christkindls rück- und ausblick 2009/10

Wieder zurück mit allerhand Neuigkeiten aus dem vorweihnachtlichen Engelland und rein in den Schneematsch.
Wen es über die Weihnachtstage ins Virtuelle zieht, wer sich gerne selbst beschenkt statt immer andere, kann ja mal meine Rück- und Ausblicke 2009 nachlesen, die verlinkten Shopping-Tips studieren und sonstigen delikaten Fussabdrücken eines Callgirls folgen, die die Welt unbedingt zu ihrem Glück noch braucht.*g*

England, war schön, wie immer, diesmal sogar sehr schön und ein besonderer Höhepunkt folgte in London, wo ich mich nach dem Landausflug 3 Tage aufhielt. Bei meiner Ankunft am Donnerstag kam auch prompt der Fischer vorbei, von dem ich schon an anderer Stelle berichtete; diesmal sollte es eine Forelle

und zwei Rochenfilets sein. Ich war recht brav in diesen Tagen, entdeckte einen Weihnachtsmann, der Blumen und Tannenbäume verkaufte (eine mittelgrosse prächtig gewachsene Nordmann-Tanne, 2m Höhe, wurde in London Islington für 45 Pfund angeboten, günstiger als in Berlin Charlottenburg gesichtet),

schaute mir das Finale von X-Factor zusammen mit 40 Millionen Briten an (das britische Original zu dem „Deutschland sucht den Superstar“ Format), war mal wieder überrascht, wie angenehm es ist, wenn man gewissermassen von der Welt per Internet abgeschnitten ist, Pilze erkunden

und man nur auf regionale Medien zurückgreifen kann. Ich spiele normalerweise nie Lotto, aber mein Landlord drängt mich bei jedem Aufenthalt, Lotto zu spielen sowie Euromillions, wo sich sage und schreibe 39 Millionen Englische Pfund im Topf befanden; damit er Ruhe gibt, er ist regelrecht süchtig nach Lotto, spiele ich immer aus Solidarität ein- oder zwei Lucky Dips und ein Thunderball und komme auf eine Investition von 3 Pfund, für Euromillions investiere ich 5 Pfund. Mehr mag ich für Glücksspiel nicht ausgeben. Natürlich spiele ich in Gedanken immer durch, was ich denn mit dem Gewinn anfangen würde, hat ja einen gewissen Unterhaltungswert: am Lebensstil nichts grossartig ändern, aber als erstes das englische Anwesen in Kent, wo ich mich regelmässig aufhalte, dem Besitzer für 1 Mio Pfund abkaufen, für die gleiche Summe mit ausgezeichneten polnischen Handwerksmeistern sanieren und dem Landlord lebenslanges Wohnrecht und mir Gastrecht garantieren. Mein Vermieter, also der Besitzer, sitzt nämlich seit einem Jahr auf gepackten Koffern, d.h. der National Trust und das Council will ihn aus seinem Eigentum rauswerfen, da er nicht die finanziellen Mittel hat, um die erforderlichen Sanierungsmassnahmen durchzuführen. Leider ist er pleite und im Rentenalter und bezieht nur eine geringfügige Rente; er hat zwar im Rahmen seiner internationalen Karriere sehr gut verdient, sodaß er schon mit Anfang 40 aussteigen konnte, aber seither alles verprasst und mit Frauen durchgebracht. Jedenfalls haben einige Herbststürme dem alten Gebäude in den letzten 20 Jahren immer wieder schweren Schaden zugefügt, einige Zinnen sind abgebrochen und nur teilweise repariert, die Fassade bröckelt, Efeu wuchtert durch manche Fensterritzen hinein. Ein herrlicher Ort und schade, wenn er enteignet wird und ich dort nicht mehr wohnen kann.
Ansonsten habe ich keine Wünsche, wie gesagt so weiterleben wie bisher, ohne Auto – ausser ich hätte jetzt zeitnah Thomas Bernhards Geländewagen bei Ebay ersteigern können -, Urlaubsreisen im klassischen Sinne brauche ich im Prinzip nicht, wahrscheinlich würde ich weiterhin zwischen London und Berlin pendeln, gelegentliches und beidseitiges Lendengeprickel und die Aufmerksamkeit charmanter Männer geniessen und die allermeiste Zeit damit verbringen, was ich jetzt schon beruflich, aus Berufung treibe, und damit meine ich jetzt nicht nur die Erotik. Ok, ein hübsches Sümmchen spenden und an einige liebe Menschen und einige unterbezahlte Ärzte verschenken, ja das würde ich auch, damit einige liebgewonne Menschen zumindest materiell der Zukunft ohne Sorge entgegensehen können, meine Mutter, die diejährig den Krebs überlebt hat, nach Paris ins Ritz einladen und gross ausführen, meinen Vater ins Spearmint’s Rhino nach London (bevor die neue policy & crime bill für die Schliessung von Table- und Labdance Bars in London sorgt), mir ein Bette Midler Konzert mit meinem Berliner Lieblings-Barmann in Las Vegas geben, einen Grossformat-Drucker für die Produktion der grossartigen Arbeiten eines sehr lieben Menschen, der diesjährig einen Schlaganfall überlebt hat, kaufen und zu guter Letzt einen Leo Bassi Workshop für „Clowning Professional“ besuchen.

Die britische Presse hat mich auch wieder in Atem gehalten: Tiger Woods, wo man hinlas- und schaute, grauenvoll, wie auch das Orwellsche Goggles – das umstrittene Bilderkennungsprogramm von Google – , horrende Immobilienpreise in London trotz Finanzkrise, gipfelte in meiner Entdeckung von zwei Penthäusern in der Park Lane, die man für jeweils 25.000 engl. Pfund/Woche mieten (sic!) kann

und die Diskussion um flüchtige englische Banker, die das Land gen Frankfurt, New York oder der Schweiz verlassen wollen, um sich die 50% Sondersteuer auf Boni zu ersparen. Liliane Bettencourt, Grande Dame und Mehrheitseignerin von L’Oréal, also die reichste Frau Frankreichs, vergleichbar mit Frau Klatten in Deutschland, muß sich mit ihrer Tochter vor Gericht darüber streiten, daß sie einem ihrer besten Freunde über die letzten 15 Jahre insgesamt Geld und Kunstwerke in Höhe von 1 Milliarde Euro geschenkt hat. Why not? Wer sichs leisten kann …. Die Tochter versucht ihre Mutter für geistig unzurechnungsfähig zu erklären, um als Alleinerbin alles abzuräumen und ihre Mutter vor weiteren grosszügigen Geschenken an Freunde und erfolgreiche Mitarbeiter des Unternehmens abzuhalten. Wenn man Photos der Tochter sieht, die ja qua Geburt selbst schwer vermögend und Single ist, erinnern mich ihre herunterhängenden Mundwinkel sehr stark an unsere deutsche Kanzlerin. Frau Merkel braucht unbedingt mal etwas Coaching, was Haltung, Mimik und die Papageienfarben ihrer Einheitsjacken betrifft. Zu Kopenhagen fällt mir nicht viel ein, ein Trauerspiel, und von einer deutschen Regierungskrise wurde ich nur telefonisch ins Bild gesetzt, in den Medien nur durch den Subtext im BBC-Abendprogramm hellhörig, zog es jedoch vor, mir vor meiner Rückkehr nach Berlin dazu keine weiteren Gedanken zu machen, um mir die vorweihnachtliche Stimmung nicht zu versauen. Stattdessen hörte ich lieber meinem Vermieter zu, der mir von weiteren Feuerwehrmännern mit ganz besonderen Qualitäten berichtete: einer fährt als Stripper mit einem Wohnmobil zu Hen-Parties durch die Lande und entertaint bei Junggesellinnen-Abschiedsparties ein Rudel englischer, durch binge-drinking enthemmte Girls, so erfolgreich, daß er kaum noch Zeit hat, bei der freiwilligen Feuerwehr zu arbeiten; es seien immer zwei-drei Frauen dabei, die dem Feuermann nach seinem Auftritt ein paar Scheinchen zustecken und ihm in sein Wohnmobil folgen, wo sie ordentlich durchgeschüttelt werden, so erzählte er mir. Der andere Feuerwehrmann soll über „Wunderfinger“ verfügen, a „good touch“, beim Befühlen einer Muschi also, und sämtliche Frauen närrisch machen, eine seltene Gabe, die ich bislang genauso wenig wie die besonderen Fähigkeiten des Strippers überprüfen bzw. in Augenschein nehmen konnte. Aber kommt Zeit kommt 2010 …. Mit einem „good touch“ kann man mich innerhalb von 1-2 min zum kommen bringen, ohne, daß ich mich wehren kann, ähnlich verhält es sich mit gewissen Leck-Künsten. Da soll mir einer sagen, daß Kunst im Bett nichts zu suchen hat. Petting hat etwas sehr unschuldiges und daher sehr prickelndes und finde ich persönlich ausgesprochen erotisch. Wie eine Frau umgekehrt mit einem „good touch“ einen Schwanz und die Familienjuwelen umfassen kann, da gibt es ebenfalls himmelweite Unterschiede, ist also durchaus vergleichbar bzw. ist ein Talent und kann man nicht lernen, denke ich, so meine Erfahrung. Man hat es regelrecht im Blut oder in den Genen oder in den Fingerspitzen.

Tja und dann war da noch London und die Begegnung mit einem ausgesprochen tollen Mann, der mir quasi als Vorab-„Bescherung“ einen wunderbaren Abend schenkte, mir tolle Orte zeigte, die ich bis dato noch nie besucht hatte, mit mir dinierte, lachte und schmuste, mit dem ich mich ausgesprochen gut unterhielt – auch horizontal -, der mich – kurz und gut – rundum verwöhnte und für den krönenden Abschluss ein wunderbares Zimmer in einem sehr originellen Hotel bereit hielt, weil er meine Vorliebe für kuriose, alt-englische Orte zuvor erschnuppert hatte. Einfach grossartig, liebevoll …kisses …danke!!


Schnappschuss in den Empfangsbereich

Auf Details und die Namen der Locations möchte ich an dieser Stelle verzichten, sondern möchte nur meiner Freude Ausdruck geben; es war nämlich mein erstes „richtiges“ klassisches Escort-Erlebnis in London, meiner Lieblingsstadt, die ich sonst mit niemandem, ausser mit Freunden, teile.

Zu guter Letzt stand noch ein Besuch in einem stillgelegten Frauengefängnis, ein Untersuchungsgefängnis aus dem 18. Jhdt. in Clerkenwell, East London, am letzten Tag meines Aufenthalts an, das voraussichtlich die Location für die Theateraufführung sein wird, größer als der ursprünglich geplante Aufführungsort, eine ehem. Polizei-Station. Leider hat sich der Producer bei einem anderen Projekt als korrupt erwiesen und Geld unterschlagen, weshalb das Arts Council, unser Haupt-Geldgeber, nicht mehr mit ihm aus naheliegenden Gründen zusammen arbeiten möchte. Wir haben aber schon längst Ersatz gefunden. Die ganze Vorbereitung, Planung und das Fundraising erfordert mehr Zeit als wir glaubten, zieht sich wie Kaugummi; für ungeduldige Menschen wie mich ist so etwas eigentlich nichts.

Bild Gefängnis

Wohl war mir bei dem Rundgang unter der wissenden Aufsicht eines Historikers dabei nicht; wenn ich mir vorstelle, wie viele Frauen dort einsassen, die im 18. und 19 Jhdt. der gleichen Tätigkeit nachgegangen sind wie ich. Der Spot wird auch für Dreharbeiten und andere Events gebucht, zuletzt für die Neuverfilmung von
Sherlock Holmes“ mit Jude Law, der am Boxing Day in den britischen Kinos anläuft.

Einen weiteren Film, den man nicht verpassen und für den man starke Nerven mitbringen sollte, ist „The Road„, die Verfilmung des gleichnamigen apokalyptischen Romans von Cormack McCarthy, auf die Lektüre machte mich ein lieber Gast von mir in diesem Jahr aufmerksam, nochmals danke dafür.

Zum Schluss ein paar Shopping-Tips, auch für jene, die London kaum oder garnicht bereisen, da man sich einiges davon online bestellen kann.
Mein neues Lieblings-Parfum Artemesia von Penhaligon’s, pastös in einer kleinen Silberdose, habe ich mir selbst zu Weihnachten vorab geschenkt, weil ich das ganze Jahr so ein braves Mädchen war *g*. Penhaligon’s ist ein alt-englisches Parfumhaus und führt ausgefallene Herren- und Damendüfte in hübsch-schlichten Flakons und andere schöne Kleinigkeiten. Für jene, die noch kurzfristig für ihre Liebsten einen schönen Duft suchen: in Berlin findet man eine kleine Auswahl im KADEWE und Galerie Lafayette, zusammen mit den erlesenen Düften von Annick Goutal, an einem Stand. Wer sich nicht nach Trends richtet und so riechen möchte wie die Mehrheit der deutschen Bundesbürger nach dem Weihnachtsfest, die zumeist nur stark beworbene Produkte von Douglas und aus TV-Spots kennen, findet hier u.a. eine gute Adresse. Auch die Kerzen und Seifen sind ausgesprochen edel und wohlduftend.
Und dann habe ich mir einen engen, rosé-farbenen Strickpullover von Jack Wills gegönnt, den ich jetzt im Berliner Winter durchgängig tragen werde, ist schon jetzt mein Lieblingsstück. Sie bieten schöne bequeme Kleidung und Taschen aus Tweed, Filz und Wolle, Flanell, auch Cashmere an, auch Accessoires, eben typisch englisch, qualitätsvoll und langlebig. Für jene, die gerne zu Hause gut gekleidet und bequem rumlümmeln, es muss ja nicht immer ein Hausmantel sein, habe ich noch Loungewear, schöne karierte Baumwollhosen, entdeckt, die sich wie Flanell anfühlen. Leider gibt es bei uns keine Shops, nur in England oder online.
Gleich daneben in Islingten (Tube Angel Station) habe ich noch einen kleinen Laden „decorexi“ entdeckt, für Freunde guten und preiswerten Interiors, sie haben sogar eine Website, über die man bestellen kann. Vielleicht leiste ich mir in 2010 mal eine neue Tischlampe, die Large Christal 6-Ball Lamp hat es mir angetan, danach hab ich schon länger Ausschau gehalten; den passenden Schirm suche ich mir dazu auf dem Flohmarkt. Nicht zu vergessen noch ein Hinweis auf mein Lieblingsgeschäft „Queens“, für Liebhaber von schönem Kitsch, arts & crafts, und handgearbeiteten Baumschmuck, ebenfalls London, diesmal Spitalfields Market. Wahrscheinlich fahren mehr Frauen und meine schwulen Freunde auf sowas ab.

So, jetzt entlasse ich euch in eine hoffentlich harmonische und entspannte, stimmungsvolle Weihnachtszeit, ich danke euch fürs gelegentliche Vorbeischauen auf meinem Blog, für schöne und sehr schöne, intime, unterhaltsame Momente, die ich mit einigen Herren in diesem Jahr geniessen durfte, nachdenkenswerte Erlebnisse inkl. aus denen ich „lernen“ durfte *g* und positiven Input, den einige von euch mir gegeben haben. Danke dafür! Euch ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2010!!!

Ariane


4 Kommentare on “christkindls rück- und ausblick 2009/10”

  1. Stefan sagt:

    Schön!

  2. Wolfgang sagt:

    Ariane, da hast du aber Glück gehabt, dass du vor dem Schneechaos heimgeflogen bist.

    Sehr schöne Vorstellungen von dir, was du alles machen würdest, wenn …………

    Wünsch dir alles Gute und vielleicht geht ja auch der ein oder andere deiner geheimen Wünsche im kommenden Jahr in Erfüllung.

    Bussi Wolfgang

  3. Leisureman sagt:

    Wieder mal schöner Lesestoff! Besten Dank für die tägliche Erheiterung. Leider sollte es dieses Jahr nicht sein, freue mich aber schon auf 2010…….

  4. g sagt:

    You are the best
    and all the best for 2010
    watch out – the tiger is around in twoten


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