Berliner Weisse – eine Anthologie mit Schuss

In Zeiten reproduktiver Unwilligkeit verschwenden die Hauptstädter den Inhalt ihrer kostbaren Juwelen hier und da. Der ein oder andere hat schon das Gezwitscher meines neuen Co-Autoren in diversen Vögel-Foren zur Kenntnis nehmen dürfen und sie aufgrund ihrer Versautheit gelegentlich zensiert oder anderweitig sanktioniert. Nicht bei mir, da in meinem Hauptstadtblog die freie Rede Bedingung ist und keine Maulkörbe im 21. Jhdt. nach meiner Zeitrechnung verteilt werden. Unzensierte, aber mit humorvollen Kennerblick geprüfte Geschichten aus dem Berliner Underground werden nun in loser Folge hier erscheinen und ich beginne mit einer Anthologie bislang unveröffentlichter Texte und Zustandsbeschreibungen des mir derzeit liebsten und persönlich bekannten Autoren Suizido, dem es gelingt, pornografische Erzählungen mit dichter Milieu- und Stadtlandschaftsbeschreibung zu kombinieren, um so seinen Lesern einen tiefen Einblick in die niedersten und triebhaftesten Abgründe der Nuttenrepublik zu gewähren. 😉 Ergänzt wird diese Sammlung um Film-, Fernsehkritiken, Berichten über den ein oder anderen Mega-Event, Messebesuche u.a.

Ich danke Herrn Suizido für die Autorisierung und Freigabe seiner unterhaltsamen Stories. Hier sei noch anzumerken, dass seine persönliche Vorliebe dem Bukkake gilt, allein oder in einer Gruppe und natürlich mit wechselnden Spielgefährtinnen. Und Freudenspenderinnen, die ihren Lebenssinn darin erkannt haben, das Glück des anderen Geschlechts sitzend, liegend und stehend vollkommen zu machen, nun ja, davon gibt es in Berlin so einige …. eben meine Mitstreiterinnen, die sich wie ich loyal für das Wohlergehen unserer Bürgerschaft einsetzen und nicht nur Entscheidungsträgern bei ihren Entscheidungen helfen, sondern auch klassenübergreifend denken, handeln und vögeln.

Ich freue mich auf die Kooperation und heisse Suizido, Spermaholiker aus Leidenschaft und radfahrender Reporter, aufs herzlichste im Oral Office willkommen. Manche werden hierin eine unheilige Allianz aus eigenwilliger Escortnutte und wählerischem Wichser vermuten. Recht haben sie. Also Sperma frei für die Erstveröffentlichung – es wird scharf geschossen!

Ariane

***

SUIZIDO

sie macht’s auf ihre Weise mit Schuss

„Der Insulaner mag keen Getue nich“, heißt es in der Textzeile eines Berliner Gassenhauers. Nie stimmte der Refrain besser mit der Wirklichkeit überein als heute. Denn just an jenem Ort, dem Insulaner, eine asymmetrisch aufgeschüttete Hügellandschaft, die man aus dem Trümmerschutt des zweiten Weltkriegs aufhäufte, bietet der Ehemann zu schummriger nächtlicher Zeit um 23:00 Uhr seine Gattin zum Vollwichsen an. „Ich benötige nette gepflegte Kerle ab 45 Jahren, die ohne viel Gerede ihre Schwänze auspacken, loswichsen, um schussendlich auf ihre dicken 80 DD Titten zu spritzen!“ Eine finanzielle Gegenleistung sei nicht vonnöten, denn man mache dies aus purer Geilheit. Anfassen sei jedoch nur nach höflicher Nachfrage in Ausnahmefällen erlaubt.

Mit einer leuchtend roten Warnweste um den Oberkörper schwinge ich mich auf mein Fahrrad, um die halbe Stadt bis zum Insulaner zu durchqueren. Es ist Sonntagnacht. Eine Uhrzeit, in der viele Ehepaare, die schon länger zusammen sind, ihren pflichtgemäßen, wöchentlichen Geschlechtsverkehr vollziehen, meist mehr aus Gewohnheit und um sich nicht völlig auseinander zu leben. Der andere Teil der Gesellschaft mummelt sich frühzeitig ins Bett oder ist längst vorm Fernseher eingeschlafen, denn morgen ist wieder ein harter Arbeitstag, der leider wieder stahlharte Nerven statt eines stahlharten Schwanzes verlangt. Während meines Pedalstretens sinniere ich darüber, welcher verheiratete Mann wohl am Sonntag um 23:00 Uhr die Möglichkeit sieht, sich alleine außer Haus zu begeben. „Ich geh nur mal schnell Zigaretten holen“ … da wird doch jede Frau misstrauisch. Als ich gut eine Viertelstunde vor der Zeit am vereinbarten Treffpunkt ankomme, bin ich die einzige Menschenseele, die per pedes unterwegs scheint. An der Ecke Munsterdamm, Prellerweg fahren lediglich Fahrzeuge zügig in Richtung Autobahn oder haben noch den entsprechenden Speed drauf, weil sie gerade von dort runtergefahren sind. Kein weiterer Mitspritzer zu sehen, der die verlockende Annonce auf dem Forum der Wichsfreunde las. Kein Ehepaar, dass hocherfreut die Männer willkommen heißt. Um 23:05 Uhr fallen mir ein graumelierter Herr und ein Mann im Jogginganzug auf, die mit einem Selbstverständnis und mit einer Schnelligkeit in den dunklen Wald des Insulaners schreiten, der mich vermuten lässt, sie gehen öfter mal … einfach so … nachts in den Wald.

Irgendwie freunde ich mich schon damit an, bald ein Frustbier in der nächsten Kneipe trinken zu gehen, da erblicke ich von Ferne ein Paar. Beide komplett in schwarz gekleidet. Die Straßenlaterne bescheint seine Glatze, während ich von ihr lediglich einen langen Mantel wahrnehme, der im Wind flattert. Sie kommen geradewegs auf mich zu, sie tuscheln noch etwas miteinander, dann machen wir uns bekannt. Marcus übernimmt sofort die Regie, lässt keinen Zweifel aufkommen, wer hier Master und wer Servant wäre. Er der Dominante, sie die Devote. Da wir uns in der Öffentlichkeit befinden, handelt es sich bei der Ehefrau von Marcus eigentlich um eine public servant, wenn das nur in der Übersetzung nicht was ganz anderes heißen würde – nämlich Staatsdienerin. Aber in gewisser Weise ist ihr Tun ja für den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt und ihre Liebe zum männlichen Höhepunkt ein befriedigender Dienst am Mitbürger, der die arbeitende Bevölkerung zum Weitermalochen, zum Weiterleben motiviert. Weil das Leben eben doch ab und an noch ein paar Highlights bereithält.

Wir stellen uns gegenseitig vor. Die beiden Herren, die ich schon wahrnahm, gehören tatsächlich zum Flashmob, der sich hier nach dem Internetaufruf versammelte, um ein Zeichen gegen verklemmte Sexualität zu setzen. Mitten in der Nacht. Mitten im Wald.

Wir gehen den asphaltierten Hügel gemeinsam hinauf. Für Christine ist das mit ihren hochhackigen Stiefeln gar nicht so einfach, weil die Wegstrecke alles andere als eben ist. Es geht vorbei an den Betonbahnen der Minigolfanlage hoch hinauf auf ein rundes Plateau, dass von Parkbänken umrandet ist. Die Augen gewöhnen sich erstaunlich schnell an die Dunkelheit und man kann trotz der Dunkelheit mehr sehen als man es erwarten könnte. Das liegt allerdings auch an dem glitzernden Himmel, dessen Sterne heute besonders hell zu strahlen scheinen, weil sie die begeisterten Voyeure des nun folgenden Schauspiels sein dürfen.Marcus weist seine Frau an, sich vom Mantel zu befreien. Christine tut es demütig. Marcus motiviert uns drei Männer, sie abzugreifen. Wir tun‘s. Er übernimmt die Regie, seine Frau lässt sich vertrauensvoll führen. Es ist diese Symbiose aus aufrichtiger Liebe und spielerischer Machtausübung, die uns drei zufällig Auserwählten sofort in den Bann zieht. Die Atmosphäre ist ungezwungen, wir sind im Nu ein Team, dessen devote Königin Christine ist.

Marcus sucht in der mitgebrachten Sporttasche nach dem Dildo. „Soll ich aus dem Licht gehen?“, scherze ich in der Finsternis herum. Er findet, was er suchte und die Vergnügungen nehmen seinen Lauf. Christine löst im Stehen ihre Ganzkörper-Netzstrumpfhose, die sie wie ein Stück williges Fleisch eng umschloss und legt damit ihre wunderbar griffigen Titten frei, wo die drei Herren keine gesonderte Aufforderung für brauchen, um beherzt zuzugreifen. Umso fester der Griff, umso mehr ihre Nippel gezwirbelt werden, umso lauter vernehmen wir mittels Stöhnen eine unüberhörbare Begeisterung Christines. Ihr Herr nötigt sie, ihren Slip runterzuziehen und uns richtig ihren Arsch rauszustrecken. Sie tut es. Und jeder kann nun am eigenen Stinkefinger spüren wie feucht sie schon ist. „Los, holt eure Schwänze raus!“, gibt der Meister uns jetzt mal eine Anweisung.

Er schiebt den Dildo in ihre Vagina und lässt dann jeden der drei Männer seine Frau mit diesem Dildo die Erregungskurve steigern. Christine stöhnt laut auf und genießt bar jeder Scham ihre zunehmende sexuelle Aufruhr. Währenddessen breitet er fürsorglich eine Decke aus, die man aufgrund ihrer hässlichen Muster wirklich nur noch für solche Zwecke verwenden kann. Christine hockt sich hin, bekommt den Dildo tief in ihre Vagina geschoben und es beginnt eine wirklich pornofilmreife Szene, in der sie zunächst alle Männer mit wirklich gekonnt, erfahrender Hand wichst, was sie so gut versteht, dass der Mann zu meiner Linken und ich um kurzen Einhalt bitten, um nicht vorschnell das Finale zu verhunzen. Überraschend weist sie ihr Meister zum Blasen an, ergreift mit beiden Händen ihren Hinterkopf und delegiert sie an unsere hochstehenden Schwänze, die sie tief bläst. „Macht sie das denn gut?“, fragt Marcus in die Runde. Eine wohl eher rhetorische Frage, denn die Hodenfracht verlangt schon lange nach frischer Luft, weil der Druck einfach zu groß wurde.

Der Meister erlaubt ihr zum Höhepunkt zu kommen und legt selbst Hand am Dildo an. Drei wichsende Männer in unmittelbarer Nähe erleben einen weiblichen Orgasmus, den das Himmelzelt so wohl auch nicht so häufig zu Gesicht bekommt. Wir sind schwer begeistert. Und als uns Christine ihre Titten zum Abspritzen hinhält, bekommt sie es zweimal von vorne und einmal von hinten. Der Druck war groß, das Sperma musste raus und die freien Stellen waren begrenzt. Christine lobt meinen Parkkollegen ob seiner verspritzten Menge. Ich verkleckere mich auf ihrer linken Titte, wo alles ziemlich glitschig herunter rinnt. Leider haben es zwar die Augen verstanden, bestens mit den dunklen Lichtverhältnissen klar zu kommen, dennoch sieht man seinen eigenen Spermastrahl vor lauter Finsternis nicht. Das einzige Manko dieser Aktion.

Locker und gesprächig ist unsere kleine Gruppe postorgiastisch. Christine sucht ihren Slip – zunächst vergeblich. Wir packen unsere Schwänze ein, während Christine mein Taschentuch zur Spermasäuberung annimmt. Marcus missfällt`s. Sie bettelt ihn an, das Taschentuch benutzen zu dürfen. Und nachdem sie genügend und aufrichtig genug bettelte, erlaubt der Meister ihr es zu benutzen. Das Paar spielt ihre Rolle vor uns einfach perfekt. Absolut authentisch. Und dabei, was mir besonders gut gefiel, mit einem beiderseitigen Einfühlungsvermögen, was man sonst kaum in länger andauernden Beziehungen erlebt.

Wir laufen den Hügel hinab. „Ich sehe Licht“, ruft Christine, als wir fast die Hauptverkehrsstraße erreichen. Wir verabschieden uns respektvoll voneinander. Passend zum spontanen Spritztreffen mit einer Unbekannten, bei der sie von uns Weißes bekam, schenke ich Christine und ihrem Mann Marcus zwei Flaschen Berliner Weisse mit Schuss. Diese geile Frau verdient eine Massenbesamung von Männern, die Christine in all ihrer Besessenheit zu schätzen weiß. Und was macht das Pärchen jetzt? Marcus lässt durchblicken, dass es für ihn nichts Schöneres gebe, als seine Frau jetzt richtig durchzuficken. „Das muss sein“, bestätigend vorfreudig Christine. Erst teilt er seine große Liebe mit der großen weiten Welt und dann will er sie wieder allein für sich.


2 Kommentare on “Berliner Weisse – eine Anthologie mit Schuss”

  1. jens sagt:

    EINE HAMMERGEILE GESCHICHTE,DIE VON BEGINN AN DEN SCHWANZ HART WURDEN LIESS.
    aber so kennt man dich ja, liebe Ariane.

    JENS

  2. Goldie sagt:

    *G* Ich finde den Erlebnisbericht auch recht prickelnd und habe ihn als erstes aus der Sammlung ausgewählt, aber bedanken darfst du dich bei Suizido, der ein goldenes Händchen hat, auch schreibtechnisch betrachtet.*räusper* Ich stelle sie in Folge ja nur in meinen Blog, da ich glaube/hoffe, dass die Erlebnisse einigen Lesern Vergnügen bereiten, so wie es mir beim Lesen ergeht.
    Danke fürs Feedback lieber J. und ganz lieben Gruß, Ariane


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