zeit, den mund zu halten

Man sagt, Satire feiert in Krisenzeiten ihre Höhepunkte. Was aktuell in Japan geschieht, mit derzeit ungewissen Ausgang für die Bevölkerung und dem Rest der Welt, verschlägt mir allerdings die Sprache und jede Lust auf Bloggen. Bin ja ein politisches Tier, nicht nur ein Sex-Tierchen. Also seids net bös, wenn ich mich jetzt mal etwas rar mache. Gelegentlich gebe ich noch einen Laut von mir und twitter noch. Auch wenn man seine persönlichen Meinungen, Überzeugungen damit online setzt und damit gewissermassen privat wird, sich verwundbar macht, das ist es mir allemal mehr wert, als mein Selbst zu verschleiern. Entweder man hält mich aus, als ganze Person, oder lässt es bleiben. Ich bin eh ungeeignet als Projektionsfläche persönlicher Defizite. Und warm werde ich nur mit Menschen, die ähnlich ticken wie ich. Geistig, rational, emotional und sexuell. Ich kann online keine Rollen spielen, höchstens intim auf Anfrage in einem verbindlichen Setting, aber das ist etwas anderes.

Ok ok, ich hab mir mal die Mühe gemacht, noch etwas Albernes beizutragen; schliesslich sollte man bei schlechten Nachrichten das Lachen und den Sex nicht vergessen. 😉

Aus Christchurch/Neuseeland wurde nach dem letzten grossen Erdbeben vermeldet, dass meine SW-Kolleginnen unter Hochdruck arbeiten. Die Helfer, die bei den Aufräumarbeiten aktiv sind, brauchen etwas Entspannung. Ist schon merkwürdig, wahrscheinlich weil man sich vom Anblick des Desasters ablenken möchte. Sex ist Leben.

Und hier ein Bild aus der letzten Pressekonferenz der Bundesregierung am heutigen Tag (14.3.2011), die beispielhaft eine politische Denke mit Halbwertzeit repräsentiert.

Bei Plutonium beträgt sie zwischen 24.000 und 80 Mio Jahren. Netterweise wurden (edit: werden ist Vergangenheit) Anti-Atomkraft-Gegner gerne im öffentlichen Diskurs wie Terroristen behandelt, auch sehr schön. Keine Sorge, mein Gedächtnis ist lang.

Zur Erinnerung das Abstimmungsverhalten unseres Bundestags im Oktober 2010

Vorschlag zum Un-Wort des Jahres:

„Rest-Risiko“


Politiker des 21. Jahrhundert

Zeitgeschichte

Dies ist der italienische Präsident

ciao!


Das Bordell – fordistische Werkbank oder postfordistischer Wellness-Betrieb?

Escort wird zumindest in Deutschland als Randzone privilegierter Sexarbeit verstanden, während sich in Spanien, Frankreich … im anglo-amerikanischen Sprachraum fast alle Kolleginnen so bezeichnen, nur das Honorar differiert. Auch bieten Frauen am Strassenstrich fast überall Escort an, wie ich in Las Vegas besichtigen durfte. In den hiesigen Verhältnissen verläuft die Demarkationslinie in vielen Diskussionen zwischen Strasse, Bordell, Modellwohnung, „Bums-Boxen“ (sorry, der Begriff ist nicht von mir, sondern aus der Schweiz), Wohnmobilen, Zuhause-Agenturen und sog. High-Class und 5***** Hotellerie-Escort. Die überwiegende Zahl an P6-Kontakten findet wohl in den erst genannten Bereichen statt und hier ist zu überlegen, ob und wie gewisse Privilegien nicht auch Einzug in ein selbstverwaltetes Sexworker-Haus halten könnten. Hier hat mein Kollege und Mitstreiter Marc of Frankfurt im Sexworker.at-Forum nicht nur eine Vision, sondern ein praktisches Modell entwickelt, das zeitgemässe Rahmenbedingungen moderner Sexarbeit organisieren könnte. Wellness für alle!
Bitte nicht weinen jetzt, wenn ihr das Wort „Arbeit“ hört oder „Vision“, die so furz-trocken sind. Zum Befeuchten hilft ein Blick auf meine neuen Photos, die ich gestern eingestellt habe.

Das Modell sieht also wie folgt aus:

Zu den Erfordernissen und Umsetzbarkeit im Bereich des Möglichen im einzelnen hier weiterlesen.
Bei Interesse freue ich mich über Feedback bzw. auch an der zitierten Stelle des Forums.

Euch allen einen geruhsamen Sonntag-Abend, was immer ihr auch treibt, und einen guten Start in die Woche!

PS: Weil es gerade so schön passt … When ideas have sex


escort life

check out my new photo blog on tumblr escort life is all about my allday life in thoughts, pics, speech & music


im gleichen Boot

Was hindert selbstständige Escorts sich zu vernetzen, auch, um gegenüber Prostitutionsgegnern Gesicht zu zeigen?

Ein engagierter Foren-Mod erwähnte kürzlich „das Zerfleischen vieler Anbieterinnen“, vor und hinter den Kulissen, qua Kundenwerbung und Anpassungsdruck. Ich denke, er hat den richtigen Riecher. Daher ist es auch schwer, eine Interessenplattform für Sexworker zu entwickeln, auch eine, die alle Sparten des SW-Gewerbes umfasst. Die mangelnde Solidarität ist der Konkurrenzsituation geschuldet, aber auch der Unkenntnis, daß es einige Interessenvernetzungen schon gibt.  Allerdings nicht schlagkräftig genug, zu unserem eigenen Nutzen, für die Damen des Gewerbes wie auch für ihre Kunden.

In den U.S. und U.K. ist man da um einiges weiter, was der Gegenwehr gg. der Rechtslage geschuldet ist, die Sexworker zu einer Einigkeit zwingt und zum handeln. Es gibt bereits informelle Netzwerke, mit Kundenempfehlungen, allerdings nur im anglo-amerikanischen Raum und nur für Anbieterinnen einsichtbar. Im deutschsprachigen Raum, jenseits von Agentur intern verifizierten und empfehlenswerten Kunden, ist eine dahingehende Vernetzung Mangelware, teils in den Anfängen. Auch gibt es Blacklists, die nur intern gehandelt werden, in jedem Land, d.h. verknüpft mit Buchern/Freiern, die negativ aufgefallen sind, qua Selbstschutz. Kein Listing mit Männern, mit denen man gute Erfahrungen gemacht hat. Dies gilt für den virtuellen Raum. In Bordellen wird es ebenfalls informell gehandhabt, wie auch Agenturen ihre Pappenheimer kennen.
Sexworker.at, wo ich mich engagiere,  ist keine Werbeplattform, Bewertungsportal, auch nicht umgekehrt über Bucher und sog. Freiern; sondern eine Interessenvertretung von deutschsprachigen unabhängigen Huren, Callgirls, Escorts, eben aus allen Sparten von P6. „Das Forum richtet sich hauptsächlich an SexarbeiterInnen und alle, die ihren Horizont erweitern oder bei der Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Sexworker mithelfen wollen.“  Dieses Ziel ist umso wichtiger, da engagierte Sexworker es satt haben, daß über sie, aber im Regelfall nicht mit ihnen geredet wird. Was die mediale Selbstpräsentation und Interessenlage betrifft, hier spielt das Stigma, der Zwang, den Job anonym auszuüben sowie der Mangel an Herrschaftswissen/Rechtsgrundlagen eine wesentliche Rolle. Auch müßten kenntnisreiche Sexworker der Szene, die sich öffentlich politisch einmischen, ein entsprechendes Coaching vorab durchlaufen, um auf die Fallstricke der Kommunikation mit Journalisten und Prostitutionsgegnern vorbereitet zu sein. Zum anderen bedeutet das Diskretionsgebot, das Werkeln im Anonymen, im Regelfall das Aus für die Kollegin, wenn sie sich öffentlich zu erkennen gibt. Die wenigsten sind so pfiffig, wie es Felicitas Schirow aka Weigmann, Sexworkerin und Clubbetreiberin vorgemacht und das Prostitutionsgesetz in Deutschland auf den Weg gebracht hat – ,  die als Betreiberin zudem in der privilegierten Stellung war, weiter einen Clubbetrieb aufrecht erhalten zu können, wenn sie sich in der Öffentlichkeit outet, also Gesicht zeigt.

Es gibt eine im europäischen Raum wohl einzigartige Interessenplattform, nämlich www.sexworker.at, die kontrovers und auf hohen Niveau unsere gemeinsame Interessenlage diskutiert und Informationen bereitstellt, die wir benötigen, um im In- und Ausland die regional/lokal unterschiedlichen Verbotslagen zu umschiffen bzw. sich aufmerksam in einem grösstenteils rechtsfreien Raum zu bewegen, der unser gemeinsames Hobby verregelt.
Jeder aufgeklärte Mann/Frau/Mensch ist herzlich eingeladen, sich bei  uns kundig zu machen, einzubringen, um den eigenen und die Horizonte anderer zu erweitern.

Meine regelmässigen Kunden finden mein Engagement gut, und es ist üblicherweise kaum Bestandteil eines Treffens, darüber zu reden, wo es um Amüsement geht, nicht um angestrengte Unterhaltung. Männer, die das in der Vergangenheit suchten, hab ich im Regelfall kein zweites Mal treffen wollen, ist mir persönlich zu anstrengend, wenn sie ein Date mit einer therapeutischen Sitzung verwechselten, die ihnen evtl. hilft, aber nicht mir, da meist der Aspekt private Fragen, Verhör, Kaspertum hinzutrat. Dieser Typus, den ich den nicht-rationalen Bucher nenne, ist leider ubiquitär vorhanden. Etwas anderes ist es, wenn ich als Sex Coach zu Rate gezogen werde, alternativ philosophische Lebenshilfe biete, aber das ist eine andere Geschichte.

Da fehlt ja dann völlig die Leichtigkeit im Gespräch, die für Erotik und
Vergnügen notwendig ist. Und bestimmte entscheidende Defizite im Leben mancher Menschen kann selbst ein Escort nicht füllen und sollte es auch nicht, wenn ihr eigenes Seelenheil ihr lieb ist.
Ein Date ist ein Date, komplizierte Sach- und Fach-Diskussionen zu führen, behalte ich mir für mein Privatleben vor, also auch als Schreibende ist man privat, da man ja Einsichten über eigene Haltungen vermittelt. Womit wir beim Bloggen und Forum-Posten (üblicherweise als Werbe-Strategie eingesetzt) und informellen Austausch schon in der Falle sind, was die Schnittstelle von privat/öffentlich betrifft und der Frage, inwieweit man wirklich authentisch sein darf, wenn permanent von Kundenseite nach dem Authentischen, also Wahrhaftigen, der Echtheit gerufen wird. Und schon ist man im Konflikt, die Identität als Escort/Dienstleisterin und die Identität als Privatfrau/Sexworker-Rechte-Aktivistin auseinanderzuhalten.

Ehrlichkeit zahlt sich im Regelfall kaum aus, in diesem Gewerbe, das aus Lügen und Illusion besteht. Daher wird auch unermüdlich nach dem Authentischem geschrien, das „Echte“ eingefordert, und, wenn man es denn liefert, sind viele auch nicht zufrieden, im Grunde wünscht mann sich die Illusion und damit auch die Lüge. Aber warum dann in manchen Callgirl-Blogs und Foren mitlesen, wo die Beiträge von beiden Seiten Rückschlüsse auf das Denken der Schreiber zulassen? Will man nur lesen, was man lesen will? Ok, alles andere ist zu anstrengend. Aber warum immer das Insistieren auf das „Wahre“ und das Mißtrauen gegenüber der „Illusion“, die ein Callgirl/Escort angeblich nur vorspielt?

Die Frage nach dem Authentischen im SW-Business verquickt sich mit Fragen nach dem Privaten, bei vielen geht es doch nur um Kontrolle, auch die Kontrolle des eigenen Bildes, was man über uns hat, nicht um ein tatsächliches Interesse SWern in den verschiedenen Segmenten gegenüber – ob 5-Sterne Hotel, Bordell, Strassenstrich, Wohnung -, sie einfach als Menschen mit Berufen, Hobbies, Interessen, Sozialität, Familien, Sehnsüchten, Träumen, Leben wahrzunehmen, wie jeden anderen Menschen eben auch. Man zwingt ihnen eine allumfassende Identität auf, die sich auf die Funktion als Hure beschränkt und entlässt sie ungerne diesem Käfig.
Man versichert sich seines eigenen Klischees bzw. sucht nach Anhaltspunkten, die eigene Vorurteile untermauern. Von einem Happy Hooker, also einer zufriedenen, ja glücklichen Hure/Escort/Callgirl, von  Selbstbestimmung will im Regelfall kaum jemand tatsächlich was hören: der Satz „ich mache es aus Spass“ wird von Konsumentenseite eingefordert, aber wenn tatsächlich eine Frau es aus Spass macht und keine leere Werbeschiene ist, glaubt man ihr meist auch nicht. Es ist zum verrückt werden, weil so permanent Double-Bind Situationen geschaffen werden, in denen sich virtuell auftretende, schreibende Frauen verstricken. Deshalb: stay off the boards! Bleibt den einschlägigen Foren fern! Es entzaubert euch nur und ihr könnt mit besten Wissen und Gewissen eh nur alles falsch machen, wenn ihr versucht, echt zu sein. Mit guter Laune geht man rein und hofft auf charmante Unterhaltung und sachdienliche Diskussionen, mit schlechter Laune geht man raus, weil ein Hauen und Stechen allerorten und schmierige Berichte/Bewertungen an der Tagesordnung sind. Zumindest ging es mir bei der Lektüre oft so. Hat mich meist wütend und traurig gemacht, weshalb ich an manchen Ecken das Bein heben musste. Aber vielleicht bin ich auch zu sensibel und ernsthaft. Gute Unterhaltung findet man in solchen Foren kaum.

Eine Allianz aus engagierten selbstbestimmten Huren/Escorts/Callgirls in allen P6-Segmenten tut Not. Noch mehr zusammen mit Freiern/Buchern,  in ihrem und unserem eigenen Interesse. Jenseits von Klassendenken, das u.a. dazu führt, Menschen nach der Höhe des Honorars zu bewerten und gegeneinander zu hetzen, Märchen zu erzählen. Ist aber Usus, u.a. da viele Escorts dazu tendieren, sich von Sexwork abzugrenzen. Sexwork riecht nach Arbeit (ist ja nur Hobby ;-), das mag kaum ein Mann hören, dass es sich um einen Job handelt, egal ob Teilzeit oder Vollzeit, und Prostitution, ach ja, ist ein kriminalisierter Begriff. Aber wenn mann weiss, daß es ein besonderer Job ist, warum immer das Insistieren auf der Spass- und Hobbyschiene? Zumindest in Forenwelten. Dieses ganze Abgrenzungsgebaren nennt man in der Soziologie „classism, Klassismus“

Nur bei selbstbestimmten Frauen ist davon auszugehen, dass die erwünschte „Hobby“-Schiene im Idealfall bedient wird, die beidseitigen Spass verspricht und keine leere Werbeschiene ist. Grosse Diskrepanzen zwischen vollmundigen Sedcard-Versprechen – Image – und Realität hinterlässt auf Bucherseite einen schalen Nachgeschmack, inkl. sog. Abzocke, professionelles Gebaren, wie in manchen Reviews zu lesen. Es ist einfach die permanente Wiederholung, die nervt. Je häufiger Superlative betont werden, umso leerer der Inhalt.

Jedenfalls sitzt Männlein und Weiblein im gleichen Boot. Die gemeinsame Front sind die Falsch-Spieler, Faker untereinander und auf politischer Ebene die Prostitutionsgegner, meist kirchlich getragen, ausgerechnet, wo ihre Reputation nicht erst durch die jüngst aufgeklärten Missbrauchsfälle zu wünschen übrig läßt. Es geht um einen freien und selbstbestimmten bezahlten Verkehr, Erotik und Vergnügen, auf beiden Seiten, ohne Scham, Schuld, aber mit Verantwortung und gegenseitigem Respekt. Anders kann man ein P6 Erlebnis, ein Escort-Date nicht geniessen, egal wie lang oder kurz es ist. Wer des englischen mächtig ist, schaue sich doch mal den folgenden aktuellen Artikel an http://www.guardian.co.uk/commentisfree/…-crucifix-italy. Europaweites Lobbying seitens „christlicher“ Kreise hinsichtlich eines europaweiten Prostitutionsverbots, dem auch schon auf EU-Ebene Gehör geschenkt wird.
Eine Lobby aus aktiven Sexworkern aus allen Sparten, zusammen mit engagierten Kunden (gerne auch beratend Politiker, Juristen, Computer Geeks u.a., die hier für Sicherheitsfragen allenthalben dringend gebraucht werden, qua Herrschaftswissen), sollte sich dringend Gehör verschaffen (auch ohne namentliches oder gesichtsmässiges Outing), um gegen politische Verwirrnisse gemeinsam anzugehen. Dann muß man auch nicht kirchlichen sowie Frauen- und Menschenrechts- und Ausstiegs-Organisationen sowie Individuen wie Alice Schwarzer die Definitionsmacht überlassen. So einfach ist das.

Wenn die Zukunft liberal sein soll, dann muss man auch etwas dafür tun und das Reden, Machen nicht andern überlassen. Im übrigen kann man nur einen „perfekten“ Service erwarten, von Frauen, die frei sind von Not und Abhängigkeiten und die mit selbstbewußten, respektvollen Männern Umgang pflegen.  Männer, die „Opfer“ suchen oder passives Hinhalten (ausserhalb eines Rollenspiels und Absprache natürlich) spreche ich nicht an. Das sind im Regelfall jene, die sich durch frustrierende, vernichtende, respektlose Berichte/Reviews über die Performance von Huren auslassen, was eine Menge über sie selbst aussagt. Umgekehrt gilt: Frauen, die qua vollmundiger Versprechen es in der Praxis an Einfühlsamkeit und dem selbst gesetzten Anspruch vermissen lassen, müssen sich auch nicht wundern, dann und wann öffentlich abgewatscht zu werden. Welcher Mann hat mit seinem im Regelfall hart erarbeiteten Geld schon Lust, die Katze im Sack zu kaufen oder sich durch ein Date hindurchzuquälen, weil er sich nicht traut abzubrechen? Niemand soll sich quälen und daher ist eine gewisse Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit von nöten, vor und zu Beginn eines Treffens, während eines Dates. Intimität, Nähe, auch bezahlte, sind ein Luxus, und bedeutet, daß die Bedürfnisse, Wünsche auf beiden Seiten respektiert werden müssen. Nur so kann es schöne und geile Treffen geben, die beide Seiten in guter Erinnerung behalten und keinen faden Nachgeschmack hinterlassen.

Honestly
Ariane


4. Juli Affenhitze

Heute feiern die Vereinigten Staaten von Amerika den Unabhängigkeitstag und ich gleich mit (Independence Day; erstmalig 1776; don’t miss out July 14)

Aus der deutschen Übersetzung der Präambel der Unabhängigkeitserklärung:
„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt wurden, worunter Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit sind. Dass zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; dass sobald eine Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volkes ist, sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu seyn dünket.“

„Zwar gebietet Klugheit, daß von langer Zeit her eingeführte Regierungen nicht um leichter und vergänglicher Ursachen willen verändert werden sollen; und demnach hat die Erfahrung von jeher gezeigt, daß Menschen, so lang das Uebel noch zu ertragen ist, lieber leiden und dulden wollen, als sich durch Umstoßung solcher Regierungsformen, zu denen sie gewöhnt sind, selbst Recht und Hülfe verschaffen. Wenn aber eine lange Reihe von Mißhandlungen und gewaltsamen Eingriffen auf einen und eben den Gegenstand unabläßig gerichtet, einen Anschlag an den Tag legt, sie unter unumschränkte Herrschaft zu bringen, so ist es ihr Recht, ja ihre Pflicht, solche Regierung abzuwerfen, und sich für ihre künftige Sicherheit neue Gewähren zu verschaffen.“ Quelle

Dies beantwortet zwar nicht, warum ich „Independent Escort“ geworden bin und wozu ich jeder Hure nur anraten kann, sofern sie bei klarem Verstand und guter Gesundheit ist, aber vielleicht, warum mir die virtuelle Idee der „Muschi Partei“ gekommen ist.  Autonomie und Selbstbestimmung ist des Glückes Ziel und Inhalt. Wer möchte über seine Interessen schon hinwegregiert oder an seinem Arbeitsplatz in ihnen betreffende Entscheidungen nicht eingebunden werden? Die Zeiten der Duldung und Gehorsamkeit, der Aufgabenerfüllung ohne Hinterfragen sind doch eigentlich lange passé. Mitarbeiterbestimmung ist ja nicht nur ein Wort, sondern in vielen Teilen der Gesellschaft gelebte Praxis. Und das ist auch gut so. Die mündige Nutte ist genau wie der mündige Patient, der Freiberufler oder Selbstständige zwar immer noch in der Minderheit, aber die meisten Handlungsreisenden und Angestellten erleben das passive Funktionieren als reine Zumutung und macht krank, genauso wie passives Hinhalten.  Welche Hure braucht das?

Man muß die Lebenspraxis keinen Sachzwängen überlassen, um zu überleben, zur Not ist das vielbescholtene Hartz IV der Rettungsanker; wer erduldet lebt nicht, nur selber denken und handeln macht schlau und … glücklich. Ok, dann verzichtet man eben mal auf den Pauschalurlaub und die Anschaffung des neuesten Konsumablen,  ob Automobil oder I-Pad. Ist das so schlimm?

Die Aschewolke hat drastisch vor Augen und Ohren geführt,  daß es sich trotzdem arbeiten und leben läßt.  „Hilfe, ich muß auf Mallorca 5 Tage länger ausharren …“ war das Schlimmste, was ich gehört habe.

Mündliche Dissertationsprüfungen wurden per Video- und Konferenz-Schaltung abgenommen, die Leistungsträger fanden Mittel und Wege, ihre Termine online zu koordinieren, aufzuschieben und die Nutte bekam Urlaub vom Transit. Man konnte also doch auf gewohnte Beförderungstechniken verzichten. Ich lief zu Fuss, fuhr S-Bahn und U-Bahn, auch Fahrrad, bis es mir vor zwei Tagen geklaut wurde. Mist, ich finde die Rechnung nicht mehr, die ich meiner Versicherung schicken kann … *g* Ich werde mir wohl ein geklautes Fahrrad auf dem Flohmarkt kaufen, ich bevorzuge dann doch „die kurzen Wege“ und weniger die aufwendigen Verfahren bürokratischer Entgleisungen.

Was ich eigentlich nur sagen wollte, Autonomie und Glück fallen irgendwie zusammen; um es mal ins Profane runterzubrechen: ich habe mir vor 4 Tagen grüne Nelken gekauft, und gestern in meinem Lieblingsblumenladen grüne Gladiolen und passend dazu flieder farbener Rittersporn in verschiedenen Farbabstufungen und daran erfreue ich mich, weil ich weder über Garten noch Balkon in meiner überhitzten Stadtwohnung verfüge und mein Naturerlebnis nur marginal ausleben kann. Haustiere und Topfpflanzen habe ich auch nicht, weil ich im Transit lebe – mußte um Verblichene schon genügend trauern – , aber die Mischung aus beiden mir angeschafft, für 6,95€, eine fleischfressende konsumable Pflanze,  eine Venus-Fliegenfalle, die das Nützliche mit der Natur verbindet, die still und genügsam ist und nicht erwachsen wird, ja man kann sogar sagen, sie hat mich bei meinen Mutterinstinkten gepackt. Schliesslich muß ich gelegentlich nachhelfen, daß die Venus-Fliegenfalle etwas gefüttert wird. Über den Dächern von Berlin verirrt sich selten eine Mücke, eine Ameise, Silberfisch oder Fliege. Gestern hab ich der Venus einen Krümel frisches Rindergehacktes zu Fressen gegeben und sie hat zufrieden ihre Klappe geschlossen. Zur Fütterung der Raub-Pflanzen hier.

Ach, und dann habe ich noch ein paar Shopping-Tips am 4. Juli: nein, keine Vuvuzela oder Hawaikette in schwarz-rot-gold; sondern sehr viel Besseres:

High End Schuhe in Berlin Mitte bei SANCTUM http://www.sanctum-shoes.com
Die schönsten Schuhe und Stiefel, die ich in letzter Zeit besichtigen durfte. Sehr sexy, schön und in der handwerklichen Verarbeitung grandios. Kein Vergleich zu Düsenstiefel, der Laden in Berlin Wilmersdorf, wo alle Bordsteinschlampen und Puff-Nutten einkaufen. *g* So, ich muss mich jetzt mal abgrenzen, hab gehört, das gehört zum guten Ton. *g*

Très Bonjour in Berlin-Mitte für mass-angefertigte Latex-Dessous; sehr empfehlenswert, insbesondere bei der sonst in Berlin gängigen unfreundlichen Beratung; habe dort kürzlich unter fachkundiger Beratung ein hauchdünnes, hautfarbenes Nichts von einem Etwas mit Schleife erstanden bzw. anfertigen lassen. Hier die Link-Empfehlung.

Zuletzt noch ein Link zu meinem Lieblingsblumenladen, der noch jede graue Stadtwohnung in Berlin-Mitte mit Duft und Schönheit erfüllt.
Cara-Tonga stattet auch die Residenz von Blixa Bargeld aus, der sehr viel von Musik, Ästhetik und einem langlebigen Leben in Berlin versteht. Wenn das keine Referenz für Berlin ist, weiss ich es auch nicht.

Das fiel mir heute am 4. Juli eben so ein; in der fussball-freien-Auszeit kommt man echt zum Nachdenken! Und heute freue ich mich aufs Theater. Volker Lösch und Roberto Elsinger laden in die Schaubühne ein.

Einen geruhsamen Sonntag wünscht Frl. A.

PS: falls ein LULU-Freund hier mitliest; die Realisierung des Stücks in London zieht sich seit der Bonitätskrise wie Kaugummi, ist jedoch nicht verloren (auch wenn manche Miesepeter und Neider davon träumen). Die Regisseurin, äh Sisyphos lassen grüssen. Ich werde rechtzeitig den Premieren-Beginn verkünden. Gut Ding scheint Weile zu haben.

PPS: Die Hitze macht mich fertich; ich wüßte nicht, wie ich Geld verdienen oder denken soll, wenn ich in der Sahara hocken würde bzw. wenn sich permanente Naturkatastrophen über einen ergiessen. Soviel zum Thema „Entwicklungsländer“. Der USA muß nun mit der Kraft der internationalen Geberländer geholfen werden, nicht nur, um erneuerbare Energien zu befördern – die Sonne ist eine globale und keine nationale Ressource -, sondern auch, um mit der geballten Kraft dicker und kluger Ärsche das Sprudeln der Ölquellen im Golf von Mexiko Einhalt zu gebieten. Propft ihn rein Ihr Experten! Wozu wurden sämtliche Forschungsgelder, gesponsort aus Steuermitteln, eigentlich ausgegeben, die sich unter „Technologiefolgenabschätzung“ subsumieren lassen?


MP-Aufnahmeformular

Brief & Siegel

Meine persönliche Aufnahmeerklärung
===================================

Die nachstehend identifizierte Lebensform

Avatar/Nick : ____________________
geschätztes Alter : ____________________
Wohnort : ____________________

ist hiermit für den Zeitraum von

[_] 1 Stunde
[_] 1 Monat
[_] 12 Monaten
[_] unbefristet

befreit, die Irrnisse und Wirrnisse der gegenwärtigen Regierungskoalition und Opposition medial zu verfolgen und auszuhalten und stattdessen die virtuelle Schattenregierung unter dem Vorsitz der Muschi-Partei aktiv zu unterstützen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, feuchte Träume zu dokumentieren und nachzuvollziehen und verflüssigte Interaktionen mit denkenden Wesen zu unterstützen. Die Einstufung der o.a. Person nach dem amtlichen A-Index liegt bei dem Äquivalent von

[_] Muschi-Essen am Vortag
[_] drei Silikonbälle in löslichem Tee
[_] Familienjuwelen in Dosen
[_] Masturbationspflicht während einer
achtwöchigen Sommerdürre
[_] CO2-Ausstoss (carbon footprint) zwischen Wohn-, Arbeitsort und Fickstätte

Die ausgesprochene Druckbefreiungserklärung erlischt mit dem Ablauf des

[_] GEZ und Zeitungsabonnements/einschlägige RSS-Nachrichten
[_] zum __.__.20__
[_] der Erosion der körperlichen Bestandteile der o.a. Lebensform

und gilt, sofern die o.a. Lebensform durch das nachstehende
Kennzeichen als verfolgungsbefreit zu identifizieren ist:

[_] rote Plastiknase
[_] die Lebensform ist durch den entspannten Gesichtsausdruck
zweifelsfrei als unbefristet druckbefreit zu erkennen

Die o.a. Lebensform ist durch den Erwerb dieser Druckablassbefreiung automatisch für die folgenden Tätigkeiten qualifiziert:

[_] Stressbewältigung nach persönlicher Kontaktaufnahme mit Muschis
[_] Druckbewältigung während persönlicher Kontaktaufnahme mit Muschis
[_] Tiefes Eintauchen in bereitgestellte Muschis
[_] Markierungsmasstab 10 der eingefärbten Bandito-Skala
[_] Orientierungshilfe in der P6-Wüste

Die Druckbefreiungserklärung für die o.a. Lebensform wurde in einem
öffentlichen Druckbefreiungsverfahren ausgesprochen und ist nach
Ablauf der Einspruchsfrist von 18 Sekunden rechtskräftig.

Datum Unterschrift Gütesiegel

***

Aufnahmeantrag:

Ich beantrage die Mitgliedschaft in der MP (nachfolgend Muschi-Partei). Ich erkläre, keiner anderen Partei oder Kirche anzugehören und beabsichtige, bisherige Parteiungen und Zugehörigkeiten zu verlassen oder/und bin bereit, den Beitrag gemäß der Beitragsordnung gemäss des Fluktuations-Indizes** zu bezahlen.

Die mit * gekennzeichneten Angaben sind Pflichtangaben und dienen der Mit- und Ohne-Glieder-Betreuung.

** der Fluktuationsindex bemißt sich nach Kopulationsbereitschaft und -häufigkeit, Ständer-Stärke, optimaler Befriedigung aller am Verkehr Beteiligten (Email- oder PN-Verkehr ist hier nicht gemeint)

Ihr Aufnahmeantrag wird erst wirksam, wenn Sie die Bestätigungs-Mail der MP, die Sie nach Absenden des Antrages erhalten, nochmals rückbestätigen.

Vorname/Avatar:*
Name/Nick:*
Geschlecht:
Körpergrösse:
Tittengrösse:
Schwanzlänge:
Hirngrösse:
Straße/bevorzugte Verkehrsformen:*
Hausnummer/bevorzugte Besuchs-/Empfangsadressen:*
Postleitzahlen:*
Wohnort:*
Telefon:
E-Mail:*
Nationalität:*
Beruf:
bürgerl. Status (verh./single/in Bez. lebend):
Alter:*
Verkehrsort:*
verkehrsbevorzugter Ort (outdoor/indoor):*
Datum:*
Unterschrift:*
Ihr vollständiger Name gilt als Unterschrift.
Einzugsermächtigung:
Ich ermächtige die MP, folgenden monatlichen Mitgliedsbeitrag mittels Lastschrift einzuziehen (alternative Zahlungsweisen, Cash oder PayPal möglich, bitte setzen Sie sich mit dem Schätzchenmeister in Verbindung):* EURO
Zahlungsweise:
Kontoinhaber:*
Kontonummer:*
Bankleitzahl:*
Kreditinstitut:*
Ort:*
Datum:*
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Ihr vollständiger Name gilt als Unterschrift.

Datenschutz
Hinweis nach § 1 Abs. 2 Bundesmuschischutzgesetz (BMSG): Die MP verarbeitet die in diesem Aufnahmeantrag enthaltenen personenbezogenen Angaben ausschließlich zu mitgliedschaftlichen bzw. parteiinternen Zwecken.

Beitrittserklärung als PDF

*** In Zusammenarbeit mit dem Berliner Institut für Pataphysik