Massagen im jüdischen Puff

Während meiner Odyssee durch Großbritannien arbeitete ich in meiner Anfangszeit in einem jüdischen Puff in Nord-London, der als Massagesalon getarnt war. Jüdisch deshalb, weil hier ausschließlich jüdische Kunden verkehrten und das Management, ein Ehepaar jüdisch waren.

Sie fanden es alle ulkig, dass ich die einzige deutsche Sexarbeiterin dort war. Jedenfalls hatte ich auch orthodoxe Kunden, die sich eine full-body-massage gönnten. Währenddessen unterhielten wir uns, meist über Philosophie. Es sind ja sehr gelehrte Leute unter den Orthodoxen. Wir unterhielten uns über Gershom Sholem, Walter Benjamin. Michel Foucault war leider nicht im Angebot. Ich konnte da etwas mitreden, da ich ja zuletzt in einem Institut für deutsch-jüdische Geschichte gearbeitet hatte, in Verbindung mit Lehrverpflichtungen.

Eines Tages bzw. nachts gab es einen antisemitischen Anschlag auf den Puff. Das Haus wurde mit antisemitischen Graffities besprüht. Außerdem prangte das Wort „Whores“ auf der Fassade. In einer Nacht-und-Nebel Aktion entfernte ich die Schmierereien. Die Manager waren gerade in Spanien, wo sie eine Residenz hatten und einige Tage Urlaub machten. Außerdem mußte ich eine Frau im Kleiderschrank verstecken, die sich illegal im Land aufhielt. Aber das ist eine andere Geschichte.


One Comment on “Massagen im jüdischen Puff”

  1. Hans sagt:

    und dann?


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.