die Entzauberung des Rotlichts

Es gibt diverse Vorstösse, Puffs der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich zu machen; ein Tag der offenen Tür, wie in Ministerien eben, wozu das Bundespresseamt in Berlin alljährlich einlädt. He he …. nur ohne Hüpfburg für die Kinder, aber als Familien- oder Kegelklubausflug gedacht, damit „Vorurteile“ gegenüber den Huren, dem sog. Rotlichtmilieu abgebaut werden. Sorry, Menschlichkeit lässt sich nicht unterrichten, genauso wenig, wie es Sinn macht, um Akzeptanz zu betteln. Politische Veränderungen lassen sich nur politisch herbeiführen, doch nicht mit der Nummer: … seid nett zu mir, wir sind „auch nur Menschen“.

Ich persönlich glaube, dass die Entzauberung des Rotlichts, wenn man Kaffeetanten und Kegelclubs durch die Räumlichkeiten durchschleust, unserem Gewerbe letztlich nur schaden und zu keinem Wegfall von Vorurteilen u.ä. beitragen kann. Um Akzeptanz betteln, gilt nicht, Bretter vernagelter Köpfe kann man eh nicht lösen. Es kann nur über den politischen Weg laufen, aber unsere Lobby ist zu schwach.
Stichwort Entzauberung:
Genauso wie Diskussionen in Freierforen mich eher an Kaffeeklatsch erinnern, denn an Flirt, Dirty Talk oder irgendeinen Hauch von Erotik. Schrecklich auch gefällige Beiträge von vielen Anbieterinnen in Foren, die mich persönlich abturnen, das hat sowas Koberhaftes, na Süsser?! Virtueller Strassenstrich eben; von Erotik keine Spur. Daher wundert mich auch nicht, dass ich so viele vom Verhalten recht „gewöhnliche“ Frauen persönlich kennengelernt habe, die im Escort, auch als sog. High-Class-Muschi-Escort aktiv sind. Also im Bordell habe ich mehr Frauen kennengelernt, die mehr „Dame“ waren, eloquent und intelligent. Ich hab ja immer den Vergleich, da ich ja schon Puffluft in meiner Anfangszeit geschnuppert habe.

Es gab in unserem Theaterstück einen Text von mir, wo ich mich zur Verspiesserung und Entzauberung des Rotlichts ausgelassen habe, das ist zumindest meine Erfahrung, die ich im Laufe der Zeit gewonnen habe. Im Bordell war es das ganze Ambiente, Kaffee trinken, Soaps gucken, Parade, Tür auf-zu-weg, das Geblubber über Titten-Operationen, das beste waren noch die Gäste, wenn man jene mit Aldi-Tüte in der Hand und ranzigen Socken mal aussen vor lässt. Aber selbst im virtuellen Raum, wo es um Escort geht, scheint es ganz ähnlich zu sein, wenn man zwischendurch einen Blick auf die Diskussionen wirft. Wie soll man da eigentlich noch geil werden? Zumindest nicht auf jene, die sich in Foren an sich selbst berauschen, berichten, richten und urteilen.

Das sog. Rotlicht, die käufliche Erotik muss eigentlich erst dort ankommen, wo sie hingehört, nämlich im nicht-öffentlichen Bereich, anstatt es medial zu durchleuchten, zu sezieren und zu verwursten, um den Moralinpegel hoch zu halten. Es geht beim Sex, auch dem bezahlten doch eher darum, zu verzaubern, Geheimnisse zu bewahren, nicht Stellungswechsel durchzubuchstabieren , sondern ein Geheimnis, ein Mysterium zu schaffen, zwischen zwei Fremden, das reizvoll ist, das die Phantasie anregt, das nicht definierbar ist; aber offenbar muss alles an der Oberfläche zerkaut werden, für viele aus reiner Werbe-Notwendigkeit, und dies auch noch humorlos.

Und an jene Kolleginen gerichtet, die sich aus meinem Blog Ideen zusammen klauben und als Themen ohne Referenz sonstwo einstellen, ob auf ihren eigenen Blog oder als Themen in Foren, weil sie zum selbstständigen Denken und Fantasie offenbar nicht befähigt sind: bleibt mir vom Leib, sonst werde ich meinen Blog und Bauchladen in den nächsten Tagen auf „exklusiv“ schalten. (Hatte dies schon einmal aus anderen Gründen gemacht, aber meinen Blog dann wieder geöffnet).

Jene, die sich angesprochen fühlen dürfen und generell nur in „Verwertungsinteressen“ denken, werden wissen, was ich meine, gelle???

Copyrightrechtliche Verstösse werden in Zukunft geahndet und ich hab ziemlich gute Anwälte am Start. Letzte Warnung.

An alle, die hier weiter mitlesen möchten und die ich persönlich gut kenne, bitte ich eine Email an mich zu schicken, um beizeiten den Zugang zu garantieren.

euch und allen anderen Mitlesern wünsche ich einen bezaubernden Frühsommer-Abend!!

yours unruly

Ariane


2 Kommentare on “die Entzauberung des Rotlichts”

  1. Dennis sagt:

    Zu meiner Zeit, damals in den 70gern, lange vor hiv, when I was young and some kind of romantic heute verklärte innocence was spinning round in our heads . . . es war ne geile zeit um es mit Juli ´s song zu sagen. allerdings mußte man wissen wie „struturiert“ auch der spaß war.

    wir waren ne clique die oft nachts so ab 3.00 uhr an all den plätzen zu finden waren an denen sich die mädels aus den bordellen mit ihren „beschützern“ aufgehalten haben. die jungs mit ihren goldenen ketten und der must have rolex am handgelenkt an einem tisch, die mädels separat. von den vokuhila jungs nur geduldet, von den mädels akzeptiert. höchstwahrscheinlich wegen unseres hippie status . .

    wenn die mädels gut verdient und abgeliefert hatten, wurde im K52 abgetanzt und gefeiert. danach gings dann in Henry´s Pinte. zu grabe getragen wurde die nacht bei pat s place, einem speak easy im hinterzimmer eines hauses neben dem polizeipräsidium. das war damals The place to be. unvergessen waren pat´s spare ribbs und hamburger, sein amerikanischer flipper den wir wie einen altar behandelten, oh what a night. zusammen mit den übermüdeten und nicht selten traurigen schönen der nacht, mit denen wir in unbeobachteten momenten in einem speziellen raum verschwanden um uns die nasen zu pudern, begrüßten wir den anbrechenden tag.

    hans mustermann war da nicht anzutreffen. hans mustermann durfte damals wie heute bezahlen. hans mustermann wurde damals gerupft wie ne weihnachtsgans. und es gab auch nicht das bedürfnis von hans mustermann akzeptiert zu werden. die rollen waren klar verteilt. es war eine geschlossene gesellschaft. die mädels, ihre beschützer, die wirte, die hippies . . . .
    selbst die high end escort ladies die an warmen sommeraabenden in ihrem mercedes 280 cabriolet die strassen im bahnhofsviertel entlang cruisten um potenziell potente freier zu aquirieren . . . auch sie hatten kein bedürftnis nach gesellschaftlicher anerkennung und akzeptanz.

    was alle wollten war die kohle. mit ihnen versuchten sich viele später, irgendwann einmal, vielleicht, ein stück gesellschaftlicher normalität zu erkaufen . . .

    LG Dennis

  2. Goldie sagt:

    Hey Dennis, danke für deine eindrucksvolle Beschreibung. Wer weiss heute schon zu berichten, wie es in den 70ern war?!
    big hug, ariane


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