Zimmer 301

Ich bin ja eine Freundin phantasievoller und vor allem erotischer Rollenspiele.
Bitte nicht verwechseln mit Hardcore BDSM; aufgrund gewisser Anfragen muß ich noch einmal betonen, dass weder Sadisten noch Masochisten bei mir willkommen sind; es kommt beim Wort Fetisch und Rollenspiel gelegentlich zu Mißverständnissen; ich kann jedoch Empfehlungen zu erfahrenen Expertinnen auf diesem Gebiet aussprechen.
Mein Credo: es lebe die Sinneslust und Phantasie.
Für Rollenspiele sind Hotelzimmer und Boudoirs mit klassischem Interieur zwar begrenzt geeignet; interessanter, quasi authentischer wird es, wenn zu einem Thema ein maßgeschneiderter Raum, eben das Setting, verfügbar ist. Hier habe ich eine schöne Empfehlung, die ich immer schon mal posten wollte. Es handelt sich um das Arte Kunsthotel in Berlin; es hat themenbezogene Zimmer, jedes ist von einem singulären Künstler entworfen und ausgestattet. Für die Liebhaber deutscher Vereinigungsgeschichte und Freunde unseres nominierten Joachim Gauck, also Freiheitsfanatiker wie ich, wäre das Zimmer 301 zu empfehlen, der sog. „Spy Room“, das für Gäste soeben fertiggestellt wurde. Alternativ: ein passendes Setting für Geschichtsvergessene und Menschen mit Kurzzeitgedächtnis, wo ich als Therapeutin der Krankheit „Vergesslichkeit“ mit Haut und Haar zu Leibe rücke.
Hier wäre z.B. ein Rollenspiel vorzuschlagen, das man sich am besten als erotischen Agententhriller vorstellen könnte. Der Agent findet ein Versteck hinter einem Spiegel und observiert eine Dame, die sich nichtsahnend entkleidet und geheimnisvolle Telefongespräche führt; alternativ könnte eine heisse Agentin mit Fernglas auf der Lauer liegen und die gegenüberliegende Reichstagskuppel taxieren, von wo das Subjekt der Begierde ggf. herüberwinkt. Ein separater Flur gehört zum Zimmer, an dessen Wänden alte DDR-Geheimkarten vom Grenzgebiet hängen. Der Raum ist auch mit Utensilien aus der Schnüffelbranche dekoriert: Perücken, Schminkzeug, Diktiergeräte, Kamera. Wahrscheinlich handelt es sich um Accessoires, die nicht benutzbar sind. Ich kann allerdings selbiges mitbringen, auch Handfesseln, um einen Herrn im Trenchcoat an mich oder an den Bettpfosten zu binden.
Zu den weiteren Themenzimmern fällt mir sicher auch einiges ein. Natürlich sollte ein Rollenspiel nicht nach Drehbuch ablaufen, sondern einer gewissen Improvisationslust und Spontanität entspringen. Daher möchte ich es mit diesem dezenten Hinweis zum Stasi-Thema belassen, damit einem der Appetit und die Lust nicht vergeht. Mehr Infos zum Arte Luise Kunsthotel hier. Geschichte erleben: wo, wenn nicht hier?!

Weitere Vorschläge in aller Kürze zu folgenden Zimmern:

Endmoräne Berlin – der geeignete Platz, um jemanden in den Tiefschlaf zu massieren

Standby – ein gemütlicher Ort für Dingwelt- und Socken-Fetischisten

Belle de Jour – das geeignete Umfeld, um aus dem gleichnamigen Buch des Callgirls Belle de Jour (natürlich nur im Original) vorzulesen; quasi Escort-Geschichte in Theorie und Praxis, gelesen von einem der heissesten Callgirls Berlins

Philosophenzimmer – Callgirl Ariane aka Diotima liefert sich nach einem Dinner-Date mit einem leidenschaftlichen Intellektuellen einen Schlagabtausch um das einzig Wahre

Nest – möglicherweise ein Himmelreich für Crossdresser; das Interieur – Eier – spiegelt Metamorphosen und Leben, Lebendigkeit wider; ich assistiere bei der gewünschten Transformation und begleite bei der lustvollen Verwandlung eines Mannes, der sich immer schon insgeheim wünschte, Damenwäsche zu tragen oder wie Heidi Klum, Marilyn Monroe auszusehen (meine besten Freunde und Freundinnen sind queer, insofern hab ich hier keine Berührungsängste). Der Schnabel symbolisiert mein gieriges Blasmäulchen, mit dem ich mir deinen wunderbar bebenden Phallus später einverleibe. Ich muß nur noch deinen Rock hochziehen und ….

Der arme Poet – hier wäre eine lyrische Session möglich, indem ich erotische Gedichte rezitiere, als Vorspiel für das Wahre, Echte und Harte, was dann kommen möge

Tiergarten – hier schwebt mir vor, das Thema durch die Rolle einer Strassendirne, wie sie üblicherweise an der Strasse des 17. Juni posiert, erlebbar zu machen. Knallharte, romantik- und sinnfreie Prostitution, bis die Wände wackeln.

Mammels Traum – du wolltest immer schon in die Welt deiner Kindheit abtauchen, als du bei Oma im Federbett gewärmt wurdest und davon träumtest, wie deine frühreife Cousine dich verführt und zum ersten Petting überredet. Trau dich!

Cabaret – auf dieser Spielwiese könntest du mich burlesque-like in entsprechender Aufmachung erleben, als Zirkuspferd, das für dich strippt, natürlich zu passender Musik und nicht zu Lena

Tribute to Edward Hopper – eine unterkühlte Blondine begleitet dich nach einem Abstecher im benachbarten Diner an der Ecke oder einem Martini in der besten Bar Berlins zu einem anschliessenden Tete-a-Titi; wir nennen es den amerikanischen Abend und sprechen durchgängig englisch, bis ich auf französisch einschwenke

Glamour – ich style mich als (Hauptstadt-) Diva und dank meines lasziven Charmes der Bourgeoisie verfällst du meinem unbändigen Verlangen. Für Freunde des Klassenkampfes möglicherweise ein interessantes Terroir. Ich werde dich schon friedlich stimmen und dich mit Kaviar und Champagner füttern bis du k*** und dir deine Revoluzzer-Reden austreiben.

Future Comfort – für Freunde des Minimalismus der geeignete Ort, um mit minimalen Mitteln den maximalen Comfort zu erzielen (comfort; engl. = Trost, Mut zusprechen); ich bin auch eine gute Mechanikerin und kann dich innerhalb von drei Minuten von deiner schweren Last, die du zwischen deinen Beinen seit Wochen mit dir herumschleppst, befreien. Eine Empfehlung für Quickie-Liebhaber oder Schnell-Kommer.

Weitere Szenarios in Kürze.

Ein sonniges Wochenende wünscht Agentin 00Sex


2 Kommentare on “Zimmer 301”

  1. haveanicedai sagt:

    Das macht ja durchaus Lust auf mehr – Rollenspiele können an Reiz gewinnen, wenn sie in einer anderen Sprache stattfinden. BTW – ich habe in Deinem Profil nie verstanden, warum Du
    Zitat: Background: Sprachen deutsch (nativ), englisch (sehr gut), französisch (so la la)
    Dein französisch so gering schätzt. Nach meiner Erinnerung war es eher o la la la la
    Kisses
    P

  2. Ach so, alternativ hätte ich für den Morgen danach noch das Programm „englisches Frühstück“ im Angebot, ich liebe Würstchen und bettwarme beans … yummy


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