Olga


Berlin Swinger

Fragen, auch aus meiner Bürger-Sprechstunde:

Ja, gibt es denn in Berlin geile Swinger Locations und so?

Meine Standardantwort:

Es gibt so viele Swingerclubs in Berlin, bspw. in Karlshorst, aber das ist alles scheisse unerotisch. Wenn man auf bizarr abfährt, weil einem das Insomnia gefällt, würde ich mit ihm in den Kitkat Club gehen und ihm auf der Toilette den Lolly lutschen, und falls die Dame nicht so darauf steht wie ich, in einen der Spielräume entführen, ihn fesseln und fertig machen.
Swinger Clubs sind Spiesser-Clubs, Kartoffelsalat, Aldiletten, billige Dessous und ein Humor wie bei einer Karnevalsveranstaltung, totales Kleinbürgertum, inkl. dem Drang nach Buletten.

Meine Lieblings-Spielplätze veröffentliche ich nicht. Weil dann wird es öffentlich und jeder Mallorca-Urlauber kommt da reingestiefelt. Ist jetzt schon teilweise schwierig mit dem Publikum.

Viel Glück!


VI Ich klage an

Sehr geehrter Bundespräsident,

sehr verehrte Bundeskanzlerin,

sehr geehrte Mitglieder aller Fraktionen im Hohen Haus,

sehr geehrte Bundestagsabgeordnete,

die Bundesratsvorlage ist ein Schmutzfleck auf den Namen Ihrer Regierung. Die Geschichte wird zeigen, dass Ihre Präsidentschaft es war, unter welcher eine Gesetzesverschärfung beitrug, das Leben von Bürgern und BürgerInnen, EU BürgerInnen in diesem Lande mit weitreichenden Folgen für ihre Gesundheit und Sicherheit zu gefährden.

Meine Pflicht ist es zu sprechen, ich will nicht Mitschuldige sein und ich könnte des Nachts kein Auge mehr zutun, für die Folgen einer Politik, die dazu beiträgt, dass Unschuldige für Verbrechen büssen, die sie nicht begangen haben. Wie ein Alptraum lastet es auf mir, vor allem weil ich im Bilde der Realitäten bin, deren Einzelheiten ich zu kennen glaube. Die furchtbare Rechtsverweigerung, und hier liegt der Keim, aus dem sich die wahren Verbrechen entwickeln. Eine gesellschaftliche Gruppe zu stigmatisieren und zu kriminalisieren, bedeutet den Mitgliedern dieser Gruppe, ihre Bürger- und Menschenrechte zu entziehen, auf die sie Anspruch haben.

Es ist auch eine Geschichte von Verrat, dass mächtige Gruppen und Celebrities nicht nur sich erdreisten, im Namen von Sexarbeiter Interessen zu sprechen, um daran nicht zu knapp zu verdienen, sondern jene, für die sie meinen zu sprechen, verhöhnen und diskriminieren, ihre Stimmen zum Schweigen bringen. Und wenn sich eine kleine Stimme lautstark erhebt, sie zu bevormunden, ja zu entmündigen, sie als Einzelfall abzutun, um ja eine mögliche repräsentative Kraft von vornherein zu leugnen und auszuschalten.

Sie haben sich mächtige Freundinnen und Lobbygruppen gesucht, die über die sexuelle Selbstbestimmung von Männern und Frauen in dieser Gesellschaft richten. Um sich über diese ungeheuerlichen diskriminierenden und ehrverletzenden verbalen Gewalttaten unter Zuhilfenahme erfundener Statistiken und als Fakten und Wahrheit gerierende Falschaussagen eine Gewissheit zu bilden, braucht man nur die Medienberichterstattung in den letzten Monaten zu verfolgen. Deutschland hat hier keinen Fortschritt zu verzeichnen, auch nicht im Vergleich zu Nachbarstaaten und Ländern mit Prostitutionsverboten, auch nicht, wie über Frauen, Männer, Trans* und Intersex* Menschen in der Sexarbeit geschrieben und gesprochen wird und an der Verfestigung des Stigmas mitwirkt, was ihnen in der Konsequenz, einen gleichwertigen Platz in der Gesellschaft einzunehmen, verweigert, sie ihrer Handlungs- und Freiheitsmöglichkeiten beraubt.

Sowohl in ihrem eigenen Interesse zu sprechen, als auch an Bedingungen mitzuwirken, die es erlauben würden, dass ihnen keine Gewalt zugefügt wird, sie stark genug sind, sich gegen Behördenwillkür, auch menschenrechtswidrige Behandlung durch Vollzugsbeamte zu Wehr zu setzen, sie der Gesellschaft erfolgreich die Stirn zeigen können, die sich in ihren Fantasien an ihnen aufgeilt, mit ihren Medien Kasse macht und sich regelmässig ihrer Dienste versichert.

Zunächst die Wahrheit über die Begründung der Gesetzesvorlage:

Die Begründung der Novellierung ist eine Lüge, die ich bereits entlarven konnte.

Die Ersteller dieser Bundesratsvorlage erscheinen mir als höchst verworrene Köpfe, ähnlich einer Öffentlichkeit, die Sensationsgeschichten und wahnwitzigen Fantasien nachjagt.

Es kann nicht sein, dass im Namen und zum Schutz unserer Rechte, das Recht gebrochen wird, man SexarbeiterInnen durch Kriminalisierungspolitiken und repressiver Massnahmen unser Menschsein weiterhin  beraubt, die Kriminelle gerade eben dadurch ermutigt, uns als Aussätzige und Rechtlose zu bewerten und behandeln, sie sich sicher fühlen, dass wir uns nicht zur Wehr setzen, wir eben nicht dazu ermutigt werden, Akte der Gewalt  ausreichend mit rechtlichen Schritten zu beantworten.

SexarbeiterInnen sind keine homogene Gruppe, wie jede andere durch zugeschriebene Klassifikationen bewertete und markierte soziale Gruppe. Wir sind Bürger mit legalem Status, die sich aus völlig unterschiedlichen und persönlichen Gründen, die die Öffentlichkeit nichts anzugehen haben, diese besondere Arbeit ausgewählt haben und nachgehen. Es benötigt keinster Rechtfertigung, sich zu erklären, warum man tut, was man tut. Genauso wie ein Anwalt, kein Arzt, kein Unternehmer sich für die Wahl seiner besonderen Tätigkeit, die mit berufseigenen besonderen Herausforderungen einhergeht, erklären muss.

Ich bitte Sie, daran mitzuwirken, dass in Deutschland, den Nachbarstaaten und allen Ländern dieser Welt, eine die Grund- und Menschenrechte respektierende Politik einzuleiten und umzusetzen, die das Leben und die Gesundheit von SexarbeiterInnen stärkt und sie nicht beschädigt. Wir sind weder „Schnäppchen“ noch Randexistenzen, die sich in der bürgerlichen Gesellschaft verlaufen haben. Wir wissen durchaus, was wir tun und mit wem wir etwas tun. Frauen und Männer, deren Leben durch Gewalt, Misshandlung und Ausbeutung auf dem Spiel steht, Menschen, Kinder, die durch verachtungswürdige Gewalt in Sklaverei geraten sind, ihnen allen gilt nicht nur mein Mitgefühl, sondern auch mein Engagement. Bitte hören Sie auf, im Namen von Menschenhandel und dem Kampf gegen sexuelle Ausbeutung die Sexarbeit zu kriminalisieren. SexarbeiterInnen in aller Welt verurteilen jede Form von Gewalt und Ausbeutung und es bedarf weiterführender und gemeinschaftlicher Initiativen, um gegen jede Form von Sklaverei und Ausbeutung vorzugehen, auch die Unterstützung von Initiativen und Ansätze, die in internationalen Sexworker-Organisationen selbst entwickelt und erfolgreich in autonomen Best Practice Projekten umgesetzt werden: in Indien, Australien, USA und Neuseeland.

Ich warte auf Ihre Antwort.

Hochachtungsvoll

Ariane G. Berlin 13. Oktober 2012

1.      The World Charter on the Rights of Prostitutes; Brussels. 1985 http://www.bayswan.org/ICPRChart.html

2.      The Sex Workers‘ Manifesto. Kolkata. 1997 http://www.bayswan.org/manifest.html

3.      The Taipei Declaration of Sex Worker’s Human Rights. Taipei. 1998 http://coswas.org/archives/1351

4.      The Durbar Vision. SEX WORKERS, HUMAN RIGHTS. Kolkata 2003

5.      Sex Workers: Part of the Solution. Cape Town 2003.

6.      Sex Workers in Europe Manifesto.  Brussels. http://www.sexworkeurope.org/images/phocadownload/manbrussels2005.pdf

7.      Declaration on the Rights of Sex Workers Brussels 2005 http://www.sexworkeurope.org/images/phocadownload/dec_brussels2005

8.      Stella, l’amie de Maimie. eXXXpressions: Forum XXX Proceedings, Montreal, Canada, 2006. http://www.chezstella.org/stella/?q=en/follow

9.      Sex Workers Human Rights and the Fight Against HIV Montreal 2006

10.     The Global Working Group on HIV and Sex Work Policy Draft Reworking of the UNAIDS Guidance Note on HIV and Sex Work. Delhi 2007

11.     St. Pauli Protocol.  Hamburg April 2008

12.     Recommendations of the African Sex Worker Alliance. Pretoria  October 2009

13.     Wards of the state: Young sex workers‘ special vulnerability to HIV and AIDS under the law. Vienna 2010 http://www.plri.org/resource/wards-state-young-sex-workers-special-vulnerability-hiv-and-aids-under-law

14.     The Sex Worker Forum Declaration.  2010 http://www.sexworker.at/SWdeclaration.pdf

15.     Sangram Bill of Rights. Sangli 2010

16.     NSWP Smart Guide on Sex Work and HIV: Only Rights Can Stop the Wrongs. Vienna 2010 http://www.nswp.org/page/smart-guides

17.     The Pattaya Draft Declaration. Pattaya. October 2010 http://plri.wordpress.com/2010/10/15/pattaya-draft-declaration-on-sex-work-in-asia-and-the-pacific-2010/

18.     Sex Worker Open University Manifesto London 2010 http://www.sexworkeropenuniversity.com/manifesto.html

19.     The Kolkata Call to Action, Sex Worker Freedom Festival 2012 http://twitpic.com/afscxn/full

20.    Sex Work and the Law in Asia and the Pacific http://www.snap-undp.org/elibrary/Publication.aspx?ID=699


Atonale Flötentöne

+++ Neue Anwärter für die aktuelle Saison gesucht +++

Vielleicht wird Sie mein Frühjahr/Sommerprogramm 2012 auf ausgewählten Bühnen begeistern

Beim diesjährigen Festival für Atonale Flötentöne „Goldschwanz Variationen“ würde ich gerne in folgenden Disziplinen mit Ihnen gemeinsam reüssieren:

– eine Po-Diskussion nach rheinisch-britisch-berlinerischer Manier:
„Fragen & Antworten: Does semen really clear up my skin?“

– Wanted! Suche noch Aktmodelle für meine Herbst-Ausstellung: „Brief Encounters – Scetches from intimate moments“, in dt. Übersetzung: „Begegnungen mit verwählten Triple-A-Preisträgern – eine Sammlung von Zeichnungen in intimen Momenten“

– Einzelsessions im Begleitprogramm „Tiere, Menschen, Dreibeiner: Wortgefechte um die zukünftige Bezeichnung des Freiertums“? Danach ein heisser BJ und ein kaltes Bier.

– Für Lehrlinge: „zwischen Girlfriendsex + ungewöhnlichen Momenten: Einführung für Unentschiedene“

– „Persönliche Klagemauer: eine Interrogation“.
Thema: „Schlechtes Gewissen, gute Gefühle. Müssen Schuldgefühle beim P6 wirklich sein?“ Abbitte und Ablasshandel in der Moderne vorgeführt von Ihrer knieenden Dienerin. Gehen Sie erleichtert, erheitert und beschwingt nach Hause.

– „Wanderausstellung: der Arianengraben“. Steigen Sie ab in die unendlichen Tiefen meiner heissen Lustgrotte und werden Sie Zeuge von Eruptionen, die Ihre und meine Leibeskräfte herauswirbeln, um sich in einen reizenden Fluss zu verwandeln.

Die Endorphine schlagen Salti? Plane nicht, lebe! Ich freue mich auch über Anfragen und Einsendungen von Kurzentschlossenen.

Ihre Ariane Broadband


LULU in Berlin

Abb. Sopranistin Mojka Erdmann

Andrea Breth inszeniert Alban Bergs LULU an der Staatsoper unter der Leitung von Daniel Barenboim. Ein guter Grund, nach Ewigkeiten die Oper zu besuchen. Premiere 31. März.


echt Lust

Eine Frage der Erreichbarkeit 😉

Habe einige wunderbare Tage mit vielem zwischen den Ohren verbracht. Nein, nicht das, was ihr jetzt denkt.

War in ein Funkloch gefallen und der schnelle Blick ins Internet unmöglich; musste mich auf die Anhöhe einer Wiese begeben, um nach mehrfachen Suchen minimalen Empfang zu finden, um eine SMS zu beantworten. War durchaus vergnüglich und erholsam. Der Druck der ewigen Erreichbarkeit und Permanent-Verfügbarkeit mit Reaktionsgeschwindigkeit war mit einem Mal weg. Eine interessante Erfahrung. Auch deshalb  und überhaupt habe ich beschlossen, die Nummer von meiner Website zu nehmen, da ich tagsüber immer seltener ad hoc aus einem ruhigen Umfeld reagieren kann. Daher ist es sinnvoller, wenn ihr, die ihr mich nicht kennt, über Email zunächst mit mir Kontakt aufnimmt und wir eine Zeit zum persönlichen Plausch vereinbaren. Herren, die ich gut kenne und schätze, können mir natürlich auch weiterhin eine SMS schicken und ich reagiere asap. Meinetwegen von einer Frühlingswiese hinter den Bergen bei den sieben Zwergen.

 

bis dann!

Ariane


Skyline|s

1

wonderful view!

Matt Lemon Photography

[14] Skyline.s - Matt Lemon Photography. All Rights Reserved.

Sunset over Oberbaum Bridge. Berlin, Germany. © Matt Lemon Photography. All Rights Reserved.

“Berlin’s most beautiful and most photographed bridge is the two storied Oberbaum Bridge across the Spree. It links two former boroughs that are now one: Friedrichshain in the former East Berlin and Kreuzberg in the former West. Both districts are known for their interesting nightlife.” The bridge has become an important symbol of Berlin’s unity and appears prominently in the 1998 filmRun Lola Run and the 2004 film The Bourne Supremacy. [Source: freetoursbyfootWikipedia]

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escort wrap-up

aus der Reihe: ein Sexcort mummelt sich ein

Die Tage sind kurz und kalt, Zeit sich einzumummeln, zu kuscheln und auf die kommende Heizungsabrechnung mit Spannung zu blicken. Nun ist es mir zwar gelungen, fast sämtliche meiner Betätigungsfelder ins Warme zu verlegen, die Einkäufe durch einen Lieferservice herbeischaffen zu lassen, hausfrauliche Aspekte der Nahrungszubereitung zu vernachlässigen und sogar Scheuerlappen muss ich noch nicht einmal mehr mit Gummihandschuhen anfassen; und warum das alles? Um Energien für wichtigere Dinge zu sammeln; die Möglichkeit auf Knien rumzurutschen behalte ich mir anderen, kostbareren Momenten vor.

Trotzdem gilt es, den Weg von einem warmen Nest ins andere gelegentlich zu überbrücken, wobei mich hier Taxifahrer eskortieren – immerhin, das zweitälteste Gewerbe der Welt -, an deren Nörgelei ich mich mittlerweile gewöhnt habe. Es gibt auch schon einen Berliner Taxifahrer, der aus seiner Not mit seinen Passagieren ein Buch zusammengefriemelt hat. Vielleicht komme ich ja vor. Ich bin gleich zu einer Buchbesprechung geladen, allerdings geht es nicht ums Taxi fahren, sondern um Sex.  Es treibt  mir schon den Angstschweiss ins Gesicht, wenn ich daran denke, welch noble Gesellschaft mich gleich erwartet, der alte Berliner Adel City-West. Morgen werde ich berichten, wie es mir bei hoher Promi-Dichte ergangen ist und auch, ob der Schweiss durch die winterliche Kühle gemildert werden konnte. Aber ich will nicht undankbar sein und schaue optimistisch einem noch kälteren Winter entgegen und einem privaten Zwischenstop, wo auch im Winter die Palmen noch grün sind. Eigentlich mag ich den Winter, wie auch jede andere Jahreszeit, alles wird langsamer, zumindest ich, und ich kann Energien sammeln.

So, ich muss los. Die Taxe wartet. Komm ja schon …


ich kann nich mehr

Drei Tage Trash, Dauerbeschallung, hübsche Mädels, bizarre Typen vom Feinsten, viele Kerlchen mit dicken Eiern und Kameras in den Pfoten. Ich liebe es und werde morgen wieder dort sein, obwohl ich total geschlaucht bin. Der letzte Tag der Venus Messe in Berlin. Bei hochsommerlichen Temperaturen Marketing, Kommunikation und Performances getrieben. Zwischendurch haben wir draussen im Park relaxed, ich hab sogar einen kleinen Private Porn gedreht. Das war eine ganz spontane Sache. Chrissy und ich waren mehrfach von jungschen Kerlen umringt und einer war äusserst charmant und nett. So haben wir dann schnell beschlossen, in den Park zu gehen, wo sie ihm einen tollen BJ verabreicht hat. Ich liebe ja diese schnell und schmutzig Nummern zwischendurch und hab höchstselbst ein schnell-und-schmutzig-Filmchen abgedreht.
Zur Messe: sie hat nicht an Attraktivität beim Publikum eingebüsst, war gestern und heute stark besucht. Sie ist jedoch kleiner geworden, ich tippe auf 40% weniger Ausstellungsfläche als in den Vorjahren.

(Nachtrag zum letzten Messetag heute: wie ich erfuhr, findet parallel zum gleichen Zeitpunkt eine Erotikmesse in München statt. Bei so einer Fehl-Planung ist es natürlich kein Wunder, dass Berlin sich verkleinert hat. Ausserdem wurde der ursprüngliche Termin kurzfristig geändert und vorgezogen, in den Zeitraum, der für die Berliner Kunstmesse reserviert war. Sie wurde diesjährig abgeschafft, was mich nicht wirklich verwundert hat. Leider wurden nicht alle Erotik-Aussteller über den neuen Termin informiert und schlecht kommuniziert, ausser man stand in irgendeinem Newsletter, sodass es viele Aussteller über drei Ecken oder per Zufall erst erfuhren. Das nennt man Fehlplanung, da Aussteller üblicherweise lange im voraus planen.
Auch sind gestern die Pommes ausgegangen, sodass es heute nur Currywurst mit Brötchen gab, die waren noch dazu pappig. Also liebe Berliner Messe, ihr braucht eine vernünftige PR Abteilung, auch eure Emails wurden im Vorfeld nicht beantwortet. Verhält sich in etwa so, wie wenn Verkäuferinnen sich verstecken, sobald der nächste Kunde naht… nur nicht ansprechen und so.)

Auffällig: keine Sexmaschinen mehr vor Ort, nur ein Stand mit meinen Lieblingen, den Puppen; auch die Porno-Produzenten haben sich nicht blicken lassen, dafür umso mehr Amateur-Porn-Websites; my Dirty Hobby hat eine ganze Halle belegt mit wirklich gutem Non-Stop-Rahmenprogramm und heissen Performances. Das Berlinintim Anzeige-Portal hatte einen Riesen-Stand, dort wurden auch Life-Vorstellungen angeboten, öffentlich sowie hinter verschlossenen Türen. Mir ist überhaupt aufgefallen, dass viele Vorstellungen hinter geschlossenen Türen stattfanden, ob Dildo-Shows, Lesbo-Shows oder Strip-Shows, die Herren mussten 10€ Eintritt aufwenden, um reinzukommen. Dann war der mobile Trupp von poppen.de und kaufmich.com unterwegs, wo ich u.a. mitgewirkt habe und nette Kolleginnen kennengelernt habe, die ich sonst nur virtuell von ihren Sedcards kannte. Mit Chrissy bin ich auch gestern und heute über die Messe gezogen, dazwischen ein Gläschen Sekt geschlabbert, kurz einen Kaufrausch erlegen. Aber die hohen Hacken bzw. Stiefel waren einfach klasse und der Preis noch dazu, hab mir gleich noch einen Rock und ein heisses Shirt gegönnt. Der Verkäufer war super nett, wir plauderten ein wenig und er erzählte, dass ihm am frühen Abend die ganze Tageskasse von einigen Tausend Euronen von einer Profi-Bande geklaut worden sei; er war etwas zerknirscht, aber unter den Umständen meinte er, dass es keinen Sinn mache, sich darüber zu grämen, es wäre das erste Mal passiert, Life must go on. So eine Einstellung finde ich klasse, anstatt über Dinge zu zetern, die man nicht mehr rückgängig machen kann. Also immer schön aufpassen, es sind viele professionelle Diebe, nicht nur in Berlin, unterwegs.
Tja, ausserdem hat man versucht, mir und Chrissy Silikontitten zu verkaufen. Natürlich waren die „Beraterinnen“ hübsche, gebräunte und silikonisierte junge Damen. 3.300€. Operiert wird in Stettin, also jenseits der Zonengrenze. An uns haben sie sich allerdings die Zähne ausgebissen, aber ich fand das Gespräch interessant und habe viele Fragen gestellt, die man mir nicht beantworten konnte. Hatte erstmalig so ein Implantat in der Hand gehalten, einfach furchtbar, die Oberfläche war rauh und dick. Überhaupt ist Silikon in den U.S. schon lange verboten. Also für mich ist das nix, ich hab so hübsche 75B Boobs, die stehen wie eine 1 und passen zu meinen gesamten Proportionen. Ich persönlich finde grosse, schlanke Mädels mit kleinen Brüsten ästhetischer; auch wohlgeformte Kurven finde ich mal ganz schön, aber gerade im Vergleich bei der Messe, wo so viele Girls rumlaufen, sind mir die ganz schlanken Girls mit wenig bis kaum Brust am meisten aufgefallen. Klar, wenn man sich als Porn-Star verkaufen möchte, lohnt ggf. solch eine Vergrösserung, zumindest in der professionellen Porn-Industrie. Aber der Erfolg der Amateur-Porns zeigt doch, dass es um was ganz anderes geht, was die Zuschauer immer mehr sehen wollen. Echte Geilheit und kein Abgespule, Stöhn-Stöhn von Band, natürliche Frauen, die tatsächlich Lust am Sex haben. Und die sind im Regelfall schlank und nicht mit Silikon zugedröhnt. Natürlich gucke ich auch gerne mal auf melonengrosse Brüste, aber eher wie das Kaninchen auf die Schlange starrt, weil es so seltsam und bizarr anmutet. Hat natürlich auch einen gewissen Charme. Übrigens die Silikon-Puppen, die man sich als Lebensabschnittbegleiterinnen kaufen kann, kosten um die 8000€ bei „The Power of Dream“. Die Verkäufer mochten es garnicht leiden, wenn man als Besucher die Körper anfasste. Ich riet ihnen gestern, ein Schild zu zimmern: anfassen verboten. Heute sah ich dann ein entsprechendes Schild. Das sind doch recht hochwertige Materialen und keine aufblasbaren Teilchen. Obwohl: die müssen bei ihrem Käufer sicher einiges aushalten. Es gibt ja schon Puppen, die auch sprechen können. Die Japaner haben kürzlich welche entwickelt. Davon wussten die Verkäufer von „The Power of Dream“ allerdings nichts. Der Käufer bzw. Lebensabschnittsgefährte der Puppe kann das selbst programmieren: wahrscheinlich wird sie nicht sagen „Liebling, ich kann heute nicht, ich hab Migräne“. Apropos Migräne. Hatte mich mit Chrissy vor Publikum auch über Lustbarkeiten ausgetauscht und meine These vorgestellt, dass Sex bei Kopfschmerzen hilft, übrigens auch bewirkt, dass die üblichen Regel-Schmerzen ausbleiben. Körperliche Artistik, Bewegung ist das beste Rezept, um die Muskeln zu entspannen. Chrissy hat die gleiche Erfahrung wie ich gemacht. Also Männers, wenn eure Frau euch beim nächsten Mal versucht, mit dieser Standardabsage abzufertigen, sagt ihr, dass zwei Damen vom Fach bewiesen haben, dass Vögeln bei Kopf- und Bauchschmerzen helfen. Sie werden es euch vielleicht danken. *gg*
Es liefen auch viele beschwipste Messe-Besucher mit irrem Blick rum. Das liegt natürlich nicht nur an den Hupen, die einen von sämtlichen Plätzen entgegenspringen, sondern auch an Getränken, die teils gratis verteilt wurden. Natürlich immer im Blick, eine grössere Bestellung entgegen zu nehmen. So war es auch bei dem Getränk namens „Ficken“. Ja so heisst der Tropfen wirklich. Auf Rückfrage teilte man mir mit, dass das Markenamt zunächst Probleme machte, Ficken als Markenname für ein Getränk zuzulassen, aber letztlich hatte es dann doch geklappt. Ich schätze, man hat auch hier die Beamten mit ein paar Gläschen „Ficken“ gratis manipuliert. Schmecken tut es jedenfalls wie Genever.
Es gab auch einige Porn-Stars oder Möchtegern-Porn-Stars, die sich selbst vermarkten, was ich ja immer gut finde. Zum Beispiel fiel mir Eve Deluxe auf mit irre grossen Brüsten. Sie veranstaltet auch gewisse Parties. Am schönsten fand ich allerdings die Namensgebung einer anderen Aktrice, nämlich „Aische pervers“. Ich bat sie um ein Autogramm, dass jetzt gerade neben meiner Tastatur liegt.
Naja bei den Toys gabs wenig Innovation. Am grössten Toystand liegen Tausende verschiedener Plastikteile aus, made in china oder so. Ich hatte mir mal vor ein paar Jahren so ein Ding dort gekauft. In Hellblau mit vielen schönen weissen Perlen inside. Das Ding hat gerade mal zwei, drei Nummern gehalten, dann war es platt. Jedenfalls interessierte sich Chrissy, als wir dort vorbei kamen, für einen Anal-Plug mit bunten Glitzersteinen. So was gab es dort allerdings nicht. Dann haben wir ein wenig mit den Vibratoren und Vibro-Eggs geflirtet und jemand kam mir damit an meine Muschi. Also hoppala, also kurz auf dem Stöffchen meines Rockes. Mein Gott, sofort kam der Verkäufer angehetzt und hat uns eine Standpauke gehalten bla bla. Der hat nicht einmal zugehört, dass das Vibro-Egg nur mit dem Stoff geflirtet hat, ohne Slip und Hautkontakt. Wir sind dann weiter gezogen. Übrigens, mir ist völlig schleierhaft, warum die Fun Factory so begehrt ist. Die Vermarktung arbeitet mit gutem Design, ob Läden oder Messestand, aber die vielen bunten Teilchen erinnern mich eher an die Quietsche-Ente in der Bade-Wanne, mit der ich sonntäglich spiele. Offenbar wird das Zeug gekauft. Ich finde, Dildos, die nicht aussehen wie Schwänze, sondern wie ein Delphin, sind eh eine Lachnummer. Kommt offenbar bei diversen Toy-Kaffeekränzchen im Eigenheim gut an. Das ist doch schlichtweg die Austreibung des Erotischen aus der Erotik. Das ist vergleichbar wie wenn ich mir einen Smiley-Aufkleber auf die Stirn kleben würde und sage: fick mich, ich bin eine High-Class-Schickse. Das ist wirklich eine echte Lachnummer. Genauso bescheuert, wie sich einen Metall-Analplug mit Swarowski-Stein in den Allerwertesten zu schieben und gleichzeitig in einem schicken Restaurant ein 4-Gänge Menü zu verkosten. Diese Story habe ich schon öfter von Kolleginnen gehört, die entsprechende Date-Anfragen durchzogen. Was soll daran bitte schön sexy sein? Gut, ich werde so etwas auch garnicht gefragt. Die Herren, die mich auswählen, sind eh etwas Besonderes. Und wenn mich jemand fragen würde, würde ich „umgekehrt“ die Prozedur anempfehlen. Mal schauen, ob ihm der Hauptgang dann noch schmeckt. *gg*
So, das wars fürs Erste und wahrscheinlich war es das auch schon endgültig. Meine Messe-Auslese. Wenn mir noch etwas originelles widerfährt, lasse ich es euch natürlich wissen. Ich bin wirklich geschafft, so etwas passiert mir selten.

Ein schönes, langes Wochenende euch allen!

PS: Ich entdeckte auch einen Messe-Stand der Berliner Aidshilfe, der jedoch recht verwaist anmutete. Auf meine Anfrage, ob das Messe-Publikum sich für die Informationen interessiere, schüttelten beide Berater den Kopf und einer meinte: „nee, die Heteros wissen offenbar schon alles über geschützten Verkehr“. *Ironie-Smiley* on. BTW: Ich sprach auch mit vielen Leuten, ob Messe-Besuchern oder Girls, die professionell werkeln, über Sexworker Rechte, wozu ja alle gehören, die in der Erotik-Szene werkeln (Porn-Darsteller etc.). Blubb, sowas hatte noch keiner von ihnen gehört. Ob Engländer, Amerikaner oder Deutsche, sie waren wirklich irritiert. Allerdings sehr interessiert und neugierig, was es damit auf sich hat, mit Interessenvertretung, Zusammenschlüssen, Sicherheitsstandards. Hier konnte ich etwas Abhilfe schaffen.

viele Grüsse, euer ungezähmtes Wildpferd


alle Jahre wieder

kommt zwar nicht das Christkind, aber die VENUS nach Berlin, die europäische Erotik-Fachmesse. Porn-Stars und Cam Produzenten, Adult-Entertainment-Plattformen, die neuesten Web-Produkte, virtuelle Kontaktbörsen sind dort ebenso vertreten, wie Hersteller von Dildo-Innovationen und Sexmaschinen, die ich vor Jahren dort getestet habe. Mit Life Performance und Live-Orgasmus. *gg* Ausserdem war ich als Hostess am Gemeinschaftsstand des Berliner Werbeportals Berlin Intim aktiv, wo sich auch erstmalig Bordelle aus Berlin, Betreiber und Damen der Horizontalen vorstellten und gerne alle Fragen des Publikums beantworteten. Ich hatte dort u.a. meine Love School vorgestellt, auch hübsche Flyer dafür anfertigen lassen, manch ein Messebesucher wollte sogar, dass ich sie signiere. *g* Jedenfalls war das ein Riesenspass mit all meinen Kolleginnen und Kollegen und ich werde diesjährig, also ab morgen für ein paar Tage wieder dort rumturnen, Promotion und Performance treiben und sicher wieder einige Bekannte treffen, worauf ich mich schon freue. Die Leute aus dem Sex-Biz sind meist recht unkomplizierte Leute. Besonders haben es mir die schwäbischen Tüftler und Sex Maschinen Hersteller angetan, auch auf die japanischen Sex Dolls und Sex Robots freue ich mich. Ihr erkennt mich am Kaufmich Shirt, die dort erstmalig aktiv sind. Voraussichtlich trage ich Perücke und einige Buttons meiner politischen Freunde und werde mich auch zum Thema Sexworker Rechte öffentlich auslassen.

Hier ein paar Impressionen von meinem letzten Venus-Besuch. Mal mit, mal ohne Perücke, ein ganz schlimmer Finger. Bis bald, ich halte euch auf dem laufenden … bleibt mir gewogen!:D

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