Dusche funktioniert nicht so richtig, sagt sie, und der Vintage Look der Wohnung, naja, sieht auf den Bildern eher nach Gartenlauben-Buchte aus. Die Wohnung befindet sich unweit des Schottischen Parlaments, mit Blick ins Grüne, ruhig und abgekehrt von dem vibrierenden Trubel der Stadt. Genau der richtige Rückzugsort für mich, wenn die kaputte Dusche nicht wäre. Die Briten, uups, auch Schotten, sehen solche Dinge nicht so eng wie die Deutschen. Dort ruft man mal nicht schnell nach dem Klempner, der kostet ja nur, sondern improvisiert im Regelfall, drückt bspw. einen Gartenschlauch in die Armatur.

Dann gibt es noch flat sharing, also dass man ein Zimmer zur Untermiete bucht, meist bei Studenten, was ja nicht unbedingt das Problem ist, da kein Mindestalter erforderlich ist, wenn sie nicht dauernd Party feiern würden. Aber die Mindest-Mietdauer liegt im Durchschnitt bei 6 Monaten bis 1 Jahr und nicht bei einem Monat. Am liebsten hätte ich, wie in früheren Zeiten ein 4-5* Serviced Apartment gebucht (was ich allerdings nur wochenweise gemacht habe), aber während der Festivalzeiten steigen sie ebenfalls um das Zigfache, das geht garnicht, in Zahlen: zwischen 3000-5000₤ (bei 26 Übernachtungen sic!).

Ich hatte ursprünglich gedacht, meinen mehrwöchigen Aufenthalt mit zwei bis drei schönen Escort Dates (nur Outcall bzw. Begleitung) zu garnieren, aber ich will kein überteuertes Apartment für 2000-4000 ₤ mieten und dafür die meiste Zeit Kundensuche betreiben müssen. Ich wollte dort sein, weil ich zu diesem grossartigen Ereignis „eingeladen“ wurde – und es für eine kleine Zuckerschnecke mit wenig Bühnenerfahrung wie ich es bin eine Ehre ist dort auftreten zu dürfen, ich die Leute mit einer kleinen, aber feinen Performance täglich zum lachen bringen wollte und nicht, um in einem Apartment die meiste Zeit des Tages die Miete abzurackern oder auf Anrufe zu warten. Das wäre dann wirklich „Sex-Arbeit“ mit Werkbankcharakter, da Briten üblicherweise für eine halbe bis eine Stunde vorbeikommen wollen. Und wenn es „nur“ zwei Termine am Tag wären. Dies ist meines Wissens nach der tägliche Durchschnitt bei Kurz-Dates, bei Incalls in London. Noch dazu bei den schottischen Gesetzen, die nicht ohne sind. Ein extremes Risiko kommt also noch dazu. Was wäre, wenn ein First-Timer ein Fake-Kunde oder gar ein verkappter Cop wäre? Dann wär Schluss mit lustig, Inhaftierung und Geldstrafe drohen (in U.S. Ausweisung und lebenslanges Einreiseverbot) und vor allem könnte ich nicht meine täglichen Runden auf der Bühne drehen. Da die Show im Free-Fringe Programm läuft, ist auch nicht mit grossen Einnahmen aus der Spendenkasse zu rechnen. Free-Fringe bedeutet kostenloser Eintritt, und das Publikum zahlt nach Gusto in die Kollekte und wird unter den Performern und dem Host, also Gastgeber der Show aufgeteilt. Der Clubbetreiber verdient an den Getränken. Im sonstigen Fringe Programm, das auf grösseren Theater-Bühnen läuft, auch das Solo-Programm meiner Gastgeberin Desiree Burch, sieht die Sache anders aus.

Die Zeiten, wo ich gierigen Vermietern einer (Termin-) Wohnung viel Geld in den Rachen warf, sind auch schon lange vorbei. Meine Freundin und Gastgeberin der Comedy Shows ist bei befreundeten Comedians untergebracht, die sie schon lange kennt, dort ist alles dicht, also kein Plätzchen mehr frei, alle anderen müssen sich selber etwas suchen.
Und all der Ärger nur, weil die Vermieterin des bereits gebuchten Apartments zu gierig wurde und mich mal schnell gegen einen anderen Mieter austauschte, der ihr das Dreifache bot. Oft, wie ich jetzt erfahren habe, werden Zimmersuchende auch komplett abgezockt, in dem die Hälfte der Miete als Kaution im voraus bezahlt werden soll, u.a. Vorsicht bei Leuten, die über Western Union Zahlungen abwickeln wollen. Meist existieren die Wohnungen nämlich garnicht.

Es ist schon ein schlechter Witz. Wegen der Künstler und Performer kommt die ganze Welt nach Edinburgh, eine Stadt, die an ihren Festivals exhorbitant verdient, da sie sehr viel Geld in die Stadt spülen und sich das Label, Image der Kulturstadt leistet, und jene, um die es geht, die Künstler, Schauspieler, Comedians können sich in den seltensten Fällen eine vernünftige Unterkunft leisten bzw. werden abgezockt. Selbst die Hostels mit Mehrbettzimmern haben schon vor drei Monaten exhorbitante Raten aufgerufen. Alleine schon diese Abzock-Nummer lässt den Gedanken in mir reifen, dort nicht meine Aufwartung zu machen. Irgendwie erinnert mich das an manche Parallelen zum Escort (und anderen beruflichen prekären Verhältnissen, ist überall dasselbe, ob Hochschule, Kunstbetrieb, Theater, sog. Generation Praktikum et. al.), wenn ich manch Abzockgeschichten Revue passieren lasse, die mir passiert sind bzw. die manch einer mir umgekehrt berichtete. Und dann noch bei den Zimmer- und Apartment-Beschreibungen im Netz einen auf exklusiv machen, eine Gartenlaube-Datsche als 5*Resort umschreiben, ist doch überall der gleiche Irrsinn.

Ich hatte mich so gefreut, aber unter diesen Bedingungen habe ich kein gutes Gefühl zu reisen. Auch hatte ich einige schottische Escort-Kolleginnen, die politisch aktiv sind, in die Show eingeladen sowie Freunde erwartet, die mit mir ein Wochenende dort verbringen. Und nun das….

Wenn ich aus dem Fenster schaue, nervt mich allerdings auch der Dauerregen. In den wunderschönen Highlands kann man wenigstens wandern und es stört nicht im geringsten. Die Castles, Lochs, die Gartenlandschaft, auch die Stadtarchitektur sieht bei Regen wunderbar aus, Berlin dagegen total hässlich. Ach, die können mich mal kreuzweise die Schotten. Dann performe ich eben anderswo.

Wünsche allen Daheim-Gebliebenen oder Wiederkehrern trotzdem ein schönes Wochenende! Und lasst euch durch den Regen nicht die Stimmung vermiesen.

ariane


Travel

Update: im Augenblick steht es in den Sternen, ob die Show, an der ich beim Fringe Festival mitwirke, wirklich zustande kommt. Zum einen organisiert meine Gastgeberin in NYC noch Fundraising Shows, damit sie und andere Performer von NYC aus einfliegen können, Unterbringungskosten etc.  Zum anderen hat meine Vermieterin  mein bereits reserviertes Apartment in Edinburgh für August einfach zur dreifachen Miete anderweitig vermietet. Sauerei!! Sie wollte vor zwei Monaten für die Reservierung auf Anfrage kein Deposit. Kann also sein, dass ich im August in Berlin bleibe. Es ist zum heulen … ich brauche dringend einen Stimmungsaufheller. 🙂

 

Und wie geht es euch? Ich hoffe gut … und an alle Reisenden: schöne Ferien und erholsame Urlaubstage!

 

liebe grüsse

ariane


Travel Tramp

Ich verlasse meine Heimat Berlin und reise Anfang Juli & August aus privaten Gründen in Richtung Süddeutschland, Schweiz und Schottland. Daher möchte ich die Chance nicht ungenutzt lassen, darauf aufmerksam zu machen, dass ich im folgenden Zeitraum Zeit hätte, den ein oder anderen interessanten Mann kennenzulernen und ihn mit meinem Temperament, Humor, Intellekt, meiner Geilheit zu bezirzen. Du kannst nur das Komplettpaket buchen. *g*

ich offeriere Hotelbesuch/Begleitung an folgenden Orten und Zeiten;

Stuttgart 2./3. Juli: ggf. in Verbindung mit dem gemeinsamen Besuch des neuen Theaterstücks von Volker Lösch Metropolis am Staatstheater Stuttgart, da ich zu diesem Anlass nach Stuttgart reise. Ich könnte auf dieser Reise auch Frankfurt/M. ansteuern.

Freiburg /München/Basel/Zürich 4.-8. Juli: ich besuche den schönen Südschwarzwald und residiere an der Schweizer Grenze; meine Einflugschneise betrifft genannte Städte, wo ich für einen abendfüllenden Termin/ggf. Übernachtung zur Verfügung stehen kann.

Edinburgh/Schottland dort halte ich mich zwischen dem 4.-30. August auf; falls es jemand im Hochsommer in die gemässigte Mittellage, die ich persönlich vorziehe, auch in die Highlands verschlägt, würde ich mich über eine erotische Bekanntschaft sehr freuen; ab 2 Std und länger – nur Outcall, also Hotelbesuch und Begleitung zu verschiedenen Veranstaltungen des FRINGE Festivals möglich, wo ich fast täglich performehttp://www.edfringe.com/

Alles weitere sollten wir persönlich besprechen. Erstkontakt gerne via Telefonanruf und Mail siehe Website.

Vielleicht habe ich das Glück, auch den ein oder anderen mir bekannten Herrn wieder zu sehen? Ich komme aus Berlin ja selten raus und biete sonst keine deutschlandweiten Besuche. *g*

Schönes Wochenende

Ariane