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beware: the trafficking trap and cargo cult science
This blog is from 2010 and still valid. I d like also to add the fact of „cargo-cult-science“ (Richard Feynman) is in full bloom.

Sex Work Policy, the blog

by Cheryl Overs.

Over the last few months I have been reading and writing about sex work and law. I have had the chance to comment on several excellent papers as they are being written and had some wonderful opportunities to work with skilled and knowledgeable activists in human rights, the women’s movement, HIV and sexual and reproductive health.  I have also had some great opportunities to learn from sex workers and hear the conversations that are taking place within the movement.

Of course there is plenty to say about so many aspects of sex work and law globally.  Much of it is being said by far more articulate people than me andthe PLRI website is dedicated to making that information accessible.  http://www.plri.org. Here I want to mention two issues that strike me as high priorities.

1.      A BIG MESS  : Sex workers have almost no say in research  and…

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short notice

I just published another blog about the Sex Worker Freedom Festival Kolkata I joined this summer on the German adult dating site Kaufmich. I m also blogging on this site because it is a good network and place for virtual outreach. I also give a short introduction for forthcoming struggles around the German Prostitution Act. I m about to rationalise arguments to tackle the bill and I ll send it out later to all sex work related message boards and forums, to people and places online and offline, to create feedback, to improve my arguments and find consensus. I claim for fully decriminalisation, the exact opposite to licencing schemes and other changes to be planned by Conservatives (CDU/CSU) and German abolitionists. There are also many other people across all parties who argue for licensing and follow the abolitionist pitfall and trafficking trap. Thanks to the team Scarlet Alliance and many other people around the globe I follow and who work hard on that issue locally, regionally and internationally, I can find a lot of good arguments and knowledge to adapt to the specific German situation. I believe in the right ideas to empower and I m sure to be able to connect to many more to explain people to convince about the disharming effects of decriminalisation. Because there is still no sex worker organisation in Germany, we must find other ways to build alliances and fighting together with our allies. I m optimistic. Wish me luck.

German Update: Passend dazu und quasi als Einstimmung ist einer meiner letzten Beiträge hier zu verstehen.

22° 34′ 0″ N, 88° 22′ 0″ E

Vielleicht erinnern sich manche meiner Leser an meinen Beitrag aus März „looking for funding„. Ich hatte lange gezögert, mich um ein Stipendium zu bewerben, da ich denke, dass Leute aus den Industriestaaten privilegiert sind und Stipendien vor allem all jenen zusteht, die nichts haben. Allerdings wurde ich dann darauf hingewiesen, dass es eine Quote für Europäer gibt, desweiteren verfügen ich und viele meiner Mitstreiterinnen nicht über die Finanzmittel, um mal eben eine Reise um den Globus zu machen. Und ehrlich gesagt, sind es in Deutschland und Europa nicht so viele, die Zeit, Energie und Interesse haben, um an einer internationalen Konferenz mitzuwirken, wenn die Anfahrtswege beschwerlich und das Klima tropisch ist. Jedenfalls hatte ich mich also mit einem Exposé beworben und erhielt vorgestern den ersehnten Brief, dass ich das Reisestipendium erhalten habe. Ich bin sehr froh darüber, ja ein wenig stolz, aber sehe dieser Reise im Juli auch mit etwas Sorge entgegen, was die gesundheitlichen Risiken betrifft. In Washington ist es durchaus bequemer. 😉 Was bewegt mich, diese Reise auf mich zu nehmen, bei Flugangst (Langstrecke), Impfmarathon und Malariagefahr vor Ort, wo auch die beste Prophylaxe keinen 100%igen Schutz gewährt? Und in West-Bengalen ist in dieser Jahreszeit erhöhtes Malaria- und Dengue-Fieber Risiko und Ansteckungsgefahr; die Monsun-Zeit mit viel Regen steht an, die die bösen Stechmücken nicht einfach wegwaschen wird und ich werde wohl eine Woche komplett verhüllt, eingesalbt mit Repellents und Gummistiefeln dort herummarschieren, wenn ich nicht gerade im Tagungsmarathon festhänge und per Twitter Bericht erstatte. Das gehört ebenfalls dazu, dass einige die Ereignisse in die Welt twittern, damit jene, die nicht dabei sein können, auf dem laufenden sind.
Ich war noch nie in den Tropen und habe aus verschiedenen Gründen Fernreisen immer vermieden, touristische Ausflüge locken mich nicht hinter dem Ofen hervor, auch keine Bullenhitze und hohe Luftfeuchtigkeit. Aber wie bei der Desiree Alliance Konferenz in Las Vegas vor zwei Jahren, erscheint es mir in Anbetracht der Weltlage und der politischen Situation und Gefahren für Sexworker angebracht, sich nicht nur über das Internet zu vernetzen und Diskussionen zu führen, sondern persönliche und enge Kontakte zu pflegen und global sowie lokal face2face zu agieren, damit sich Dinge ändern können. Der persönliche Austausch und politische Aktionen sind wirksamer, wenn man sich weltweit zusammenschliesst. Was mich besonders reizt, ist die starke Gewerkschaft Durbar mit 65.000 Sexworkern allein im Bundesstaat West-Bengalen, dort, wo ich hinfahre. Das ist weltweit einzigartig und ich werde über ihre Arbeit sicher viel in Erfahrung bringen, damit ich einen entsprechenden Input in Deutschland und Europa leisten kann.
Ehrlich gesagt, habe ich in der Vergangenheit bestimmte Reisen auch vermieden, weil ich nicht mit der teils extremen Armut konfrontiert werden wollte und keinen Sinn bislang darin sah, mit meinem weissen Arsch dort meine Aufwartung zu machen. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass es anderen Kulturen mehr schadet als nützt, wenn Europäer und Amerikaner sich dort breit machen; sei es als Tourist, Kolonialist oder Landkäufer, um Ressourcen und Menschen auszuplündern. Ich sehe da persönlich keinen Fortschritt, Textilien, High Tech zu Sklavenlöhnen, teils von Kindern, im Akkord produzieren zu lassen, mit denen wir uns im Westen ausstaffieren, um anschliessend unseren giftigen Zivilisationsmüll dorthin zu entsorgen und die Menschen krank zu machen. Das ist Fakt. Da ich aber schon einige Slums in den USA gesehen habe und bittere Armut in Deutschland und einigen Nachbarstaaten, denke ich, dass ich nicht allzu unvorbereitet bin, wenn ich in Indien sehen werde, wenn Menschen, mit fast nichts am Leib, auf den Strassen schlafen. Wahrscheinlich werde ich mich schämen, dass ich in meinem Leben nicht genug getan habe, um das Elend in der Welt ein klein wenig lindern zu helfen, wahrscheinlich werde ich mich auch schämen, dass ich zuviel meiner Lebenszeit mit schwachsinnigen Diskussionen, mit den falschen Leuten verbracht und mein Geld für unnützes Zeug ausgegeben habe, dass ich meinen Verstand nicht genügend eingesetzt habe, um damit wirklich Sinnvolles anzustellen, was vielen nützt. Davor hab ich Angst, denn diese Konfrontation wird kommen und ich weiss nicht, wie ich reagieren werde. Wahrscheinlich wird es überwältigend sein und für mein Leben eine grosse Erfahrung und richtungsweisend für andere Projekte, so hoffe ich. Aber Bammel hab ich schon ein wenig vor dieser Reise. Aber ich muss dorthin, irgend etwas treibt mich an, mit offenem Ausgang.
So genug davon fürs erste; muss jetzt los zum Tropenmediziner und morgen nach Hamburg zum sexy Filmfest 😉

Ein schönes langes Wochenende euch allen! (In Berlin ist heute kein Feiertag)

Update: Nachlese zum Sex Work Film Fest in meiner Kaufmich-Kolumne!


Komm‘ unter meinen Schirm

Mein Beitrag zum Internationalen Hurentag! ist hier erschienen.

Internationaler Hurentag: Sexarbeiter haben keine Lobby!

Heute ist der 2. Juni und „Internationaler Hurentag“, Geburtsstunde der europäischen Hurenbewegung. An diesem Tag im Jahr 1975 besetzten ca. 100 Prostituierte eine Kirche in Lyon, um erstmalig auf die Kriminalisierung ihrer Arbeit öffentlich aufmerksam zu machen.
Bis heute haben Sexarbeiter keine politische Lobby. Wir sind auf Kombattanten angewiesen, die sich für unsere Interessen engagieren und einer liberalen Rechtsprechung das Wort reden. Leider ist das geltende Prostitutionsgesetz unzureichend umgesetzt. Rechtssicherheit wird verhindert, indem Sonderregelungen Sexarbeit kriminalisieren und einschränken. Verbotszonen bewirken die Verdrängung der sichtbaren Prostitution in Randgebiete und ihr Abtauchen in den Untergrund. In vielen Bundesländern wird das Prostitutionsgesetz ignoriert, die Gewerbezulassung mit der Begründung „sozial unwertiger Arbeit“ verweigert, weshalb viele Kolleginnen in illegalisierten Räumen arbeiten. Aufgrund der mangelnden Durchsetzung unserer Rechte ziehen viele Sexworker die anonyme Arbeit vor. In der Praxis gilt das Sittenwidrigkeitsverdikt. Es führt dazu, dass unsere Dienste gerne in Anspruch genommen, aber uns Mitspracherechte aberkannt werden. In der Wahrnehmung vieler Bürger werden wir nicht als Menschen wahrgenommen, sondern als „Betroffene“ oder etwas Dinghaftes. Entmenschlichung und die Aberkennung unserer Würde führt zu risikoreichen Arbeitsbedingungen. Nur sensibilisierte Männer sind gute Kunden, die uns mit Anstand und Wertschätzung gegenübertreten.

Kunden wie Sexarbeiterinnen können sich nicht outen, um laut und hörbar ihre Interessen zu vertreten. Es bedeutet den Verlust ihrer sozialen Existenz.

Die Medienindustrie verheizt das Rotlicht, schlecht recherchiert und mit Falschaussagen unterlegt, wirkt es in den Köpfen des Publikums.
Über Prostituierte wird gesprochen, selten mit ihnen: Quoten-Huren werden zu Talkshows eingeladen, die den Prostitutionsgegnern kaum schlagkräftige Argumente entgegen halten oder hoffen, einen profitablen Nutzen aus der indirekten Werbung für sich oder ihren Betrieb zu schlagen.

Dies hat zur Folge, dass der Sexarbeit, ihren vielfältigen Erscheinungsformen, der Komplexität dieses anspruchsvollen Gewerbes, der Vielfalt unserer Lebensläufe kaum Ausdruck gegeben wird, sie in entmündigender Weise von Prostitutionsgegnern und Populisten vor sich hergetrieben werden, mit dem Segen eines akademischen „Expertentums“ samt Zahlenzaubers, das die Öffentlichkeit regelmässig mit pseudo-wissenschaftlichen Ergebnissen traktiert, um vor allem eines zu erreichen: die Rücknahme des Prostitutionsgesetzes, also die Abschaffung der Prostitution.

Jedem geschichtsbewussten Menschen mit gesunden Menschenverstand ist klar, dass Sexarbeit zur Kulturgeschichte der Menschheit gehört und Verbote in aller Welt Prostitution nicht abschaffen, Sexarbeiter höchstens unkalkulierbaren Risiken aussetzen.

Wenn wir über die Ursachen von Sexarbeit und ihres gesellschaftlichen Umgangs in aller Welt sprechen, müssen wir über die jeweils geltende Sexualmoral nachdenken, darüber, das Sexualität ein natürliches Begehren ist und warum Gesellschaften, die die „legitime“ Ausübung privater Sexualität, die Sex an Liebe und im Dienste der Reproduktionsmacht verordneter Normen bindet, keine anderen kulturellen Formen des Umgangs mit Sex gefunden haben ausser Prostitution.
Die Gesellschaften müssen sich befragen lassen, warum sie die Vorteile des Konsums und der Globalisierung selbstverständlich in Anspruch nehmen, aber die Kehrseite ignorieren, bis die Armut an der eigenen Haustüre anklopft. Sie muss sich befragen lassen, warum eine Agrarpolitik es zulässt, Menschen in ihrer Heimat auszuhungern, die sie um des Überlebens willen erst veranlasst, Grenzen zu überschreiten.
Was ist von einer Kirchenpolitik zu halten, die in Afrika Schamanismus betreibt und keine menschenwürdige Sexualaufklärung, mit der Folge, das Millionen Menschen an den Folgen von HIV sterben?
Was bedeutet eine Sexualmoral, die im Zölibat einer psycho-sexuellen Vergewaltigung das Wort spricht, mit der Folge, dass das Thema Kindesmissbrauch an den Pfeilern der Kirche nagt? Wem nützen Politiken, die Opfer schaffen?

Sie nützen der Aufrechterhaltung des Status Quo, also Machtinstitutionen, die befinden, was die Norm ist und die sich zynischerweise keinen Deut um das menschliche Wohlergehen scheren, soziale Ungleichheit und Chancenungerechtigkeit garnicht ausschalten wollen, weil es ihnen nützt; die eine Welt der Konsumenten heranzüchten, zugunsten einer Ideologie, die Menschen als „Ware“ wahrnimmt, die Grassroot-Bewegungen wie die Sexworker Rights Bewegung ignoriert.

Sexarbeiter in aller Welt wissen um die traurigen Tatsachen sexueller Ausbeutung und Sklaverei und relativieren nichts. Wir verweigern lediglich, dass man uns unsere Selbstbestimmung abspricht und wir fordern, dass wir in politische Diskussionen und Entscheidungen eingebunden werden, die unsere Arbeit berührt. Sexarbeiter Rechte sind Menschenrechte!

Mehr zum Thema im Kaufmich-Blog, mit tollen Statements von Escorts und Männern. Wer dort registriert ist, kann auch an der virtuellen Demo teilnehmen. Die Seite ist seit 24h für einen Tag lang komplett beschirmt! Danke an das Kaufmich-Team!

Wer über Facebook verbunden ist, kann dort anlässlich dieses Feiertages an der Online-Demo teilnehmen!

Heute Mittag um 12h am Brandenburger Tor werden einige von uns sich zu einem Flashmob (no Demo) dort einfinden und im Gänsemarsch zum Reichstag marschieren! Bringt einen roten Schirm mit!
Alle Escorts, Huren, Kunden-Männer und Verbündete sind eingeladen!

Bringt einen roten Schirm mit, als Kunden seid ihr Verbündete! Spass legal! In Berlin, Deutschland, jetzt und in Zukunft!

Ich zähle auf euch! Bis morgen!

kisses
Ariane

PS: Und vergisst nicht, dass das liberale Prostitutionsgesetz in Deutschland derzeit zu einer Novellierung ansteht und nur Prostitutionsgegnerinnen aus mächtigen Kreisen zu einem CDU-Hearing im Juni eingeladen sind. Ich habe zur Gesetzesnovellierung mir anderswo in Foren einen Wolf geschrieben.


Sprachlos

in Berlin. Sorry, bin derzeit etwas ruhig hier, dafür umso rühriger anderswo. Gestern abend habe ich mal wieder ein wenig Krawall gemacht; war für die Eröffnung einer Vernissage als Krawallschachtel eingeladen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Habe tolle Leute kennengelernt und einen Bekannten wieder getroffen, den ich noch aus meiner Heimatstadt kenne. Mit ihm habe ich vor ca. 2 Jahren mein erstes Tape aufgenommen, also ein Performance Tape meiner ersten Schritte in Stand Up Comedy. Ihm habe ich gestern erzählt, dass ich dies an den Quatsch Comedy Club eingeschickt habe und dort die Antwort erhielt, das sei kein Comedy und viel zu traurig vom Thema und so … die deutsche Comedy Kultur ist auch eine völlig andere, als was ich darunter verstehe. Ich langweile mich bei Mario Barth und Co und auch der Fingerzeig und die Volksaufklärung im politischen Kabarett geht mir in Deutschland auf den Keks. Ich mag Stand-Up-Comedy im ursprünglichen Sinne, wo es diese Grenzen garnicht gibt und diese Tradition ist anderswo angesiedelt, nur nicht in Deutschland und Berlin. Ein Escort, eine Frau, die sich über sich selbst lustig macht und dies mit politischen Themen vermischt, darüber lachen eher Londoner oder New Yorker. In Berlin wird meist die Frage gestellt, ist das jetzt eine Rolle, die ich spiele oder bin ich quasi authentisch. Grübel, grübel. Anderswo war und ist jedem klar, dass ich authentisch bin, sonst könnte ich ja nicht so luzide darüber sprechen und auch die bebende und zittrige Stimme manchmal zeugt von einer gewissen Authentizität. Das Publikum gestern abend war jedenfalls sehr wohlwollend und sympathisch; vorher habe ich die Kinder rausgeschickt, Adults only he he … nee die blieben aber, hab auch keine vulgären Kraftausdrücke gebraucht und ähnliches. Jedes Kind oder Jugendlicher ist doch dankbar für Erwachsene, die etwas anders sind. Das unterscheidet die Kindheit und Jugend, wo nicht jede Differenz platt gemacht wird, eher neugierig macht. Es gibt nichts schöneres als mit Kindern, Jugendlichen und neugierigen, offenen jungen Menschen zu kommunizieren. Die stellen immer die richtigen Fragen. Gott sei Dank haben sich diese Fähigkeit auch einige Ältere bewahrt, aber soviele sind es dann doch nicht. Meine Einschätzung.

War jedenfalls sehr schön gestern und ich hoffe, mehr dieser Abende in Berlin zu erleben. Hab auch keine Lust mehr, zum Lachen ausser Landes zu fliegen.

Mehr fällt mir gerade nicht ein, ausser euch ein schönes, behagliches Wochenende zu wünschen.

eure Krawallschachtel


Frohes Fest!

The Daily Suck