vom Guggenheim in die Bronx

Ich bin jetzt auf dem Weg von Brooklyn ins  Guggenheim Museum, wo die Ausstellung Chaos and Classicism:  Art in France, Italy, and Germany, 1918–1936 laeuft – mehr dazu hier – und anschliessend gehts in die Bronx, wo ich eine Freundin treffen werde, die dort als Streetworkerin in einem Outreach Programm arbeitet. Ich brauche eigentlich nicht ueberlegen, ob ich meine pink- oder himmelblaufarbende kugelsichere Weste tragen soll, da die Bronx groesstensteils gentrifiziert wurde und Gangster dort weitgehend ausgedient haben.

Bis jetzt war ich auch ganz brav, gestern hat es geregnet wie aus Eimern, blieb dann zuhause und habe relaxt, um mich dann auf meinen Auftritt vorzubereiten. Lief alles gut, hatte kein Lampenfieber, merkwuerdig, vielleicht lag es an dem Wodka-Soda, den ich vorher weggeschluerft habe. Totales Rauchverbot natuerlich in NYer Bars, bei meinen Freunden in Brooklyn habe ich das Fenster heute runtergekurbelt und aus dem Fenster gepafft, waehrend singende Kindergaertnerinnen mit froehlichen Kids am Wegesrand vorbeiliefen. Ein kleiner Morgenspaziergang ums Karee muss natuerlich auch sein, nicht nur um mir ein lecker Bagel mit Gefluegelsalat und die NY Times kaufen, marschiere dann, gestern, heute und wahrscheinlich morgen in den ums Eck herum gelegenen Prospect Park, mit Schwaenen, Pferdestaellen, Enten und allem drum und dran. Zur Tarnung trage ich eine Adidas Hose ueber meine Cowboystiefel, um mich sportlich zu geben, klappt nicht, weil ich einen Pelz trage, aber ich gehoere auch nicht zu den armen Joggern, die sich durch saemtliche Parkanlagen quaelen. Weder in Berlin noch sonstwo. Ach ja, Sonntag ist New York Marathon.

Lieber setze ich mich auf eine Bank, schau den doesenden Schwaenen zu und lese Zeitung und geniesse das buntgefaerbte Laub und rieche die frische Luft, waehrend ich gelegentlich an meinem Zigarettchen nuckel und einen Kaffee dabei schluerfe. So ganz kann ich es dann auch nicht lassen. Das liegt natuerlich daran, dass ich eindeutig oral fixiert bin. Schmeckt mir halt, besonders in netter Gesellschaft mit Schwaenen und bei einem Glas Wein. Hach, ich mag diese Umlaute …

In der aktuellen Village Voice Ausgabe, die unter dem Titel „Best of NYC 2010“ steht, werden die Red Umbrella Diary Events als the „Best Way to meet sex workers (for free)“ angekuendigt und erhielt kuerzlich einen Best of Award fuer die besten Podcasts. Ich habe tolle Auftritte der anderen Performerinnen erlebt, z.B. Desiree Burch, die ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Witzig und klug, in NY gibt es mehr von dieser Sorte, weshalb ich ja auch hier bin, die Frauen hier sind wie Drogen fuer mich, der Austausch, die gleichen Interessen, intelligente Gespraeche und manchmal eben schoen ordinaer witzeln, herrrlisch ….

Hier ein Schnappschuss von meinem Auftritt gestern Abend

goldschwanz

goldschwanz performanz



Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.