Kerosin – Nachruf auf Tegel (TXL)

Es ist doch nicht zu früh für einen launischen Abgesang auf den fussgänger- und stöckelschuh-freundlichsten Kleinst-Flughafen einer europäischen „Metropole“? Berlin will wie immer Grosskotz spielen, so wie Frankfurt sich Mainhattan nennt. Muuaaah…. selbst die Berliner Taxifahrer heulen. Jammern tun sie ja immer. Aber nicht darüber, dass Milliarden auf dem Acker verbuddelt wurden, und wahrscheinlich Schwarzgeld gleich mit, investiert in Marmorböden, so munkelt man, und endlos langen Wegen zwischen Check-In und Abfluggates des neuen Grossflughafens, der am 3. Juni seine Pforten öffnet. Man munkelt auch über unterirdisch bezahlte Billiglöhner vom Arbeiterstrich, natürlich mehrheitlich aus Osteuropa; zu irgendwas muss die EU-Erweiterung ja taugen. Des einen Niedergang, ist des anderen Gewinn. Man nennt das Umverteilung, wie auch der Geldfluss bei Hurerei eine Umverteilung zwischen den Geschlechtern darstellt.

Offenkundig kommen die verbuddelten Milliarden den Glitzer-Fassaden zugute. Der erste Mai naht und der ist nicht nur zum Abfeiern und Saufen da oder um Besen zu reiten. Darf man heute eigentlich noch über die Arbeiterbewegung sprechen oder steht die Rede darüber auch schon auf dem Index? Wird man ja wohl mal fragen dürfen, bei Minus-Lohn-Entwicklungen in den letzten 10 (20?) Jahren.

Heute bin ich böse … genauso böse wie der schaurige ZDF-Beitrag, den ich gestern abend gezwungenermassen angucken musste, um mitreden zu können. In üblich tendenziöser Manier wurde mal wieder Rita Knobel-Ulrich aus dem Hut gezogen. Das ist diejenige Journalistin, die schon in anderen Dokumentationen Arbeitslose und sonstige „Randgruppen“ zu faulen Schweinen erklärt hat. Diesmal hat sie sich eine andere gesellschaftliche Gruppe vorgenommen, die osteuropäischen Prostituierten, die uns deutsche Huren durch Billig-Preise einheizen. Das nennt man Marktwirtschaft. Immerhin können die sich eine Eigentumswohnung in Kuba oder Bukarest zusammen vögeln, was eine Voll- oder Teilzeithure in Deutschland selten kann. Wir deutschen Huren können gerade mal die überhöhten Energiekosten gegenfinanzieren. Übrigens sind Arbeitslose und Huren garnicht am Rand, sondern viele und frecherweise mitten unter uns haben sie sich ausgebreitet und treiben ihr Unwesen. Es gibt soooooo viele, zwar noch nicht soviele wie in Spanien, Griechenland, weiter östlich gelegenen Beitrittsländern, die sich auf die Wanderschaft begeben haben. In Berlin gibt es immer mehr Spanier. Migration, Globalisierung, tja das gibt es schon seit Jahrhunderten, aber Globalisierung hört sich irgendwie schicker an. Sowas kommt von sowas, sagte meine Oma immer.

Auch das Escort Forum MC hat sich des Themas angenommen und zwar gleich dreifach und fast zeitgleich, was der Anti-Trafficking Propaganda anzulasten ist.

Flatrate-Bordelle

Menschenhandel in Europa

Zwangsprostitution

Mehr Menschenhandel durch liberales P-Gesetz in Deutschland

Klaro, 97% von uns Hobby-, Teilzeit-, Vollzeit- und Escorthuren leben im falschen Bewusstsein und wir sind Opfer, ohne es zu merken. Und weil ich mich öffentlich dummerweise zu Wort melde und als belesen zu erkennen gebe, wie auch die selbstbewusste Kollegin Kira kürzlich bei Maischberger, gehören wir wohl zu den 1-3% (die Prozentzahlen wechseln täglich) der „wirklich“ selbstbestimmten Sexworker *vogelzeig*, die es ja zum Spass machen, aber selbst dafür zeigt eine Frau Alice Schwarzer eher Bedauern, da nicht sein kann, was sie nicht will. Anderes Thema. Dass die meisten Kolleginnen aus nachvollziehbaren Gründen kein Gesicht zeigen (können) und sich selbstbewusst äussern, müsste gerade einer Frau Schwarzer klar sein. Aber es ist ja so schön, wenn man keine Gegner in einer Debatte hat und die zaghaften Stimmen, die sich zu Wort melden, aus ihrem blöden Blog löscht und zielgenau Gesprächspartnerinnen überschreit.Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der ersten Reihe …. äh Todeszone … so nennt man das Vorabendprogramm des ARD zu Recht, ich würde es allerdings auch auf den Rest des Abendprogramms und auf das Frühstücksfernsehen gleich mit ausweiten wollen und das ZDF als Anstalt sowieso. Und dies gilt nicht nur für die tendenziöse Berichterstattung über Prostitution, sondern für alle Laberrunden und Talks, die dem Bürger Demokratie simulieren, indem dort einige Bundestagsabgeordnete, und zwar fast immer dieselben, ihre Runden machen und so lange blubbern, bis ich ermüde, dafür die FDP nach 1% die 5% Hürde anvisieren kann. Unglaublich wie durch Talkshows die Umfragewerte gesteuert werden; man muss nur die entsprechenden Kandidaten einladen und lange blubbern lassen. Fast schon abenteuerlich. Vielleicht resultiert daraus die kürzlich entsponnene Debatte um Kürzung von Redebeiträgen sog. Abweichler? Schläft das Parlament ein? Oder bleibt das Plenum deshalb regelmässig und mehrheitlich weg? Da ich regelmässig PHOENIX TV schaue, die leider während der fast endlos dauernden Urlaubstage des politischen Berlins mit der Berichterstattung aussetzen (passiert ja auch sonst nix auf der Welt), werde ich der Anwesendheit unserer VolksvertreterInnen regelmässig gewahr. Heute zum Beispiel wurde in Endlosbeiträgen bspw. zwei Stunden über Sanktionen in den Hartz IV Regelungen debattiert und das vor halb leeren Bänken. Auch das wichtige Thema Pflegereform stand bei vielen Abgeordneten wohl nicht im hohen Kurs. Die Berliner nennen den Reichstag Quasselbude, und zwar zu Recht. Gelegentlich auch Leerstands- und Strippenzieher-Bude, könnte man meinen, aber die Strippen werden in die falschen Richtungen gezogen. Ein interessanter Politik-Blog, nämlich der von Michael Spreng, belegt das. Im Sprengsatz gibt es auch einen toten Briefkasten, ein Vorläufer oder Zulieferant von Wikileaks quasi, kann ich zeitlich gerade nicht einordnen, wann der Briefkasten seinen Betrieb aufnahm. Dort können Sie alles hineinflüstern, worüber Journalisten sich investigativ nicht zu rechierchieren trauen. Kürzlich lass ich in einem Kommentar zu einem Blog-Artikel woanders die Aussage von einem Ausbilder bei der Army, im Zusammenhang mit dem vermeintlichen Skandal um Obamas Leibwächter, die die Nutten geprellt haben, folgendes: „I usually did not get the best people but the best behaved ones.“ Ich schätze, so läuft „Eliten“-Rekrutierung auch im Journalismus, in der Wissenschaft usw. usf.

Die Maybrit Illner, also bei dieser schnarrenden und schneidenden Stimme, da frage ich mich auch regelmässig, wieso ausgerechnet die auf ihren Quatsch-Elsen-Stuhl geraten ist. Ich frage mich noch mehr, wie das ihr neuer Ehemann, Telekom-Manager Réné Obermann, es an ihrer Seite bloss aushält. Also ich würde Kopfschmerzen kriegen.

Selbst einen „Cleaner“ hat man beim reichsten TV-Sender der Welt engagiert, um die Todeszone neu zu strukturieren. Weiss jeder, was ein Cleaner ist? Wie im gleichnamigen us-amerikanischen Film: das ist einer, der die Leichen wegräumt, den Gehsteig nach Stürzen aus Fenstern reinigt und Wohnungen, also Tatorte sauber schrubbt, bis man vom Boden essen kann. Der Cleaner sollte als erstes Til Schweiger aus dem Tatort wegschrubben, bevor der auf Sendung geht. Nicht nur, weil er kein guter Schauspieler ist, sondern weil er infamerweise den Vorspann des Tatorts, der Höhepunkt jedes Tatortfans und fast jeden Sonntag Abends, abschaffen will. Ein Zugeständnis an das ZDF muss ich machen: GOTT SEI DANK haben sie die Krimi- und Psychopathen-Reihe „LUTHER“ im Programm gehabt und auch „Neues aus der Anstalt“ ist noch am Start. DANKE, DANKE, DANKE.

Tja, jetzt ist mein Nachruf auf Tegel zu einem Nachruf auf alles mögliche mutiert, und sei es auch nur dazu, Sie, meine verehrte Leserschaft zu verärgern. Bestrafen Sie mich mit Ihrer Fleischpeitsche! Ich bitte darum.


2 Kommentare on “Kerosin – Nachruf auf Tegel (TXL)”

  1. stefan0815 sagt:

    So viele Themen, zu denen ich meinen Senf hinzufügen würde …

  2. Ariane sagt:

    Mach mal, schreib mal was …


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