Global Sex Workers Rights Movement

this fantastic movie arrived this morning, a wonderful monday morning!

 

rechnet mit uns!

zählt auf uns!


election 2012

vote for sex workers rights!

and vote NO to Prop 35

for online voters also outside the U.S. vote here its the last day!


Sprachkenntnisse


VI Ich klage an

Sehr geehrter Bundespräsident,

sehr verehrte Bundeskanzlerin,

sehr geehrte Mitglieder aller Fraktionen im Hohen Haus,

sehr geehrte Bundestagsabgeordnete,

die Bundesratsvorlage ist ein Schmutzfleck auf den Namen Ihrer Regierung. Die Geschichte wird zeigen, dass Ihre Präsidentschaft es war, unter welcher eine Gesetzesverschärfung beitrug, das Leben von Bürgern und BürgerInnen, EU BürgerInnen in diesem Lande mit weitreichenden Folgen für ihre Gesundheit und Sicherheit zu gefährden.

Meine Pflicht ist es zu sprechen, ich will nicht Mitschuldige sein und ich könnte des Nachts kein Auge mehr zutun, für die Folgen einer Politik, die dazu beiträgt, dass Unschuldige für Verbrechen büssen, die sie nicht begangen haben. Wie ein Alptraum lastet es auf mir, vor allem weil ich im Bilde der Realitäten bin, deren Einzelheiten ich zu kennen glaube. Die furchtbare Rechtsverweigerung, und hier liegt der Keim, aus dem sich die wahren Verbrechen entwickeln. Eine gesellschaftliche Gruppe zu stigmatisieren und zu kriminalisieren, bedeutet den Mitgliedern dieser Gruppe, ihre Bürger- und Menschenrechte zu entziehen, auf die sie Anspruch haben.

Es ist auch eine Geschichte von Verrat, dass mächtige Gruppen und Celebrities nicht nur sich erdreisten, im Namen von Sexarbeiter Interessen zu sprechen, um daran nicht zu knapp zu verdienen, sondern jene, für die sie meinen zu sprechen, verhöhnen und diskriminieren, ihre Stimmen zum Schweigen bringen. Und wenn sich eine kleine Stimme lautstark erhebt, sie zu bevormunden, ja zu entmündigen, sie als Einzelfall abzutun, um ja eine mögliche repräsentative Kraft von vornherein zu leugnen und auszuschalten.

Sie haben sich mächtige Freundinnen und Lobbygruppen gesucht, die über die sexuelle Selbstbestimmung von Männern und Frauen in dieser Gesellschaft richten. Um sich über diese ungeheuerlichen diskriminierenden und ehrverletzenden verbalen Gewalttaten unter Zuhilfenahme erfundener Statistiken und als Fakten und Wahrheit gerierende Falschaussagen eine Gewissheit zu bilden, braucht man nur die Medienberichterstattung in den letzten Monaten zu verfolgen. Deutschland hat hier keinen Fortschritt zu verzeichnen, auch nicht im Vergleich zu Nachbarstaaten und Ländern mit Prostitutionsverboten, auch nicht, wie über Frauen, Männer, Trans* und Intersex* Menschen in der Sexarbeit geschrieben und gesprochen wird und an der Verfestigung des Stigmas mitwirkt, was ihnen in der Konsequenz, einen gleichwertigen Platz in der Gesellschaft einzunehmen, verweigert, sie ihrer Handlungs- und Freiheitsmöglichkeiten beraubt.

Sowohl in ihrem eigenen Interesse zu sprechen, als auch an Bedingungen mitzuwirken, die es erlauben würden, dass ihnen keine Gewalt zugefügt wird, sie stark genug sind, sich gegen Behördenwillkür, auch menschenrechtswidrige Behandlung durch Vollzugsbeamte zu Wehr zu setzen, sie der Gesellschaft erfolgreich die Stirn zeigen können, die sich in ihren Fantasien an ihnen aufgeilt, mit ihren Medien Kasse macht und sich regelmässig ihrer Dienste versichert.

Zunächst die Wahrheit über die Begründung der Gesetzesvorlage:

Die Begründung der Novellierung ist eine Lüge, die ich bereits entlarven konnte.

Die Ersteller dieser Bundesratsvorlage erscheinen mir als höchst verworrene Köpfe, ähnlich einer Öffentlichkeit, die Sensationsgeschichten und wahnwitzigen Fantasien nachjagt.

Es kann nicht sein, dass im Namen und zum Schutz unserer Rechte, das Recht gebrochen wird, man SexarbeiterInnen durch Kriminalisierungspolitiken und repressiver Massnahmen unser Menschsein weiterhin  beraubt, die Kriminelle gerade eben dadurch ermutigt, uns als Aussätzige und Rechtlose zu bewerten und behandeln, sie sich sicher fühlen, dass wir uns nicht zur Wehr setzen, wir eben nicht dazu ermutigt werden, Akte der Gewalt  ausreichend mit rechtlichen Schritten zu beantworten.

SexarbeiterInnen sind keine homogene Gruppe, wie jede andere durch zugeschriebene Klassifikationen bewertete und markierte soziale Gruppe. Wir sind Bürger mit legalem Status, die sich aus völlig unterschiedlichen und persönlichen Gründen, die die Öffentlichkeit nichts anzugehen haben, diese besondere Arbeit ausgewählt haben und nachgehen. Es benötigt keinster Rechtfertigung, sich zu erklären, warum man tut, was man tut. Genauso wie ein Anwalt, kein Arzt, kein Unternehmer sich für die Wahl seiner besonderen Tätigkeit, die mit berufseigenen besonderen Herausforderungen einhergeht, erklären muss.

Ich bitte Sie, daran mitzuwirken, dass in Deutschland, den Nachbarstaaten und allen Ländern dieser Welt, eine die Grund- und Menschenrechte respektierende Politik einzuleiten und umzusetzen, die das Leben und die Gesundheit von SexarbeiterInnen stärkt und sie nicht beschädigt. Wir sind weder „Schnäppchen“ noch Randexistenzen, die sich in der bürgerlichen Gesellschaft verlaufen haben. Wir wissen durchaus, was wir tun und mit wem wir etwas tun. Frauen und Männer, deren Leben durch Gewalt, Misshandlung und Ausbeutung auf dem Spiel steht, Menschen, Kinder, die durch verachtungswürdige Gewalt in Sklaverei geraten sind, ihnen allen gilt nicht nur mein Mitgefühl, sondern auch mein Engagement. Bitte hören Sie auf, im Namen von Menschenhandel und dem Kampf gegen sexuelle Ausbeutung die Sexarbeit zu kriminalisieren. SexarbeiterInnen in aller Welt verurteilen jede Form von Gewalt und Ausbeutung und es bedarf weiterführender und gemeinschaftlicher Initiativen, um gegen jede Form von Sklaverei und Ausbeutung vorzugehen, auch die Unterstützung von Initiativen und Ansätze, die in internationalen Sexworker-Organisationen selbst entwickelt und erfolgreich in autonomen Best Practice Projekten umgesetzt werden: in Indien, Australien, USA und Neuseeland.

Ich warte auf Ihre Antwort.

Hochachtungsvoll

Ariane G. Berlin 13. Oktober 2012

1.      The World Charter on the Rights of Prostitutes; Brussels. 1985 http://www.bayswan.org/ICPRChart.html

2.      The Sex Workers‘ Manifesto. Kolkata. 1997 http://www.bayswan.org/manifest.html

3.      The Taipei Declaration of Sex Worker’s Human Rights. Taipei. 1998 http://coswas.org/archives/1351

4.      The Durbar Vision. SEX WORKERS, HUMAN RIGHTS. Kolkata 2003

5.      Sex Workers: Part of the Solution. Cape Town 2003.

6.      Sex Workers in Europe Manifesto.  Brussels. http://www.sexworkeurope.org/images/phocadownload/manbrussels2005.pdf

7.      Declaration on the Rights of Sex Workers Brussels 2005 http://www.sexworkeurope.org/images/phocadownload/dec_brussels2005

8.      Stella, l’amie de Maimie. eXXXpressions: Forum XXX Proceedings, Montreal, Canada, 2006. http://www.chezstella.org/stella/?q=en/follow

9.      Sex Workers Human Rights and the Fight Against HIV Montreal 2006

10.     The Global Working Group on HIV and Sex Work Policy Draft Reworking of the UNAIDS Guidance Note on HIV and Sex Work. Delhi 2007

11.     St. Pauli Protocol.  Hamburg April 2008

12.     Recommendations of the African Sex Worker Alliance. Pretoria  October 2009

13.     Wards of the state: Young sex workers‘ special vulnerability to HIV and AIDS under the law. Vienna 2010 http://www.plri.org/resource/wards-state-young-sex-workers-special-vulnerability-hiv-and-aids-under-law

14.     The Sex Worker Forum Declaration.  2010 http://www.sexworker.at/SWdeclaration.pdf

15.     Sangram Bill of Rights. Sangli 2010

16.     NSWP Smart Guide on Sex Work and HIV: Only Rights Can Stop the Wrongs. Vienna 2010 http://www.nswp.org/page/smart-guides

17.     The Pattaya Draft Declaration. Pattaya. October 2010 http://plri.wordpress.com/2010/10/15/pattaya-draft-declaration-on-sex-work-in-asia-and-the-pacific-2010/

18.     Sex Worker Open University Manifesto London 2010 http://www.sexworkeropenuniversity.com/manifesto.html

19.     The Kolkata Call to Action, Sex Worker Freedom Festival 2012 http://twitpic.com/afscxn/full

20.    Sex Work and the Law in Asia and the Pacific http://www.snap-undp.org/elibrary/Publication.aspx?ID=699


Kurzweil III

Was habe ich soeben gelacht, als ich folgende Meldung des österreichischen Parlaments las, und einige, die mich schon länger kennen, werden sicher ebenfalls gackern. Dies passt auch gut zum letzten Teil VI meiner Ausführungen, warum die CDU/CSU Gesetzesnovellierung gestoppt werden muss und warum eine notwendige Novellierung die Einbeziehung in die Beratung durch Sexworker braucht.

Ariane-Rakete verweist auf Leistungsschau im Hohen Haus

Die Statue der Pallas Athene vor dem Hohen Haus hat für einige Tage Gesellschaft bekommen. Ein Modell der Ariane-Rakete verweist auf eine Leistungsschau innovativer Unternehmen im Parlament. Vom 15. bis 19. Oktober werden auf Initiative des Infrastrukturministeriums in der Säulenhalle unter dem Titel „Innovationsland Österreich“ erfolgreiche technische Entwicklungen und neue Ideen präsentiert. Führungen durch die Schau sind am Donnerstag, den 18. Oktober um 9.30, 12.00, 14.30 und 17.00 Uhr sowie am Freitag, den 19. Oktober um 9.30 Uhr anberaumt.

Weitere Informationen dazu hier


Mai-Freuden: Hamburg & Köln

Mich hätte es Ende April/Anfang Mai eigentlich ans Mittelmeer verschlagen, um Vati zu besuchen, doch ist mir dann etwas anderes dazwischen gekommen, worauf ich mich konzentrieren muss. Kein Mr Dicki, sondern zwei öffentliche Auftritte im Mai, von denen ich doch gerne berichten möchte.

In Hamburg bin ich am 9./10. Mai, wo ich an einer Fachtagung teilnehme und u.a. im Rahmen einer Podiumsdiskussion am 10. Mai ab 15 Uhr auch vor Studenten und Studentinnen der Sozialarbeit quatsche. Am 9. Mai gibt es in Vorschau auf das Sexworker Filmfestival in Hamburg (SAFF) vom 08. – 10. Juni 2012 zwei Kurzfilme abends zu sehen! Programm der Fachtagung

Finde ich dufte, alles für die Aufklärung!

In Köln darf ich ebenfalls bei einer Podiumsdiskussion eine dicke Lippe riskieren; und zwar am 19. Mai beim Festival der Multipolarkultur im Vorprogamm von Silberschwein (Goldschwanz, wie passend *g*) und zusammen mit ukrainischen Sirenen-Gesängen, Erika, Leiterin der Table Dance Bar vom Pascha, Shows mit Tänzerinnen aus dem Pascha sowie anderen aufgeklärten Geistern sowie dem Menschensynfonieorchester bringen wir das Publikum zum Kochen. Ab 19h gehts los. Alles für die Kunst! Alles für die Deutungshoheit!

Ach so, bei der Gelegenheit möchte ich euch auf das famose Kochbuch „Cooking in Heels“ von meiner Kollegin Ceyenne aus U.S. aufmerksam machen, die gerade eine Kampagne für die Druckkosten des Kochbuchs gestartet hat und vielleicht sogar mit eigener Kochsendung und Schürze bald life auf Sendung geht. Fantastic! Hab natürlich auch schon 2 Kochbücher vorbestellt. Ich habe Ceyenne bei der Nuttenkonferenz in Vegas 2010 persönlich kennengelernt; sie hat, soweit ich es in guter Erinnerung habe, u.a. als Streetwalker in der Strassen von Washington DC gewerkelt und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Umso glücklicher bin ich, dass es zu dieser famosen Zusammenarbeit zwischen Ceyenne und Audacia Ray, ehemaliger Sexworkerin und umtriebiger SW-Rights-Advocate, die auch Interviews auf CNN gibt und Manager of Red Umbrella Project ist sowie Veranstalterin der Redumbrelladiaries in NYC, wo ich im Nov 2010 mitwirken durfte, gekommen. Super, super, einfach super!

Nachtrag: Pledge successful! *****


Montag

Warum eigentlich nicht wieder mal eine Elektro-Postkarte an gute Freunde verschicken?
Das Wort „Flittchen“ finde ich echt nich PC;-) Auch sonst fällt mir am Montag nicht viel ein.
Gruss an BD v.VB.