this is not a love song

this is not a love song

you know me
I’m an escort girl
and my heels prick the ice
like spikes

my brain is to amuse you
my mouth is to praise you
my sensuality keeps you warm
my sirens song whispers the way
and my heavenly scent
releases you
in your endless days
but once a year
after the petals have wilted
and before the first snow starts falling
my voice raises into a gruesome howl
a song in a choir of grief that has to be made

sung from all my global mates
for all the victims
fallen and wounded in the battle of life
for their families and friends
on the 17th of december
We throw our fist in the air
from hands that always care
which stroke fluffy balls and weary heroes
by hands at arms to embrace
not made to held candles
We reaching out to the lost
extend the hands to their souls
our fragile voices reach the sky
to commemorate those
who met their fate
which is not a really one at all
violence, stigma and murder
purely made by man
and their accomplices jurisdiction
and a brutal legislation
because „they“ disgrace the name of justice
not my mates

who lost their lives
in pursuit to bring happiness and adult fun
pure entertainment without obligation
by a service made with commitment and love
why this aversion and aggression against „us“?
what have we done?


Offener Brief an @HuschkeMau

Sexworker Protest Berlin 15. Oktober 2019 gegen das Sexkaufverbot
Uwe Hauth Photography

Ich folge Deinem Blog https://huschkemau.de seit geraumer Weile und Du sprichst viele wichtige Punkte an. In einem Punkt stimme ich mit Dir überein: es gibt Ausbeutung und Gewalt in der Prostitution, d.h. eine nicht unbeträchtliche Zahl an Personen ist davon betroffen. Das aktuelle Bundeslagebild Menschenhandel verzeichnet seit 2017 einen Rückgang um rund 25%. Jedes Einzelschicksal zählt und jedem Menschen muß in einer Notsituation geholfen werden, die Täter mit aller Härte bestraft. 

Leider ist es jedoch so, daß Menschenhandel und Zwangsprostitution auch in Ländern stattfindet, wo Prostitution und Sexkauf bereits verboten sind. Im Prinzip spielt es dafür gar keine Rolle, ob Prostitution legal oder illegal stattfindet. Diese Verbrechen sind eine Seuche, die den Planeten überzieht und die Strafverfolgung ist oft sehr schwierig. 

In Indien wird Prostitution von einer Generation an die nächste weitergegeben; das Kastensystem sorgt dafür, daß Generationen von Prostituierten geboren werden und überhaupt keine Wahlmöglichkeit haben, ihrem Schicksal zu entfliehen. Daher erscheint es für manche Frauenrechtler*innen des Globalen Südens auch absurd, Entkriminalisierung als das zu verstehen, was es nicht ist: nämlich gewalttätige und ausbeuterische Zuhälter und Gewaltkunden straffrei ausgehen zu lassen. 

Sexworker brauchen Rechte und Empowerment, um sich wehren zu können. Deshalb gibt es in Indien ganz starke Sexworker Organisationen (z.B. Durbar, Sangram) mit sehr hohen Mitgliederzahlen, die durch Peer 2 Peer Arbeit in den letzten 20 Jahren dafür gesorgt haben, daß Zuhälter*innen aus den Rotlichtvierteln teilweise verdrängt werden konnten. Außerdem ist durch Sexualaufklärung die HIV Übertragungsrate stark gesunken. Verantwortlich für diese Entwicklung sind Sexarbeiter*innen, die soziale Arbeit tun und ihren Kolleg*innen helfen. Auch in Indien sind Bordelle und Frauen- und Mädchenhandel verboten. Dennoch gibt es sie. Eine starke Organisation von Sexarbeiter*innen kann aber dafür sorgen, daß gegen Mädchenhandel und Kinderprostitution besser vorgegangen werden kann. Weil sie die Szene kennen und Opfer identifizieren können.

Die Berichte von SexarbeiterInnen aus all diesen Ländern sind erschütternd. Das Risiko, Opfer von Gewalt zu werden, ist für Sexarbeiter*innen in Ländern mit Sexkaufverbot gestiegen. Deshalb wünschen sich Sexarbeiter*innen in der westlichen Hemisphäre auch eine Entkriminalisierung der Sexarbeit inkl. aller Kunden.  Auch Dritte, die Dienstleistungen für Sexarbeiter*innen zur Verfügung stellen, wie z.B. Fahrer und Vermieter müssen straffrei bleiben. Nicht alle Menschen, die von Sexarbeiter*innen profitieren, sind Täter. Es gibt mehr gute als schlechte Manager und Betreiber*innen. In Schweden ist es allerdings so, daß auch An- und Zugehörige von Sexarbeiter*innen kriminalisiert werden. Dies betrifft auch die Kinder von Sexarbeiter*innen, wenn sie vom Verdienst ihrer sexarbeitenden Mutter profitieren.

Ja ich spreche ganz klar von Sexarbeit. Und zwar weil sie im Regelfall unter guten und gesunden Voraussetzungen stattfindet, wo die Einvernehmlichkeit und der Respekt zwischen erwachsenen Personen die Grundlage bietet.

Wenn Frauen Beziehungen mit Zuhältern und Loverboys eingehen, ist das nicht allen anderen Sexarbeiter*innen und Kunden anzulasten. Ein emotionales Abhängigkeitsverhältnis ist sehr schwierig aufzugeben und ich bewundere jede Sexarbeiter*in, die sich aus den Klauen von hochmanipulativen Zuhältern und Loverboys befreien konnte. 

Dennoch kann es nicht sein, daß alle Freier in Kollektivhaftung genommen werden, für etwas, was sie nicht getan haben. Sicherlich gibt es unter den Freiern gefährliche Menschen. Auch unerwünschte Grenzüberschreitungen finden statt. Aber eben nicht in allen sexuellen oder erotischen Begegnungen. 99% aller meiner erotischen Begegnungen fanden immer einvernehmlich statt. 

Auch dafür müssen Sexarbeiter*innen sich deshalb auch frühzeitig professionalisieren und lernen, ihre Grenzen zu wahren und zu schützen. Respekt ist nicht jedem gegeben und Du kritisierst zu Recht die Freierforen, wo teilweise menschenverachtende Kommentare und Bewertungen über Sexarbeiterinnen aus dem Hinterhalt der Anonymität entstehen. 

Tatsache ist, Sexarbeit ist ein riskanter Job. Das weiß ich am allerbesten, da ich die negativen Abgründe kennengelernt habe. Um den Job sicher und gesund auszuüben, benötigt man Know How und die Unterstützung durch Arbeitskolleg*innen, den richtigen Arbeitsplatz. Deshalb ist ein Netzwerk mit Verbündeten auch so wichtig. 

Bitte überdenke und reflektiere Deine Positionen noch einmal und schau Dir die Realität an, wie sie ist. Sie ist nicht schwarz und weiß, sondern grau und manchmal bunt.

Mit freundlichen Grüßen

Susanne


Pressesprecherin des BesD

Na wie klingt das? Pressesprecherin des BesD. Ich hab zig Tausende von Forenbeiträgen in meinem Leben geschrieben, plus 3 Blogs und ein Magazin vollgekritzelt. Daneben auch ein Berlin Buch, Aufsätze und Artikel veröffentlicht. Ich hab schon in der Öffentlichkeit gestanden und Interviews gegeben, Filme und Fernsehbeiträge gedreht, Kunst, Schauspiel & Fotografie mit Gesicht unterstützt.

Der Höhepunkt war die Sexkolumne bei Polylux: Prostitution ist das Gleitmittel des Kapitalismus und bin im Taxi bei TimmTV mitgefahren. Ein WDR Beitrag zum Hurentag lief auch sehr gut. Beeindruckend auch der Open Air Gottesdienst und meine Begegnung mit Pfarrer Moertter in Köln. 🙂 Und doch ist es etwas anderes, wenn man für sich allein spricht und nicht im Namen eines Berufsverbandes. Ich muß mir das immer wieder ins Gedächtnis rufen. Ich glaube ein Coaching, professionelles Coaching, wäre gut, um mich in freier Rede zu üben.

Zwar hab ich früher auch Seminare an der Uni durchgeführt und Vorträge gehalten, aber das ist ja lange her. Dieses Jahr beim Hurenkongress hab ich eine 10 minütige Rede gehalten, über mein Big Sister Projekt und warum Online Outreach so wichtig ist. Ich werde mir dafür noch Flyer drucken müssen und verschicken. Das Jahr 2019 war ein sehr schönes Jahr. Ich bin viel gereist und hab Schwung genommen für eine neue Herausforderung. Es gibt viel zu tun.


Ein Traum wird wahr

Ich bin bei der Mitgliederversammlung des Berufsverbandes Sexarbeit BesD https://berufsverband-sexarbeit.de in den Vorstand und zur Pressesprecherin gewählt worden und hiermit komplett geoutet. Ich freue mich auf kommende Herausforderungen im Kampf gegen das Sexkaufverbot in Deutschland.

Foto: Anke Cott

Barcelona – Berlin – Frankfurt

Barcelona

Kaum in Berlin angekommen, gingen ja schon wieder die Arztbesuche los. Also auf zum Zahnarzt, wo ich heute schon wieder war. Ab 50 fällt man langsam, aber gnadenlos auseinander.

Meint Ihr, das ist ein interessantes Thema über das älter werden zu schreiben? Ich weiß es nicht. Ich finde es schrecklich, wenn immer mehr Leute sich über Krankheiten unterhalten. Da halte ich lieber den Mund.

Jedenfalls ist nächste Woche ein besonderer Termin in Frankfurt. Drückt mir die Daumen bitte. Falls es klappt, stehe ich Rede und Antwort.


Barcelona

Ein ehemaliger Kunde, Professor für Psychiatrie und eine Koryphäe auf seinem Gebiet, hat mir mal nach mehreren Treffen ADHS diagnostiziert. Das ist auch der Grund, warum ich so rastlos bin. Mein nächstes Ziel ist Barcelona. Und nächste Woche geht es los. Allerdings muß ich dort arbeiten, und ist nicht so entspannt wie ein Urlaub.

Jedenfalls muß ich mich dort auch etwas erholen von einer Nachrichtenmeldung, die diese Woche eingetrudelt ist. Es gibt zwei SPD Abgeordnete und nun auch zwei von der CDU, die in Deutschland das Schwedische Model einführen wollen und dafür werben, d.h. ein Sexkaufverbot, daß Kunden/Freier kriminalisiert. Ich könnte jetzt jede Menge dazu sagen, warum das der falsche Weg ist, aber ich hab gerade keine Lust dazu. Vielleicht schreibe ich demnächst dazu mehr. Der BesD hat dazu gerade folgende Stellungnahme verfaßt

https://berufsverband-sexarbeit.de/index.php/2019/09/11/stellungnahme-zu-sexkaufverbot-vorschlag-in-deutschland-freierbestrafung-gefaehrdet-die-sicherheit-von-tausenden-sexarbeiterinnen/?fbclid=IwAR380Cxnr0M3yRYxwJkXWvOZT0xPx5vatRi88JuUpHyN9lJDYN00oFFApd4

Adios

Barcelona Beach

Edinburgh – Fringe 2019

Alle guten Dinge sind drei. Ich bin ab nächste Woche zum dritten Mal in Edinburgh. In Glasgow war ich allerdings auch schon. Vielleicht habe ich trotz meines kurzen Aufenthalts etwas Zeit, einen Abstecher in die Highlands zu wagen oder in einer Whisky Destillerie einen Schluck zu nehmen.

Hauptsächlich dreht sich aber alles um das Fringe Festival, wo ich meine Freundin Desiree Burch besuche, ein kommender Star am Stand Up Himmel.

Meine letzten beiden Besuche in Edinburgh fallen noch in eine Zeit, wo ich als aktive Sexarbeiterin tätig war. Allerdings ist vor Ort nicht viel gelaufen. Bei meinem ersten Besuch arbeitete ich in einem Bordell, das als Massagesalon getarnt war, und wo man mit AO Anfragen überschüttet wurde. Ich hab recht schnell die Kurve gekratzt. Unter solchen Bedingungen läßt sich kein Geld verdienen.

Das letzte Mal war ich genau vor 8 Jahren in Edinburgh und hatte auch mal 2 Dates, die im Hostel bzw. im Auto endeten, weil ich keine Empfangsmöglichkeit hatte. Außerdem wohnte ich privat in einer WG, wo ich niemanden empfangen konnte. Zu Hotelbesuchen ist es garnicht erst gekommen.

Ich war sogar 2 Wochen vor Ort, bin täglich zu einer Chinesin gegangen, die mich mit Akupunktur behandelt hat. Die Gegend, in der ich wohnte, nennt sich Marchmont und ist wirklich sehr schön. Tolle Altbauten und Häuser aus rosa farbenen Sandstein. Die Anwohner spielten im Park Golf.

Dort wohnte ich in einem Zimmer, in dem Gardinen und Tapeten das gleiche Tartan Muster hatten, also hübsch kariert. Zwischendurch hatte ich ein Vorstellungsgespräch in Barcelona und hatte den Job auch bekommen. Seitdem arbeite ich für Kaufmich, bin also in der Sexindustrie geblieben.

Wohin sollte ich auch sonst? Mit meiner Biografie kommt man kaum woanders unter, sofern man sich outet und keine praktische Berufserfahrung außerhalb der Sexarbeit vorweisen kann. Hinzu kommt das Alter, wo die Einstiegschancen sinken, je länger man in der Sexarbeit tätig ist. Sexarbeit ist also gewissermaßen eine Einbahnstraße, außer man steigt in die Gruppe der Profiteure auf und wechselt auf die Betreiberseite.

Das letzte Mal in Edinburgh war so irre komisch, da ich ja ebenfalls im Rahmen des Fringe Festivals auftrat. Allerdings waren meine Auftritte eine einzige Pleite, da die Technik nicht funktionierte, meine Latexmaske auf der Bühne geplatzt ist und schließlich auch mein Lederrock, da mein Arsch einfach zu dick geworden war.

In diesem Jahr bin ich nur einige Tage vor Ort, bevor ich weiter nach Cornwall reise. Mittlerweile bedauere ich die Entscheidung, nachdem alles gebucht ist. Nicht nur ist mein schwuler Freund, den ich besuche, krank und depressiv; ich bin auch nur kurz vor Ort, da sich An- und Abreise lang und umständlich gestalten. Eigentlich lohnt sich der Aufwand nicht, aber jetzt ist nun mal schon alles organisiert und gebucht.

Ich bin also nur 1 Tag und 2 Nächte in Cornwall, dafür übernachte ich in Bristol, damit ich meinen Flieger nicht verpasse. Das Risiko, daß ein Zug verspätet ist oder gecancelt wird und ich meinen Flieger verpasse, wollte ich schlußendlich nicht in Kauf nehmen.

Slow travel ist die Devise, kein Streß. Ich werde jedenfalls in Bristol wieder eine Nacht im Hostel nächtigen, dort wo ich schon 2002 war. Ich verbinde schöne Erinnerungen mit dieser Zeit.

Leider ist tierisch viel Zeit vergangen und als alte Frau in einem Hostel macht man sich erstmal verdächtig. Dort, wo sonst nur Teenager und junge Abenteurer aus der ganzen Welt übernachten. Aber solche Reisen in die Vergangenheit bedeuten für mich immer eine Verjüngungskur. So ist das. Das hab ich zuletzt auch wieder in Amsterdam erlebt. Ich will einfach nicht alt werden, aber der tägliche Blick in den Spiegel ist gnadenlos.

Nun werde ich weiter an meiner Keynote über Big Sister am kommenden Samstag beim Hurenkongress feilen. Ich werde nicht vom Blatt ablesen. Das ist unprofessionell. Wünscht mir Glück!


Bristol

In meiner Vorfreude auf Bristol, muß ich doch mal unbedingt eine Anekdote loswerden, weshalb es mich 2002/2003 nach Bristol zog. Ich hatte mich in den Sänger von Massive Attack verknallt, der in Bristol wohnte. Angeblich soll er gelegentlich Escort Girls gedatet haben.

Um das herauszufinden, habe ich meine Wohnung in Berlin aufgelöst und bin nach Bristol gezogen. Mit nix als 3 Koffern. Dort angekommen hab ich in einem kleinen Puff in Bristol gearbeitet. Suzys Ranch, die auch einen Ableger in Swindon hatten. Die Gäste waren korrekt und haben immer kleine Geschenke mitgebracht. Anders die deutschen Gäste, die meisten sind Geizhälse. Selbst Stammkunden fangen hier an, das Honorar runter zu handeln.

Jedenfalls hab ich mich in Bristol auf die Suche nach Robert del Naja gemacht. Ich hatte erfahren, daß Massive Attack auch einen Nachtclub in Bristol besitzen. Ich bin natürlich dorthin, um mit Robert einen Whiskey zu trinken, hab jedoch niemanden angetroffen. Nachdem mich Robert auch nach zig Wochen des Wartens auf ihn nicht gedatet hat – ja wir boten auch Escort an – , hab ich meine sieben Sachen gepackt und bin nach London umgezogen.

Nicht ohne mir vorher ein Bild über andere Bordelle in Bristol zu machen. Die sind offiziell verboten. Dennoch gibt es sie.

Ich bin immer noch der größte Fan von Massive Attack. In Bristol fand damals auch ein Open Air Musik Festival mit ihnen statt. Auch The Streets waren dabei. Und Goldfrapp. Ein Konzert von Goldfrapp hab ich dann in London besucht. Aber das ist eine andere Geschichte.