guck guck

Ihr Lieben,

es ist nun mehr als zwei Jahre her, seit ich mich aus dem Biz verabschiedet hatte. Jene, die es noch nicht wissen, nachdem ich es in zwei Foren gepostet habe: Mich hatte es gesundheitlich arg erwischt. Ein Tabu, worüber man nicht offen spricht: ich hatte eine Psychose und wurde mit Medikamenten behandelt. Ausserdem mache ich eine Therapie bis zum heutigen Tag. Ich hatte leider auch negative Erfahrungen in der Sexarbeit gemacht; diese waren aber nicht die einzige Ursachen für meine Erkrankung, da kam einiges mehr zusammen.

Jedenfalls hab ich die Phase des self-blaming und self-shaming hinter mir gelassen und ich gucke schon sehr viel entspannter in die Zukunft. Daher wage ich es auch, wieder gelegentlich als Escort zu werkeln. Ich hab es schon sehr vermisst. Leider war mir zwischenzeitlich meine Website Domain abhanden gekommen, die ich leichtsinnigerweise gekündigt hatte; eine gute alte Domain, die bei Google recht hoch rangierte. Nichts desto trotz hab ich von der Namensgebung eine leicht abgewandelte Domain  gefunden, die ich langsam aber sicher zu neuem Leben erwecke.

Mir gehts augenblicklich sehr gut. Habe im Juni einige Reisen ins In- und Ausland unternommen, die alle mit politischer Arbeit im Rahmen der Sexworker Rechte zu tun hatten. Allerdings halte ich mich politisch sehr zurück, da mir mein jahrelanges Engagement nebenbei ein Burn-Out eingebracht hatte.

Im Rahmen meiner Reisen hab ich einen lieben Kunden erstmalig wieder getroffen, mit dem ich in der Vergangenheit tolle Abende in London verbrachte. Diese Begegnung hat auch meine Lust wieder belebt und mich sexuell nach vorne gepuscht.

Ich fühle mich gewissermassen wie neu geboren. Seit meiner Erkrankung blicke ich ganz anders auf die Welt, habe gelernt, jeden Tag zu geniessen, bin viel entspannter und ausgeglichener als jemals zuvor.

Ich bin beruflich noch anderweitig engagiert, weshalb ich auch nicht von jetzt auf gleich verfügbar bin. Eine gewisse Vorlaufzeit brauche ich schon.

So, das wars fürs erste ….

liebe grüsse an euch

ariane


3 Kommentare on “guck guck”

  1. alivenkickn sagt:

    Hallo Ariane

    Schön wieder etwas von Dir zu hören. Noch schöner ist es das Du Deine Krise mit Hilfe von Professionellen gemeistert hast, es Dir wieder besser geht und Du weiterhin auf dem Weg der Genesung bist.

    Es ist in der Tat ein Tabu über Krankheiten wie eine Psychose oder auch Depression zu sprechen – schreiben. Ich kann das sehr gut nach-mitempfinden. Gut das Du aus diesem „Tabu“, diesem Kreislauf ausgebrochen bist.

    Was soll einem auch schon passieren wenn man darüber mit Anderen kommuniziert? Im worst case Scenario mögen sich Menschen die man mag und von denen man glaubte sich Ihnen anvertrauen zu könnenund dann erlebt das sie sich von einem abwenden. Das ist anfangs zwar heftig aber letztendlich kein Verlust.

    „Ich fühle mich gewissermassen wie neu geboren. Seit meiner Erkrankung blicke ich ganz anders auf die Welt, habe gelernt, jeden Tag zu geniessen, bin viel entspannter und ausgeglichener als jemals zuvor. “

    Dieses Gefühl kenne ich sehr gut. So ging es mir auch nach einem 12 wöchigem Aufenthalt in der psychsomatischen Abteilung einer Klinik vor vielen Jahren. Diese Zeit, diese Erfahrung war, so heftig es teilweise auch zuging, das Beste was mir in meinem Leben passiert ist.

    Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute und Liebe auf dem Weg Deiner Genesung.

  2. Christian sagt:

    Hallo Ariane,

    schön von Dir und Deinem Weg der Genesung zu lesen.

    Mich hatte auch immer der Mensch hinter dem Escortgirl/der Partyveranstalterin interessiert!

    Ich weiss gut, was es heisst, wenn ein Mensch Burn-Out oder das chronische Erschöpfungssyndrom hat – meine Partnerschaft zwerbrach daran nach 15 Jahren.

    Ich wünsche Dir, dass Du das richtige Umfeld für eine weitere Genesung hast.

    Sei lieb gegrüßt von Christian

  3. Ariane sagt:

    Ich gucke zwar immer noch anders auf die Welt und bin dankbar zu leben. Aber auch arg frustriert, weil das Leben mit psychischen Erkrankungen, die nie aufhören, sehr anstrengend ist. Die Erinnerungen, die Medikamente machen mir sehr zu schaffen.


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