edinburgh II

Es regnet die meiste Zeit, aber das macht nichts. Ich trage neben einem Regenschirm entweder Leder oder meine Latexhosen. Das glaenzt dann so schoen …. Muss allerdings gestehen, dass ich von der Garderobe eher auf Sommer eingestellt war und nicht auf Herbst. Bin nur mit kleinem Gepaeck gereist. Ein grosser und ein kleiner Dildo. High Heels, Overknees und meine flachen Glitzerschuhe fuer die Buehne. Im Gegensatz zu Berlin sind die britischen und schottischen Trottoirs wirklich stoeckelschuhfreundlich.

Kennt ihr das, wenn man dringend und zwar sofort einen Ort fuer ungestoerten Sex sucht und keinen finden kann? Vor zweieinhalb Jahren musste ein Treppenhaus dafuer herhalten. Man fuehlt sich dann wie eine laeufige Huendin und ist so schrecklich auf die aeusseren Umstaende angewiesen. Letzte Woche war mein Mehrbett-Zimmer im Hostel im Stehen und am Wochenende Carboot im Liegen angesagt. Und warum das alles? Weil es Maenner gibt, die nicht im Hotel wohnen, ich keine Hausbesuche anbiete, die sich aber gerne mit mir treffen wollen, wobei meine Konditionen nicht gerade dem schottischen Durchschnitt entsprechen. Alle hier ortsansaessigen oder tourenden Frauen biete In- und Outcalls ab einer Stunde, im Regelfall 110/120£. Es gibt ca. 200 Independents, die in Edinburgh gelistet sind, darueber klaerte mich ein Kunde bei einem Kaffee auf. Die Stadt, aehnlich Glasgow, besteht hauptsaechlich aus Massage Parlours, Saunas und einigen Museen, d.h. vergleichbar mit Berliner Verhaeltnissen finden 95% aller P6-Begegnungen also im Bordell oder Modellwohnung ab 30£ statt.

Die Nummer im Hostel sowie Auto hatte was, sowas habe ich in meinem Frauenleben noch nicht erlebt. In beiden Faellen traf ich mich vorab in einem Cafe auf einen Chat und man befand sich fuer sympathisch, aufgrund der Notlagen, der Druck in der Hose und fehlender Alternativen der Unterbringung, hat Schwester Susi Erbarmen gezeigt und schnell gehandelt hi hi ich war in jeder Hinsicht sehr entgegenkommend …… tja und jetzt hab ich eine Location gefunden und niemand meldet sich. Ich war am letzten Montag bei Scot Pep eingeladen, das ist die schottische Gruppe, die sich fuer Sexworker Rechte einsetzt und letztjaehrig auch erfolgreich politische Lobbyarbeit machen konnte, als sich eine Verschaerfung des Prostitutionsgesetzes in Schottland anbahnte. Jedenfalls lernte ich bei diesem Treffen einige sehr nette Kolleginnen kennen und sie boten mir an, dass ich ihre Wohnungen fuer gewisse Stunden nutzen koenne. Allerdings nur an gewissen Tagen und die decken sich meist nicht mit meinen Zeiten. Mal schauen, wohin das fuehrt.

Das Buero dieser Organisation ist jedenfalls im Ortsteil „Trinity“ untergebracht, ausgerechnet *g* … bin mit dem Bus dorthin gezockelt, musste dann allerdings 2km laufen, weil ich bei den Bus Verbindungen noch nicht durchblicke. An dem Tag schien die Sonne und bin dann am Meer die Promenade entlang gelaufen. Die Promenade ist eigentlich keine Promenade, sondern eine truebe Strasse mit einer Mauer, damit man nicht ins Wasser faellt. Ich fand einen winzigen Baeckersladen, wo ich mir erst einmal eine koestliche Saussageroll einverleibte und mich fuer meinen Marsch staerkte. 60 pence. Ein Schnaeppchen wuerde man in Deutschland wohl sagen. Wie ich dieses Wort hasse.

Ein Schotte rief mich vor einigen Tagen an, fragte nach einem Hausbesuch und gab die Konditionen vor. Ich lehnte beides ab, und er hielt mir einen Vortrag ueber die lokalen Bedingungen und das ich mich noch wundern wuerde, wenn ich nichts verdiene bla bla … Ich machte ihm klar, dass ich in erster Linie nicht zum escortieren nach Edinburgh gekommen bin, sondern aus anderen Gruenden und er sich doch bitte nicht seinen Kopf ueber meine Art, Escort auszuueben, zerbrechen solle. Dieses Gemecker und Preiskaspereien kenne ich sonst nur aus Deutschland und habe aufgelegt.

Apropos, ich vermisse Berlin nicht. Es graust mich vor der Heimkehr. Habe mich in meiner neuen Wohnung nicht eingelebt und werde es auch nicht.  Werde sie in eine Ferienwohnung umwandeln und die Hausmeisterin spielen.

 

to be continued …

 

 


2 Kommentare on “edinburgh II”

  1. haveanicedai sagt:

    Was für einer schöner reisbericht – kurz vor Bill Bryson…. Ein paar kritische (natürlich nur konstruktiv-kritische) Komentare habe ich aber doch. Schliesslich geht es darum, Erfahrungen zu nutzen und später gewinnbringend (muss nicht monetär sein) einzusetzten.
    Du hattest noch keine Fahne in der Hand – nur Cocks. Nun die Handhabung könnte doch ähnlich sein. Vielleicht bahnt sich da eine Rolle auf dem nächste CSD als Cock-Schwenkerin an? Oder Du erklärst den Schotten einmal, was ein Blow Banner ist….
    Du wirst äusserlich nass – nun im Sinne von Ying und Yang ist die Balance entscheidend. Insofern ist es unabdingbar bei Regen uahc innerlich nass zu werden – und zwar nicht zwansläufing durch einen Besuch im Pub.
    Du kaufst Sausage Rolls? Na, man(n)/frau soll ja nicht aus der Übung kommen.
    Du wunderst Dich über die Sparsamkeit der Schotten? Ich hatte ja ein warm up im Schwabenlande empfohlen…….
    Du bist mit leichtem Gepäck gereist? In den 70er jahren sprach man vom BUKO (Beischlafutensilienkoffer) – den scheinst Du geradezu vorbildlich gepackt zu haben.
    Du suchst Orte die „verkehrsgünstig“ sind? Gibt es da etwa auch CCTV? Ansonsten ist doh schliesslich August und das bedeutet – unabhängig vom Wetter – Sommer. Und somit outdoor fun…..
    haveanicedai

  2. alivenkickn sagt:

    „es“ hin, „cort“ her, natürlich kenne ich das „at once und sofort ne nummer schieben“ das meine liebe ist escort unabhängig. it s part of the human factor und gehört wie der blühende mohn zumdem zum sommer dazu.

    damals when i was young und lebendig genügte eine laue sommernacht mit einer bezaubernden jungen frau im park am ehemaligen zürich hochhaus in frankfurt. i´m only reminiscing . . .

    . . . der berühmte BUKO . . . und lila schützte vor schwangerschaft . . .

    viel spaß weiterhin in Eburgh

    lg dennis


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