Olga


Kamera

Dieser Video Clip hat es mir auch angetan; mit mehrmaligem Kostümwechsel. Nicht ganz jugendfrei versteht sich. Erinnert mich an einen Hotelbesuch, der Herr wünscht mehrere Outfits

und hält die Kamera.

music and visuals by Hybryds


wenn Frauen gehen können

found this adorable clip on one of my fav sites of Violet Blue

enjoy! and happy weekend!


22° 34′ 0″ N, 88° 22′ 0″ E

Vielleicht erinnern sich manche meiner Leser an meinen Beitrag aus März „looking for funding„. Ich hatte lange gezögert, mich um ein Stipendium zu bewerben, da ich denke, dass Leute aus den Industriestaaten privilegiert sind und Stipendien vor allem all jenen zusteht, die nichts haben. Allerdings wurde ich dann darauf hingewiesen, dass es eine Quote für Europäer gibt, desweiteren verfügen ich und viele meiner Mitstreiterinnen nicht über die Finanzmittel, um mal eben eine Reise um den Globus zu machen. Und ehrlich gesagt, sind es in Deutschland und Europa nicht so viele, die Zeit, Energie und Interesse haben, um an einer internationalen Konferenz mitzuwirken, wenn die Anfahrtswege beschwerlich und das Klima tropisch ist. Jedenfalls hatte ich mich also mit einem Exposé beworben und erhielt vorgestern den ersehnten Brief, dass ich das Reisestipendium erhalten habe. Ich bin sehr froh darüber, ja ein wenig stolz, aber sehe dieser Reise im Juli auch mit etwas Sorge entgegen, was die gesundheitlichen Risiken betrifft. In Washington ist es durchaus bequemer. 😉 Was bewegt mich, diese Reise auf mich zu nehmen, bei Flugangst (Langstrecke), Impfmarathon und Malariagefahr vor Ort, wo auch die beste Prophylaxe keinen 100%igen Schutz gewährt? Und in West-Bengalen ist in dieser Jahreszeit erhöhtes Malaria- und Dengue-Fieber Risiko und Ansteckungsgefahr; die Monsun-Zeit mit viel Regen steht an, die die bösen Stechmücken nicht einfach wegwaschen wird und ich werde wohl eine Woche komplett verhüllt, eingesalbt mit Repellents und Gummistiefeln dort herummarschieren, wenn ich nicht gerade im Tagungsmarathon festhänge und per Twitter Bericht erstatte. Das gehört ebenfalls dazu, dass einige die Ereignisse in die Welt twittern, damit jene, die nicht dabei sein können, auf dem laufenden sind.
Ich war noch nie in den Tropen und habe aus verschiedenen Gründen Fernreisen immer vermieden, touristische Ausflüge locken mich nicht hinter dem Ofen hervor, auch keine Bullenhitze und hohe Luftfeuchtigkeit. Aber wie bei der Desiree Alliance Konferenz in Las Vegas vor zwei Jahren, erscheint es mir in Anbetracht der Weltlage und der politischen Situation und Gefahren für Sexworker angebracht, sich nicht nur über das Internet zu vernetzen und Diskussionen zu führen, sondern persönliche und enge Kontakte zu pflegen und global sowie lokal face2face zu agieren, damit sich Dinge ändern können. Der persönliche Austausch und politische Aktionen sind wirksamer, wenn man sich weltweit zusammenschliesst. Was mich besonders reizt, ist die starke Gewerkschaft Durbar mit 65.000 Sexworkern allein im Bundesstaat West-Bengalen, dort, wo ich hinfahre. Das ist weltweit einzigartig und ich werde über ihre Arbeit sicher viel in Erfahrung bringen, damit ich einen entsprechenden Input in Deutschland und Europa leisten kann.
Ehrlich gesagt, habe ich in der Vergangenheit bestimmte Reisen auch vermieden, weil ich nicht mit der teils extremen Armut konfrontiert werden wollte und keinen Sinn bislang darin sah, mit meinem weissen Arsch dort meine Aufwartung zu machen. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass es anderen Kulturen mehr schadet als nützt, wenn Europäer und Amerikaner sich dort breit machen; sei es als Tourist, Kolonialist oder Landkäufer, um Ressourcen und Menschen auszuplündern. Ich sehe da persönlich keinen Fortschritt, Textilien, High Tech zu Sklavenlöhnen, teils von Kindern, im Akkord produzieren zu lassen, mit denen wir uns im Westen ausstaffieren, um anschliessend unseren giftigen Zivilisationsmüll dorthin zu entsorgen und die Menschen krank zu machen. Das ist Fakt. Da ich aber schon einige Slums in den USA gesehen habe und bittere Armut in Deutschland und einigen Nachbarstaaten, denke ich, dass ich nicht allzu unvorbereitet bin, wenn ich in Indien sehen werde, wenn Menschen, mit fast nichts am Leib, auf den Strassen schlafen. Wahrscheinlich werde ich mich schämen, dass ich in meinem Leben nicht genug getan habe, um das Elend in der Welt ein klein wenig lindern zu helfen, wahrscheinlich werde ich mich auch schämen, dass ich zuviel meiner Lebenszeit mit schwachsinnigen Diskussionen, mit den falschen Leuten verbracht und mein Geld für unnützes Zeug ausgegeben habe, dass ich meinen Verstand nicht genügend eingesetzt habe, um damit wirklich Sinnvolles anzustellen, was vielen nützt. Davor hab ich Angst, denn diese Konfrontation wird kommen und ich weiss nicht, wie ich reagieren werde. Wahrscheinlich wird es überwältigend sein und für mein Leben eine grosse Erfahrung und richtungsweisend für andere Projekte, so hoffe ich. Aber Bammel hab ich schon ein wenig vor dieser Reise. Aber ich muss dorthin, irgend etwas treibt mich an, mit offenem Ausgang.
So genug davon fürs erste; muss jetzt los zum Tropenmediziner und morgen nach Hamburg zum sexy Filmfest 😉

Ein schönes langes Wochenende euch allen! (In Berlin ist heute kein Feiertag)

Update: Nachlese zum Sex Work Film Fest in meiner Kaufmich-Kolumne!


fast Mittwoch

Ich mache ja ungern Werbung für schlechte Filme, nichts anderes ist alleine schon die Erwähnung, die einem Film Aufmerksamkeit zollt und nicht verdient hat. So ist es auch mit dem recht gut laufenden Film „Whores Glory“, wenn man die Verkaufszahlen nimmt und den ich hier im Blog unter Vermischtes bereits erwähnt hatte. Zum Film habe ich eine ausserordentlich interessante Filmrezension im Sexworker-Forum entdeckt, die bereits im Standard/Austria erschien und mit „Verklemmte Mitleidssuppe“ getitelt wurde.

Wer davon löffeln möchte, sie ist als Text mit Kommentar im SW-Forum hier einsehbar.

zur Erinnerung:

Der Filmtrailer
http://www.whoresglory.at/trailer.htm
Leseprobe ins Buch zum Film
http://issuu.com/orange-press/docs/whoresglory?mode=window

***

Eine weiterer Film zum Thema ist ein Spielfilm über Escort-Service „Tag und Nacht“, der kürzlich in den Kinos angelaufen ist und von zwei Studentinnen erzählt, die als Callgirls arbeiten.

Ein Tagesspiegel-Artikel dazu hier.

Zur Entstehungsgeschichte des Films und Diskussion vorab im Sexworker Forum aus 2010

Nach meiner bisherigen Einschätzung ein weiteres Medienprodukt der Prostitutionsgegner- und Anti-Trafficking Liga.

Eine Film Rezension wird zu diesem Film noch nachgereicht.

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Ich spare derzeit auf die Realisierung eines eigenen Filmprojekts zum Thema, einer Doku, über die ich seit einem Jahr sinniere und wofür ich international reisen muss. Ich frage mich, ob ich überhaupt für irgendeine Art der Filmförderung in Frage komme, da ich ein Amateur in Sachen Film-Machen bin. Idee, Konzept ist stimmig und realisierbar und bin 100% sicher, dass es in ARTE-Programm passen würde, aber auch für andere Programme, z.B. BBC in Frage käme. Was deutsche Fördertöpfe betrifft, da hab ich doch Null-Chance. Vielleicht sollte ich mich an die Sender direkt und an private Stiftungen wenden. Was meint ihr? Bin für jeden Hinweis äusserst dankbar.


Linktips der Woche

Charlie Chaplin Complete – Filmfestival Babylon Berlin 15.7 – 17.8

Dr House Darsteller Hugh Laurie ist auch Sänger und Pianist. Davon kann man sich auf seinem neuen Album „Let them talk“ überzeugen.

CD ist auch mit Fotobuch, limitierter Edition lieferbar.

Klaus Kinski Talks 1 & 2 Doppel-DVD – click the pics

Annie Sprinkle zu Chester Brown’s Paying for it in der NY Times

Mehr von Annie Sprinkle zu Sex, Art and Activism in der NYT

mehr zu Chester in meinem Blog-Eintrag click hier


was diese Woche wohl so bringt …