Coaching, Pinguine, sokratische Hebammenkunst

Als Sexcort & Coach und wissbegierige Frau beobachte ich natürlich alles, was mich inspiriert und weiterbringt.
So bin ich auf folgenden Beitrag von Martin Weiss über Eckart von Hirschhausen gestossen, Mediziner, Coach und bekannter Kabarettist, der auch meinem Verständnis von Beruf-Berufung-Glück, dem Streben nach Glück, am nächsten kommt. Vielleicht bin ich aus ähnlichen Gründen zum Eros, P6 und zum Coaching UND zur Komik gekommen, anstatt mich von einer planbaren Karriere, vom Wissenschaftsbetrieb auf- und zerreiben zu lassen, Texte zu schreiben für eine Handvoll Leute oder für die Schublade. Manche können mit diesem Artikel vielleicht was anfangen, und für jene schreib ich, ein erwähnenswerter Artikel, der für mich zwar nichts neues, im Sinne Erkenntnis-erhellendes preisgibt, aber den Zusammenhang von Berufung und Glück vortrefflich auf den Punkt bringt, sodaß ihn ihn zitieren möchte.
Glück im Zusammenhang mit Sexwork? Klar doch, wer will seine Lebenszeit schon unglücklich verbringen? Ok, der Stress, die Hetze des Arbeitslebens läßt einen das Geniessen schwer fallen. Da ich selbiges erlebt und in der Absetzbewegung einen recht „unkonventionellen“ Weg eingeschlagen habe, um meinen Geist mit Bodywork friedlich zu vereinen, masse ich mir mittlerweile an, daß sich P6 im Rahmen eines Escort-Dates durchaus mit dem Eros verbinden läßt. Dies überschneidet sich mit Coaching und Sexualbegleitung, da der Dialog das oftmals einschneidendere, prägendere bei einem Date ist (Loch-ist-Loch-Theoretiker können zumindest mir gestohlen bleiben, weil sie im Regelfall nicht zu Respekt, Anerkennung, einer gegenseitigen Wertschätzung fähig sind); die vielzitierte „Chemie“ bei einem Date ist ja kein Mirakel, was vom Himmel fällt, sondern entspricht einem gegenseitigen, aufrichtigen Interesse, einem geteilten Grund-Verständnis, ja, auch einer ähnlichen kognitiven Denk-Leistung, aus der sich ein sehr erotischer Dialog entspinnen kann und den Sex dann umso intensiver macht. Damit ist natürlich nicht gemeint, daß man bei einem Date die ganze Zeit „quatschen“ soll/muss – im Gegenteil – oder dass Sex Coaching etwas mit einer Schüler/Lehrer-Situation/Hierarchie zu tun hat, also einem asymetrischen Verhältnis, sondern eher mit einem geteilten Interesse, beim Coaching ist Erkenntnisliebe die gemeinsame Geschäftsgrundlage. Ich gestehe, ich kann mit dummen und konservativen Menschen mit einem IQ unter und zwischen 95-100 nicht wirklich viel anfangen, und darunter finden sich zumeist Menschen, die ignorant, intolerant und narzisstisch sind, in der Zerstreuung und reinen Triebabfuhr, in Esoterik-Romantik-Mythen-Welten leben, einer sexuellen Unreife verhaftet sind, quasi spätpubertär und ohne jeglichem Verantwortungsgefühl, sich selbst, aber auch anderen gegenüber, ob Ehefrau, Göttlichkeit oder Hure; dazu zählen übrigens auch jene, die sich einen Spass daraus machen, Escorts/Callgirls/Huren durch Fake-Anfragen zu verarschen bzw. Männer, die ihre Lebenszeit als TIMEWASTER verbringen, alternativ virtuell auf Huren/Escorts in Foren einhauen.
Ja, haben diese Leute nichts besseres mit ihrer kostbaren, weil überschaubaren Lebenszeit anzufangen? Solche Leute tun mir noch nicht einmal leid. Mitgefühl muß man sich erwerben. In diesem Zusammenhang ist auch der Titel meines Blogs wohlweislich, nicht willkürlich gewählt: „do you know me?“
Bezogen auf Menschen, die dazu neigen, „Menschen vorschnell zu beurteilen, obwohl wir sie nur in einer Situation erleben, und wie wir damit komplett daneben liegen können.“ Dies ist ein Zitat aus dem hier eingefügten, nachfolgenden Text über und vonHirschhausen.

Immerhin haben die Amerikaner „the pursuit of happiness“ in ihre Verfassung – Aristoteles & Tocqueville, I. M. – geschrieben, auch wenn nicht nur Amerikaner in der Lebenswelt unter Glück zumeist allein die materielle Seite verstehen und anstreben. Was die Freiheit betrifft, so sind wir uns wohl „fast“ … hoffentlich alle einig.

Also mit diesem Prolog nun der erwähnenswerte Text von Martin Weiss über Eckart von Hirschhausen

„Wie wichtig es ist, seinem Ruf, seiner Berufung zu folgen…“

„Eckart (wir Duzen uns, deswegen sei mir das Du hier erlaubt) erzählt in einer Sendung vom Pfingstmontag 2007 beim SWR 2: “Ich war mal als Arzt auf einem Kreuzfahrtschiff beschäftigt. Und ich merkte ganz schnell, das ist nicht wirklich mein richtiger Dampfer. Kennt Ihr den Ausdruck, man ist auf dem falschen Dampfer? Genauso habe ich mich gefühlt. Ich konnte mich nicht so bewegen, wie ich wollte, die Leute waren nicht wirklich meine Freunde und Seekrankheit macht auch vor einem Arzt nicht halt. Ich hatte die ganze Zeit ein komisches Gefühl im Bauch.”

Als das Schiff dann endlich in Norwegen anlegte, besuchte Eckart einen Zoo, wo er einen Pinguin auf einem Felsen stehen sah: “Zuerst dachte ich, was ist das für eine Fehlkonstruktion: Der Pinguin hat so einen kleinen engen Smoking an, ein bisschen Bauchansatz, die Flügel sind zu klein, um zu fliegen, und irgendwie fehlen ihm doch die Knie. Ich dacht, wer hat den denn gebaut?”

Nach dieser milden Kritik am Erbauer, folgte denn doch ein kleines Erleuchtungserlebnis: “Ein kleines Stückchen weiter konnte man durch eine Glasscheibe in das Schwimmbecken der Pinguine schauen. Und da sprang „mein“ Pinguin ins Wasser und schwamm an der Scheibe vorbei. Und ich hatte das Gefühl, jetzt hat er Mitleid mit mir. Habt Ihr schon mal Pinguine im Wasser schwimmen sehen? Die sind so toll gebaut, die können sich ganz schnell, ganz elegant, mit viel Spaß dort bewegen. An Land dachte ich, Fehlkonstruktion, im Wasser merkte ich erst, was in dem steckt. Pinguine sind so gut energieeffizient gebaut, die könnten aus einem Liter Benzin über 2000 km, also bis Spanien und zurück, schwimmen. So toll sind die. Und ich Idiot dachte, Fehlkonstruktion.”

Eckarts Einsichten aus diesem Erlebnis:
Wir neigen dazu, Menschen vorschnell zu beurteilen, obwohl wir sie nur in einer Situation erleben, und wie wir damit komplett daneben liegen können.
“Und das zweite ist, wie wichtig die Umgebung ist, ob das, was Du gut kannst, überhaupt zum Vorschein kommt. Menschen ändern sich nicht grundsätzlich.”
Viele Dinge sind in uns angelegt, und wenn ich als Pinguin geboren wurde, dann werde ich in diesem Leben keine Giraffe.

Und wie oft versuchen wir, eine Giraffe zu werden? Weil Giraffen gerade das sind, oder das zu sein scheinen, was gerade “angesagt” ist? Wie viel Zeit kann man damit verplempern, einem Bild gerecht zu werden, das nicht wirklich dem entspricht, wer man ist?

Eine wichtige Erkenntnis, die für Eckart von entscheidender Bedeutung war. So berichtet die Berliner Zeitung vom 30.06. über Eckart: “Er selbst sei beispielsweise ein assoziativer, kreativer und nicht besonders gut organisierter Typ, erzählt er. Das ist im Krankenhaus sehr hinderlich. Dort muss man schnell in vorgegebenen Abläufen funktionieren. Man kann nicht jedes Mal noch was Neues ausprobieren. Die Freude, ein und denselben Gedanken in Wortspielen immer wieder neu zu formulieren, ist beim Diktieren eines Arztbriefes hinderlich. Zumal, wenn man zwanzig davon in der Nacht diktieren muss. Im Krankenhaus war von Hirschhausen ein Pinguin an Land. Sein Medium ist die Bühne. Er hat Spaß, weil andere mit ihm Spaß haben. Eine Botschaft, die ihm in Programmen sehr wichtig ist: Wenn du als Pinguin geboren wurdest, versuch nicht, dein Leben lang Giraffe zu werden und dich der Steppe anzupassen. Finde dein Wasser! Spring – und schwimm! Die natürliche Konsequenz: “Momentan fühle ich mich pinguinwohl”.

Das Endergebnis: Heute macht Eckart eine spritzige Mischung aus Kabarett und Augen zwinkernder Lebensberatung (Glücksbringer-Show). Er ist gesprungen. Und seine Erfolge geben ihm nicht nur recht. Sondern machen Mut, es selbst auch zu tun.“


4 Kommentare on “Coaching, Pinguine, sokratische Hebammenkunst”

  1. Patrick sagt:

    Sorry, aber „the pursuit of hapiness“ steht nicht in der US Verfassung. Auch denke ich nicht, dass die „meisten Amerikaner“ unter Glueck „allein die materielle Seite verstehen“. But I don’t have data to back that up.

  2. Ariane sagt:

    „We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed, by their Creator, with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty, and the pursuit of Happiness.“

    Was man über „die“ Amerikaner zu wissen glaubt, bleibt ja jedem selbst überlassen. Ich teile nur meine persönlichen Ansichten mit, ohne Anspruch auf absolute Wahrheiten.

  3. Patrick sagt:

    Du zitierst da aus der Unabhaengigkeitserklaerung, nicht aus der Verfassung.

  4. Ariane sagt:

    Richtig, und ist als „Welfare“ in die Verfassungspräambel eingegangen: “ promote the general Welfare“;
    welfare n. 1. health, happiness, or prosperity; well-being, die Bedeutung des Wortes „welfare“ zur Zeit der Verfassungsgebung; hat mit dem Kontext, wie „welfare“ heutzutage genutzt wird, wenig zu tun.
    Mein Blog versteht sich nicht als Ort für Exegeten, die sich üblicherweise in P6-Foren mit Rotstift ausmären. Happy Weekend.


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