task force


London my love

in order of appearance:

New Architecture! Ganz schön spitz

Background: the architectural Phallus of Sir Norman Foster.

Tower-Bridge, The Tower of London


 Skylounge, Hilton. Amazing place to go for blue hours. Caution: only with the right companion.

Center: Ariane. Foreground and behind Mr. Anonymous, the smart and good looking gentleman who took my out for dinner & more! Thank you Mr. Phallus!

source: unknown


Travel

Ich reise für 8 Tage auf die Insel, sprich England und bin am 20. Oktober zurück in Berlin. In London findet die 2. Sexworker Open University statt und bin dort ab morgen bis zum 16.10 zu Gast. Für Buchungsanfragen in London stehe ich unter meiner englischen Rufnummer +44 7748 48 3183 zur Verfügung (limited availability, am besten morgens anrufen*g*), ansonsten beantworte ich selbstverständlich meine Mails innerhalb von 24h.

Ich wünsche euch eine gute Zeit!

Ariane

 

London Eye

London Eye

 


London Burlesque

 


4. Juli Affenhitze

Heute feiern die Vereinigten Staaten von Amerika den Unabhängigkeitstag und ich gleich mit (Independence Day; erstmalig 1776; don’t miss out July 14)

Aus der deutschen Übersetzung der Präambel der Unabhängigkeitserklärung:
„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt wurden, worunter Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit sind. Dass zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; dass sobald eine Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volkes ist, sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu seyn dünket.“

„Zwar gebietet Klugheit, daß von langer Zeit her eingeführte Regierungen nicht um leichter und vergänglicher Ursachen willen verändert werden sollen; und demnach hat die Erfahrung von jeher gezeigt, daß Menschen, so lang das Uebel noch zu ertragen ist, lieber leiden und dulden wollen, als sich durch Umstoßung solcher Regierungsformen, zu denen sie gewöhnt sind, selbst Recht und Hülfe verschaffen. Wenn aber eine lange Reihe von Mißhandlungen und gewaltsamen Eingriffen auf einen und eben den Gegenstand unabläßig gerichtet, einen Anschlag an den Tag legt, sie unter unumschränkte Herrschaft zu bringen, so ist es ihr Recht, ja ihre Pflicht, solche Regierung abzuwerfen, und sich für ihre künftige Sicherheit neue Gewähren zu verschaffen.“ Quelle

Dies beantwortet zwar nicht, warum ich „Independent Escort“ geworden bin und wozu ich jeder Hure nur anraten kann, sofern sie bei klarem Verstand und guter Gesundheit ist, aber vielleicht, warum mir die virtuelle Idee der „Muschi Partei“ gekommen ist.  Autonomie und Selbstbestimmung ist des Glückes Ziel und Inhalt. Wer möchte über seine Interessen schon hinwegregiert oder an seinem Arbeitsplatz in ihnen betreffende Entscheidungen nicht eingebunden werden? Die Zeiten der Duldung und Gehorsamkeit, der Aufgabenerfüllung ohne Hinterfragen sind doch eigentlich lange passé. Mitarbeiterbestimmung ist ja nicht nur ein Wort, sondern in vielen Teilen der Gesellschaft gelebte Praxis. Und das ist auch gut so. Die mündige Nutte ist genau wie der mündige Patient, der Freiberufler oder Selbstständige zwar immer noch in der Minderheit, aber die meisten Handlungsreisenden und Angestellten erleben das passive Funktionieren als reine Zumutung und macht krank, genauso wie passives Hinhalten.  Welche Hure braucht das?

Man muß die Lebenspraxis keinen Sachzwängen überlassen, um zu überleben, zur Not ist das vielbescholtene Hartz IV der Rettungsanker; wer erduldet lebt nicht, nur selber denken und handeln macht schlau und … glücklich. Ok, dann verzichtet man eben mal auf den Pauschalurlaub und die Anschaffung des neuesten Konsumablen,  ob Automobil oder I-Pad. Ist das so schlimm?

Die Aschewolke hat drastisch vor Augen und Ohren geführt,  daß es sich trotzdem arbeiten und leben läßt.  „Hilfe, ich muß auf Mallorca 5 Tage länger ausharren …“ war das Schlimmste, was ich gehört habe.

Mündliche Dissertationsprüfungen wurden per Video- und Konferenz-Schaltung abgenommen, die Leistungsträger fanden Mittel und Wege, ihre Termine online zu koordinieren, aufzuschieben und die Nutte bekam Urlaub vom Transit. Man konnte also doch auf gewohnte Beförderungstechniken verzichten. Ich lief zu Fuss, fuhr S-Bahn und U-Bahn, auch Fahrrad, bis es mir vor zwei Tagen geklaut wurde. Mist, ich finde die Rechnung nicht mehr, die ich meiner Versicherung schicken kann … *g* Ich werde mir wohl ein geklautes Fahrrad auf dem Flohmarkt kaufen, ich bevorzuge dann doch „die kurzen Wege“ und weniger die aufwendigen Verfahren bürokratischer Entgleisungen.

Was ich eigentlich nur sagen wollte, Autonomie und Glück fallen irgendwie zusammen; um es mal ins Profane runterzubrechen: ich habe mir vor 4 Tagen grüne Nelken gekauft, und gestern in meinem Lieblingsblumenladen grüne Gladiolen und passend dazu flieder farbener Rittersporn in verschiedenen Farbabstufungen und daran erfreue ich mich, weil ich weder über Garten noch Balkon in meiner überhitzten Stadtwohnung verfüge und mein Naturerlebnis nur marginal ausleben kann. Haustiere und Topfpflanzen habe ich auch nicht, weil ich im Transit lebe – mußte um Verblichene schon genügend trauern – , aber die Mischung aus beiden mir angeschafft, für 6,95€, eine fleischfressende konsumable Pflanze,  eine Venus-Fliegenfalle, die das Nützliche mit der Natur verbindet, die still und genügsam ist und nicht erwachsen wird, ja man kann sogar sagen, sie hat mich bei meinen Mutterinstinkten gepackt. Schliesslich muß ich gelegentlich nachhelfen, daß die Venus-Fliegenfalle etwas gefüttert wird. Über den Dächern von Berlin verirrt sich selten eine Mücke, eine Ameise, Silberfisch oder Fliege. Gestern hab ich der Venus einen Krümel frisches Rindergehacktes zu Fressen gegeben und sie hat zufrieden ihre Klappe geschlossen. Zur Fütterung der Raub-Pflanzen hier.

Ach, und dann habe ich noch ein paar Shopping-Tips am 4. Juli: nein, keine Vuvuzela oder Hawaikette in schwarz-rot-gold; sondern sehr viel Besseres:

High End Schuhe in Berlin Mitte bei SANCTUM http://www.sanctum-shoes.com
Die schönsten Schuhe und Stiefel, die ich in letzter Zeit besichtigen durfte. Sehr sexy, schön und in der handwerklichen Verarbeitung grandios. Kein Vergleich zu Düsenstiefel, der Laden in Berlin Wilmersdorf, wo alle Bordsteinschlampen und Puff-Nutten einkaufen. *g* So, ich muss mich jetzt mal abgrenzen, hab gehört, das gehört zum guten Ton. *g*

Très Bonjour in Berlin-Mitte für mass-angefertigte Latex-Dessous; sehr empfehlenswert, insbesondere bei der sonst in Berlin gängigen unfreundlichen Beratung; habe dort kürzlich unter fachkundiger Beratung ein hauchdünnes, hautfarbenes Nichts von einem Etwas mit Schleife erstanden bzw. anfertigen lassen. Hier die Link-Empfehlung.

Zuletzt noch ein Link zu meinem Lieblingsblumenladen, der noch jede graue Stadtwohnung in Berlin-Mitte mit Duft und Schönheit erfüllt.
Cara-Tonga stattet auch die Residenz von Blixa Bargeld aus, der sehr viel von Musik, Ästhetik und einem langlebigen Leben in Berlin versteht. Wenn das keine Referenz für Berlin ist, weiss ich es auch nicht.

Das fiel mir heute am 4. Juli eben so ein; in der fussball-freien-Auszeit kommt man echt zum Nachdenken! Und heute freue ich mich aufs Theater. Volker Lösch und Roberto Elsinger laden in die Schaubühne ein.

Einen geruhsamen Sonntag wünscht Frl. A.

PS: falls ein LULU-Freund hier mitliest; die Realisierung des Stücks in London zieht sich seit der Bonitätskrise wie Kaugummi, ist jedoch nicht verloren (auch wenn manche Miesepeter und Neider davon träumen). Die Regisseurin, äh Sisyphos lassen grüssen. Ich werde rechtzeitig den Premieren-Beginn verkünden. Gut Ding scheint Weile zu haben.

PPS: Die Hitze macht mich fertich; ich wüßte nicht, wie ich Geld verdienen oder denken soll, wenn ich in der Sahara hocken würde bzw. wenn sich permanente Naturkatastrophen über einen ergiessen. Soviel zum Thema „Entwicklungsländer“. Der USA muß nun mit der Kraft der internationalen Geberländer geholfen werden, nicht nur, um erneuerbare Energien zu befördern – die Sonne ist eine globale und keine nationale Ressource -, sondern auch, um mit der geballten Kraft dicker und kluger Ärsche das Sprudeln der Ölquellen im Golf von Mexiko Einhalt zu gebieten. Propft ihn rein Ihr Experten! Wozu wurden sämtliche Forschungsgelder, gesponsort aus Steuermitteln, eigentlich ausgegeben, die sich unter „Technologiefolgenabschätzung“ subsumieren lassen?


Leben als Performance

obituary

mourning

Ich traf Sebastian Horsley das erste Mal während der „Stop the Traffic“ Demo 2009 (Traffic doppeldeutig; Strassenverkehr/Menschenhandel), als wir den Piccadilly Circus lahmlegten; dies als Auftakt eines mehrtägigen Events der Sexworker Open University in London. Sebastian, ein bekennender Liebhaber von Sexworkern aller Couleur, die er Zeit seines Lebens aufsuchte, lebte sein Leben in der Tradition des exzentrischen Dandyismus eines Oscar Wilde und Lord Byron, wie es sein deutscher Verlag betitelte, war charmant, klug, gewitzt, sarkastisch, melancholisch, sensibel, zornig und bezeichnete entsprechend seine Autobiographie auch als Dandy der Unterwelt. Sein turbulentes Leben endete nun prompt im jungen Alter von 47, er verstarb vorgestern an einer offenbar ungewollten Heroin-Überdosis in seiner Londoner Wohnung; am 9. Juni hatte übrigens das gleichnamige Bühnenstück Premiere, das bis zum 10. Juli laufen sollte, dies wurde nun ausgesetzt, weil Sebastians Doppelgänger Milo Twomey und die Crew des Soho Theatre die schockierende Nachricht erstmal verarbeiten müssen.

Sein Wunsch, in den Armen einer Prostituierten zu sterben, erfüllte sich nicht. Seine Autobiographie, die zunächst in England, im letzten Juli auch in Deutschland herausgebracht wurde, ist wirklich ein Knaller; übrigens gewidmet allen Rachels, damit meinte er seine Freundin und alle Frauen, denen er in seinem Leben begegnet war. Ich traf ihn zuletzt während der Buchpräsentation im Café Burger in Berlin, wo er mir meine englischsprachige Ausgabe mit folgenden Worten signierte: „My Dear Ariane, I think we ve met before. Did money change hands? Remember to read this with one hand. lots of love. Sebastian xxx“. Er erinnerte sich an unsere Begegnung in London im März 09, rätselte noch, ob Money zwischen uns geflossen war *lach* ihm hätte ich es auch umsonst besorgt bzw. er umgekehrt mir, er hatte ja in früheren Jahren als Callboy gearbeitet und es wäre sicher ein feiner Tauschhandel geworden.

Jedenfalls lud er mich bei meinem nächsten London-Aufenthalt zu sich nach Soho ein, nur leider kam ich nicht auf seine Einladung zurück, obwohl ich mir jedes Mal fest vornahm, ihn anzurufen, war meine Zeit vor Ort immer so kurz und ausgefüllt, daß ich keine Zeit für einen vergnüglichen Abend fand. Dies rächt sich nun wie auch manches andere, was man zu entscheidenden Zeitpunkten versäumt und unwiderbringlich verloren ist.

Seine Biographie läßt sich am besten als „Philosophy of the Boudoir“ bezeichnen, wie es The Chap bezeichnet hat. Sie ist nichts für schwache Nerven, da er mit einem gewaltigen Rundumschlag ausholte und von seiner Wiege bis heute schnörkellos seine eigenen Up and Downs beschrieb und auch mit seinem frühen Ableben kokettierte. Gewollt hat er es allerdings nicht, die Umstände seines Todes lassen keinen Schluss auf einen Suizid zu, er war sehr heiter und fröhlich in den letzten Monaten, nicht nur weil seine Biographie zur Aufführung kam, und er politisch gegen die Säuberungs- und Gentrifizierungspolitik von Soho mobil machte, auch Aussagen seiner Weggefährten lassen darauf schliessen.

Bekannt wurde er übrigens über die britischen Grenzen hinaus nicht nur wegen seiner Biographie, sondern auch, weil die USA ihm die Einreise „wegen moralischer Verkommenheit“ nicht erlaubte. Er hatte sich als Performancekünstler zuvor auf den Philippinen ans Kreuz nageln lassen und sich zu Drogenkonsum bekannt und dass er gern mit Prostituierten schlief. Übrigens hatte er ein Problem mit „Nähe“, führte meist on-off-Beziehungen und fühlte sich wohl deshalb in den Armen von Huren mit am wohlsten, Begegnungen in klar umrissenen, auch zeitlichen Grenzen, die Intimität und Nähe gewährten, denen aber keine Besitzansprüche von vereinnahmender Natur folgten. Ähnlich gehts mir übrigens umgekehrt und macht Callgirling für mich attraktiv. In der Liebe verliert man zumeist immer, insbesondere Energie, die man als ruheloser und rastloser Mensch, Künstler zum (Über-) Leben und Werken braucht.
I ll miss you Sebastian!!

Sebastian Horsley, performance artist, writer, meinem Bruder im Geiste
* 8. August 1962 † 17. Juni 2010 London


Sein deutscher Blumenbar-Verlag schrieb u.a. über ihn: „Seine Memoiren sind unbedingt lesenswert – denn »sie handeln davon, wie man im Rettungsboot tanzt. Cha-Cha-Cha!« Verena Lugert, NEON

Notiz im Independent: theres-a-fine-line-between-the-rebellious-and-the-farcical-2004813.html


Regel No 2

Don’t mix up Fashion-Victims with luxury goods. There is not truthfulness in power-shopping!