reisen, kochen, essen

Möchte nur kurz ankündigen, dass ich im Dezember häufig verreist bin (2.-9. Dez und 16.-19. Dez) und werde wohl kaum zum Schreiben kommen. Meine Emails beantworte ich selbstverständlich.

In der Zwischenzeit möchte ich auf das hier im Blog schon einmal erwähnte amerikanische Kochbuch hinweisen, dass inzwischen in Druck und als E-Book erschienen ist: „Cooking in Heels – A Memoir Cookbook“ heisst es, also der Titel ‚Kochen in High-Heels‘, ein Red Umbrella Projekt, dass Dank einer Online Kampagne realisiert werden konnte. Herausgegeben von Ceyenne Doroshow und Audacia Ray, der Gründerin des Red Umbrella Projects in New York City. Das Projekt ist von und für Sexworker geschaffen und bietet ein fantastisches Programm. Für die Professionalisierung von Interessenvertretern bietet es z.B. Medien Workshops, um zu lernen, wie professionelle Pressearbeit und der Umgang mit den Medien erlernt werden kann. Es bietet Workshops für InteressenvertreterInnen, die von Sexworkern und sehr erfahrenen Aktivisten durchgeführt werden, über Rechtsprechung und Gesetzesverfahren (in U.S.), über den Umgang mit Abgeordneten im Zusammenhang mit sexwork-spezifischen Themen sowie Kampagnenarbeit.

Auch gibt es ein kulturelles Programm, die „Red Umbrella Diaries“, das „Storytelling“, das von Sexworkern gestaltet wird. Jeden ersten Donnerstag im Monat gehen einige auf die Bühne, in einer coolen Bar an der Lower Eastside, und erzählen bei diesem immer gut besuchten Event ihre Geschichten aus dem Leben. Mal unterhaltsam, mal ernst, die Geschichten, die wir zu erzählen haben, interessieren offenbar viele Menschen. Auch gibt es Workshops, wo man Fähigkeiten zum Schreiben erlernt oder gutes Geschichten erzählen. Ich war auch schon dort und kann jedem NYC Besucher nur raten, dort mal einen unterhaltsamen und schönen Abend zu verbringen. Die Idee des Geschichten-Erzählens, auch biographisches Erzählen in der Community gründet auf der Überlegung, dass es ein wichtiger Bestandteil zur Bildung von Solidarität und der gemeinsamen Bewegung ist. Auch unterstützt das Projekt Community-Arbeit und politische Aktivisten.

Cayenne ist eine ausgezeichnete Geschichten-Erzählerin und dies war Ausgangspunkt, gemeinsam mit Audacia Ray ein Kochbuch zu machen. Als sie im Gefängnis war, weil sie sich der „Prostitution schuldig“ gemacht hatte, schrieb sie sämtliche Rezepte auf, es sind Familienrezepte. Das Buch ist ihren beiden Grossmüttern gewidmet, die ihre Küchen für sie öffneten. Ihre Eltern erlaubten ihr nicht, zu kochen, da sie Cayenne als Junge sahen und erziehen wollten, in Wirklichkeit war Cayenne ein „tranny child“, damit konnten sie nicht umgehen und verstanden es auch nicht. Eine Zusammenfassung ihrer beeindruckenden Lebensgeschichte, die ich hier nicht verraten möchte, ist den Rezepten vorangestellt. Gerichte im Southern Style, Einflüsse der kreolischen Küche, sind der Bezug, aber eigenwillig durch Familiengenerationen verwandelt. Küche und Kochen sind entscheidend mit Cayennes Leben verbunden, wie sehr, sollte man selber nachlesen und vor allem: nachkochen!

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tschöö und bis in bälde!

Ariane



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