Escort auf japanisch – Ausbildung zur Geisha

Willkommen im Sommerloch-Theater!

Abb. Ariane G.

Abb. Ariane G.

Ich erteile Herrn Suizido das Wort:

Drill zur Premium-Unterhaltungskünstlerin

Fernsehkritik: „Geisha-Azubi“ (arte)

Wie aus einem stinknormalen fünfzehnjährigen Dorfmädchen in Jeans eine Maiko, weiß geschminkt und in traditionellen Kleidern gehüllt, wird, davon berichtet diese einfühlsame Dokumentation aus Japan. Als Maiko bezeichnet man die Auszubildenden zur Geisha. Und Ausbildungsjahre sind keine Herrenjahre, es dürfte sich wohl um eine der härtesten Ausbildungen weltweit handeln. Um später erfolgreich zu sein, muss eine Geisha anmutig, charmant, gebildet, geistreich und schön sein, sie muss die Etikette einwandfrei beherrschen, bei jeder Gelegenheit Haltung bewahren können. Die Ausbildung absolviert sie in der Großstadt Kyoto, was für unser Dorfmädchen schon mal ein ziemlicher Kulturschock ist. Wenn man die strenge Lehrmeisterin und die ärmliche Behausung sieht, in der sie wie in einer Art Wohngemeinschaft mit den anderen Maikos wohnt, dann muss man wahrlich durch eine harte Schule gehen, ehe man als Mitglied die glanzvollen Tradition Japans vertritt.

„Die Männer kommen zu uns ins Teehaus, um sich von uns in eine geheimnisvolle, phantastische Welt führen zu lassen“, spricht eine fertig ausgebildete Geisha unterwürfig ins Mikrofon. Eine Geisha muss die perfekte Gesellschafterin, geübt in gescheiter Konversation, eine perfekte Sängerin, eine perfekte Tänzerin und eine jederzeit aufmerksame Gastgeberin sein. Mit anderen Worten ein weibliches Rollenklischee erfüllen, was emanzipierten Frauen hierzulande pfui-bah wäre. Grundsätzlich, so erfahren wir, dürfe ein Maiko niemals widersprechen, sondern habe allen Direktiven, ob sie von den älteren Maikos, den fertigen Geishas oder der Lehrerin (Okasan) befohlen werden, bedingungslos auszuführen. Sie darf keinen Kontakt zu ihren Eltern aufnehmen, sie darf ihre Persönlichkeit nicht entfalten, sie hat sich anzupassen: mit 15 Jahren. Das klingt wie ein Ding der Unmöglichkeit.

Aktuell gibt es Japan ca. 1.000 Geishas, eine aussterbende Tradition. In den Zwanziger Jahren waren es noch über 80.000 Geishas.

Selbst der wöchentliche Friseurbesuch, der notwendig ist um ein traditionelles äußeres Erscheinungsbild zu gewährleisten, ist alles andere als ein Vergnügen. Die Haare werden so stark zurückgekämmt und gespannt, dürfen danach für eine Woche nicht gewaschen werden. Was man auch immer erfährt, es folgt eine Grausamkeit auf die nächste harte Bewährungsprobe. Ein Kimono, ein traditioneller Umfang kostet 6.000,00 Euro und der Kunde erwarte es, aus ungefähr vierzig verschiedenen Varianten auswählen zu können. Die Ausbildung, die die Schülerinnen selbst zu tragen haben, kostet monatlich 2.500,00 Euro. Alles muss sie dann als ausgebildete Geisha mit ihren Aufträgen zurückzahlen, sodass sie frühestens nach zehnjähriger Berufsausübung anfängt Nennenswertes von ihrem Honorar behalten zu dürfen.

„Ich habe keine Zeit für Verabredungen und deshalb habe ich auch keinen Freund. Wer an einer Beziehung oder auch nur an einer Affäre interessiert ist, der kann in diesem Geschäft nicht überleben“, sagt eine Geisha mit gelassener Selbstverständlichkeit.

Nachdem sie ihre Eignungsprüfung nach einem halben Jahr bestand, darf sich unsere Azubine erstmals in Männergesellschaft begeben. Zwei Stunden dauern alleine das Ankleiden und das Schminken, bei dem sie ihre Kolleginnen doch recht forsch kritisieren. Das offizielle Ritual zur Einführung in den Status rührt einen fast zu Tränen, derart würdevoll geht es zu. „Jeder hat doch seinen Traum, ich habe meinen verwirklicht“, sagt die Maiko mit sichtlichem Stolz. Ihre Mutter weint im Hintergrund und die Tochter schafft es, nicht mitzuweinen. Was eine solide Ausbildung so alles ausmacht.

Anmerkung von mir: Die monatliche Ausbildungsvergütung erinnert mich übrigens an die „nur“ einmaligen Einstiegs-Kosten für Sedcard-Erstellung einer bekannten High-Class-Escort-Agentur. Dabei ist Photoshop nun wirklich nicht teuer, nur in der  professionellen Anwendung sind uns die Fotografen etwas voraus. Ich mache meine Bilder nur noch selbst.


2 Kommentare on “Escort auf japanisch – Ausbildung zur Geisha”

  1. Max Schmidt sagt:

    Interessant wusste überhaupt nicht das es auf japanisch einen eigenen Namen für Hostessen gibt! Wäre gerne der Ausbilder zur Geisha hehehe
    liebe Grüße von divamap.com
    Max

  2. Ariane sagt:

    Hab mal auf die Startseite geschaut: also der Plural von Gentleman ist Gentlemen, nicht Gentlemans. Und Geishas kann man mit hiesigen Hostessen kaum vergleichen. Es gibt aber andere Parallelen im Geschäft.


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