Kohle: Kapitel 40

In der Nuttenrepublik ist jeder schuldig. Man braucht nicht vom Westen aus mit Naserümpfer auf andere korrupte und autoritäre Staaten schauen, nur weil im Land der Saubermänner Kriminalität unter dem Radar stattfindet und Geldwäsche immer in legalen Transaktionen eingebettet ist.

Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Und das gilt auch für die Prostitution, solange vielen Huren die Möglichkeiten fehlen, sicher und gesund, also professionell zu arbeiten.

Zumindest aus Sicht der Polizei und Strafverfolgung waren Huren selbst schuld, wenn was schreckliches geschah. Wenn Sexarbeiter in den USA gegen Gewalt demonstrierten, hiess es, die sind doch selbst dafür verantwortlich oder sie wissen nicht, was sie tun.

Die feministische Politik des Sexkaufverbots glaubte, mit einer Art Gehirnwäsche Männer von ihrem außerehelichen Triebleben befreien zu können und Prostituierte auf den Pfad der Tugend zurück zu führen, denn Prostitution sei grundsätzlich selbst gefährdendes Verhalten wie Rauchen.

Tatsächlich ging die Gefahr von vielen Männern aus, wie in der Gesellschaft insgesamt. Narzißten, Sadisten, Stalker, Betrüger, Mörder, Pädosexuelle waren überall unterwegs und terrorisierten Frauen und Kinder. Nicht nur in der Prostitution. Es gab auch deshalb keine offizielle Statistik für ermordete Prostituierte. Oft steckte Beziehungsgewalt dahinter.

Nadine hatte am Aufbau mehrerer geschützter Räume für Sexarbeiter mitgearbeitet und war nicht taub und blind gegenüber Aussagen und Berichten der Kolleginnen, die ihre Solidarität verdienten. Deshalb wollte sie einen Beitrag zu ihrem Schutz leisten und entwickelte virtuelle Zugänge zu Wissensressourcen in jedweder Form.

Im Prinzip bräuchte es für alle Menschen, nicht nur für Prostituierte, geschützte Räume und Foren zum Erfahrungsaustausch und für Warnungen, damit man von jeder neuen Bekanntschaft ein Background Screening machen konnte, um nicht auf chronische Stalker, Betrüger, Unterhaltsverweigerer, Kriminelle und aggressive Gewalttäter und Täterinnen herein zu fallen.

Jeder Mensch braucht natürliche Resilienz und deshalb eine Firewall als Abwehrschutz vor Gefahren. Aber der rigide Datenschutz und neoliberale Wachstumsdenke, die nicht in Sicherheit investierte, stand im Wege, genauso wie beim aufspüren krimineller Netzwerke im Internet. Die Kriminellen, Incels und anonymen Gewalttäter freuten sich diebisch über den europäischen Datenschutz und konnten ihre Machenschaften weiter ungestört ausüben.

Genauso wie das heilige Schutzschild der Kirche Schutz vor Strafverfolgung und Heimat für Pädosexuelle bot. Hier stimmten die Mitglieder mit den Füßen ab und die hohe Zahl der Kirchenaustritte führte zum Verfall dieser mächtigen Institution, die wahrscheinlich schon 2050 Geschichte sein würde.



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