Bloß weg aus der Nuttenrepublik

Viele Menschen haben sich von der Politik abgewandt, weil sie nach der Wiedervereinigung keinen Anschluss ans Wirtschaftsleben gefunden haben, ihre Lebensleistung von Treuhand & Co vernichtet wurde, so wie viele Migranten seit den 70ern mit einer verfehlten Einwanderungspolitik sich nicht mit dem Staat identifizieren und kaum deutsch lernen wollen (deshalb ohne Bildung in der Unterschicht verbleiben), weil sie teilweise als Geflüchtete nicht arbeiten durften, über Jahrzehnte nur geduldet waren, ohne volle Bürgerrechte siehe Clan Entwicklung. Menschen aus der Unterschicht sind sich selbst überlassen, das Bildungssystem sperrt sie aus und fördert nicht, Sozialhilfe/H4 wird über Generationen vererbt. Ich hatte mich auch von der deutschen Gesellschaft und Staat abgewandt, weil mir als Arbeiterkind mit hart erarbeiteten Bildungsweg jede berufliche Entwicklung verschlossen war, meine politikwissenschaftliche Doktorarbeit als „zu links“ zensiert wurde und ich nur noch in der Prostitution überleben konnte. Wir haben in Deutschland bei der Elitenrekrutierung eine negative Auslese, da nur Opportunismus gefördert wird und die unfähigsten Personen politische Karriere machen, im Gegensatz zu anderen westlichen Ländern wie Frankreich und England, wo die politische Elite ausgebildet wird und nur die Besten die politische Laufbahn einschlagen dürfen. Dies wissen instinktiv auch viele Bürger, dass wir hauptsächlich von Idioten regiert werden und es ist kein Wunder, wenn sich ein grosser Teil der Bevölkerung angeekelt abwendet. Die Lösung wäre, dass die Bürger nicht mehr auf Rattenfänger wie AfD (die die Ohnmacht der Menschen ausnutzen) und Fake News reinfallen, sich bilden und in das politische Gemeinwesen einbringen.

Knapp 60% sind jedoch Nichtwähler bei Europawahlen, etwa 30% bei Bundestagswahlen. Deutsche Nichtwähler konnten nur von der AfD aktiviert werden. Viele Migranten sind vom Wahlrecht ausgeschlossen und haben in dieser Gesellschaft keine Stimme.

Viele Menschen betrachten den deutschen Staat nur als Geldautomat. Durch Schwarzarbeit wird das Gemeinwesen extrem geschädigt, genauso wie durch Kriminelle und Steuerhinterzieher. Nur wir Bürger und Bürgerinnen haben es selbst in der Hand, dieses Gemeinwesen zu ändern, statt in Apathie und Zynismus zu versinken. Das Bildungssystem muss ans 21. Jahrhundert anschlussfähig werden, damit der soziale Aufstieg der Unterschicht und gesellschaftliche Teilhabe möglich ist. Die überwiegende Mehrheit der Prostitution stammt aus der Unterschicht und sie brauchen Ressourcen, um sich zu entwickeln und innerhalb der Prostitutionshierarchie Karriere zu machen, um sich eine stabile Existenz aufzubauen und nicht länger Schwänze der Reichen zu lutschen. Die Deutschen müssen endlich Gastfreundschaft lernen und ihre Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass überwinden, nicht nur im Osten Deutschlands. Ich arbeite für ein internationales Unternehmen und weiss, dass ausländische Unternehmen nicht in Ostdeutschland investieren oder sich ansiedeln, weil sie ihre Mitarbeiter nicht in Gefahr bringen wollen, durch rechtsextreme Bürger ausgegrenzt, attackiert oder gar getötet zu werden. Deshalb macht der internationale Kapitalmarkt einen Bogen um Ostdeutschland und auch ich werde zurück ins Ausland gehen, sobald ich es mir finanziell wieder leisten kann und garantiert nicht in Deutschland alt werden und sterben. Mein beruflicher Ehrgeiz konzentriert sich einzig und allein darauf, endlich wieder Deutschland verlassen zu können. Wir haben seit 50 Jahren einen Brain Drain, dh hochgebildete und qualifizierte Menschen verlassen in Massen das Land meist Richtung USA, zu uns kommen aber fast nur Analphabeten und Geringqualifizierte und es dauert Generationen, bis wenigen von ihnen der Bildungsaufstieg gelingt. Der Fachkräftemangel in Deutschland wird deshalb bleiben. Ich muss seit 20 Jahren Geld für zwei Personen verdienen, da ich meinen Mann unterstütze, der ein armer Künstler ist und als Pionier hierzulande auch nur gegen die Wand gelaufen ist. Leider ist er aufgrund eines Schlaganfalls frühverrentet und so arm, dass er sich kaum bewegen kann. Deshalb liegt es an mir, erfolgreich zu werden und bin dazu verdonnert, Karriere zu machen und beruflich alles zu geben, damit wir endlich Deutschland Richtung England verlassen können. Seit dem Brexit wurden die Einwanderungsregeln verschärft, sodass ich nur als Unternehmerin, hohen Einkommen und Qualifikation willkommen bin. Ehrlich gesagt kann ich die Brexit Politik sehr gut nachvollziehen, weil ich 6 Jahre in England gearbeitet habe und sah, welche verhängnisvolle Entwicklung das Land nahm.

Vorher werde ich noch Strukturen legen, die Gewalt, Ausbeutung und Zwangsprostitution verhindern helfen.


Kooperation ist das beste Rezept

In diesem Jahr wird meine online Akademie gelauncht, die ich für die Kauf mich Plattform entwickele, ein deutsch- und englischsprachiges Netzwerk mit 2,7 Millionen Nutzern, Sexworker und Kunden. Es ist das letzte kostenlos nutzbare digitale Projekt (von 6 Online Projekten, die ich für die Community entwickelt habe, davon die Plattform Kaufmich selbst, die ich erfolgreich über 10 Jahre mit einem Frauenteam aufbauen durfte, sodass wir nun Marktführer sind), das natürlich mehrsprachig erweitert wird und auch Nicht-Akademiker sowie Analphabetinnen nutzen können, um sich kostenlos zu bilden, zu professionalisieren, um sicher und geschützt zu arbeiten und finanziell das Optimum aus dem Job rauszuholen, um sich eine stabile Existenz aufzubauen. Alle Projekte sind vom Peer-to-Peer Gedanken inspiriert: von Sexworker für Sexworker. Sexworker und Sex Coaches, Tantra- und Bondage Lehrer können selbst Kurse entwickeln und damit in der Akademie Geld verdienen. Die Akademie wird nicht nur über Kaufmich zugänglich sein, sondern öffentlich, denn das Hurenwissen über sexuelle Gesundheit, digitale Sicherheit, online sexwork ist auch für Menschen lehrreich, die nichts mit Prostitution zu tun haben. Ist nicht so schwierig, Kurse zu entwickeln und ich werde Tipps als Anleitung entwickeln.

Für mich ist diese ganze Arbeit dringend notwendig, nämlich Wissen unter Sexworkern zu vermitteln und zu verbreiten & ich hoffe, dass selbst ernannte „linke“ 😂 inkompetente Lobbyhuren und Sofa-Aktivisten endlich mal anfangen, progressive Projekte wie meine zu unterstützen und wertzuschätzen statt Selbstmarketing zu betreiben oder ideologische Debatten zu führen, sich gegenseitig zu behindern, zu silencen oder zu diskriminieren.

Es geht mir ausschließlich um die Interessen aller Sexworker, im Sinne praktischer Problemlösungen, nicht um Identitätspolitik und Gender Gaga, wo sich nur Privilegierte und Akademiker letztlich die Taschen voll machen und naive Sexworker verkackeiern und verwirren, für ihre Karrieren ausnutzen.

Ich freu mich auch, weil ich nebenberuflich eine non-profit app für Sexworker als CEO übernehme und weiter entwickeln und hoffentlich auch nach vorne bringen kann. Wenn ich wider Erwarten mit meinem non-profit Konzept Gewinne erwirtschafte 😂, kann der Programmierer endlich bezahlt werden und irgendwann auch ich. Dann werde ich eine Stiftung gründen und das Unternehmen wird Stiftungseigentum und wahrscheinlich dem Besd vererbt, der auf Spenden angewiesen ist und wenig Zuschüsse erhält. Es handelt sich um sogenanntes Verantwortungseigentum, sodass das Unternehmen von aussen nicht aufgekauft werden kann und von innen nicht gegen die Stiftungsziele verstoßen werden kann, indem eigennützig Geld rausgezogen wird, sondern Besd eigene Projekte und Rechtskosten finanziert werden können. Dies und meine Bücher werden der Nachwelt erhalten bleiben. Ich hab keine Kinder, nur geldgeile Verwandtschaft, die natürlich leer ausgehen. Soviel zur Sache.

Schönes Wochenende an alle, die meinem Blog bis heute tapfer gefolgt sind.


Blowjobs und Peitschenhiebe sind keine Qualifikation für andere zu sprechen

In die Führung einer sozialen Bewegung gehören kompetente Menschen, die kooperieren, untereinander solidarisch sind, und praktische Lösungen zum Vorteil von Sexarbeitern entwickeln und keine ideologischen Manifeste veröffentlichen und Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Alter, Behinderung und ideologischen Gründen canceln.

Nur wenige sind als Sexarbeiter:in so mutig – oder leichtsinnig -, sich öffentlich im Vereinsregister eines Besd zu outen & Verantwortung zu übernehmen, Führung nach außen und innen zu übernehmen, wovon ALLE profitieren sollten.

So wie es in den letzten 10 Jahren gelaufen ist, kann es nicht mehr weitergehen, auch nicht, dass inkompetente Personen und sog. „Unterstützer“ Aktivisten wie mir in den Rücken fallen, als Sprecherinnen der Hurenbewegung auftreten und sich vermarkten, manche sich als links bezeichnen und Huren gleichzeitig abkassieren.

80% aller Sexarbeiter in Deutschland und Europa sind Migranten und Migrantinnen, die mit Geschlechtsverkehr Geld verdienen und nicht mit Unberührbarkeit oder als Kurtisane werben, sondern dabei viele Risiken eingehen, die sich wegen Sprachbarrieren und ungeklärten Rechtsstatus potenzieren, deren Interessen in deutscher Prostitutionspolitik und ihren Sprecherinnen nicht abgebildet werden. Es geht nicht um Eigeninteressen oder Identitäten, sondern um die Unterstützung mehrfach stigmatisierter, nicht privilegierter Personen und den Schutz einer heterogenen Berufsgruppe. Um Rechtswege zu beschreiten und diskriminierende Sonderverordnungen etc abzuschaffen, muss man zum Anwalt gehen und endlich handeln. Stattdessen werden öffentlich Opfer- oder Happy Hooker Narrative aufgeführt, auch gerne Gender Theorie auf dem Sofa verhandelt und manche nutzen ihre öffentliche Stellung, um Vertrauen bei Sexarbeitern zu heucheln, um sie gleichzeitig abzukassieren und Personal für Agenturen & Studios zu akquirieren. Rafft endlich. Also diese Missstände gehören abgeschafft und trotz grossem Desinteresse an Politik müssen die Interessen der 80% maximal eingebunden werden, wenn sie persönlich schon kein Outing riskieren wollen. Wenn diese Interessen nicht ernsthaft vertreten und verhandelt werden, ist die Bewegung erledigt und verschwindet in der Bedeutungslosigkeit. Wahrscheinlich werden manche Sensiblen wieder meine drastische Wortwahl kritisieren, aber mit den Sensiblen, die keine Ahnung von Machtstrukturen haben, wird keine notwendige Veränderung stattfinden, ausser das sie ihre Pfründe sichern wollen. Also denkt endlich mal nach, welchen Schaden ihr durch Unterlassen und fehlender Kooperation anrichtet oder haltet endlich die Klappe und gebt keine Interviews in der Öffentlichkeit.


Ich bin ganz allein

Im Prinzip hat der Staat mich auf den Strich geschickt, obwohl ich alles in meinem Leben richtig gemacht hatte und gearbeitet hab wie ein Löwe, um aus dem Dreck meiner asozialen Herkunft rauszukommen. Den Bildungsweg hab ich gegen alle familiären Widerstände erfolgreich durchgesetzt. Durch Unterstützung dritter Personen. Aber wenn man plötzlich von Staat und Gesellschaft so gefickt wird, dass jede berufliche Entwicklung versperrt ist, dann entscheidet man sich freiwillig für die Prostitution, weil man hier fürs gefickt werden wenigstens bezahlt wird und überleben kann. Und so entscheiden viele Frauen auf der Welt, meist ohne Bildung und andere Handlungsoptionen. Leider ist es so, dass nur das Patriarchat die Prostitution braucht, weil Frauen die Sexualität kontrollieren und immer ein Mangel an willigen Frauen im freien Markt besteht. Viele Männer suchen nur Sex und keine Beziehung. Gleichzeitig wird den Prostituierten von Dritten, den wahren Profiteuren der Sex Industrie, das Geld wieder abgenommen, so dass das Machtgefüge weiter erhalten bleibt. Erst jetzt in der Coronakrise haben viele Armutsprostituierte aus Osteuropa gelernt, dass man ohne Dritte Geld verdienen kann. Sie haben sich in Privatwohnungen und Hotels zurück gezogen und wer weiss, wer diesmal profitiert, ausser die arme Verwandtschaft. Es ist aber ein Zeichen von Empowerment, die alten Strukturen hinter sich zu lassen, auch wenn erst einmal nur Kostengründe den Ausschlag geben. Jetzt ist der Zeitpunkt, das Schicksal von vielen Prostituierten in Deutschland neu zu bestimmen, sie in ihrer Unabhängigkeit zu stärken, was ich versuche mit Information und Wissensverbreitung durch viele (non-profit) online Projekte zu tun, die ich bei Kaufmich.com installiert habe, da dort die meisten Sexworker im deutschsprachigen Raum unterwegs sind. Mehr kann ich aktuell nicht tun, ausser Zugangswege zu den (Amateur-) Huren über das Internet zu finden. Ich hoffe, dass ich endlich Organisationen finde, die mich unterstützen. Von der Hurenbewegung und akademischen Unterstützern ist in den letzten 10 Jahren nicht viel an Unterstützung gekommen, meine Arbeit wurde oft nicht geteilt. Mir ist auch völlig unklar, warum kaum jemand erkennt, wie wichtig das ist, Zugang mit mehrsprachigen Informationen bei den Frauen zu finden. Stattdessen wird aus einer arroganten Perspekive akademischer „Unterstützer“, die sich politisch links verorten *hüstel, auf mich herabgeschaut, weil meine Arbeit über ein Werbeportal finanziert wurde. Ich hab bei meinem Arbeitgeber mehr Menschlichkeit und Solidarität gefunden, als bei selbst erklärten Aktivisten und sog. „Unterstützern“ aus Deutschland. Übrigens ein Werbeportal wie Kaufmich trägt als Unternehmen soziale Verantwortung und setzt dies auf vielen Wegen um, im Gegensatz zu den meisten anderen Werbeportalen, die nur abkassieren, Sexworker aufgrund einer Monopolstellung abzocken und gegen die Interessen von Sexarbeitern verstoßen, wenn während Corona Anzeigen gegen ihren Willen aufgeschaltet werden, Migranten diskriminiert werden, die deutliche höhere Werbekosten zahlen sollen, um die eigenen Pferdchen zu promoten. Aber das interessiert die deutschen Aktivisten alles nicht.

Mein Arbeitgeber, der ach so böse Kapitalist, hat mich in den letzten 10 Jahren sehr unterstützt, auch als ich mehrere Male, damals noch als Freiberufler über Monate im Krankenhaus war, haben sie mich bezahlt, obwohl sie das nicht hätten tun müssen. Stattdessen wird meine Arbeit nicht von deutschen Aktivisten gewürdigt und Informationen nicht geteilt, die ich durch harte Arbeit zusammen getragen habe (was nix kostet, ist nix wert?), dämliche ideologische Debatten geführt, die alle Ressourcen auffressen und nicht nur ich wurde gesilenced, diskriminiert und ausgebremst. Nur ich lasse mir das nicht gefallen, wie andere Kolleginnen, die sich frustriert aus der Bewegung zurück gezogen haben. Nirgendwo im Ausland hab ich soviel Unwissenheit, Ignoranz, mangelnde Solidarität erlebt wie in der deutschen Hurenbewegung.

Aber das hält mich nicht davon ab, Schutzmaßnahmen und Crash Professionalisierungs Know how für Prostituierte im online Bereich zu entwickeln, denn dort sind 99% unterwegs. In deutsch und englisch liegt schon einiges vor. Weitere Sprachen müssen folgen, denn es arbeiten Prostituierte mit 65 Nationalitäten in Deutschland, die für Beratungsstellen kaum erreichbar sind. Ich hoffe, ich finde noch Menschen, die mich unterstützen. Ich kann nicht alles alleine schaffen, sondern bin auf Leute angewiesen, die das Wissen mit Kolleginnen endlich bis in alle Winkel teilen. Drückt mir bitte die Daumen.


Abschied

Gerade hat sich eine Freundin von mir verabschiedet, sie geht den letzten Weg. Bin völlig zerstört. Ich glaube 2022 wird das Jahr, wo ich von einigen vertrauten und lieb gewonnenen Menschen Abschied nehmen muß. Meine Freundin Uli ist eine wunderbare Frau. Ich hab sie 2005 in ihrem Frisiersalon in Berlin Kreuzberg kennengelernt und war ihr seitdem fast immer treu, weil sie die Beste ist. Als sie dann vor 2 Jahren krank wurde, gab sie nach und nach ihre Geschäfte auf. Sie war immer und ist eine echte Powerfrau. Solche Frauen mag ich unendlich. Mit echter Berliner Schnauze. Sie hat vor vielen Jahren einen tollen Mann gefunden, die ganz große Liebe, und gemeinsam haben sie ein Haus vor den Toren der Stadt gebaut. Sie haben keine Kinder, so wie ich. Alle meine Freunde haben keine Kinder. Wenn ich Uli in ihrem Kreuzberger Laden besucht hab, hab ich manchmal ein paar Piccolöchen mitgebracht und wir haben alle zusammen mit anderen Kunden Quätschchen gehalten, gelacht und geraucht. Erinnerte mich immer an New York und einem Woody Allen Film, wo auch alle so offen miteinander umgehen. Uli weiß alles über mich, sie hat quasi die Hälfte meines Lebens begleitet. Ein Friseur hat eine ähnliche Funktion wie ein Psychologe, eine Kosmetikerin (wie meine kranke Mutti) oder eine Sexarbeiterin, wie ich es war, denn wir sind gute Zuhörer und lebenslustige Frauen. Ulis Hund ist auch vor zwei Jahren gestorben, ein kleines weißes Wollknäuel, das ich auch ins Herz geschlossen hatte. Zweimal hab ich sie in Brandenburg besucht, wo wir auf dem Feld spazieren gegangen sind. Ein Ort, wo man den Horizont sehen kann.Ich werde heute wohl kaum schlafen können, weil ich nun dauernd an Uli denke und in Gedanken bei ihr bin, wenn sie ihren letzten Weg geht. Und ich kann garnichts tun, außer ihr in Gedanken beizustehen. Zum Glück ist sie nicht alleine und ihr lieber Mann ist bei ihr. Ich werde sie unendlich vermissen. Sie wird immer in meinem Herzen bleiben. Ich bin dankbar, dass ich einen Menschen wie Uli treffen durfte. Ich bin auch dankbar für mein Leben, weil ich solche Menschen kennenlernen durfte.


Sexarbeit der Zukunft

Seit heute arbeite ich in 2 internationalen Teams an 3 Standorten weltweit. Hybrid. In meinem Unternehmen wurden Hierarchien & Top-Bottom Entscheidungen fast vollständig abgeschafft, Leadership wird nun mit Mitarbeitern zusammen geschultert. Der nächste Schritt ist die Überführung des Unternehmens in Mitarbeitereigentum, wenn alles klappt. Sowas stelle ich mir auch für die Prostitutionsbranche vor. Die alte Bordell Betreiber Generation tritt ab und die Frage ist, in welche Eigentümerstrukturen es übergehen soll und zu welchen Konditionen. Nicht jeder Mensch ist dazu gemacht, Verantwortung zu tragen, aber nur, weil viele zu bequem sind oder es sich nicht zutrauen. Langfristig zahlt es sich jedoch aus. Sozial, gesundheitlich und finanziell für Arbeiter und Menschen mit geringem Einkommen, für Prostituierte. Meist scheitern solche Projekte jedoch an kurzfristiger und egoistischer Profitmaximierung, Unzuverlässigkeit und mangelnde Solidarität. Fast alle von Sexarbeiter:innen geführten Bordelle und Strip-Clubs sind international gescheitert bis auf eine Kontaktbar in Thailand, in Chang Mai, die Can Do Bar. Die meisten linken Aktivisten, die gewerkschaftliche Forderungen aufstellen, kennen das Prostituiertenschutzgesetz nicht, das die prekären Selbständigen im Auge hat und Bordellbetreibern keine abhängigen Beschäftigungsverhältnisse von Prostituierten erlaubt. Es gibt also keine Arbeitgeber, die die Arbeitsbedingungen diktieren können, und dort wo noch „Hausregeln“ herrschen, wandern die Prostituierten zunehmend ab in die private Wohnungs- und Hotelprostitution. Das war schon vor Corona so und seit Corona hat es sich verschärft, dass die Häuser leer bleiben und sich neue Strukturen in der Szene etablieren.

Siehe dazu auch Double Power Projects https://blacksocialists.us/our-strategy

Was ist Verantwortungseigentum? https://stiftung-verantwortungseigentum.de/verantwortungs…

https://purpose-economy.org/de/

https://www.youtube.com/watch?v=Z2Uy_ODDiZo

Mein Buch weist deshalb in die Zukunft.


Der Autor bleibt anonym Teil 2

Meine Quelle aus dem tiefsten Frankfurter Rotlicht Milieu hat mir wieder einmal einen Text zur Veröffentlichung geschickt, mit dem ich mich aus dem alten Jahr verabschieden möchte. Guten Rutsch!

. . . . . und wieder einmal einige Überlegungen, oder sind es gar stabile Feststellungen (?) zur Lage unserer deutschen, genauer gesagt zu unserer kaum noch klar und deutlich konturierten, multikulturellen, kunterbunten, in vielerlei Hinsicht geradezu anarchistisch wirkenden, auch oft genug politisch verschwommenen Gesamtsituation. 

Dass das Gros der Menschheit innerhalb ihrer Staaten – also rund um den Globus gesehen – dazu neigt, über das Ziel patriotischer Gefühle hinauszuschießen, ist nichts wirklich Neues. Für einen „strammen“ Amerikaner ist z.B. der „STERNENBANNER“ mehr als nur nationaltreue Identifikation. Es ist eine Mixtur aus romantischer Leidenschaft, ja sogar Liebe zu seiner Nation, urtypischer Verbundenheit und (militärischer)Verteidigungswille. Für die USA würden die besonders harten US-amerikanischen Haudegen sogar  ihr Leben hergeben.

Solche übergewaltigen nationalistischen Gefühle, worin zweifelsfrei auch faschistoide Segmente mit eingebunden sind, kann man auch unter der Berücksichtigung differenter  Mentalitäten und Traditionen in anderen Ländern beobachten, aber im Besonderen halt in den USA. Auch in England bzw. Großbritannien ─ siehe dazu die Bedeutung des „Union Jack“ im Kontext ihres Commonwealth abgeleitet ─ Frankreich, der „Grande Nation“, in Italien, Russland, Türkei, usw. usw. ist das so. Alle versuchen sie „ihr Land“ über das anderer Länder zu stellen, sozusagen „über alles in der Welt“. Urinstinkte, nahe dran an primatenhaften, unreifem, teils archaischem Verhalten, macht dies alles möglich. Man hat es mit soziologischen Strukturen zu tun, die fatal, nahezu steinzeitähnlich anmuten.

Und in Deutschland?

Ja – auch hierzulande gab es das (einst). Zu Zeiten des „Dritten Reichs“, als A. Hitler und seine nationalsozialistische, faschistische, rassistische Riege in beispielloser Brutalität ganz Europa in Knechtschaft zwang und im Zuge des 2. Weltkriegs in Blutbäder verwandelte.

Zweifelsfrei ist auch der „Islamische Staat“ (IS) eine barbarisch vorgehende, menschenverachtende, extrem autoritäre, mörderisch-grausame Bande/Organisation. Dennoch konnten sie – glücklicherweise – das „Niveau“ von Hitler und seinen Schergen nicht ganz erreichen. Davon abgesehen; ich würde sagen, dass der ISLAM, egal ob „gemäßigt“ oder nicht, prinzipiell faschistisch ausgelegt ist. Auch dort herrscht die Auffassung und das Dogma, man sei jeder anderen Religion und jeder anderen gesellschaftlichen Ordnung und/oder Politik, deutlich überlegen und weil das so ist, dürfe/könne man auch seine Interessen gegenüber Andersdenkenden – diese werden bei Salafisten und anderen fundamentalistischen Gruppierungen „Ungläubige“ genannt – per se im Unterdrückungsmodus, somit auch gewaltsam (mörderisch), durchsetzen.

(Ähnliche Muster sind auch im meist derben Umgangston im Rotlicht-Milieu zu beobachten, wo niedere Instinkte, egomanisches Profitdenken und rüde Verhaltensmuster mit Sex im Kontext stehen.)

Deutschland hat sich mittlerweile mit seiner meist neoliberal einjustierten Politik in Wechselwirkung gesellschaftlicher Akzeptanz arrangiert. Die politische Linke, worin auch links-liberale Sichtweisen eingebunden sind/wären, ist seit vielen Jahren nur noch marginal beobachtbar. An SOZIALER GERECHTIGKEITscheint kein wirkliches Interesse mehr zu bestehen. Was zählt ist das ICH (das „Über-Ich“), immer zum Vorteil seiner eigenen Zielmarken. Solidarität? Darüber wird hämisch, verachtend gelacht.

Der Ex-Kanzler G. Schröder – es ist kaum zu glauben, dass er ein SPD-Mann ist ─ hat´s möglich gemacht. Möglich gemacht mit seiner neoliberal und wirtschaftsradikal ausgelegten AGENDA 2000 („Reform“). Den Finanzmärkten und dem allgemeinen Unternehmertum, hauptsächlich aber konzerngeführten Unternehmungen, hat er den Weg für wirtschaftsliberale Aktivitäten ihrer Geschäfte frei gemacht. Die Leidtragenden und Benachteiligten – bis heute – ist die Arbeiterschaft und wie man so sagt, die „kleinen Leute“ generell. Der Billiglohnbereich wurde salonfähig und ist bis in die Gegenwart ein Bestandteil einer mehr und mehr verarmenden Gesellschaft geworden. Es scheint zur Maxime bundesdeutscher Politik zu gehören. Auch haben die Gewerkschaften kaum nennenswerten Einfluss ins Wirtschaftsgeschehen. Diese Zeiten sind vorbei.

Doch der nächste „Dämon“ wetzt bereits die Messer.

>> DIGITALISIERUNG <<.

Klar. Der Mensch würde seinem Naturell nicht entsprechen, würde er es nicht anstreben sich technologisch – weniger aber im Sozialverhalten – weiterzuentwickeln.

Ohne jetzt im Detail auf den Begriff der Digitalisierung eingehen zu wollen. Man verbindet jedoch damit die Abkehr analoger Arbeitstechniken, analoger Verwaltung, usw. Somit wird sich nahezu ALLES ändern. Die Art der Arbeit, die Art der Produktion von Waren/Gütern aller Art, die Fortbewegung (Automobil, Flugzeuge, Schiene, usw.) und vor allem ändert sich der Handel und der Vertrieb nahezu aller Produktionsgüter. Wahrscheinlich werden sich auch die Behandlung und der Umgang von Kranken und Pflegebedürftigen ändern, aller Wahrscheinlichkeit hin zu einer unterkühlteren Sozialstruktur. Es zählen in nahezu allen Zusammenhängen (mathematische) Logik und Rationalität.

Das heißt – die bereits ziemlich vorangeschrittene Individualisierung/Vereinsamung des Menschen, wird im Zuge einer digital konfigurierten Welt zum Exzess geführt werden. Empathie, Zuwendung und alles was mit innerster Emotion zu tun hat, wird bald überhaupt keine Rolle mehr spielen und überflüssig sein. Nur die FUNKTION dessen, was mit präziser Programmierung im Zuge digitaler Prozesse stattfindet, gilt. Und dazu gehört „logischerweise“ auch die Optimierung der Renditen, generiert aus radikal-wirtschaftlichen Abläufen. Ethik und Moral? Mit Nichten.

Der FINANZFASCHISMUS im Zuge digitaler Möglichkeiten wird „ewiger“ Status Quo sein. Zelebriert und gelebt von einer kleinen Minderheit extrem wohlhabender Eliten. Auch das ist nichts Neues. Nur, jetzt wird es bald tatsächliche Realität sein.

Die Qualität unserer Generation – damit meine ich die Jahrgänge beginnend ab Anfang der 50er Jahre bis in die Gegenwart – ist miserabel, abartig und völlig überbewertet. Nicht bei jedem Einzelnen, aber Mehrheitlich.

 Der überwiegend größte Anteil der Menschen verhält sich zunehmend nach dem „Glücksritter-Modell“.

Unsere Gesellschaft, die von der politischen Basis in neoliberale Denk- und Handlungsmuster hinein erzogen, hinein gedrängt und empfohlen worden ist – da kommt wieder das Wesen und die Konsequenz der AGENDA-Politik von Schröder ins Spiel – lebt wirtschaftsradikal. So bitter sich das auch liest. Und es betrifft alle, bis ins Leben der „kleinen Leute“ hinein. Das ohnehin schon schwierig gewordene Leben wäre sonst gar nicht mehr zu leben. Jeder muss sich wie ein Arschloch verhalten, muss lügen und betrügen, muss stehlen und sich opportun Vorteile verschaffen, um überleben zu können.

Tut man es nicht, ist im wahrsten Sinne des Wortes Feierabend.

Das ist alles so gewollt. 

  • Dann drängen meist islamisch-arabische Ethnien mitten hinein nach Europa und in besonderen Quantitäten nach Deutschland.
  • Dann noch die CORONA-Problematik. Das führt zur Einschränkung von Freiheit und Selbstbestimmung des Volkes und zur Zunahme staatlicher Macht und Kontrolle.

Tja – wer profitiert davon?

Es sind jene, die immer profitieren, egal was gerade läuft, was angesagt und was „en vogue“ ist. Besonders im wirtschaftspolitischen Sinne.

Die DIGITALISIERUNG im Rahmen und im Kontext hoch-kapitalistischer Interessen, ist ein Segen für all Diejenigen und vielleicht sogar im Kontext der Corona-Problematik zu sehen, die „das Rad der Ereignisse“ immer wieder neu erfinden, bzw. vervollständigen/perfektionieren.

Weniger als 0,02% der deutschen Bevölkerung nutznießt aus all dem; somit kommen nur die wirklich Reichen, explizit gesagt die Superreichen = Machtheber/Margen-Setzer dafür in Betracht. Ggf. noch ein paar Reiche (1%) im „normalen Millionenbereich“.

Alle anderen, und das schließt auch den Abteilungsleiter, den Gruppenleiter, sonstige leitende Angestellte, einige hervorragende Wissenschaftler, Ingenieure, Techniker, Architekten und sämtliche Landes- und Bundespolitiker etc. mit ein, also Leute, die irgendwo ein Jahresgehalt zwischen 70.000 und 350.000 € brutto erwirtschaften, sind/bleiben Erfüllungsgehilfen, bleiben „indoktrinierte“, leitende Wachposten des gesamten neoliberalen Systems.

Die überwiegende Mehrheit der deutschen Gesellschaft – das sind 85 bis 90% ─ lebt entweder im Bereich zwischen sozial prekären Verhältnissen (20 bis 25%), also zwischen Sozialhilfe (H4) und Billigjobs oder, sofern sie Glück haben, in Jobs, die man dem unteren Mittelstand zurechnet und die irgendwo zwischen 30.000 und 60.000 € Jahreseinkommen BRUTTO abwerfen. Netto bleibt da nicht allzu viel übrig. Von signifikantem Wohlstand oder gar Reichtum ist weit und breit also keine Spur. Die wirtschaftliche Stärke Deutschland kommt nur jenen zu Gute, die traditionell in Saus und Braus leben und die – so hat es sich während den letzten 2 Jahren im Besonderen gezeigt ─ zum Einen von der CORONA-Pandemie, zum Anderen – dadurch bedingt – von der DIGITALISIERUNG profitieren.

Über all das muss man sich bewusst werden wenn man dazu geneigt sein sollte zu behaupten, DEUTSCHLAND sei, ein auch im objektiven Sinne so gemeint – VORZEIGELAND. Dem ist gewiss nicht so. Gemessen an Schwellen- und Entwicklungsländern sicherlich. Doch solche Vergleiche zu stellen wäre eine irreführende, zynische Herangehensweise.


Legale Arbeitsmigration schafft weniger Opfer sexueller Ausbeutung

2014 war ich ins britische Parlament in London als Sachverständige eingeladen. Meine Rede hat nach wie vor nichts an Relevanz verloren, weshalb ich sie veröffentlichen möchte:

Prostitution ist eine freiwillige sexuelle Dienstleistung, die einen zwischen zwei Geschäftspartnern geschlossenen Vertrag voraussetzt. Wenn keine solche Vereinbarung getroffen wurde, handelt es sich nicht um Prostitution, sondern um sexualisierte Gewalt.


Weltweit migrieren viele Menschen in verschiedene Länder, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, einige von ihnen auch durch Prostitution. Diese Migration ist Teil des Globalisierungsprozesses.

Oft sind es Frauen, die diesen Weg gehen, um ihr eigenes Überleben und das ihrer Familien zu sichern. Sie arbeiten in Haushalten, in Restaurants und Bars, in der Krankenpflege – und in der Prostitution. Für diese Frauen ist es schwierig, die Landesgrenzen zu überschreiten und in die Zielländer zu gelangen. In dieser Situation sind sie auf die Hilfe anderer angewiesen.

Wenn Frauen in dieser Situation ihrer Freiheit beraubt und gezwungen werden, sexuelle Dienstleistungen für Dritte zu erbringen, handelt es sich nicht um Prostitution und somit auch nicht um „Zwangsprostitution“, sondern um ein Gewaltverbrechen.

Viele Migranten arbeiten unter schwierigen Bedingungen, da sie arbeitsrechtlich und einwanderungsrechtlich illegal sind.
Die in deutschen Publikationen kolportierten Zahlen, wonach in Deutschland zwischen 140.000 und 300.000 Frauen der „Zwangsprostitution“ nachgehen, sind stark übertrieben, entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage und deshalb nicht ernst zu nehmen.

Die Erfahrungen der in diesem Bereich tätigen Organisationen – Beratungsstellen und Polizei – legen nahe, dass die Zahl der Opfer weitaus geringer ist. Das Bundeskriminalamt zum Beispiel geht davon aus, dass es 2003 in Deutschland 1.235 Opfer gab, 2011 waren es 640, wobei 59% unter 21 Jahre alt sind. In den letzten Jahren pendelten sich die Zahlen auf 400 Fälle im Jahr ein.


Jedes Opfer von sexualisierter Gewalt ist ein Opfer zu viel. Die Verwischung der Grenzen zwischen Menschenhandel, Prostitution und Gewalt ist ein Versuch, ein politisches Klima zu schaffen, in dem sich Arbeitsmigration und Zuwanderung leichter verhindern lassen.

Gleichzeitig wird das gesamte Prostitutionsgewerbe als Quelle der Gewalt und Zufluchtsort für Gewalttäter verunglimpft und diffamiert.
Populistische Debatten um die Kriminalisierung von Kunden der Prostitution, die Streichung von Teilen des Prostitutionsgesetzes oder die Erschwerung der Zuwanderung von Frauen aus Drittstaaten nach Deutschland fördern ausländerfeindliche Stimmungen.

Damit wird weder Gewalt verhindert, noch den Opfern geholfen. Im Gegenteil, es erschwert die Bedingungen, unter denen MigrantInnen leben müssen, und blockiert die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Prostitution.


Wer den Menschenhandel wirklich bekämpfen will, muss dafür sorgen, dass legale Möglichkeiten der Arbeitsmigration geschaffen werden – auch für die Migration zur Arbeit in der Prostitution.


Wut und Mut

„Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber ist der Mut.“ (Thukydides)

Obwohl es jetzt über 20 Jahre her ist, dass meine Doktorarbeit zensiert wurde, weil sie als „zu links“ galt und ich aus dem deutschen Wissenschaftsbetrieb exkommuniziert wurde, treibt mich immer noch eine unbändige Wut, die mich zunächst in die Prostitution führte und dann wieder hinaus.

Für die Gutachter meiner Doktorarbeit hatten als Indizien für meine „zu linke“ Gesinnung meine Kritik am Neoliberalismus den Ausschlag gegeben. Noch heute könnte ich vor Wut heulen. Denn was bedeutet Neoliberalismus eigentlich? Es bedeutet, daß Sozialrassismus und Sozialdarwinismus nicht nur die Ideologie der Mächtigen und Reichen ist, sondern sich in der Gesellschaft insgesamt breit gemacht hat. So wie mich Prostituierte ausgelacht haben, wenn ich sie fair behandelte und alle Einnahmen gerecht teilte, so hat sich auch die abstiegsgefährdete Mittelschicht längst aus der Solidargemeinschaft verabschiedet und spricht in einem Jargon der kalten Verachtung über die Armen und Randgruppen, die nicht als Klasse betrachtet werden, was es einfacher macht, den Einzelnen zu hassen.

Die Armen werden als „Abfall des Marktes“ betrachtet und spiegelt sich auch in Aussagen führender Eliten wider: der Verwaltungspräsident von Nestlé, dem größten Nahrungsmittelkonzern der Welt, bezeichnete 1996 „Arbeitsunwillige und Arbeitsunfähige als Wohlstandsmüll“. Der amtierende Premier von Großbritannien Boris Johnson sagte 2005, dass „die unteren 20% der Gesellschaft uns mit Proleten, Verlierern, Prostituierten, Einbrechern, Drogenabhängigen und Kriminellen versorgen“ und der französische Staatspräsident Macron lehrte uns, dass es Leute gibt, „die Erfolg haben und Leute, die NICHTS sind.“ Schon Warren Buffet, amerikanischer Großinvestor und 85 Milliarden schwer, konstatierte, dass die Reichen einen Krieg gegen die Armen führen, den die Reichen gewinnen.

Letztlich zeigt sich der Sozialrassismus auch in Identitätspolitiken, wo eine Gruppe der Gesellschaft gegen eine andere ausgespielt wird, wo alle weißen, alten Männer zu Sexisten und Kolonialisten erklärt werden bzw. alle Freier zu Kriminellen, wie es die feministische Politik in acht Staaten konstatiert, wo das Sexkaufverbot bereits in Kraft ist.

Die Ideologie der Ungleichheit, die in allen Ecken der Gesellschaft angekommen ist, führt auch dazu, daß emphatische, mitfühlendende Menschen wie ich ausgelacht werden, auch von Personen, die die Spaltung der Hurenbewegung befördert haben. Das ist auch der Grund, warum die linke Partei ihre Klientel kaum erreicht, die einzige Partei, die die soziale Frage zufriedenstellend beantworten kann und eine Institution der Gemeinschaft und Solidarität ist, wird von jenen verachtet, für die linke Politik hauptsächlich gemacht wird: die Armen und Nichtprivilegierten. Im Prinzip ist alles seitenverkehrt, wie die Agenturbetreiberin in Berlin, die sich als „linke Lobbyhure“ in linken Medien gestenreich verkauft und die Damen, die sich bei ihr bewerben, erst einmal um 3000€ für professionelle Escortfotos bei einem bestimmten Hausfotografen erleichtert und als Bedingung zur Zusammenarbeit erklärt. Wahrscheinlich kassiert sie von diesem Honorar für den Fotografen ebenfalls eine Provision, aber das ist reine Spekulation und ich schreibe den Namen der Betreiberin nicht aus, da sie sehr klagewütig ist und ich mir Stress ersparen will, meiner Gesundheit zuliebe.

Es ist schon schlimm, wer sich heutzutage als „links“ bezeichnet. Die sozialen Medien legen öffentlich Zeugnis davon ab. Oder wer sich als studiert und intellektuell bezeichnet, aber keinen eigenständigen Gedanken zu formulieren weiß.

In diesem Moloch der neoliberalen, durch kapitalisierten Gesellschaft in allen Lebensbereichen, fand ich ausgerechnet in der Prostitution mehr Menschlichkeit im Umgang mit Männern – Betreibern und Kunden – als in allen Prestige trächtigen Berufen, in denen ich zuvor gearbeitet hatte (Unternehmensberatung, Wirtschaftsprüfung, im öffentlich-rechtlichen Medium WDR, im Bundespresseamt etc). Und die Repressionen, die man durch das Arbeitsamt erlebt, sind nicht auszuhalten, weshalb nicht nur ich mich in eine prekäre Selbständigkeit zu retten suchte.

Aus meiner Wut, die mich zeitlebens begleitet hat, wurde der unbedingte Wille zum Überleben, allerdings nicht auf Kosten anderer Menschen. Deshalb schlug ich alle Angebote aus, Bordellbetriebe oder Escortagenturen zu übernehmen und von dem hart erarbeiteten Hurenlohn anderer Frauen zu profitieren. Auf keinen Fall wollte ich in der Branche und politischen Aktivismus länger bleiben als nötig, wo von Solidarität kaum eine Rede sein kann. Dennoch mußte ich in den sauren Apfel beißen, im Umfeld der Prostitution weiter zu arbeiten, da ich keinen Einstieg in andere erstrebenswerte Berufe fand und ich mit 40 schon eine alte, weiße Frau war.

Seit 2011 ist es mir jedoch durch eine berufliche Chance gelungen, mich in der digitalen Industrie in allen Sparten fortzubilden und weiter zu entwickeln, sodaß ich in diesem Jahr einen Karrieresprung gemacht habe und endlich dort weitermachen kann, wo ich bei meiner Doktorarbeit stehen geblieben bin. Nämlich virtuelle Räume und Online Medien der Gemeinschaft und Solidarität sowie gemeinnützige Projekte aufzubauen und ein Buch zu schreiben, das mich als Analystin qualifizierte, die nun für die Digitalindustrie Problemlösungen entwickelt. Ich muß mich also auch weiterhin als Sozialistin in einem kapitalistischen Umfeld bewegen, das ich mit prägen kann und möchte. Bald auch als CEO einer non-profit Dating-App für Sexworker, weshalb ich auch dann wieder nicht nur von Prostituierten ignoriert oder belächelt werde, weil mich nicht das Geld antreibt, sondern um die Welt ein kleines Stück besser zu machen, indem ich Dual Power Projekte aufbaue. Ich möchte mit niemandem tauschen, denn dies ist für mich vollkommenes Glück, mich nicht mit der verachtenswerten Nuttenrepublik gemein zu machen.

Martyra Peng: Wut


Bittere Wahrheiten zum Jahresende

Ich hab schweren Herzens meine anderen Blogs 2013 gelöscht, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass kostenlose Portale Einfallstor für Missbrauch sind und man über ein paar clicks schnell zu grausamen Bildern, strafbaren Inhalten geleitet wurde.

Da ich in dieser Digitalindustrie seit langer Zeit arbeite kenne ich alle Geschäftsmodelle und ihre Auswirkungen. Die Betreiber von kostenlosen Portalen haben nur den maximalen Profit durch maximales Wachstum im Auge. Wenn genug Nutzer vorhanden sind, wird im 2. Schritt monetarisiert dh die Nutzung auf irgend eine Weise kostenpflichtig oder wie bei Facebook/Instagram Daten für Microtargeting für gezielte Werbung verkauft. Weshalb die Nutzung kostenloser Netzwerke letztlich auch nicht kostenlos ist und die sozialen Folgekosten enorm sind, die auf die Menschen abgewälzt werden.

Im Hintergrund arbeiten Billiglöhner meist in Entwicklungsländern, da dort die Löhne niedriger sind, die sog „Cleaner’s“, die manuell Bildmaterial sichten und entfernen müssen mit bestialischen Inhalten, weshalb viele Cleaners traumatisiert werden, die natürlich nicht entschädigt werden oder wo Ressourcen für Arzt- und Therapiekosten nicht vorhanden sind.

Deshalb wird aufgrund öffentlichen Drucks teils mit teurer künstlicher Intelligenz nachgearbeitet, um Bestialitäten, Kinderpornographie automatisch rauszufiltern, wobei die Fehlerquote noch hoch ist.

Allerdings wird immer noch zuviel von Menschen manuell gearbeitet zb unmoderierte Kommentare werden erst nach Meldungen gesichtet und ggf entfernt. Hier könnten Bots Abhilfe schaffen.

Menschen sind billiger als künstliche Intelligenz, weshalb die Sicherheit sozialer Netzwerke eine Kostenfrage ist und die Betreiber nicht auf maximalen Profit verzichten wollen und ihnen die Sicherheit der Nutzer letztlich am Arsch vorbei geht.

Das liegt auch an den Investoren im Hintergrund, die bedient werden wollen. Deshalb halte ich von den meisten Startups auch nichts, da die neoliberale Profitorientierung maximalen Hass im Netz, Fake Produkte und Fake News, Gewalt, Kriminalität, ausgebeutete Billiglöhner ohne Arbeitsschutz und Betrug/cybercrime im Netz schafft.

Man sollte sich dessen bewusst sein, wenn man solche niedrigschwelligen Plattformen nutzt, welche Grausamkeiten hinter den Kulissen existieren bzw gefördert werden und aus Image Gründen nach aussen unsichtbar bleiben müssen.

Deshalb bin ich für die geplante gesetzliche EU Regulierung der Digitalindustrie, um den Wilden Westen endlich einzudämmen, der viele Opfer schafft. Die von Profitgier getriebenen Plattformbetreiber bessern von sich aus nichts nach, da es Geld kostet und damit weniger Profit bedeutet. Dh der Verlust von Menschenleben ist längst eingepreist.