Kohle: Kapitel 17

Wenn man das Privileg einmal hatte, schön gewesen zu sein, ist der Absturz natürlich umso schmerzlicher. Jetzt hatte sie den Körper einer Kartoffel, die Schamlippen und Apfeltitten hingen, das Gesetz der Schwerkraft schlug zu. Manchmal zeigte sie ihrem Mann stolz die behaarte Muschi und machte sich über die Fettfotze lustig.

Manchmal kniff sie in ihre buschige, fette Fotze, um zu fühlen, ob sich noch was regt, aber sie hatte nur noch abstrakte Erinnerungen an ihre eigene Lust und Sexverkehr.

Den Mann ließ sie schon seit 10 Jahren nicht mehr ran, da die Libido im Keller war. Zu Geburtstagen schenkte sie ihm einen Gutschein mit einem Blowjob Jahrespaket. Exakt ein Blowjob im Monat gab es ohne Geld und der Gutschein war eine Art Währung, weil nur Geld sie geil und glücklich machte. Einmal Hure immer Hure.

Sie wusste, dass Naturkosmetik auch nur den Gesetzen des Marketing folgte und fast alles Fake war, aber sie kaufte trotzdem diese Produkte, die ihr vorgaukelten, dass sie nach der abendlichen Pflegeroutine in einem Bett aus Rosenblättern einschlief.

In jüngeren Jahren hatte sie auch damit geliebäugelt, wie das Klischee einer Prostituierten auszusehen, um mehr Umsatz zu machen. Dazu hatte ihr eine Puffmutter nützliche Tipps gegeben. Sie blondierte ihre Haare und liess sie lang wachsen, später sogar künstlich verlängern. Auch ihre Fingernägel, an denen sie immer nervös knabberte. Es war eine Tortur, wenn die aufgeklebten Plastiknägel mit UV Licht bestrahlt wurden, um den Lack zu trocknen und sie zuckte immer mit schmerzerfüllten Blick zurück. Sie war eine schwierige Kundin.

Diese Kosmetikerinnen waren alles Sadisten, genau wie ihre Mutter, die ihr als Fußpflegerin ein einziges Mal die Füße behandelt hatte. Ja mißhandelt, weil es höllisch weh tat. Seitdem ließ sie niemanden an ihre Füße und Hände und bereute auch die Haarverlängerungen, die wie Antennen vom Kopf abstanden. Wenn sie mit ihren Händen durch die Haare strich, spürte sie immer diese ekligen Plastikschläuche zwischen den Fingern. Wie der Schlangenkopf der Medusa wimmelten diese Würmer auf ihrem Schädel herum und sie ließ sie nach der kürzesten Zeit wieder entfernen.

Letztlich gewann die Einstellung überhand, dass sie auch nicht wie das Klischee einer Prostituierten aussehen wollte, sondern eher wie ein Top Model. Mit flachen Brüsten konnte man Haute Couture tragen, was wesentlich ästhetischer aussah, als die Plastikbrüste und Schlauchboot-Lippen einer Pornodarstellerin. Aber die Männer wollten genau das. Eine Schlampe ficken, die auch so aussah. Eine Schlampe, deren Körper eine einzige Einladung zum Sex signalisierte. Die den Männern ihre Riesentitten ins Gesicht drückte, die mit ihren eingeölten Prachtarsch Nüsse knacken konnte.

Dazu fehlte Nadine die natürliche Ausstattung und sie musste mit ihrer Naturgeilheit überzeugen, die auch nicht gespielt war. Nach jeder Sexparty, die sie im 2-Wochen Turnus organisierte, ging sie anschließend noch in den Swingerclub, um sich von zumeist primitiven und notgeilen Männern befingern zu lassen. Es waren herrliche Jahre an der Sexfront.

Nadine selber trug in ihrer Werbung nur Leder und Blusen, die hoch geschlossen waren. Sie fand es auch unästhetisch mit gespreizten Beinen vor einer Wand zu stehen oder mit hoch gerecktem Po auf einem Bett zu knien. So sahen die meisten Werbeanzeigen von Prostituierten ja aus.

Lieber wirkte sie kühl, zurückhaltend und unnahbar als einladend. Obwohl sie keine Domina war. Sie wollte, dass nur die coolsten und intelligentesten Männer den Weg zu ihr finden und die Lust hatten, die Nuß zu knacken. Ihre Unnahbarkeit zum Schmelzen zu bringen. Und mit diesem Selbstmarketing war sie erfolgreich, obwohl oder weil sie nur sehr wenige Kunden hatte und das Geld gerade einmal dazu ausreichte, zwei Schnäbel zu füttern. Und das war ausreichend, um nicht um Stütze zu betteln.



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