Nuttenrepublik – Chapter IV

Teil IV Mein Leben als Politikerin oder: „Der N.U.T.T.E. gebührt Respekt“

U.S.A. Generalsekretärin Angel Guerilla sieht keinen Grund für die Empörung der UNFAKD: „Wir haben nichts Böses getan.“ Sie lobt stattdessen die Ehemänner und freut sich über den Vergleich der U.S.A. mit „Gault Millau“ – ein Exklusiv-Interview in „The Password“, Geneva

zum Hintergrund der Person:

Angel Guerilla und die U.S.A.
Die 30-jährige Deutsche Ariane dsp aka Angel Guerilla ist seit 2008 Generalsekretärin der U.S.A. (United States of Angels) und Herausgeberin der Blätter für deutschen und internationalen Traffic. Die studierte Politologin und Ökonomin war Vorsitzende und Finanzreferentin im AStA einer westdeutschen Provinzuniversität, wo es gang und gäbe war, öffentliche Mittel zugunsten privater Ausgaben am Landesrechnungshof vorbeizuführen, schon lange bevor die Schweiz, Grossbritannien mit ähnlichen Praktiken auf sich aufmerksam machten. Von 1995-2009 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte. Daneben erfüllte sie den Praxis-Test: ihre ersten Sporen verdiente sie sich über journalistische Praktika und überflüssige Tätigkeiten in öffentlich-rechtlichen Medien (Rundfunk, TV); der Zensor erzwang einen Wechsel in den Börsenhandel inkl. dem Erstellen undurchsichtiger Statistiken; in Folge souverän und erfolgreich im Bereich Controlling einer Düsseldorfer Unternehmensberatung, kurze Aufenthaltszeiten in einer verstaubten Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft in Berlin, der politischen PR sowie einer Kommunikationsagentur in Berlin folgten, bevor sie 2004 zum selbständig ausgeübten Matrazensport wechselte. Gerne spülte sie nebenbei Gläser in Berliner Kneipen, weil sie dabei nicht sprechen musste. Seit 2007 engagierte Schwanzanbeterin in der International Sexwork Rights Movement. Sie ist Sex Coach und Gründerin der BLS (Love School Berlin) und der MP (Muschi Partei), die schon bald eine heilige Allianz mit der PLP (Pussy Labour Party) schloss und schließlich in der MPPLP aufging.
Nach heftigen Konflikten mit internationalen Abolitionisten und dem rechten Flügel feministischer Kreise, beschloss sie die Gründung der U.S.A, ein exterritoriales, denationalisiertes Sexwork-Regime, wobei sie Allianzen mit der Vanilla-Sex-Party, der VGSS (Vereinigung durch schlechten Sex Geschädigter), der Freier & John-Alliance, der VBM (Vereinigung befreiter Mösen) bildete, um sich gegen die mächtige UNFAKD (union of non-fucking deliberate simulants & asexual desperate women; dt. die Vereinigung Nicht-Fickfreudiger Asexueller Kirchgängerinnen, verlassener und sonstiger zurückgebliebener Frauen) zu behaupten, die durch das gefürchtete FK (Frauenversteher-Konglomerat) gestützt wird.
Die U.S.A. und ihr angeschlossener Tink Tank, die sich auf paradoxe Interventionen spezialisiert haben, bietet Regierungsmit-gliedern eine promiskoitive Plattform und wissenschaftliche Grundlagen, um Lösungen für partnerschaftliche, sexuelle und soziale Probleme mit Migrations- und Transithintergrund zu finden.
Ariane dsp lebt seit ihrem 15. Lebensjahr streng promiskoitär und koscher, d.h. sie vögelt nur mit Gummi. Als Ethik-Terroristin hat sie im Untergrund des WWW gewütet sowie virtuellen Wahlkampf für Barak Obama geleistet. Sie wird von Freiern und anderen Männern sehr geschätzt. Ihr literarisches Vermächtnis „Nuttenrepublik“ ist ein Plädoyer für ein libertär-libertinäres Triebverständnis – „eine echte Befreiung der Sexualität hat nie stattgefunden“ und ein Frontalangriff auf Heuchelei und Scheinheiligkeit: „To me, the whole thing reeks of hypocrisy“, die „Nutten, das sind die anderen …“
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Wie es zum Konflikt mit der UNFAKD kam

Seinen Anfang nahm der Konflikt zwischen U.S.A und UNFAKD bereits im Oktober 2008: nach einem Treffen von U.S.A. und 17 EU-Staaten drohte der damalige deutsche Finanzminister Peer Steinbrück mit der Peitsche: nur durch eine Zwangsbesteuerung aller Prostituierten einschliesslich Haus-Frauen in der EU-Zone könne die zukünftige Schuldenlast eingedämmt werden, was die Generalsekretärin zu der Forderung einer Abfuck- und Entsaftungsprämie in Höhe von 400€ pro nicht-erscheinenden Gast veranlasste; „aufgrund der hausgemachten systemischen Krise sei die Verhandlungsposition der Sexworkerinnen eindeutig geschmälert worden“. Die UNFAKD warf dabei der U.S.A. Generalsekretärin vor, sie habe dem Treffen mit ihrer Anwesenheit einen offiziellen Anstrich verliehen. Im März gab es schliesslich Gerüchte über eine angebliche schwarze Liste, die die U.S.A. auf Anfrage der G-20 erstellt haben sollte und auf der die UNFAKD figuriere. Dabei handelte es sich um eine Auskunft über den Stand der Umsetzung des U.S.A. Standards zum Flüssigkeitsaustausch zwischen und innerhalb 84 Staaten. Am 13. März beschloss der Bundesrat, diesen Standard zu übernehmen. Die BRD kam in die Kategorie jener Staaten, die den Standard akzeptieren, ihn aber noch nicht mit mindestens 12 weiteren Staaten umgesetzt haben. Die UNFAKD kritisiert, die U.S.A. habe nicht korrekt auf die Anfrage der G-20 reagiert. Aus Protest blockierte die UNFAKD Anfang April einen Budgetposten der U.S.A. in Höhe von 150.000 Euro, um damit institutionelle Fortschritte der Prostitutionsbewegung auszuhebeln.

***

The Password: Der Berliner OB Klaus Wowereit hat die U.S.A. jüngst mit dem Restaurantführer Gault Millau verglichen. Was halten Sie davon?
Angel Guerilla: Ich mußte lachen! Ich fand seinen Vergleich sehr kreativ und humorvoll. Und vor allem: lehrreich.

The Password: Wie das?
Angel Guerilla: Nun, wir haben tatsächlich eine ähnliche Aufgabe wie der Gault Millau. Wir haben gewisse Kriterien, und dann schauen wir: Welche Länder wenden diese Kriterien an? Welche Länder haben versprochen, sie anzuwenden? Und welche Länder tun weder das eine noch das andere? Leider fällt heute fast jedes Land in die dritte Kategorie, d.h. also in die Hände abolitionistischer Regime, die Flüssigkeitsaustausch entweder ganz abzuschaffen suchen oder auf die Ehe beschränken wollen. Deutschland ist dabei eindeutig phalluszentriert, in anderen Ländern gibt es weniger Sex während eines Dates.

The Password: Die U.S.A. befindet über Gut und Böse?
Angel Guerilla: Nein. Wir sehen weder weiss, grau noch schwarz. Wir dokumentieren bloss – und dies seit Jahren -, wer den U.S.A. Standard beim Flüssigkeitsaustausch, auch im häuslichen Gewerbe, umgesetzt hat und wer nicht. In der letzten Zeit mußten wir dieses Reporting natürlich ständig aktualisieren. Am Tag nach dem Entscheid der UNFAKD, also der Bundesregierung, den U.S.A. Standard anzuwenden, übergab ich Bundespräsident Horst Köhler in Berlin bereits eine Kopie des aufdatierten Reportings, die ich für seine Konkurrentin Dr. Gesine Schwanz vorbereitet hatte. Und ich kaufte den neuesten Gault Millau, als ich Wowereits Aussage las.

The Password: Sie kannten Gault Millau noch nicht?
Angel Guerilla: Ich schon, aber mein Präsidium nicht. Also kauften wir einen. Wir werden künftig nur in guten Restaurants essen.

The Password: Wowi sei Dank!
Angel Guerilla: Jedenfalls ist der Vergleich nicht unpassend. Das Mandat, einen internationalen Standard für den Flüssigkeitsaustausch zu etablieren, haben wir übrigens seit 2005, seit dem Sexwork Manifesto von Brüssel und der Deklaration. Der Standard ist inzwischen auch von der G-20 und der UNO anerkannt. Nochmals: Wir haben nichts Böses getan.

The Password: Können Sie kurz einige Kriterien erläutern, die den Standard bilden sollen?
Angel Guerilla: Spass am Sex, Exercise of Limits d.h. Einübung von Grenzziehungen, Eisen und B12 essen – vermindert den Hang zu blauen Flecken beim Popo-Klopfen, „proper“ Bondage, die so angelegt sein muß, daß man sich selbst befreien kann, Angleichung des Preisniveaus auf internationaler Ebene, z.B. werden Subs in Kanada schlechter bezahlt als in Berlin, Abschaffung des rassistischen Exotismus, d.h. Männer wählen in der Regel die bezeichnete „Ware“ aus nach Herkunftsland, „Ware“ soll durch den Begriff „Mensch“ ersetzt werden.

The Password: „Exercise of limits“, wie das?
Angel Guerilla: Die Grenzen überschneiden sich ja im Grunde immer; selbst bei einem Agreement zu einer Girlfriend-Experience tendiert der Vanilla Job zu einem Sub-Spiel (sub=submission= kuschelige Unterwerfung; die Redaktion), und damit zu einem Spiel um Macht. Das Brechen von Grenzen ist den meisten der Beteiligten in der Regel gar nicht mal bewußt; auch private Fragen an die Sexworker seitens der Kunden sind nicht wünschenswert, außer eine Sexworkerin zielt strategisch auf das Herstellen von Vertrautheit ab oder gewinnt dadurch ein gewisses Mass an Anerkennung, wenn sie sich mit ihren privaten Sorgen und Geschichten ausmärt, nach dem Motto: ich bin wirklich ein echter Mensch und du? Im Regelfall ist jedoch keine Anerkennung für den Job zu erwarten, auch nicht seitens der meisten Kunden: ob Hand-Job, Blow-Job oder Overnight, nach dem Date ist vor dem Date. Flower Power, also Blümchen Sex, hilft dabei übrigens nicht, Diskriminierung und Stigmatisierung von Sexworkern auszuhebeln; ich fordere immer: „Offer anal just for money“ und nicht aus scheinbar privaten oder persönlichen Vorlieben. Emotionale und physische Sicherheit und damit Unversehrtheit sollten Hand in Hand gehen. Das nenne ich professionell. Ein Sexworker, der dies nicht berücksichtigt, landet sonst im Irrenhaus oder verheiratet sich unglücklich, alternativ mit einem Kunden, nur des Geldes wegen, das ist einfach zu wenig.
Limits sind nicht verhandelbar, weil man als Hure grundsätzlich in einer verletzbaren … vulnerable… also schutzlosen Situation ist, die man zu händeln hat. Sexworkerinnen insistieren oftmals auf sogenannten „soft limits“, die nach Sympathie „moveable“, also flexibel handhabbar sind, aber ich sagen Ihnen, nach meiner Erfahrung sind hard und soft limits immer identisch; sie können sich zwar je nach Tagesform ändern, sollten jedoch nicht verhandelbar sein. Auf der Seite von Kunden, haben First-Timer, also Erst-Bucher ebenfalls andere Limits als Gelegenheitsbucher oder ständige Bucher, die erfahren und fordernd auftreten. Hier sollte, ja muß eine Sexworkerin ebenfalls durch entsprechende Ansprache die Limits von First-Timern respektieren, die oftmals andere sind als die von Wiederholungstätern. Auch Diffamierung und Kriminalisierung von Sexworkern untereinander hilft der Bewegung nicht weiter, z.B. durch gegenseitige Vorwürfe oder Herabsetzung, nach dem Motto: schau mal, die macht nur Anal wegen des Geldes, igitt die schluckt auch noch … hier wiederholt sich doch nur die gleiche Doppelmoral des Spiessertums, die über Huren regelmässig den Stab bricht, schaut mal, die treibt es mit Männern nur des Geldes wegen. Wegen was denn sonst?

The Password: Sie verstehen die Verärgerung der UNFAKD über die U.S.A. nicht?
Angel Guerilla: Ich sage es mal so: es gibt keinen Grund, so empört zu reagieren, im Gegenteil, wir arbeiten der Union höchstens noch in die Hände.

The Password: Wie das?
Angel Guerilla: Ihre Männer gehen frustriert aus dem Haus und kommen nach einem Intermezzo mit einer Professionellen ausgeglichen zurück. Wir sind also Balsam für jede noch so unbefriedigende Beziehung.

The Password: Die UNFAKD kritisiert, sie sei von Ihnen ungenügend informiert worden.
Angel Guerilla: Ich habe ständig mit Unionsvertreterinnen gesprochen. Nicht nur, um ihnen zu sagen: Wir wurden von der G-20 um diese Informationen gebeten, und wir werden sie geben – zumal es sich um Angaben handelt, die an sich allen bekannt sind. Sondern auch, um ihnen zu sagen: Es sind zwar bekannte Angaben, aber sie haben heute einen komplett anderen Stellenwert. Ich sagte es der Union schon im Oktober, dann am 8. März: Gerade sie wollte ich auf das veränderte Umfeld aufmerksam machen.

The Password: Warum gerade die Union, also die UNFAKD?
Angel Guerilla: Die Situation war für die Union heikel, weil alle auf sie fixiert waren. Meine Botschaft war darum stets: Es wäre gut, sich jetzt zu bewegen, es kommt, es wird passieren! Es war wie ein Hurrican, der sich rasend schnell nähert, man warnt und warnt, und kurz bevor er über einen hinwegfegt, sagt man doch: Um Himmels willen, verbarrikadiert wenigstens die Fenster oder versteckt eure Ehemänner!

The Password: Das Treuegelöbnis ist für die Union ein Mythos. Man wird nicht gern seiner Mythen beraubt.
Angel Guerilla: Das Treuegelöbnis steht nicht auf dem Spiel. Vertrautheit und Vertrauen bleiben ein zentrales Anliegen. Die Frage war die: Wie kann man die Union vor weiterem Schaden bewahren? Es war meine Pflicht, zu verhindern, dass es zu Sanktionen gegen U.S.A. Mitgliedern kommt. Das hätte ich als persönliches und als institutionelles Versagen der U.S.A. gewertet. Ich finde letztlich: es war sogar ein Erfolg für die Union.

The Password: Das sehen in der UNFAKD nicht alle so.
Angel Guerilla: Es ist ein Erfolg. Ich anerkenne aber das Ausmass des Entscheids. Die N.U.T.T.E. verdient Respekt dafür. Es war letztlich in ihrem Interesse.

The Password: Und im Interesse anderer.
Angel Guerilla: Aber vor allem im Interesse der N.U.T.T.E. Ich fand es nicht korrekt, daß sie verschrien ist, von Staaten, die Steuerflüchtlinge unterstützen oder noch die Todesstrafe gutheissen. Ich wollte, daß sich die UNFAKD freiwillig bewegt.

The Password: Ohne internationalen Druck hätten die Wähler den Entscheid des Bundesrats wohl nicht akzeptiert.
Angel Guerilla: Der Druck war nur der Zünder. Das Menetekel war bereits da. Aber es stimmt: Diese dramatische Entwicklung hätte es nicht gegeben, hätte die G-20 im März nicht gesagt: Wir werden auf diese spezifische Frage fokussieren. Ihre Entschlossenheit unterstrich die G-20 auch im Communiqué nach dem Gipfel vom 2. April.

The Password: Einige EU-Staaten üben weiter Druck auf die UNFAKD aus, sie wollen den automatischen Flüssigkeitsaustausch.
Angel Guerilla: Das ist eine Diskussion in der EU. Ich glaube aber, daß die Union dank ihrer Bereitschaft, auf Anfrage Flüssigkeiten auszutauschen, diesbezüglich nun weniger unter Druck steht.

The Password: Für einen Platz auf der weissen Liste verlangt die U.S.A. 12 Gütesiegel gemäss U.S.A.-Standard. Merkel nannte diese Kriterien willkürlich und infantil.
Angel Guerilla: Hätten wir ein einziges Abkommen verlangt, hätte die UNFAKD selbst dieses Kriterium nicht erfüllt. Warum sorgt sie sich so sehr wegen dieser Kriterien?

The Password: Weil es auch angewendet wird, um die Fortschritte der Länder zu messen.
Angel Guerilla: Es war das Global Forum of Sexwork Rights, das dieses Kriterium vorgeschlagen hat. Klar: Wenn man es erreicht hat, sagt dies noch nichts über die Qualität der Umsetzung aus. 12 Gütesiegel einer Liebesoase mit Steueroasen zu vergleichen gilt nicht. Die Verpflichtung endet auch nicht bei 12 Gütesiegeln.

The Password: Es gibt Länder, die den U.S.A.-Standard bereits vor Jahren akzeptiert haben und noch heute kein einziges derartiges Gütesiegel haben.
Angel Guerilla: Ja, und sie werden sich nun beeilen müssen, dies zu ändern! Wir werden auch ein besonderes Augenmerk legen auf gewisse Liebes-, Treue- und Sicherheits-Konstrukte.

The Password: Angelsächsische Trusts?
Angel Guerilla: Wir werden alle, die obskure Sicherheitspraktiken haben, genauer anschauen.

The Password: Zum Beispiel Jersey oder Guernsey?
Angel Guerilla: Viele verstehen nicht, warum die britischen Kanalinseln – anders als die UNFAKD – auf der weissen Liste sind. Weil sie auf Anfrage Flüssigkeiten austauschen. So einfach ist das.

The Password: Die Union wird nicht so rasch 12 Gütesiegel abschliessen können, vielleicht braucht es eine Volksabstimmung.
Angel Guerilla: Wichtig ist, daß man ernsthafte Bemühungen sieht, Fortschritte zu machen. Nicht akzeptabel wäre es, politische Verfahren vorzuschieben, um den Prozess zu verzögern.

The Password: Wird es Sanktionen geben, wenn es der U.S.A. zu lange dauert?
Angel Guerilla: Einige Länder haben solche Pläne. Die Möglichkeit von Sanktionen wurde auch von der G-20 erwähnt.

The Password: Und die U.S.A.?
Angel Guerilla: Wir sanktionieren keine Länder. Die U.S.A. wird nur weiterhin den Fortschritt oder Rückschritt dokumentieren. Die Schlüsse, die jemand daraus zieht, bestimmen nicht wir. Wir erachten es aber als unsere Pflicht, zu verhindern, daß es zu Sanktionen kommt.

The Password: Was sagen Sie zur Blockierung eines Budgetpostens der U.S.A. durch die UNFAKD?
Angel Guerilla: Ich war ehrlich gesagt etwas enttäuscht und traurig, daß man derart auf die U.S.A. fokussiert. Es gibt für die UNFAKD doch im Grunde keinen besseren Alliierten als die U.S.A.: wir sorgen doch dafür, daß für alle gleiche Wettbewerbsbedingungen herrschen.

The Password: Der damalige Finanzminister Peer Steinbrück hatte die U.S.A. zu einem Meeting am 23. Juni eingeladen. Auch Sanktionen sollen diskutiert werden. Nehmen Sie am Meeting teil?
Angel Guerilla: Nein, ich bin aus beruflichen Gründen verhindert und schicke meinen Stellvertreter Marc of Frankfurt oder Julian Kaye. Sonst hätte ich gerne teilgenommen.

The Password: Soll die UNFAKD teilnehmen?
Angel Guerilla: Ich lege es ihr sehr ans Herz.

The Password: Ob sie teilnehmen darf, ist freilich ungewiss. Das Verhältnis mit Berlin ist derzeit nicht gerade das beste.
Angel Guerilla: Leider. Berlin und die Union sind zu stark verflochten und zu wichtig füreinander, als dass sie sich solche Konflikte leisten könnten.

The Password: Wann kommen Sie zurück nach Berlin?
Angel Guerilla: Ich wäre am Montag von einer Parlamentskommission eingeladen gewesen, bin aber aus beruflichen Gründen in Basel und anschliessend in San Francisco zum alljährlichen Sexwork Arts & Film Festival eingeladen. Dort läuft ein Film von mir, eine Doku, wo ich am Beispiel Chinas den Zusammenhang zwischen Schwanzgrösse und der Anfälligkeit für totalitäre Ideologien aufzeige.

The Password: Wenn die Kommission ein anderes Datum vorschlägt, würden Sie annehmen?
Angel Guerilla: Selbstverfreilich!

Interview: Heidi Schokchi


2 Kommentare on “Nuttenrepublik – Chapter IV”

  1. Wolfgang sagt:

    Sehr geehrte Frau Generalsekretärin Angel Guerilla,

    ich habe wohlwollend Ihre Ausführungen zum problematischen Verhältnis der U.S.A. (United States of Angels) zur UNFAKD (union of non-fucking deliberate simulants & asexual desperate women; dt. die Vereinigung Nicht-Fickfreudiger Asexueller Kirchgängerinnen, verlassener und sonstiger zurückgebliebener Frauen) zur Kenntnis genommen.

    Ich wünsche, dass den vielen verschiedenen angesprochenen Projekten der notwendige Erfolg beschert ist. Der Bezug zu namentlich benannten Vorbildern lässt auf ein tief greifendes Verständnis schließen, welchen ich mich kleingeistig anschließen möchte.

    Alles zum Wohle der Nuttenrepublik!

    Ergebendster Dank
    Wolfgang

  2. Ariane sagt:

    Merci vielmals für die gnadenlose Lektüre; du weisst ja eh, daß du ein Gefährte, sozusagen im Geiste bist bist. xx


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