Ich fordere Schmerzensgeld und Renten für Opfer von Kundengewalt

Kürzlich habe ich mit meiner Mutter Urlaub auf Sylt gemacht. Leider war es nicht so erholsam wie erhofft, weshalb ich im Juli/August unbedingt nochmal für ein paar Tage in den Urlaub fahren muß. Gleich nach meiner Rückkehr mußte ich ins Krankenhaus und eine aufwendige Untersuchung über mich ergehen lassen. Die Diagnose ist leider nicht gut ausgefallen. Jetzt habe ich noch eine weitere chronische Erkrankung, eine Pankreatitis, die tödlich enden kann.

Hauptursache für meine geschädigte Bauchspeicheldrüse sind die Psychopharmaka, die ich einnehmen muß. Ich finde das alles maßlos ungerecht. Leider finde ich auch keinen Arzt, der mich mit alternativen Behandlungsmethoden behandelt und mich begleitet, die Psychopharmaka abzusetzen. Das ist nämlich ziemlich riskant, da ich mit hoher Wahrscheinlichkeit dann einen Rückfall haben werde und wieder in der Psychiatrie für 2-3 Monate lande. Das würde auch bedeuten, daß ich natürlich in dieser Zeit nicht arbeiten kann. Ich liebe meine Arbeit.

Ich bin jedenfalls total wütend. Die Psychose, mit der ich mich lebenslang rumschlagen muß, habe ich ja aufgrund von Gewalt und Traumata in der Sexarbeit erlitten. Die Medikamente, die ich deshalb nehme, haben in den letzten Jahren meine Bauchspeicheldrüsenentzündung ausgelöst, die sehr gefährlich ist und tödlich enden kann. Ich muß nun meinen gesamten Lebensstil umstellen und abstinent leben, einen Ernährungsplan aufstellen.

Außerdem muß ich die gefährlichen Psychopharmaka weiternehmen, bis ich eine alternative Behandlungsmethode gefunden habe. Das bedeutet, daß ich weiter Pillen schlucken muß, die die Pankreatitis befeuern.

Ehrlich, warum gibt es kein Schmerzensgeld und eine Opferrente für Sexarbeiterinnen, die Kundengewalt und Traumata erlitten haben? Das würde mich zwar nicht gesund machen, aber es wäre ein kleiner Ausgleich, der mein Leiden anerkennt und damit auch die Schuld der Täter.


6 Kommentare on “Ich fordere Schmerzensgeld und Renten für Opfer von Kundengewalt”

  1. Christian_who sagt:

    Alternativ könnte ggf. ein Joint helfen. Aber ohne Alkohol dazu.

  2. Ariane sagt:

    Ja hab ich schon gehört, dass man Psychosen alternativ mit CBD (ohne THC) behandeln kann. Die Tagesdosis kostet 120€ und ist für mich unerschwinglich. Siehe dazu auch den folgenden Artikel in der SZ https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/cbd-oel-gesundheit-rechtslage-1.4413846 Dort steht auch, dass Cannabidiol eine Alternatve zu Amisulprid sein kann, genau das Teufelszeug, dass ich einnehme. Hab ja schon einige durch und wg schwerer Nebenwirkungen gewechselt.

  3. Liebe @ariane,
    leider kann ich keine wertvollen Tipps geben, wie man Deine Probleme therapieren kann. Ich drück Dich und wünsch Dir ganz herzlich Heilung und Glück.
    Liebe Grüße,
    Deine Friederike

  4. Ariane sagt:

    Vielen Dank 🙏 Friederike!!! Glück kann ich brauchen. Deine Ariane

  5. 64er sagt:

    Es ist wieder einer dieser Doppelmoralfälle.
    Jeder andere arbeitende Mensch ist durch die Berufsgenossenschaft abgesichert und wird bei Spätfolgen unterstützt.
    Steuern zahlen, dafür sind Sexworker gut.
    Es ist so absurd

  6. Ariane sagt:

    Es gibt für Sexworker eine Berufsgenossenschaft, aber die ist für Unfälle zuständig. Nicht für Vergewaltigung und andere Kundengewalt. Dagegen gibt es bislang keine Absicherung.


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