Kinokritik: Suizido folgt Rachels Weg

Da ich Samstag abend aus den besten Gründen nicht abkömmlich war, konnte ich die Filmausstrahlung von Scarlet Road, auf deutsch: Rachels Weg, mit Diskussion, nicht live verfolgen. Manch einem wird Suizido bekannt sein, der schon allerlei sinnige und hintersinnige Beiträge auf meinem Blog und in Foren veröffentlicht hat. Unzensiert! Er war im Kino und hat seine Eindrücke in folgendem Gastbeitrag verfasst, den ich hier gerne veröffentlichen möchte. Viel Spass beim Lesen!

***

Ist doch scheiße, wenn alles Mutti macht

Ein Sonntagsausflug zum Potsdamer Platz, wo mir gleich zwei Spezies zielsicher den letzten Nerv rauben: Touristen und Kinder. Letztere sind in überraschend geballter Kreischform anwesend, weil hier gerade ein Straßenfest zum Weltkindertag stattfindet. Ich gehe ins Cinemaxx, um mir diesen Dokumentarfilm über eine Sexarbeiterin mit der Lizenz zum Dauergrinsen anzutun, die sich auf Klienten mit Behinderung spezialisierte. Es gerät eher zu einem Werbefilmchen in eigener Dienstleistungssache, den gleich hinter mir fünf junge Frauen verfolgen, die ich der Gruppe der Portemonnaiemasseusinnen zuordne. Vielleicht informieren sie sich hier gemeinsam, bei aktuell schwierigem Marktumfeld, über eine gerüchteweise noch unbefriedigte Marktlücke.Ein Vertreter von „Aktion Mensch“ sorgt mit begrüßenden Worten für ein sehr kurzes Vorspiel, worin er sich von einer Gebärdendolmetscherin simultan unterstützen lässt. „Rachels Weg – aus dem Leben einer Sexarbeiterin“. Die Australierin Rachel braucht für ihren Job Einfühlungsvermögen, denn was die behinderte Kundschaft von ihr wünscht, kann die mitunter nicht in Worte kleiden. Die Sexarbeiterin fällt unangenehm mit einem Dauergrinsen und mit einer Damenplauze auf, wobei ich genau weiß, was mich nach einer gewissen Zeit mehr stört: dieses unechte Grienen. Und offenbart so sensationelle Dinge wie „ich massiere meine Kunden von oben bis unten … und ich habe viele Dessous.“Erster heimlicher Star ist ein MS-Kunde im Rollstuhl, der sich nach eigener Aussage selbst nicht als so sexy ansähe, obwohl er ein sexuelles Bedürfnis spüre, was er nun dank der Sexualbegleitung Rachels endlich ausleben wolle. Es gäbe da eben einen nicht zu unterschätzenden Unterschied zwischen pflegerischem und erotischem Berührtwerden. Sogar ihr eigener Lebensabschnittsgefährte, der ist nicht behindert, lässt sich für diesen Film glorifizieren, da er ja mit einer Hure zusammen sei und wie er das nur aushalte. Die Kunden von Rachel sparen mitunter mehrere Monate, um sich einen einmaligen Kontakt mit ihr überhaupt leisten zu können. Die körperlich beeinträchtigte Kundschaft will sich erstmals „sexuell gegenüber einer richtigen Frau ausdrücken“, die Sexarbeiterin will Geld für eine professionelle Dienstleistung verdienen. Der Deal unterscheidet sich nicht wirklich wesentlich gegenüber der klassischen Prostitution. „Ich habe mich so normal gefühlt“, resümiert ein behinderter Klient hinterher selbstzufrieden sein erstes Mal. Und wem beichtet er diese Intimität? Seinen Eltern! Keine schöne Vorstellung.Die Sexarbeiterin inszeniert sich wegen ihrer helfenden Surrogatwichshändchen für Menschen, deren Hände dazu nicht taugen, als Heilige und behauptet bar jeder kritischen Selbstwahrnehmung: „Mein Körper besitzt kein Mindesthaltbarkeitsdatum dafür.“Nachdem die Mutter eines behinderten Sohnes mit ihm seine bevorzugten Sexualpraktiken auslotet, sie ihm eine Sexualbegleiterin zum Geburtstag schenkt und dann das Bett, auf dem der erste Akt des Sohnemanns stattfinden soll, mit Rosenblättern dekoriert, ist der Pfad des guten Geschmacks für mich endgültig verlassen. Nicht bei den eigentlich recht ästhetischen Kaufsex-Bebilderungen mit dem körperlich Beeinträchtigten, nicht bei der merkwürdigen Dämonisierung der Sexkunden, die irgendwie immer im Film mitschwingt. Aber wie die eigene Mutter sich in die Sexualität ihres Kindes einmischt, also da wird’s wirklich unappetitlich. Ein Rollifahrer bringt dies in der anschließenden Diskussion sehr anschaulich auf den Punkt: „ist doch scheiße, wenn alles Mutti macht!“Während der anschließenden Talkrunde bekommen wir die schriftliche Version des frei Geäußerten auf die Leinwand projiziert, wo das Spracherkennungsprogramm keine schlechte Arbeit leistet. Die Diskutanten sind eine Vertreterin der Spastikerhilfe, die Berliner Sexarbeiterin Alexa, engagiert bei Hydra, der ihre Nervosität einen Streich spielt, und der schon erwähnte Rollifahrer als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft selbstbestimmtes Leben schwerstbehinderter Menschen. Das von mir als Höhepunkt vermutete Streitgespräch entpuppt sich als Enttäuschung. Auch weil die Diskutanten gar keine unterschiedlichen Meinungen haben. Doch vor allem weil sie, bis auf den Behindertensprecher, kein Kommunikationstalent dafür besitzen, ihre Ansichten verständlich zu formulieren. Ein Trauerspiel. Die Sexarbeiterin behaart mehrfach darauf, ihre Kunden nicht zu taxieren. „Ich unterscheide sie nicht in kleine und große Ohren.“ Und ist damit eine Sexarbeiterin, die sich das Wort Schwanz nicht auszusprechen traut. Behinderung sei nun mal weder erotisch noch sozial attraktiv, seufzt der Betroffene. Und die Sexarbeiterin weiß den Film auf die ihre eigene Art zu kritisieren: „Mein Gott, die ist doch keine Heilige. Das ist eine Nutte, die mal ihren Job ordentlich machen soll. Die redet nur von Alltagsscheiße … mich kotzt das alles an.“

Eine Sexualbegleiterin, sagt die Frau von der Spastikerorganisation, solle im Idealfall medizinisch wie sozialkommunikativ geschult sein und von der Kasse bezahlt werden. Sex auf Krankenschein? Wer wäre da dann nicht gern behindert?

***

Links:

http://www.touchingbase.org/

In der Berliner BZ gab es zum Film folgende Vorankündigungen zu lesen:

http://www.bz-berlin.de/archiv/diskussion-heute-abend-im-cinemaxx-article1547525.html

http://www.bz-berlin.de/aktuell/berliner-helden/voller-koerpereinsatz-gegen-tabus-article1547317.html

PS: wen das Thema Sex und Behinderung interessiert, ich hab im Kaufmich-Blog folgenden Beitrag vor einiger Zeit veröffentlicht


eine Weihnachtsgeschichte

Mein verehrter Freund Suizido hat mir doch eine vergnügliche Weihnachtsgeschichte zugeschickt, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Viel Spass bei der Lecktüre und wie immer 1000 Dank an den edlen Spender.

***

kommt mit eurer Rute, spritzt – richtig so und Katy trifft’s

Von drauß vom Wald kommt Katy her, sie steht auf steife Schwänze sehr. Überall aus den Eichelspitzen, sieht sie schon geiles Sperma spritzen.

Es ragen die Ruten der Bukkakegruppe steil hervor, Katy sieht mit großen Augen zu den Gemächten empor. „Ihr seid doch arg geschwind Gesell, ich blase und ihr spritzt voll mich schnell!“

„Hat ein jeder Sperma in seinem Säcklein gesammelt?, lasst es weihnachten, euren Schnee auf mich sammelt.“ Kommt mit eurer Rute, spritzt – richtig so und Katy trifft’s.

Auf diese wunderbar natürliche Frau kann sich jedermann auf den ersten Eindruck mühelos einen Reim machen. Wenn das doch nur bei allen Frauen so wäre … Katy wohnt tatsächlich etwas außerhalb in der bewaldeten Niedersächsischen unberührten Natur und kommt extra nach Berlin zum Berührtwerden. Am Vortag gab sie bereits einen exklusiven Gangbang ohne Filmbeweis, heute ist ein Video-Dreh in den aparten Räumlichkeiten von Berlinpleasure am Potsdamer Platz angesagt. Für die Kriminalisten unter euch, die auf exakte Personenbeschreibungen und besondere Persönlichkeitsmerkmale Wert legen:

Körpergröße: 156 cm ohne Absätze Gewicht: 43 kg ohne Reizwäsche Körbchengröße: 70 C ohne chirurgischen Eingriff unveränderliche Kennzeichen: es gibt da einige Tattoos veränderliche Kennzeichen: nur ganz dezent gestutzte Schambehaarung

Gebrauchsanweisung Katy: sollten Sie von ihr mittels konkludenten Handeln zum Geschlechtsverkehr aufgefordert werden, haben Sie ein Kondom überzuziehen. Was Sie jedoch unbedingt ablegen sollten, wenn Sie beim genauen Hineinhorchen in ihren akuten körperlichen Zustand spüren, dass Sie den Point-of-no-Return erreicht haben. In diesem Fall justieren Sie ihren Zielglibber bitte auf Katys Gesicht aus. Sie haben ferner einen Personalausweis mitzubringen, einen Darstellervertrag ordnungsgemäß zu unterschreiben und können für zehn Euro die Getränkevorräte des Etablissements plündern. Falls Sie Sorge haben, ihre Chefin, ihre Mutter, ihre Ehefrau oder ihre Tochter könnten Sie wiedererkennen, sei ausdrücklich das Anlegen einer Motorradmaske empfohlen.

Weihnachten und damit die erotikfreie Zwangsharmonisierung im elterlichen Umfeld kann kommen, denn wir dürften heute auf die erotische Weihnachtsfrau Katy kommen. Die Männer wollen alle nur Katys „Trümpfe“ auskosten, müssen jedoch zunächst mal ihre bürokratischen Pflichten erledigen, den Filmvertrag unterschreiben … und dennoch sind sie sich alle schon ganz sicher, dass Katy bei ihnen am Ende Triumphales, also mehr als, im übertragenden Sinne, bloß eine „Kreuz-7“ aus dem Ärmel handzuschleudern bzw. auszulutschen versteht.

Orkantief „Joachim“ bläst über Berlin, da muss sich Katy aber heute ganz schön anstrengen, wenn sie da mithalten will, denke ich mir durchgepustet auf dem Hinweg. Und dann sollte sogar der erste Schnee des Winters in Berlin fallen … gut, für starken Schneefall sorgt die Berliner Bukkakegruppe heute sicher ebenbürtig kräftig auf Katy. Zahlreiche Herren unserer amtlich nicht eingetragenen Spritzvereinigung blieben der attraktiven Veranstaltung leider fern: das schlechte Wetter und vielehätten es sicher vorgezogen, von Katy statt im Vorfeld von einer Erkältung flach gelegt zu werden. Immerhin vierzehn Mann finden sich gutgelaunt ein, umarmen sich, schütteln sich die Hände und einer verteilt sogar Herzchen in Form von Pralinen. „Möchtet ihr anfangen?“, fragt Katy einfach mal so in die Plauderrunde. Unsere Künstlerseele in der Gruppe, Sebastian, bedient die Kamera, sein Assistent sorgt für eine stets erstklassige, schattenfreie Ausleuchtung des Sets.

„Dann mal los, ihr Hübschen. Freiwillige vor!“ Katy ist im Nu umringt von sich auffallend interessiert zeugenden Männern, denen sie erwartungsgemäß an die noch verpackten Schwänze in Schritthöhe greift. „Befreit euch doch mal von den Hosen … oh, hallo, du hast ja ein Teil.“ Sie begrüßt mit geübten Würgewichsgriff jeden Schwanz, die sich in dieser erregenden Situation selbstverständlich ausnahmslos von ihrer besten Seite zeigen – also steif. Eine besonders beeindruckende Erektion eines großen Fleischpenis erregt Katys besondere Aufmerksamkeit: „Ey, hast du aber eine Rute mitgebracht – das ist ja schon eher eine Tanne. Da krieg ich `ne Maulsperre bei dir.“

Katy zeigt sich positiv überrascht, da die meisten Herren eindeutig Überlange tragen. So verwundert die schüchterne Frage aus der Runde kaum: „Bläst du denn nur dicke Schwänze?“ – „Nein, komm her mit deinem Schnuckiputzi.“

Sympathisch, empathisch und vor allem sehr respektvoll ist der Umgang. Und die lockere Atmosphäre gepaart mit Geilheit könnte kaum angenehmer sein. „Wir sind in der Hauptstadt, da ist alles etwas größer“, albert ein Kollege rum, während Markus, unser ausdauernstes Bumstalent, auf dem sogar schon eine professionelle Pornoproduktion aufmerksam wurde, total relaxed, wie das so seine Art ist, prophezeit: wenn Katy richtig mit Sperma vollglasiert ist, kommt meine Fickzeit. Er sollte Recht behalten.

Zwei beeindruckende, äußerst sehenswerte Riesenspringbrunnen spritzen Katy auf ihre linke sowie rechte Titte, wobei sie freudig aufjauchzt ob der gigantischen Fontänen, die ihr bis weit hoch ins Gesicht ihre männliche Visitenkarte übereignen. „Einer geht immer noch … ich wusste es“, lautet kurze Zeit danach ihr lakonischer Kommentar als sie belustigt die nächste Ladung in Empfang nimmt. Reini, unser Starspritzer mit den meterweiten Fontänen, es empfiehlt sich als Mann von der Szenerie etwas Abstand zu nehmen, wenn er zum Finale kommt, erhält sogar gönnerhaft Szenenapplaus für seine monströsen Meistersalven.

Die Stimmung ist so ausgelassen, dass sogar Männer, denen eigentlich gerade das Blut im Gehirn zum Denken fehlen sollte, zu Scherzen aufgelegt sind. „Du, ich glaub da stimmt was nicht bei mir, mein Schwanz ist total hart. Kannst du der Sache bitte mal auf den Grund gehen?“ Katy kommt der Bitte umgehend nach und erntet von ihm zum Dank fünf gewaltige Schübe, welche praktisch ihr gesamtes Gesicht „samenmaskieren“. Und was sagt Katy? „Der Kandidat hat die volle Punktzahl erreicht.“

Der ideale Zeitpunkt für den Einsatz von Markus ist gekommen. „So, dann tüt ihn mal ein“, kommandiert ihn Katy zwischen ihre Beine. Er zeigt anfangs Mühe sich von ihren herrlichen Titten nicht ablenken zu lassen, legt dann einen so schwungvollen Scheidenritt hin, dass selbst der Kameramann Hand an sich legen muss. „Pfui, der Kameramann fummelt sich am Ständer“, versteht es Katy höchst elegant ein weiteres Mal Humor mit Erotik zu vereinen.

In der ersten Pause, es ist zuvor ausnahmslos jeder Mann zum Entleeren seines Spermabeutels gekommen, überbrückt man im lockeren Smalltalk und Cola die Rekonvaleszenz-Zeit, bis die Schwänze wieder frisch geladen sind. Katy agiert als Spritzbeauftragte, die sich vom ordnungsgemäßen Zustand der maskulinen Arbeitsgeräte überzeugt, ehe sie zum zweiten Dreh bläst. Die klaren Regieanweisungen sind phantasievoll und so fangen alle Beteiligten in praller Darstellungslust an. Drei nackte Herren spielen eine vollbesetzte Bank an einer Bushaltestation. „Warten Sie hier auf den Bus? Ist ja gar kein Sitzplatz frei. Och, dann nehm ich mir einfach einen … juhu, der hier ist sogar mit Spieß!“ Katy reitet in bester Kopulationslaune den Schwanz ganz nach

ihrem Wohlfühltempo, wobei die comedyreifen Dialoge das Vergnügen umso mehr steigern. „Da sieht man mal wieder, wie angenehm öffentlicher Nahverkehr sein kann.“

Katy wechselt die Schwänze, bleibt jedoch der Stellung treu, reitet die Herren einen nach dem Anderen ab. Sie wechselt die potenten Fahrgäste, wie es ihr in die Muschi kommt. „Ich bin im Speisewagen angekommen“, lautet ihre fachfrauliche Analyse als sie sich hungrig über einen Schwanz hermacht. „Ist die ganze Meute wieder geil geworden, was? Also, ich müh mich hier ab, wann ist denn endlich wieder Bescherung?“

Es braucht wohl keine besondere Erwähnung, dass die Herren ihre Weihnachtspräsente für Katy erneut rausrücken und sie ihr nicht in die Hand drücken, sondern ins Gesicht kleben. „Du bist aber spendabel“, bedankt sie sich bei einem Vielspritzer. „Das war ein Nasenlochtreffer“, scherzt sie mit dem zielgenauen Fontänenschützen. Und ist des Lobes für die Männer voll: „hört ja gar nicht auf, da kommt ja immer noch was … Wahnsinn – jetzt setz dich und erhol dich.“

Die dritte Runde, wozu nun nicht mehr so viele in der Lage waren, dreht man auf dem großen Eventbett. „Einfach reinschieben“, bittet Katy um einen abermaligen vaginalen Kurzbesuch. Und wenig später zeigt sie sich sogar von den oralen Qualitäten eines Gruppenmitglieds angetan: „Du leckst so gut, ich kann mich gar nicht mehr auf die Schwänze konzentrieren.“

Fazit: Die Frau ist wie Dynamit, da darfste nicht mit einer zu kurzen Lunte kommen. …………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….

… und weil Weihnachtszeit ist, hatte ich natürlich nicht nur das obligatorische Spermageschenk im körperanhängenden Sack, sondern auch noch richtige Geschenke im Rucksack dabei.

Don Gallo bekam ein Gästinnenbuch, worin sich zukünftig alle Frauen, die bei ihm ein Event feiern, mit Kussmundabdruck, lobend oder tadelnd über seine organisatorische Leistung und seine feinen Räumlichkeiten äußern können.

Katy bekam den deutschen Durchschnittsmann für Zuhause mit – einen Holzpenis, der mit 14,4 cm Länge exakt dem nachgebildet ist, was sie am wahrscheinlichsten zu Gesicht bekommt, wenn inländische Herren die Unterhose ausziehen.

 


Gemischtes

Neue unterhaltsame Links des Herrn Suizido, der hier schon durch zwei Erlebnisberichte, diverse TV-Kritiken, einem Bericht zur Kunstausstellung im Laufhaus Hase uvm. in meinem diesjährigen Schreibloch reüssieren konnte. Danke vielmals dafür! Insbesondere das Video zur Erlebniswohnung hat es mir angetan, das Busen-Memory und „Whores Glory“ kenne ich zwar, aber wohl die wenigsten Leser. Eine Filmkritik dazu steht übrigens auch noch aus.

wissenschaftlicher Fragebogen über dein Sexleben
http://www.surveymonkey.com/s/cultureandexperienceGermany

verkaufe deine kneifenden oder ausgeleierten Slips
Wer als Frau überlegt einen kneifenden oder ausgeleierten Slip
wegzuschmeißen, könnte daraus eventuell sogar noch Kapital schlagen.
Hier wäre das Verkaufsportal für deine zu entsorgenen Unterleibsklamotten.
http://crazyslip.net/

Guten-Morgen-Quickie-Gangbang
„einen Pott Kaffee und einmal Penetration, bitte“, so könnte man sich in
aller Herrgottsfrühe bei dieser Dame zum Gangbang einfinden, die recht
kreativ zu sein scheint
http://www.x-tours-berlin.com/product_info.php?products_id=51

Erlebniswohnungs-Video mit den Damen dieses Etablissements
Das Lied ist nicht herausragend, es bietet jedoch einen authentischen
Eindruck über den Altbauwohnungs-Gangbang bei Mustafa.

(Anm. v. mir: Berlin-Trash vom Feinsten!)

dokumentarischer Hurenfilm
Der Filmtrailer
http://www.whoresglory.at/trailer.htm
Leseprobe ins Buch zum Film
http://issuu.com/orange-press/docs/whoresglory?mode=window

Hilfe, mein Mann geht ins Bordell: „von Sexarbeiterinnen betrogen
fühlende Ehefrauen weinen sich aus.“
http://das-schweigen-brechen.de/index.php?sid=e908b04655d1f21cf3b8e0082a469a2b

(Anm. v. mir: den Domain-Namen finde ich reichlich geschmacklos, da dieser Claim üblicherweise in anderem Kontext verwendet wird und zu medialer Aufmerksamkeit kam.)

zu faul zum Wichsen? Hier ist die Lösung: der Vibrator für den Mann.
http://www.medintim-shop.de/FUER-DEN-MANN/Stimulation-man/Vibrator-ACTIVE-Sinnflut-Man.html

(Anm. v. mir: Eine Konkurrenz zu Fleshlight-Modellen?!)

Tintenfische sind die allergrößten Bukkakefans
Schockierende Nachrichten aus der Tierwelt. Der Tintenfisch-Mann sondere
dem Bericht zufolge wahllos auf seine Artgenossen ab, ohne vorher
anzufragen, ob das denn überhaupt erbeten werde. Ferner handele er dabei
überhaupt nicht nach einem fixen Beutechema, ja er sei sogar bisexuell
veranlagt. Die schwache Ausrede des Tintenfisch-Mannes für sein
Verhalten: „tschuldigung, es war so dunkel.“
http://www.n24.de/news/newsitem_7271800.html

(Anm. v. mir: zur Erinnerung, der Autor der Linksammlung ist Bukkakefan)

Busen- und Butt-Memory
Männer haben ja quasi lebenslang dieses Spieltrieb-Gen in sich. Deshalb
gibt es da auch zwei Erwachsenen-Memory-Spiele, bei denen man zwei
identische Busen bzw. Hintern finden muss.
Busenmemory
http://www.pfiffig-wohnen.de/Sexy-Games/Busen-Memo–251.html
Butt-Memory
http://www.buttmemories.com/
http://www.buttmemories.com/berlin.html

 
Nelly Porneaux -- bester Blog über Pornofilmkritiken inklusive
Ausschnitte aus den Pornofilmen
http://nellyporneaux.wordpress.com/


Gefahren zu aktiver Selbstbefriedigung
http://zephappybooks.de/17_02.html

Das Swinger-Brettspiel zum Selberbasteln
ein privates Pärchen zeigt sich erstaunlich kreativ
http://www.greluches.fr/libertins/Home_DE.html

Viel Spass beim Nachlesen, Hören, Spielen!


Shopping- und Ausgehtips

Eine Bratwurst im Design eines Phallus, die sich als „Potsdamer Riese“
bestellen lässt, erregt womöglich Aufmerksamkeit bei den Damen, die
schon alleine aus rein beruflichen Gründen so tun müssen, als ob sie das
männliche Geschlechtsorgan zum Fressen gerne hätten.

http://www.potsdamer-riese.de/die-event-wurst/home/

Wohin Männer bei Frauen zuerst schauen … ist ja logo – aber vorsichtig
Männer, die moderne Frau schaut zurück. Und wohin fällt ihr erkundender
Blick? Richtig. Was aber, wenn man statt eines Fleisch- einen Blutpenis
besitzt, der im Ruhezustand einen eher eingeschüchterten als zum
Engagement fähigen Eindruck macht? Da gibt es nun endlich eine Lösung:
das Genitalimplantat für den Mann. Einfach in die Unterhose stecken.
Fertig. Perfekt.

http://www.refinery29.com/andrew-christian-penis-underwear/slideshow#image-0/slide-2

Mit einem Handtuch einen auf dicke Hose machen? Das funktioniert. Diese
mit XL-Schwänzen bedruckten extra großen Badehandtücher einfach um die
Taille binden, schon finden Sie mit Leichtigkeit Kontakt zu anderen
Strandspaziergängerinnen. Freilich wollen die vermutlich bloß wissen, wo
es sowas zu kaufen gibt. Die Riesenbadetücher gibt’s auch für die Frau
zum Körperumwickeln, um damit mehr zu versprechen als man nach dem Fall
des Handtuchs halten kann.

http://dicktowel.com/dicktowel.html

„Sex – von Spaß war nie die Rede“ ist eine amüsante und
abwechslungsreiche Anekdotensammlung verschiedener namhafter
Journalisten und Buchautoren, die in launischer Form über ihre eigenen
Sexerlebnisse aus schmerzlicher Selbsterfahrung berichten. Nur die
bösesten Leser wünschten den Autoren weiterhin ähnliche Erfahrungen,
damit wieder so schöne neue Stories daraus entstünden. Im Off-Theater
BKA findet vom Herausgeber nun eine Lesung statt, in der man sich
abendfüllend damit beschäftigt, ob guter Sex und Humor zusammenpassen?
Schlechter Sex und Humor aber schon. Was bleibt einem in diesem Falle
auch anderes übrig, als es von der lustigen Seite zu nehmen.

absolut sehenswerte Videokritik zum Buch
http://www.lokalrunde.org/wordpress/?p=809

Lesung am Montag, den 18. Juli um 20:00 Uhr im BKA
http://cgi.snafu.de/bka-luftschloss/user-cgi-bin/detail.php?id_event_date=326606&id_event_cluster=75397

Copyleft Suizido
Link-Tips und Empfehlungen am Wochenende

Vielen Dank! 🙂
Ariane

aktuelle Empfehlung von mir:

Abt. Arts & Crafts * neu *
exklusive Dildos aus anschmiegsamen, lackierten Holz in limitierter Edition, handmade von Robert! Einzelstücke im aktuellen, farbigen Vintage Look je 70-100€ Fichte oder Tanne. Schon alle getestet, fühlen sich wunderbar biologisch und gesund an!

Robert

Robert und seine freudenspendende Kunst

Produktbestellung und Direktkontakt via Robert per Mail xside1@arcor.de bevorzugtes Zahlungsmittel Paypal. Demnächst wohl auch im Shop von Berlin-Intim.

Ich liebe Handwerk und Qualitätsarbeit aus Meisterhand!


GAGA

*1. Auch im Katastrophenfall sollte die Frau von Welt immer noch eine
perfekte Figur abgeben*
Endlich ist eine Atemschutzmaske passend zum BH auf den Markt. Wie sehr
verstörend wirkte es auf Männeraugen, wenn bei einem Hochhausbrand
Frauen um ihr Leben rannten, in zerrissender Kleidung den sicheren
Asphalt erreichten und dann visuell ihr Unterzeugs farblich wie
designtechnisch nicht mit dem Tuch vor den primären Lufteingangsorganen
korrespondierte. Damit ist nun Schluss. Danke für diese Erfindung.
http://ebbra.bigcartel.com/

*2. Flugzeugbroschüre klärt über den korrekten Sex im Jumbo-Jet auf*
Dieses Sicherheitsheftchen sorgt für sicheren Sex über den Wolken. Es
wäre absolut begrüßenswert, wenn gerade Billigfluglinien mit dieser
international verständlichen Sprache der Piktogramme ihre Passagiere vor
ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten
schützten. Bitte seien Sie beim Sex im Flugzeugsitz ruhig, vielleicht
möchte ihr Sitznachbar ja schlafen.
http://www.designboom.com/weblog/cat/8/view/11348/durex-easy-jet-by-leo-ph-chan-eric-fung-joseph-lau-cyan-koo.html
*
3. Dokumentarfilm über Pornodarsteller*
Der Film ist bei der Kritik durchgefallen (ist ja auch schon etwas
älter), aber er hat unzweifelhaft ein paar sehr komische Nuancen, die
man hier in diversen Ausschnitten selbst entdecken kann.
http://www.9to5-themovie.com/

copyleft by SUIZIDO


Escort auf japanisch – Ausbildung zur Geisha

Willkommen im Sommerloch-Theater!

Abb. Ariane G.

Abb. Ariane G.

Ich erteile Herrn Suizido das Wort:

Drill zur Premium-Unterhaltungskünstlerin

Fernsehkritik: „Geisha-Azubi“ (arte)

Wie aus einem stinknormalen fünfzehnjährigen Dorfmädchen in Jeans eine Maiko, weiß geschminkt und in traditionellen Kleidern gehüllt, wird, davon berichtet diese einfühlsame Dokumentation aus Japan. Als Maiko bezeichnet man die Auszubildenden zur Geisha. Und Ausbildungsjahre sind keine Herrenjahre, es dürfte sich wohl um eine der härtesten Ausbildungen weltweit handeln. Um später erfolgreich zu sein, muss eine Geisha anmutig, charmant, gebildet, geistreich und schön sein, sie muss die Etikette einwandfrei beherrschen, bei jeder Gelegenheit Haltung bewahren können. Die Ausbildung absolviert sie in der Großstadt Kyoto, was für unser Dorfmädchen schon mal ein ziemlicher Kulturschock ist. Wenn man die strenge Lehrmeisterin und die ärmliche Behausung sieht, in der sie wie in einer Art Wohngemeinschaft mit den anderen Maikos wohnt, dann muss man wahrlich durch eine harte Schule gehen, ehe man als Mitglied die glanzvollen Tradition Japans vertritt.

„Die Männer kommen zu uns ins Teehaus, um sich von uns in eine geheimnisvolle, phantastische Welt führen zu lassen“, spricht eine fertig ausgebildete Geisha unterwürfig ins Mikrofon. Eine Geisha muss die perfekte Gesellschafterin, geübt in gescheiter Konversation, eine perfekte Sängerin, eine perfekte Tänzerin und eine jederzeit aufmerksame Gastgeberin sein. Mit anderen Worten ein weibliches Rollenklischee erfüllen, was emanzipierten Frauen hierzulande pfui-bah wäre. Grundsätzlich, so erfahren wir, dürfe ein Maiko niemals widersprechen, sondern habe allen Direktiven, ob sie von den älteren Maikos, den fertigen Geishas oder der Lehrerin (Okasan) befohlen werden, bedingungslos auszuführen. Sie darf keinen Kontakt zu ihren Eltern aufnehmen, sie darf ihre Persönlichkeit nicht entfalten, sie hat sich anzupassen: mit 15 Jahren. Das klingt wie ein Ding der Unmöglichkeit.

Aktuell gibt es Japan ca. 1.000 Geishas, eine aussterbende Tradition. In den Zwanziger Jahren waren es noch über 80.000 Geishas.

Selbst der wöchentliche Friseurbesuch, der notwendig ist um ein traditionelles äußeres Erscheinungsbild zu gewährleisten, ist alles andere als ein Vergnügen. Die Haare werden so stark zurückgekämmt und gespannt, dürfen danach für eine Woche nicht gewaschen werden. Was man auch immer erfährt, es folgt eine Grausamkeit auf die nächste harte Bewährungsprobe. Ein Kimono, ein traditioneller Umfang kostet 6.000,00 Euro und der Kunde erwarte es, aus ungefähr vierzig verschiedenen Varianten auswählen zu können. Die Ausbildung, die die Schülerinnen selbst zu tragen haben, kostet monatlich 2.500,00 Euro. Alles muss sie dann als ausgebildete Geisha mit ihren Aufträgen zurückzahlen, sodass sie frühestens nach zehnjähriger Berufsausübung anfängt Nennenswertes von ihrem Honorar behalten zu dürfen.

„Ich habe keine Zeit für Verabredungen und deshalb habe ich auch keinen Freund. Wer an einer Beziehung oder auch nur an einer Affäre interessiert ist, der kann in diesem Geschäft nicht überleben“, sagt eine Geisha mit gelassener Selbstverständlichkeit.

Nachdem sie ihre Eignungsprüfung nach einem halben Jahr bestand, darf sich unsere Azubine erstmals in Männergesellschaft begeben. Zwei Stunden dauern alleine das Ankleiden und das Schminken, bei dem sie ihre Kolleginnen doch recht forsch kritisieren. Das offizielle Ritual zur Einführung in den Status rührt einen fast zu Tränen, derart würdevoll geht es zu. „Jeder hat doch seinen Traum, ich habe meinen verwirklicht“, sagt die Maiko mit sichtlichem Stolz. Ihre Mutter weint im Hintergrund und die Tochter schafft es, nicht mitzuweinen. Was eine solide Ausbildung so alles ausmacht.

Anmerkung von mir: Die monatliche Ausbildungsvergütung erinnert mich übrigens an die „nur“ einmaligen Einstiegs-Kosten für Sedcard-Erstellung einer bekannten High-Class-Escort-Agentur. Dabei ist Photoshop nun wirklich nicht teuer, nur in der  professionellen Anwendung sind uns die Fotografen etwas voraus. Ich mache meine Bilder nur noch selbst.


Penisse auf Halbmast

Nein, ich bin noch nicht ins Sommerloch gefallen … verzweifel nur gerade am Aufbau meiner Schränke, weshalb ich es bis Montag einfach bleiben lasse und nach überstandenem Umzug faul zwischen unausgepackten Kisten vor dem Rechner liege. Ich habe mir heute zum Frühstück einen Gay-Porn angeschaut, macht mich irgendwie an. Da mir gerade nicht nach schreiben zumute ist und meine Handwerker-Hände geschont werden müssen, überlasse ich das Wort

***

Suizido

wenn im Laufhaus die Penisse auf halbmast bleiben …..

ist das ja nicht gerade zwingend als ein gutes Zeichen zu werten. In diesem speziellen Fall hat die Schlappschwänzigkeit jedoch einen guten Grund, denn im Berliner Freudenhaus Hase in Reinickendorf findet nach den vaginalen Öffnungszeiten der Belegschaft eine Vernissage mit musikalischer Begleitung statt. Die deutsch-britische Künstlerin Mia Morris stellt in allem für den Ort gebotenen Exhibitionismus ihre Kunst aus, bei denen sie zumeist eigene Fotographien malerisch zuschmierte. Wodurch die Künstlerin laut Eigeninterpretation deren Intensität steigere.

Das Thema der Fotomanipulationen ist an Aktualität kaum zu überbieten, denn die Tagespresse ist ja derzeit übervoll von Sexuellen. Der Spiegeltitel zeigt eine als Phallussymbol stilisierte Krawattennadel und fragt schelmenhaft: „Sex und Macht, die Anatomie einer gefährlichen Beziehung“. Eine Versicherung schickt ihre erfolgreichsten Ver-Trieb-ler auf bumsfidele Businessreise nach Ungarn, Ministerpräsidenten (Italien) und Bankvorstände (Frankreich) bescheinigen dem Oralverkehr aufrichtige Genitalwachstumschancen, wie ihre eigenen Feldversuche mit der weiblichen Zivilbevölkerung bestätigen sollen. Und noch eines habe ich aus der aktuellen Tagespresse gelernt, dass man im politischen Schönsprech bitte von Betroffenen statt von Opfern sprechen möge. Und Prostituierte sind in der Presse ja quasi per se immer Opfer. Schließlich will man sich politisch korrekt geben.

Wo sonst die „Hasen“ bei geöffneter Tür auf Freier warten, die gut zu Fuß sein sollten, weil sie von Etage zu Etage sowohl einen Kennerblick auf die „Betroffenen“ werfen können als auch mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Dienstleistungsdarstellerinnen ein Verkaufsgespräch aufgezwungen bekommen, macht man heute auf große Kunst. „Wir haben faire Konditionen, bereichern uns nicht an den Extras der Dienstleisterinnen“, wirbt das Freudenhaus neue Freudenmädchen. Das unterscheidet sich vom üblichen Geschäftsgebaren in Bordellen, wo die sexuell Tätige häufig lediglich fünfzig bis siebzig Prozent ihres Umsatzes vom Betreiber erhält, der seinen Anteil am Geschäft mit Miet-, Werbekosten, Investitionen ins Ambiente, Telefon- und Empfangsdienst der Hausdame sowie mit der Lust am eigenen Gewinnstreben rechtfertigt. Einfach mal so einen Tagesausflug ins Laufhaus zu machen, um durch durchs Treppenhaus zu schlendern, seinen Kommunikationsbedarf für den Tag zu decken und sich geschminkte Frauen in zu engen Kleidern anzusehen, ist übrigens kostenfrei.

Das als einziges Laufhaus der Hauptstadt vermarktete Bordell befindet sich an einer Straße mit starkem Gefälle, in einer Gegend, wo die Menschen mehr Gedanken ans Geld verschwenden als es auszugeben. Im nächstgelegenen Restaurant Messina gibt es Pizza ab 2,99 Euro, wobei bereits ein vorsichtiger Blick in die Küche den Appetit stillen kann. Die Mieten haben hier noch kein Hauptstadtniveau. Und die atmosphärische Stimmung in dem hügeligen Teilstück der Hochstraße bestimmen weitestgehend die Motorengeräusche der Autos.

Man muss durch eine Hofdurchfahrt gehen, steht dann in einem verrotteten Hinterhof-Idyll, dessen Eindruck lediglich durch das erste Ensemble gleich links und rechts nach dem Torbogen gemildert wird. Diese dezent restaurierten Hausteile machen einen positiven Eindruck und sind aufgehübscht mit zwei Werbeschildchen, auf denen man eine liegende Frau neben der namentlichen Erwähnung des Etablissements in Augenschein nimmt. Oberhäsin Elke begrüßt jeden Besucher mit Lächeln und Handschlag. Mit ihrem dunklen Teint Marke „sonnenbanksüchtig“ und ihrer kommunikativen Ausstrahlung versteht sie es, in Sekundenbruchteilen ein Gefühl des Willkommenseins zu verbreiten. Schleppend finden sich die ersten Kunstinteressierten zur Ausstellung im Puff ein, wo man im Hof bei einem Glas Sekt für 2,00 Euro etwaige Ängste vor dem Austragungsort permanenten Geschlechtsverkehrs im Alkohol ertränkt. Männer mit eindeutigen Absichten werden mit den Worten „Feierabend“ in Richtung Ehefrau verwiesen. Eine Musikband, bestehend aus drei Gitarristen und einem Schlagzeuger, üben kurz und gehen dann dazu über, ihre zahlreich eintrudelnden Freunde mit Umarmung zu begrüßen.Die Sexarbeiterinnen des Laufhauses sitzen an einem im Hof aufgestellten Biertisch, als ob genau dieser für sie reserviert gewesen wäre. Manche kommen von Zuhause, manche kommen frisch vom Arbeitsbett und tragen einen auffällig mit zerknüllten Papiertüchern gefüllten Müllsack in die Tonne ehe sie sich zu den Kolleginnen setzen. Erstaunlich wie viele Menschen ihr Kunstinteresse zum heutigen Besuch treibt. „Wenn es eng wird … es gibt ja Betten“, merkt eine horizontal Werktätige launisch an.

Die Ausstellung im Rotlichtbetrieb ist eröffnet. Und tatsächlich sind die Oberlichter im Ausstellungsraum mit roter Plastikplane beklebt, sodass das Ganze einen puffwürdigen Eindruck macht. Allerdings sind die Räumlichkeiten viel zu eng für die vielen Besucher. Es kommt zu ungewolltem Körperkontakt unter den Besuchern der Vernissage. Eine gerahmte Preisliste ist das Erste, was einem beim Betreten der unheiligen Räume auffällt. Es gibt Extras ab 10,00 Euro und Extras ab 20,00 Euro. Die Ausstellung selbst hat man innerhalb von vielleicht drei Minuten durch. Es sind ziemlich gleichförmige Fotomontagen, wenige Ideen, häufig eine Art Andy-Warhol-Verschnitt. Es gibt sie in drei Größen und drei Preisklassen: Selbstporträts für 95,00 Euro (Auflage 80 Stück), Kunstfotos für 135,00 Euro (Auflage 80 Stück) und große Fotokollagen für 498,00 Euro (Auflage 50 Stück). Selten wurden in einer Ausstellung so wenig die Bilder gewürdigt, stattdessen waren alle neugierig darauf, dass Innenleben eines Bordells kennenzulernen. Die Ausstattung ist spartanisch und glänzt mit ein paar Eigenarten: im Vögelzimmer – ein Vogelkäfig, im Puffzimmer – ein roter Samtvorhang, im Spiegelzimmer … da kommen Sie jetzt selbst drauf. Abgetrennt hinter einem Paravent verstecken sie hier die Arbeitsutensilien der Damen, insbesondere Schuhwerk, Augenbinden, eine Mundspülung, mehr konnte ich nicht sehen, der Druck der Masse zwang mich zum Weiterlaufen.

Besuchermeinungen an der frischen Luft: „das sind ja sehr kleine Zimmer“, „die Schaumstoffmatratzen sind recht hart“. Über die Bilder sprach so gut wie niemand.

Es herrscht nun eine gelöstere Stimmung. Olfaktorisch beherrschen die strengen Gerüche gebratener Rostbratwürste den Innenhof, die akustische Untermalung übernehmen derweil die freiberuflichen „Hasen“ des Laufhauses, die teilweise über ihren Umgang mit männlichen Geschlechtsteilen schwadronieren, was durchaus seinen Reiz beim Zuhören birgt. Die Häsinnen sind laut- und meinungsstark.

Chefin Elke bittet zur Führung durch die Örtlichkeiten. Das Interesse ist so groß, dass die Gruppe geteilt werden muss und zwei Besichtigungen hintereinander stattfinden. „Echt mal, Männer. Ihr wart natürlich alle noch nie in sowas, habt noch nie `nen Puff von innen gesehen“, lauten die launischen Kommentare der Sexarbeiterinnen, wie wir neugierig Elke durch die Eingangspforte folgen.

„Das ist unser Notzimmer“, eine Art bessere Abstellkammer, „da müssen die Anfänger rein“, scherzt Elke rum. Und legt dann bierernst nach: „brauchen wir nur wenn alles belegt ist … kostet aber genauso viel“. Wir laufen eine Treppe höher. „Ganz in rosa – Mädchen mögen das. Für viele Frauen ist es hier zu hell, da sieht man ihre Zellulite.“ In Schlagfertigkeit bekommt Elke schon mal volle Punktzahl. „Unsere Betten sind natürlich alle verstärkt. Frauen, die nicht gerade besetzt sind, stehen vor ihrer Tür und versuchen die Männer zu begeistern“, klärt sie die Besucher über das Procedere auf. Wir gehen noch eine Etage höher, wo wir in ein recht dunkles Zimmer mit Himmelbett kommen. „Das ist für Frauen mit starker Zellulite.“ Und was ist, wenn man noch eine Etage höher geht? „Da ist nur der Dachboden.“ Ich schlage vor ein Schild für diejenigen anzubringen, die dort hochgehen:

was willst du hier? Treppensteigen oder Ficken?

Der Hausverwalter dieser Immobilie, eine Berliner Urtype, sehr sympathisch, der zusammen mit seiner Frau an diesem Fest teilnimmt und mit ein bisschen Stolz in der Stimme die Chance sieht, in der Reportage vorzukommen, vertraut mir unter dem Bedürfnis es unbedingt weiterzuerzählen an wie dieser Dachboden vor ein paar Jahren aussah: „Alle Räume waren eine Wichse (Anmerkung der Redaktion: hat er wirklich so gesagt). Oben war ein Taubenverschlag. Der Frau, die damals einen SM- Club draus machte, hat das gleich gefallen. Die haben dann die Männer festgekettet, sodass sie mit Taubenkot beschissen wurden … ich glaub für mehr als hundert Euro die Stunde.“

Der Dachboden ist heute restauriert und die Tauben sind ausgeflogen.

Die Band beginnt zu spielen, viele Gäste wippen im Takt mit, der Getränkeumsatz steigt und wer erinnert sich jetzt noch, was der offizielle Grund unseres Kommens war? Das Laufhaus Hase, die dort tätigen Frauen, doch vor allem Chefin Elke zeigten sich von ihrer besten Seite. Ein Puff, der einen grundsoliden, ehrlichen Eindruck macht.

ihr Name ist Hase, sie wissen von nichts – wenn sie gefragt würden, ob du schon mal da warst

http://www.freudenhaus-hase.de/html/modelle.html

(Stimme des Lektorats: Halbmast „bleiben“ hätte ich durch „hängen“ ersetzt; Werbung erlaubt, da ich Elke kenne; eine ganz tolle Frau und engagierte Puffmutter, die politisch denkt; hatte mir vor ca. 6 Jahren den Taubenschlag mal angeschaut und bin geflüchtet. Die Location war aber schön trashig. Hätte ich Fotos von machen sollen …)

mfg

Galerie Maulwerk