Kekse

Mir hat mal eine erfahrene Puffmutter und Ex-Prostituierte vor vielen Jahren gesagt, dass im Puff niemals gekocht werden darf, damit die Essengerüche nicht die Kunden vergraulen. Außerdem sei es für die Kunden abtörnend, wenn sie in einen Puff gehen und Frauen treffen, die gerade Nudeln oder Kuchen essen, schmatzend aufstehen und die Vorstellungsrunde absolvieren. Niemand wünscht sich eine Mutti im Puff, außer als Rollenspiel.

Gestern warb eine Domina in ihrem Twitter Channel für Keksrezepte mit Keksfotos und es kam die Frage auf, ob Kunden sowas lesen möchten. Ich denke nein und schlug vor, doch zwei Accounts aufzusetzen, einmal einen professionellen Domina Account ohne Keksrezepte und einen privaten Account mit Keksrezepten. Was meint Ihr denn dazu?

Ehrlich gesagt, kann ich den Erfahrungen der erwähnten Puffmutter nur zustimmen. Essen ist nicht wirklich ein Lockangebot im BDSM Bereich, außer Zwangsfütterung. Ich hab selbst als Domina und Fetisch Escort gearbeitet und es gibt tatsächlich Dominas, die Stärke und Selbstbewußtsein ausstrahlen und nicht das Image der verschwitzten Hausfrau.

Das ist doch genauso abturnend wie Freier berichten, wenn sie Huren in Privatwohnungen in der Platte besuchen und kleine Kinder durch die Wohnung toben. Alternativ hockt der arbeitslose Ehemann bei Kaffee und Kippe nebenan in der Küche und wartet mit der Bulldogge, bis Mutti wieder aus dem Schlafzimmer kommt.

Eine Domina hat üblicherweise keinen Sex, aber normalerweise sollte sie eine gewisse Erotik ausstrahlen, um Kunden zu ködern. Das gehört zum Geschäft. Außer der Kunde ist eine kostenlose Zofe, die man mit Keksen erfreuen kann. Schließen Erotik und Keksrezepte sich also im Selbst-Marketing aus oder nicht? Ich freue mich auf eine Antwort.


3 Kommentare on “Kekse”

  1. In den fkk-clubs gibt es üblicherweise einen Nebenraum, wo ein Büffet steht. Dort können sich auch die Frauen versorgen. Das funktioniert ganz gut, weil die räumliche Trennung da ist und Gerüche, Küchengeklapper und so weiter gibt es auch nicht.

    Ich stimme der Aussage aber zu, dass der Kontaktraum oder die Vorstellungsrunde absolut getrennt sein müssen vom Essen. Das trifft übrigens auch genauso für die Toilettenräumlichkeiten zu. Eine Frau ist (nicht nur) im Puff eine Bühnenfigur, eine Illusion: schön, rein, genießbar. Die Illusion darf nicht gestört werden.

  2. In den fkk-Clubs gibt es üblicherweise einen abgetrennten Raum, in dem ein Büffet angeboten wird. Daran können sich auch die Frauen bedienen. Das funktioniert, weil der Raum getrennt oder abgerückt ist von den Kontakträumen oder den Vorstellungszimmern, und Essensgerüche, Küchengeklapper, Servierbewegungen usw. kommen im Kontaktbereich nicht vor. Die fkk-Clubs sind auch dafür gedacht, dass sich die Gäste dort länger aufhalten, in der Regel mehrere Stunden.

    Generell ist aber richtig, dass der Erotik-Bereich getrennt sein muss von allem, was mit Essen zusammenhängt, Essbereich und ebenso der Toilettenbereich dürfen niemals zusammen wahrnehmbar sein. Frauen sind (nicht nur im Puff) eine sorgfältig vorbereitete Inszenierung, eine Illusion. Die darf nicht gestört werden.

  3. Ariane sagt:

    Genau, und zu einer pefekten Inszenierung inkl online Marketing gehören keine Kekse.


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