this is not a love song

this is not a love song

you know me
I’m an escort girl
and my heels prick the ice
like spikes

my brain is to amuse you
my mouth is to praise you
my sensuality keeps you warm
my sirens song whispers the way
and my heavenly scent
releases you
in your endless days
but once a year
after the petals have wilted
and before the first snow starts falling
my voice raises into a gruesome howl
a song in a choir of grief that has to be made

sung from all my global mates
for all the victims
fallen and wounded in the battle of life
for their families and friends
on the 17th of december
We throw our fist in the air
from hands that always care
which stroke fluffy balls and weary heroes
by hands at arms to embrace
not made to held candles
We reaching out to the lost
extend the hands to their souls
our fragile voices reach the sky
to commemorate those
who met their fate
which is not a really one at all
violence, stigma and murder
purely made by man
and their accomplices jurisdiction
and a brutal legislation
because „they“ disgrace the name of justice
not my mates

who lost their lives
in pursuit to bring happiness and adult fun
pure entertainment without obligation
by a service made with commitment and love
why this aversion and aggression against „us“?
what have we done?


TAZ: Ende Gelände

Also ich habe mir mal die Arbeit gemacht, dazu einen Artikel zu schreiben, weil mich das ehrlich gesagt richtig ankotzt, daß die TAZ diesen Leuten – also Prostitutionsgegnern, so ein Podium bietet.

Herausgekommen ist folgendes:
bitte korrigiert, ergänzt und verbessert meinen Brainstorm. Ich bin sehr wütend. In Anführungszeichen stehen immer Zitate aus den beiden TAZ Artikeln.

Titel: Widerspruch einer Hure

Genau genommen einer Ex-Hure. Denn das bin ich seit einigen Jahren nicht mehr. Ich hab deshalb etwas zum Thema zu sagen, da ich seit 15 Jahren Aktivistin bin, 10 Jahre in der Sexarbeit tätig war und seit 8 Jahren für ein Unternehmen der Erotikbranche arbeite. Eine Ex-Prostituierte, die wegen einer abgelehnten Doktorarbeit und der Kritik am Neoliberalismus den Einstieg in die Sexarbeit findet, ist selten. Ich stehe seit 15 Jahren mit Sexarbeiter*innen in Kontakt, meine selbst gewählte Familie.

Von Susanne Bleier Wilp
Vorstand, Pressesprecherin, Internationales BesD; bigsister.de

https://taz.de/Feministische-Positionen-zu-Sexarbeit/!5644563/ vom 6.12.2019

„Ein besoffenes Würstchen oder ein einsamer Manager steht vor einer Frau, die ihm Befehle gibt und ihn dann sehr wahrscheinlich versucht, innerhalb kurzer Zeit maximal auszunehmen. „Ach, du willst mit Anfassen? 50 Euro extra. Du willst ihn reinstecken? 60 Euro extra. So, und jetzt raus hier.“ Aber null Mitleid.“

Kobern gehört zum Handwerk. So wie früher Falle schieben. Warum soll sich eine Sexarbeiterin unter Wert verkaufen, wenn sie mehr verdienen kann? Allerdings sind die Kunden doch sehr individuell und diese bemerkenswert verachtenden Aussagen über Prostitutionskunden, die angeblich das Rückgrat des Patriarchats bilden sollen, zeigen höchstens wes Geistes Kind die Autorin ist.

Ich bin als ehemalige Sexarbeiterin und Feministin in der Lage, meine zahlreichen Begegnungen in Bordellen, Wohnungen, im Auto oder Hotel kritisch zu reflektieren. Wenn man 10 Jahre in der Sexarbeit gewerkelt hat, sieht und hört man einiges. Darunter waren einige wenige Ausreißer nach unten. Sprich Kunden, die gewalttätig oder grenzverletzend waren. Ich spreche von insgesamt 3 Personen bei einer Gesamtzahl von etwa 1000. Glauben Sie nicht, daß mein Erfahrungshintergrund ausreichend gesättigt ist? Wenn meine Kunden alles „arme Würstchen“ gewesen wären, wie Sie schreiben, hätte ich den Job garnicht aushalten können und sicher keine 10 Jahre durch gearbeitet.

Sexarbeit ist jedoch Fluch und Segen zugleich. Es birgt ein großes Potential an Freiheit und Unabhängigkeit für Frauen und andere Menschen, die in dieser Branche arbeiten. Aber mit gewissen Sicherheitsrisiken, weshalb ich auch Kolleg*innen dringend anrate, sich frühzeitig zu professionalisieren. Menschen, die nie gelernt haben, Grenzen zu ziehen, sind auch im falschen Job. Grenzziehungen sind ein Cornerstone Thema in der Sexarbeit, aber auch das kann man schnell lernen.

https://taz.de/Aktivistin-ueber-Sexkaufverbot/!5644525/

„Um die kleine Zahl der Freiwilligen kümmern wir uns nicht, die sorgen für sich.“

Alle Sexarbeiter*innen, die ich im In- und Ausland kennengelernt habe, waren „freiwillig“. Darunter auch einige, die in ihrer Vergangenheit Bekanntschaft mit Zuhältern oder Menschenhändlern hatten. Es gibt auch Prostituierte, die heute selbstbestimmt der Sexarbeit nachgehen, nachdem sie sich von ihrem Zuhälter oder Menschenhändler befreien konnten. Sie genießen jetzt ihre Freiheit.

Ich sorge mich allerdings um alle Sexworker, nicht nur um Opfer von sexueller Ausbeutung, sondern auch um die scheinbar so privilegierten Sexarbeiter*innen mit den „toten Augen“, wie Alice Schwarzer sagt.

Auch um die Freiwilligen, weil sie allesamt stigmatisiert sind und deshalb vulnerabel. Auch die Freiwilligen tragen Risiken. Ich war auch eine selbstbestimmte Hure und hab Gewalt erlebt. Deshalb jedoch zur Prostitutionsgegnerin zu mutieren, obwohl 99% meiner Gäste ehrenwerte Personen dieser Gesellschaft sind, fällt mir nicht im Traum ein.

Eine Hure darf nicht zimperlich sein. Klärte mich mal eine Puffmutter auf. Und recht hat sie. Auch das fällt in eine Orientierungsberatung von leider wenigen Beratungsstellen, die das „dürfen“. Ergebnis: 70% aller Frauen steigen erst garnicht in die Sexarbeit ein.

„Der erbitterte Kampf erklärt sich einmal aus dem finanziellen Interesse der ProstitutionsbefürworterInnen.“

„Ich bin Soziologin, gehe mein Leben lang mit Zahlen um“

Ich bin auch Sozialwissenschaftlerin und meinem analytischen Blick entgeht wenig. Vor allem, wenn es um die Arbeitssituation von Sexarbeitenden geht. Ich frage mich immer, was getan werden kann, um gerade den am wenigsten privilegierten und marginalisierten Sexarbeiterinnen zu helfen. Dies ist automatisch auch ein gutes Rezept für die angeblich so privilegierten Sexarbeiterinnen, die sich angeblich nur Sorgen um ihr Einkommen machen.

„bis dahin hatte ich auch ein weich gespültes Bild und eine sogenannte liberale Haltung zur Prostitution, sodass ich dachte: Denen kann ich dieses Beschäftigungsfeld nicht wegnehmen. Das hat sich gewaltig verändert durch die zunehmende Kenntnis der Fakten.“

„Die GegnerInnen eines Sexkaufverbots sagen, dass es den ausgebeuteten Prostituierten nicht nutzt, sondern sie im Gegenteil in eine ungeschützte Unsichtbarkeit drängt.
Auch das ist ein Argument, das ich nicht mehr hören kann. Wir von Terre des Femmes können nur sagen: Schlimmer als jetzt kann es Prostituierten nicht gehen. Denken Sie mal an den Straßenstrich in der Berliner Kurfürstenstraße.“

„Ich habe in meiner AG eine Berliner Therapeutin, die mit traumatisierten Prostituierten arbeitet – die geht an die Decke, wenn sie das Wort Sexarbeit hört.“

Ich habe durch Gespräche mit Sozialarbeiterinnen in den letzten 15 Jahren den Eindruck gewonnen, daß es darunter auch Frauen und Männer gibt, die durch das tägliche Elend den Eindruck bekommen haben, daß Sexarbeit generell Gewalt ist, weil sie in der Beratung meist auf Frauen treffen, die Hilfe bedürfen oder in einer Notsituation sind. Dies verleitet sie zu der Annahme, daß alle Prostituierten Opfer sind. Dem ist jedoch nicht so. Es gibt nicht „eine verschwindend geringe Anzahl“ selbstbestimmter Sexarbeiterinnen, sondern durchaus viele.

Ich würde behaupten, die Mehrheit.

Darunter viele in prekären Lebenssituationen, die der prekären Situation anderer Arbeiterinnen in prekären Berufen durchaus vergleichbar ist. Seit 15 Jahren spreche ich mit Kollginnen im In- und Ausland, auch Migrantinnen, trotz mancher Sprachbarrieren. Außerdem administriere ich seit 8 Jahren ein Sexworker only online Forum mit 14.000 registrierten Sexarbeiterinnen. Sollte es tatsächlich meiner Aufmerksamkeit entgangen sein, daß das alle Opfer sind?

Ich habe viele Postings sorgfältig gelesen. Hinzu kommt meine aktive Zeit als Sexarbeiterin am online Forengeschehen, wo ich mich auch in mehreren sog. Freier Foren regelmäßig ausgetauscht habe und einen guten Eindruck erhielt, wie man solche Foren moderieren kann und wer die Community Regeln nicht einhält. Nichtsdestotrotz gibt es Kundenportale, insbesondere AO-Portale, wo wirklich menschenverachtende Fantasien artikuliert sind. Deren Betreiber sitzen jedoch regelmäßig im Ausland bzw. ist die Website offshore gehostet und man kommt strafrechtlich kaum an sie ran. Ähnlich wie es für das Dark Web gilt.

„Es ist sehr schwierig, an sie heranzukommen und nachzuweisen, dass es sexuelle Ausbeutung ist. Und es bleibt zu fragen: Wer meldet die Straftat?“

Wenn man nicht an sie herankommt, kann man auch kaum Dunkelfeld Studien erstellen, geschweige in der Öffentlichkeit Zahlen behaupten, die keine empirische Basis haben.

Die Mitarbeiterin einer Beratungsstelle für Frauenhandel berichtete mir kürzlich, daß sich 30% ihrer Klientel von allein bei ihr meldet; andere durch Dritte, Polizei, Freier.

„Es gibt die Zahlen, seien es 90, 80 oder 85 Prozent von nicht selbst bestimmten Prostituierten. Jede ist eine zu viel.“

Ja, das sind nicht enden wollende Schätzungen ohne Grundlage. Zugrunde gelegt wird der hohe Anteil an Migrant*innen in der Sexarbeit, die allesamt und permanent in die Zwangsprostitution, Armutsprostitution oder Menschenhandelsecke gedrängt werden.

Liebe Prostitutionsgegner! Sie befinden sich auf einem Irrweg. Seit drei Jahren, in denen das Gesetz zur Bestrafung von Kunden von 2016 in Frankreich in Kraft ist, sind sich alle Akteure einig, dass die positiven Auswirkungen noch ausstehen. Die Zahl der Sexarbeiter hat nicht abgenommen und die Ausbeutung von Minderjährigen und der Menschenhandel nehmen zu.

Bitte lernen Sie von schwedischen Sexarbeiter*innen, was das Sexkaufverbot aus ihrer Sicht bedeutet und warum das Gesetz gescheitert ist. https://www.fuckforbundet.com/report

Auch in Irland, wo das Sexkaufverbot Einzug gehalten hat, ist die Gewalt gegenüber Sexarbeitenden gestiegen und das Business hat sich ins Internet verlagert und hat Prostitution in keinster Weise eingedämmt. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Queens Universität Belfast ganz deutlich.

Ich hab als Sozialwissenschaftlerin und teilnehmenden Beobachterin meine Hausaufgaben in den letzten 15 Jahren gemacht. Sie als Soziologin auch?

Ich träume von einer entkriminalisierten Zukunft. Ich träume, dass das Stigma verschwindet, was Sexarbeiterinnen zu Opfern macht. Armut und soziale Ungleichheit in einer Weltgesellschaft sind nicht nur die Motoren von Migration, sondern auch von Prostitution. Das wußten schon die alten Griechen, die den Unterschied zwischen Hetären und Sklavinnen durchaus kannten.

Die Lobbyarbeit klerikaler Kreise aus US, die mit ihrem Geld u.a. die European Women Lobby füttert, muß beendet werden. Dann kann die Vernunft endlich eine nachhaltige Prostitutionspolitik in Deutschland, Europa und der Welt entwickeln, die keine Opfer mehr schafft und auch keine Junk Science mehr produziert. Der Kampf um die Rechte von Sexarbeiterinnen gleicht für Aktivistinnen einem Marathonlauf. Wir kennen unser Ziel.


Hauptstadtdiva

Ariane // Goldschwanz is reading a political manifesto 2008 Acud Berlin

Zum Freiwild erklärt

eidgenossin

Das Seefeldquartier in Zürich hatte schon in den 60er Jahren einen Strassenstrich. Als Mitte 70er Jahre das Salonverbot aufgehoben wurde, ging dieser zwar zurück und wurde von den Profisexworkern nur noch gelegentlich genutzt. Ende der 80er Jahre kamen vermehrt Drogenkonsumierende Sexworker ins Zürcher Seefeld, um dort zu arbeiten. Einige waren schon immer Profis gewesen, die eben auch Drogen konsumierten, andere kamen nur, um sich das Geld für Drogen zu beschaffen.

1989 wurde vom Sozialamt der Stadt Zürich unter der damaligen Sozialvorsteherin Emilie Lieberherr das Projekt „Lila Bus“ im Seefeld installiert. Es war die erste Frauenanlaufstelle im Suchtbereich dieser Art. Der Bus stand tagsüber im Quartier und öffnete seine Türen erst um 22 Uhr. Bis 5 Uhr morgens stand er ausschliesslich Frauen zur Verfügung. Drogenkonsumentinnen konnten das niederschwellige Angebot nutzen, um sich mit Kondomen einzudecken, Spritzen zu tauschen, sich zu waschen oder etwas essen oder trinken.
Ab 1990 bot der Bus…

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Ich kann auch anders

Ich hab heute meine neue Kolumne für das Kaufmich Magazin veröffentlicht und Euer Feedback interessiert mich sehr. Thema: die Krimireihe Tatort und was das mit unserem Bewusstsein macht. Stigma kills!

For an English translation I recommend to use https://www.deepl.com/en/translator?fbclid=IwAR1-HozuCxzrMqAm4l6kOfMb4sfknq-2nsD9AGGNhboj_EJ8wZHJOvuwREc


Offener Brief an @HuschkeMau

Sexworker Protest Berlin 15. Oktober 2019 gegen das Sexkaufverbot
Uwe Hauth Photography

Ich folge Deinem Blog https://huschkemau.de seit geraumer Weile und Du sprichst viele wichtige Punkte an. In einem Punkt stimme ich mit Dir überein: es gibt Ausbeutung und Gewalt in der Prostitution, d.h. eine nicht unbeträchtliche Zahl an Personen ist davon betroffen. Das aktuelle Bundeslagebild Menschenhandel verzeichnet seit 2017 einen Rückgang um rund 25%. Jedes Einzelschicksal zählt und jedem Menschen muß in einer Notsituation geholfen werden, die Täter mit aller Härte bestraft. 

Leider ist es jedoch so, daß Menschenhandel und Zwangsprostitution auch in Ländern stattfindet, wo Prostitution und Sexkauf bereits verboten sind. Im Prinzip spielt es dafür gar keine Rolle, ob Prostitution legal oder illegal stattfindet. Diese Verbrechen sind eine Seuche, die den Planeten überzieht und die Strafverfolgung ist oft sehr schwierig. 

In Indien wird Prostitution von einer Generation an die nächste weitergegeben; das Kastensystem sorgt dafür, daß Generationen von Prostituierten geboren werden und überhaupt keine Wahlmöglichkeit haben, ihrem Schicksal zu entfliehen. Daher erscheint es für manche Frauenrechtler*innen des Globalen Südens auch absurd, Entkriminalisierung als das zu verstehen, was es nicht ist: nämlich gewalttätige und ausbeuterische Zuhälter und Gewaltkunden straffrei ausgehen zu lassen. 

Sexworker brauchen Rechte und Empowerment, um sich wehren zu können. Deshalb gibt es in Indien ganz starke Sexworker Organisationen (z.B. Durbar, Sangram) mit sehr hohen Mitgliederzahlen, die durch Peer 2 Peer Arbeit in den letzten 20 Jahren dafür gesorgt haben, daß Zuhälter*innen aus den Rotlichtvierteln teilweise verdrängt werden konnten. Außerdem ist durch Sexualaufklärung die HIV Übertragungsrate stark gesunken. Verantwortlich für diese Entwicklung sind Sexarbeiter*innen, die soziale Arbeit tun und ihren Kolleg*innen helfen. Auch in Indien sind Bordelle und Frauen- und Mädchenhandel verboten. Dennoch gibt es sie. Eine starke Organisation von Sexarbeiter*innen kann aber dafür sorgen, daß gegen Mädchenhandel und Kinderprostitution besser vorgegangen werden kann. Weil sie die Szene kennen und Opfer identifizieren können.

Die Berichte von SexarbeiterInnen aus all diesen Ländern sind erschütternd. Das Risiko, Opfer von Gewalt zu werden, ist für Sexarbeiter*innen in Ländern mit Sexkaufverbot gestiegen. Deshalb wünschen sich Sexarbeiter*innen in der westlichen Hemisphäre auch eine Entkriminalisierung der Sexarbeit inkl. aller Kunden.  Auch Dritte, die Dienstleistungen für Sexarbeiter*innen zur Verfügung stellen, wie z.B. Fahrer und Vermieter müssen straffrei bleiben. Nicht alle Menschen, die von Sexarbeiter*innen profitieren, sind Täter. Es gibt mehr gute als schlechte Manager und Betreiber*innen. In Schweden ist es allerdings so, daß auch An- und Zugehörige von Sexarbeiter*innen kriminalisiert werden. Dies betrifft auch die Kinder von Sexarbeiter*innen, wenn sie vom Verdienst ihrer sexarbeitenden Mutter profitieren.

Ja ich spreche ganz klar von Sexarbeit. Und zwar weil sie im Regelfall unter guten und gesunden Voraussetzungen stattfindet, wo die Einvernehmlichkeit und der Respekt zwischen erwachsenen Personen die Grundlage bietet.

Wenn Frauen Beziehungen mit Zuhältern und Loverboys eingehen, ist das nicht allen anderen Sexarbeiter*innen und Kunden anzulasten. Ein emotionales Abhängigkeitsverhältnis ist sehr schwierig aufzugeben und ich bewundere jede Sexarbeiter*in, die sich aus den Klauen von hochmanipulativen Zuhältern und Loverboys befreien konnte. 

Dennoch kann es nicht sein, daß alle Freier in Kollektivhaftung genommen werden, für etwas, was sie nicht getan haben. Sicherlich gibt es unter den Freiern gefährliche Menschen. Auch unerwünschte Grenzüberschreitungen finden statt. Aber eben nicht in allen sexuellen oder erotischen Begegnungen. 99% aller meiner erotischen Begegnungen fanden immer einvernehmlich statt. 

Auch dafür müssen Sexarbeiter*innen sich deshalb auch frühzeitig professionalisieren und lernen, ihre Grenzen zu wahren und zu schützen. Respekt ist nicht jedem gegeben und Du kritisierst zu Recht die Freierforen, wo teilweise menschenverachtende Kommentare und Bewertungen über Sexarbeiterinnen aus dem Hinterhalt der Anonymität entstehen. 

Tatsache ist, Sexarbeit ist ein riskanter Job. Das weiß ich am allerbesten, da ich die negativen Abgründe kennengelernt habe. Um den Job sicher und gesund auszuüben, benötigt man Know How und die Unterstützung durch Arbeitskolleg*innen, den richtigen Arbeitsplatz. Deshalb ist ein Netzwerk mit Verbündeten auch so wichtig. 

Bitte überdenke und reflektiere Deine Positionen noch einmal und schau Dir die Realität an, wie sie ist. Sie ist nicht schwarz und weiß, sondern grau und manchmal bunt.

Mit freundlichen Grüßen

Susanne


Pressesprecherin des BesD

Na wie klingt das? Pressesprecherin des BesD. Ich hab zig Tausende von Forenbeiträgen in meinem Leben geschrieben, plus 3 Blogs und ein Magazin vollgekritzelt. Daneben auch ein Berlin Buch, Aufsätze und Artikel veröffentlicht. Ich hab schon in der Öffentlichkeit gestanden und Interviews gegeben, Filme und Fernsehbeiträge gedreht, Kunst, Schauspiel & Fotografie mit Gesicht unterstützt.

Der Höhepunkt war die Sexkolumne bei Polylux: Prostitution ist das Gleitmittel des Kapitalismus und bin im Taxi bei TimmTV mitgefahren. Ein WDR Beitrag zum Hurentag lief auch sehr gut. Beeindruckend auch der Open Air Gottesdienst und meine Begegnung mit Pfarrer Moertter in Köln. 🙂 Und doch ist es etwas anderes, wenn man für sich allein spricht und nicht im Namen eines Berufsverbandes. Ich muß mir das immer wieder ins Gedächtnis rufen. Ich glaube ein Coaching, professionelles Coaching, wäre gut, um mich in freier Rede zu üben.

Zwar hab ich früher auch Seminare an der Uni durchgeführt und Vorträge gehalten, aber das ist ja lange her. Dieses Jahr beim Hurenkongress hab ich eine 10 minütige Rede gehalten, über mein Big Sister Projekt und warum Online Outreach so wichtig ist. Ich werde mir dafür noch Flyer drucken müssen und verschicken. Das Jahr 2019 war ein sehr schönes Jahr. Ich bin viel gereist und hab Schwung genommen für eine neue Herausforderung. Es gibt viel zu tun.


Ein Traum wird wahr

Ich bin bei der Mitgliederversammlung des Berufsverbandes Sexarbeit BesD https://berufsverband-sexarbeit.de in den Vorstand und zur Pressesprecherin gewählt worden und hiermit komplett geoutet. Ich freue mich auf kommende Herausforderungen im Kampf gegen das Sexkaufverbot in Deutschland.

Foto: Anke Cott