Buchtip

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Dieses Bild stammt aus einem sehr schön gemachten Buch (gebunden), dass ich noch nicht kannte. (Sexarbeit, hrsg. Elisabeth von Dücker) Hatte mich mit der Herausgeberin während der Tagung in Nernbersch darüber unterhalten. Sobald ich in Berlin bin, werde ich mir eine antiquarische Ausgabe besorgen. Es gibt umwerfende Illustrationen und Fotos, erschien parallel zur gleichnamigen Ausstellung 2005/2006 im Museum der Arbeit in Hamburg.

schöne grüsse aus München, mein vorläufiger Zwischenstop!
Bin bis einschl. 11. November nur per Email erreichbar.
xx


5 Kommentare on “Buchtip”

  1. piotrek sagt:

    warte mal mit der antiquarik….

  2. praxispur sagt:

    Hallo Ariane,
    falls du einem Kuchen in unserem „Oma-Cafe“ nicht abgeneigt wärst, brächte ich das Buch gerne mit. Ich habe es damals von der Herausgeberin bei der Ausstellung in der Grunewaldstraße erstanden, weil sie mich sehr nett, aber auch so bedrängend zutextete, dass ich mich nicht anders aus der Situation zu lösen vermochte, als ihr ihr Buch abzukaufen. Worüber sie dann sichtlich baff war.

    Außerdem habe ich gerade (Weihnachten naht) leckere Marzipankekse gebacken, die natürlich ebenso dringend an die Frau gebracht werden müssten.

    Beste Grüße
    Suizido

    Hier meine aktuelle Fernsehkritik von einer sehr empfehlenswerten Serie.

    wie sich Sexkonsum als Kunde und als Dienstleister anfühlt
    Fernsehkritik: „Blond, ledig testet … die käufliche Liebe“ (ZDFneo)

    Vor Blond-Reporterin Ingas Lieblingsdisco ist der Transenstrich, neben dem Imbiss ist ein Herrenclub und in der Videothek stehen Hardcore-Videos. Sex wohin man sieht. Sex ist Alltag. Doch dieser Sex bliebe einem irgendwie immer so merkwürdig fremd. Inga wohnt in Hamburg, sodass sie jeden Tag sehen kann, wie Sexarbeiterinnen potentielle Kunden schon von Ferne riechen können und mit welcher Körpersprache sie erfolgreich ihren sexbereiten Body verkaufen. In Hamburg wird jedes noch so rare sexuelle Bedürfnis befriedigt und unsere unerschrockene Reporterin recherchiert investigativ bei den Bedürfnisbefriedigerinnen, keiner Peinlichkeit aus dem Wege gehend.

    Ganz vorsichtig tastet sie sich an das Thema heran und besucht zunächst einen Sexshop für die Frau, deren Sortiment aus anspruchsvollen Frauen-Pornos, anspruchsvollen Düften und anspruchsvollen Dildos besteht. Frauen scheinen beim Sex offenbar eine gewisse Kultur zu bewahren und schieben das Animalische der Sexualität gerne den anspruchsloseren Herren der Schöpfung zu. Die korpulente Ladeninhaberin trägt einengende Jeans und verfügt über einen eingeengten Wortschatz, um ihre Waren anzupreisen.

    Inga besucht dann eine Frau, deren Lebensleistung darin besteht, schon mehr als 50.000 Männer erfolgreich zum Orgasmus gebracht zu haben … allein mit der Kraft ihrer Stimme. Sie ist freiberufliche Telefonsexhostess. „Voll die harte Nummer“, analysiert Reporterin Inga treffend. Die ziemlich dicke Frau mit dem angenehmen Timbre erweist sich als ziemlich humorvolle Gesprächspartnerin, die ihr gesteht: „geschämt habe ich mich oft, gelacht habe ich nie.“ Reporterin Inga will in medias res gehen und fragt schüchtern an, ob sie das mit dem Telefonsex bei ihr auch mal ausprobieren dürfe. Sie darf. „Aber nicht lachen und Respekt vor der Geilheit der Männer zeigen“, gibt ihr die visierte, fernsprechheilende Ejakulationsbeauftragte noch mit auf den Weg. Wir sind live dabei, wie sich das bei ZDFneo natürlich auch gehört. Natürlich bekommen wir die leicht zensierte Fassung geliefert, die jedoch immerhin mit den Worten endet: „ich möchte, dass du mir jetzt in den Arsch spritzt … los spritz.“

    Inga geht noch einen Schritt weiter, wagt es sich im Hamburger Bordell Geizhaus im Negligee in eine Reihe mit den echten Sexarbeiterinnen auf die Barhocker zu setzen, um zu fühlen wie das ist seinen eigenen Körper feilzubieten. „Du musst doch nicht geil sein, du verkaufst doch nur die Illusion. Du musst eben eine Schauspielerin beim Sex sein“, lautet die Arbeitsanweisung der Chefin, die früher selbst als abhängige Sexarbeiterin tätig war und heute den Frauen eine selbstverantwortliche Arbeitsatmosphäre im sicheren Umfeld ohne Gewalt, ohne Zuhälter und ohne Zwang bietet, wie sie das zu ihrer vaginalen Verkehrszeiten nie erleben konnte.

    Inga spricht auf Augenhöhe, da sie genauso männerverlockend spärlich bekleidet ist wie ihre temporären Sexarbeiterinnen-Kolleginnen, über deren erstes Mal im Puff, deren erstes Mal Sex für Geld, deren Ängste, Nöte und Sonnenseiten im Job. „Du bist hier Psychologin, Krankenschwester und Geliebte … viele wollen nur eine Stunde Aufmerksamkeit und angenehm, respektvoll behandelt werden, weil die Welt da draußen so unnahbar und unbarmherzig zu ihnen ist.“ Das mag vielleicht einige Zuschauer überraschen, bringt jedoch die Intention für einen Besuch bei einer Hure tatsächlich klug und richtig auf den Punkt. Inga macht die Vorstellungsrunde vorm Gast mit, indem man sich von der besten Seite präsentiert, dem Kunden die Hand gibt, ihm tief in die Augen blickt und seinen Künstlernamen nennt. Die Profi-Damen absolvieren das absolut smart und gelassen, lockern den Gast mit Smalltalk und gezielten Streicheleinheiten auf, wenn sie später mit ihm aufs Zimmer gehen, um ihm seine Nervosität zu nehmen. Ingas Körpersprache signalisiert hingegen ihren Distanzwunsch. „Liebe kann man nicht kaufen. Die Dienstleistung kann man kaufen, Freundlichkeit und meinen Service“ klärt eine Sexarbeiterin Inga auf, weshalb es sich eben hier gerade nicht um käufliche Liebe handle. Inga staunt über die Wärme, die Herzlichkeit, die Klarheit, über das, was sie dort tun. Über Huren denke sie zukünftig nur noch in höchst anerkennenden Kategorien.

  3. Goldie sagt:

    Auf die Kekse bin ich gespannt … hihi

  4. Goldie sagt:

    So ein schönes Buch, habs gefühlte 1000x durch. Habs geschenkt bekommen.


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