hengst

Ich bin schon ganz unruhig, weil ich in den nächsten Tagen auf einen Lederhengst treffe; und gestern abend wurde ich sowas von durchgef**** , dass ich heute mit wackeligen Knien und geschwollener Mu rumlief, rumkroch und jeden, der mir bei meiner guten und entspannten Laune krumm kram, in die nächste Pfütze pfefferte.  Leider werde ich in den nächsten Tagen keinen Blog-Eintrag einstellen können, weil ich sowas von besetzt bin und Theater spiele, vom 20.-23. Januar, immer abends. Ein kleiner Plausch im Darkroom,  ein Sprung in der Mittagspause oder am späten Abend ins Hotel ist selbstverstständlich möglich.

 

Du kannst natürlich dem Theaterstück beiwohnen und mich anschliessend abholen, mir Rosen in die Garderobe schicken oder mich einfach auf einen Drink einladen, mich entführen, mir deinen Schwanz in sämtliche erötenden Furchen schieben, mit und ohne Kommunikation; falls du noch Zeit neben deinen Businessterminen hast, gönne dir einen theatralischen und erotischen Ausflug mit einem durchtriebenen, konservativen, liberalen Luder;

hier mein Programm für die kommenden Tage und ich bin per SMS/Telefon am besten erreichbar ….


guck guck

Hi ihr Lieben, die ihr regelmässig meinen Blog aufsucht!

Ich hatte in den letzten Wochen einiges um die Ohren, wie manche sich bei Lektüre vorangegangener Postings sicher schon denken konnten. Eure kleine Rakete ist gerade wieder in Berlin gelandet und blickt entspannt und hoffnungsfroh auf die kommenden Wintermonate, die ich fast ausschliesslich in Berlin verbringen werde. Tagsüber probe ich zusammen mit den Girls für das Bühnenstück, am Nachmittag und Abend habe ich frei für ein Rendez-Vous, mit Triple-A-Herren & Schweinchen, die mich um meinen kontrollierten Verstand bringen – und ich sie …

Nur nächste Woche bin ich ein paar Tage – wie angekündigt – verreist und werde NYC unsicher machen, allerdings nicht als Escort, sondern in geheimer Mission. Darauf freue ich mich schon sehr! Es ist alles unglaublich, kleine und grosse Wunder, die derzeit passieren. Das Meckern über das Wetter überlasse ich gerne anderen … he he

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Und an all die Krittelkünstler, die sich reinen Herzens schon jetzt nach der Ankündigung des Theaterstücks von und an Volker Lösch virtuell abarbeiten, sei mit den offenkundig zeitlosen Worten von Karl Kraus gesagt:

>>Nicht eindringlich genug kann davor gewarnt werden, das Wesen der Dichtung in ihrer stofflichen Sonderbarkeit zu suchen. Eine Kritik, deren hausbackene Gesundheit sich über Dinge der Liebe den Kopf nicht zerbricht, hat schon im „Erdgeist“ nichts weiter als ein Boulevard-Drama sehen wollen, in dem der Autor „Krasses mit Zotigem gemengt“ habe.  Ein führender Berliner Geist hat die Ahnungslosigkeit, mit der er der Welt des Doppeldramas gegenübersteht, durch den Rat bewiesen, der begabte Autor möge nur schnell ein anderes Stoffgebiet wählen. Als ob der Dichter „Stoffe wählen“ könnte, wie der Tailleur oder der Wochenjournalist, der auch fremden Meinungen sein stilistisches Kleid borgt. Von der Urkraft, die hier Stoff und Form zugleich gebar, hat heute die deutsche Kritik noch keine Ahnung. Dass die offizielle Theaterwelt ihr Modernitätsideal im jährlichen Pensum ihrer geschickten Ziseleure erfüllt wähnt, daß der Tantiemensegen immerzu die Mittelmässigkeit befruchtet und die Persönlichkeit die einzige Auszeichnung geniesst, keinen Schiller-, Grillparzer- oder Bauernfeldpreis (oder wie die Belohnung für Fleiss, gute Sitten und Talentlosigkeit sonst heissen mag) zu bekommen – man ist gewohnt, es als etwas Selbstverständliches hinzunehmen. Aber nachgerade muss es erbittern, einen Dramatiker, der keine Zeile geschrieben hat, die nicht Weltanschauung und Theateranschauung zu absoluter Kongruenz brächte, und dessen perspektivische Gedankenreihen endlich über das armselige Milieugeschäft emporweisen, von der offiziellen Kunstwelt als ein Kuriosum behandelt zu sehen. Er ist „grotesk“. Und damit glauben die Gerechten, die in der Literatur immer zwei Fliegen mit einem Schlagwort treffen, ihn abgestempelt zu haben. Als ob das Groteske immer Selbstzweck einer Artistenlaune wäre! Sie verwechseln die Maske mit dem Gesicht und keiner ahnt, daß der groteske Vorwand hier nichts geringeres bedeuten könnte, als das Schamgefühl des Idealisten. Der auch Idealist bleibt, wenn er in einem Gedichte bekennt, daß er lieber eine Hure wäre, „als an Ruhm und Glück der reichste Mann“, und dessen Schamgefühl in viel tiefere Sphären langt, als das Schamgefühl derer, die an Stoffen Anstoss nehmen.

Der Vorwurf, daß man in eine Dichtung etwas „hineingelegt“ habe, wäre ihr stärkstes Lob. Denn nur in jene Dramen, deren Boden knapp unter ihrem Deckel liegt, läßt sich beim besten Willen nichts hineinlegen. Aber in das wahre Kunstwerk, in dem ein Dichter seine Welt gestaltet hat, können eben alle alles hineintun. Was in der „Büchse der Pandora“ geschieht, kann für die ästhetische wie – hört, hört – für die moralistische Betrachtung der Frau herangezogen werden. Die Frage, ob es dem Dichter mehr um die Freude an ihrem Blühen oder mehr um die Betrachtung ihres ruinösen Waltens zu tun ist, kann jeder wie er will beantworten. So kommt bei diesem Werke schliesslich auch der Sittenrichter auf seine Rechnung, der die Schrecknisse der Zuchtlosigkeit mit exemplarischer Deutlichkeit geschildert sieht und der in dem blutdampfenden Messer Jacks mehr die befreiende Tat erkennt als in Lulu das Opfer. So hat sich ein Publikum, dem der Stoff mißfällt, wenigstens nicht über die Gesinnung zu entrüsten. Leider. Denn ich halte die Gesinnung für arg genug. Ich sehe in der Gestaltung der Frau, die die Männer zu „haben“ glauben, während sie von ihr gehabt werden, der Frau, die Jedem eine andere ist, Jedem ein anderes Gesicht zuwendet und darum seltener betrügt und jungfräulicher ist als das Püppchen domestiker Gemütsart, ich sehe darin eine vollendete Ehrenrettung der Unmoral.

In der Zeichnung des Vollweibes mit der genialen Fähigkeit, sich nicht erinnern zu können, der Frau, die ohne Hemmung, aber auch ohne die Gefahren fortwährender seelischer Konzeption lebt und jedes Erlebnis im Vergessen wegspült. Begehrende, nicht Gebärende, nicht Genuss-Erhalterin, aber Genuss-Spenderin. Nicht das erbrochene Schloss der Weiblichkeit; doch stets geöffnet, stets wieder geschlossen. Dem Gattungswillen entrückt, aber durch jeden Geschlechtsakt selbst neu geboren. Eine Nachtwandlerin der Liebe, die erst „fällt“, wenn sie angerufen wird, ewige Geberin, ewige Verliererin – von der ein philosophischer Strolch im Drama sagt: „Die kann von der Liebe nicht leben, weil ihr Leben die Liebe ist.“ Dass der Freudenquell in dieser engen Welt zur Pandorabüchse werden muß: diesem unendlichen Bedauern scheint mir die Dichtung zu entstammen.<<

Quelle: Vortrag von Karl Kraus am 29. Mai 1905 – als Einleitung zu der von ihm veranstalteten (Privat-) Aufführung der „Büchse der Pandora“ in Wien.

 

Vorankündigung aus der Abteilung „Parental Advice“: in meinem nächsten Beitrag werde ich von meinem letzten anzüglichen Date berichten, wo ich mit Champagner und Kinder-Überraschungseiern gemästet wurde, meinem Spielgefährten mit seinem Einverständnis ordentlich auf die Füsse trat, mich mit wohlduftenden Tahiti-Kokos-Öl von oben bis unten einbalsamieren liess und ich mir aus reiner Freude in mein nicht vorhandenes Höschen machte.

 

Bis bald in diesem Kanal!

eure Diotima-Rakete